Das Rätsel meines Unwohlseins

    Hallo,


    ich schlage mich nun schon seit einem Jahr mit bestimmten Beschwerden herum, ohne da bisher groß Erfolge erreicht zu haben. Teilaspekte habe ich auch schonmal diskutiert. Ich bin so langsam etwas verzweifelt.


    Die Symptome sind seit ca einem Jahr fast andauernd das Gefühl, leicht krank zu sein (dieses "unfit, abgeschlagen, kränklich" wie bei einer Erkältung) und dazu (zusammenhängend, oder auch unabhängig) ein Kratziges Gefühl im Rachen. Zeitlich zusammenkommend ausserdem vertrage ich offenbar keinen Alkohol, vor allem Rotwein mehr (Herzrasen).


    Ich bin (Pollen-)Allergiker. Weiterer Aspekt ist vor 2 Jahren ein Umzug, im Rahmen dessen der Kauf neuer Betten/Matratzen, ausserdem gehe ich gerne und oft schwimmen. Eine Neigung zu Hypochondrie und Angststörung ist ebenfalls vorhanden.


    Vor ca. einem Jahr zur Heuschnupfenzeit gings dann los. Ständig das Gefühl, krank zu sein, aber ohne wirklich mal eine richtige Erkältung zu bekommen. Ständig leicht unfit, aber nie so richtig. Benommen, matschig, unwirklich, teilweise auch unruhig bis hin zu Panikattacken. So ein Befinden hatte ich bis dahin noch nie. Ebenfalls meine ich, seitdem verstärkt Histaminintoleranz bei Lebensmitteln zu bemerken (Schnupfennase nach dem Essen und so).


    Was kann das nur sein?


    Ich habe diverse Verdachtsmomente:


    - vom Chlorwasser chronisch gereizter Hals, zumindest ist das sicherlich ein Teilaspekt, aber kann das so ein ständiges Krankheitsgefühl auslösen?


    - chronische Nebenhöhlenentzündung. Aber ich habe eigentlich keinerlei Symptome (vor allem sowas wie Druck im Kopf, Kopfschmerzen), die sonst auf sowas hinweisen.


    - mein Hauptverdacht gilt allerdings der matratze (Ikea Latex, eher günstig). Ich hab auch phasenweise mal andere probiert, da schienen die Beschwerden geringer, aber völlig sicher bin ich mir da nicht, weitere Versuchsreihen werden durchgeführt. Dummerweise liege ich auf der aber perfekt, besser als auf allen anderen bisher ;-). Aber meine Hauptthese ist: Kann es nicht sein, dass Weichmacher im Gummi und Schaumstoff das Immunsystem reizen (das tun sie bekanntermaßen, sofern sie vorhanden sind), was dann all diese Dinge auslöst, vielleicht gerade in Kombination mit der eh schon vorhandenen Allergie, und damit zum einen ständig so ein Krankheitsgefühl entsteht, zum anderen auch der allgemeine Histaminpegel, und damit eine Histaminintoleranz, erhöht ist?


    Vielleicht ist irgendein Bestandteil in der Matratze gerade eben noch sin innerhalb der erlaubten Grenzwerte, aber ich reagiere trotzdem da schon zu sensibel. Ist das möglich? Zumindest scheint mir das bisher die beste Spur.


    Arztbesuche haben auch nicht viel gebracht bisher.


    Irgendwelche Ideen? Was sollte man da alles untersuchen?


    Danke schonmal für alle Antworten.

  • 40 Antworten

    Bei vielen Allergikern (vor allem Pollenallergikern) stellt sich irgendwann dieses "Krankheitsgefühl" ein. Ich kenne das auch selber. Es wird verstärkt von stark histaminhaltigen Lebensmitteln oder auch kurz vor der Menstruation (da spielt der Östrogenspiegel dann eine Rolle).


    Diese Panikattacken können auch dadurch ausgelöst werden. Durch die Histaminausschüttung wird vermehrt Adrenalin ausgeschüttet, dieses wiederum kann eine Art "Fluchtreaktion" in Form von Panik mit den klassischen Begleitsymptomen auslösen. Oft wird diese Panik auch durch die verstärkte Herzaktion oder Extrasystolen ausgelöst, die auch durch den erhöhten Adrenalinausstoß ausgelöst werden können.


    Es gibt Allergiker, die sich ständig wie "auf der Flucht" fühlen.


    Es gibt einiges, das man selber dagegen tun kann:


    1. Schon vor der Heuschnupfenzeit anfangen, ein gut wirksames Antihistaminikum zu nehmen. Regelmäßig, jeden Tag, damit sich ein stabiler Spiegel aufbauen kann. Gut wirksam ist dadurch definiert, was DIR speziell am besten hilft. Bei mir hilft Cetirizin zum Beispiel nur 2h, Ebastel aber den ganzen Tag.


    2. Anregende Lebensmittel oder Genussmittel wie Süßigkeiten, Kaffee oder Cola meiden


    3. Histaminarm essen


    4. Kein Sport im Freien


    5. Regelmäßiger Sport


    6. Jeden Abend Haare waschen

    Ich denke auch ,es könnte mit Histamin zusammenhängen. Bei mir wirkt es sich auch als laufende Nase , brennende Augen (ähnlich wie Bindehautentzündung oder Allergie), Kratzen im Hals und extremen Hustenanfällen aus. Alles so , als wäre man erkältet. Ist Deine Pollenallergie ärztlich bestätigt?


    Ab ca. 40 verändert sich auch der Stoffwechsel, deshalb verträgt man dann plötzlich manches nicht mehr. Mir geht es mit Alkohol auch so, nicht mal mehr ein Glas Sekt vertrage ich.

    Es ist in der Tat ein "irgendwas ist anders als noch ein Jahr vorher"-Gefühl. Aber ist eine "einfach so" stattfindende Veränderung, wo man nun über 40 ist, da wirklich plausibel?


    Das mit der Matratze kann ich ja noch probieren - mal konsequent eine andere verwenden (auch wenns unbequemer ist). Die These, dass irgendeine Chemikalie eine eh schon bestehende Schwachstelle von mir noch weiter angreift, finde ich zumindest plausibel.


    Und nochmal wg. Nebenhöhlen zum Arzt gehen.

    @ Hellana

    Was passiert denn, wenn Du Alkohol trinkst? Ich hab am Tag drauf in letzter Zeit häufiger stark erhöhten Puls gehabt, aber vor allem auch dann, wenn da zusätzlich histaminhaltige Dinge hinzu kamen (Kaffee, Essen). War früher auch nicht so stark ausgeprägt. Liegt wohl auch am konkreten Wein - histaminhaltiger Rotwein. Es scheint nicht bei jedem Getränk so zu sein (aber meine Lust auf Versuchsreihen hält sich da in Grenzen).


    Kann man das beim Arzt messen? DAO-Spiegel bestimmen?


    In der Tat habe ich an Tagen wo das stark ist die ganze Zeit so ein "ich will raus aus meiner Haut"-Gefühl, ständig Fluchtbedürfnis, äussert sich dann in dem Wunsch nach sportlicher Aktivität. Dem Gefühl irgendwie davonradeln.

    @ KleineHexe21

    Nach Rotwein (tags drauf) war es diese Male, wo es so unangenehm war, so, dass auf einmal abrupt quasi vollgas gegeben wird, was Puls angeht.. mehr oder weniger schlagartig geht der hoch und bleibt da auch, so als würde ohne ende adrenalin oder sonstige verwandte Substanzen aufs Kreislaufsystem wirken und quasi die ganze Zeit das Gaspedal durchtreten. Dass das ganze massiv Angst macht, dürfte klar sein, also da spielt dazu dann mit Sicherheit noch ein psychologischer Aspekt mit rein (also vielleicht zur Hälfte Alk-Reaktion, zur Hälfte Panikattacke?).


    Klingt das passend zu dem was Du geschrieben hast? ich war auch beim Arzt später und hab das mit ihm besprochen und er meinte, das wäre eine für Allergiker wie mich absolut typische Unverträglichkeitsreaktion auf die diversen biogenen Amine (Histamin, aber auch noch diverses andere im Rotwein).


    War aber früher nicht so, und ist anscheinend auch nicht bei jedem Wein so.. ein paarmal wars zwischendurch auch ohne so eine Reaktion. Bordeaux scheint da besonders schlimm und das hat der Hausarzt auch bestätigt und in der Tat enthält Bordeaux ja mit Abstand am meisten Histamin von allen Weinen.

    Eine Sache hab ich noch vergessen, an die ich bei alledem denke: Im Jahr bevor diese Symptome losgingen, hatte ich in den Sommermonaten sehr hartnäckige Hautprobleme, und zwar Exzeme, eine Form von Neurodermitis wenn man will, die offenbar durch eine Fehlbesiedelung der Haut und Reaktion auf Staphylokokken und/oder Streptokokken ausgelöst wurde. Nässende Exzeme, in den schlimmsten Phasen richtig geschwollen mit Ödemen, durch Fehlbehandlung erst so richtig verschlimmert; diese habe ich dann durch einen Glückstreffer (Tipp in einem Internetforum) durch eine banales naturheilkundliches Verfahren komplett weg bekommen. Aber in den Akutphasen dürfte das das Immunsystem äussert stark gefordert haben. Kann das einen "Knacks" im Immunsystem hinterlassen haben? Alle Immunabwehr an der Exzemfront, dadurch vielleicht eine leichte Immunschwäche woanders, vermehrte Verbreitung des guten alten Candida im Darm, Resultat - Allergien und HI-Intoleranz seitdem stärker?

    Zitat

    Im Jahr bevor diese Symptome losgingen, hatte ich in den Sommermonaten sehr hartnäckige Hautprobleme, und zwar Exzeme

    Ja, das kann damit zusammen hängen, dass dein Immunsystem nun überreagiert. Woher kamen denn die Ekzeme?


    Bei mir wurde die Überreaktion durch eine Schwangerschaft ausgelöst.

    Zitat

    Kann das einen "Knacks" im Immunsystem hinterlassen haben?

    keinen Knacks, es wurde vielleicht überstimmuliert und reagiert deshalb nun auf Dinge, die es eigentlich nicht zu interessieren hat (Pollen z.B.)

    Zitat

    eine leichte Immunschwäche woanders, vermehrte Verbreitung des guten alten Candida im Darm, Resultat - Allergien und HI-Intoleranz seitdem stärker?

    Du verdrehst da etwas. Eine Allergie kommt neuesten Ergebnissen eher daher, dass dem Immunsystem "langweilig" ist. Deshalb arbeitet es gegen Dinge, die normalerweise nicht beachtet werden würden. Menschen, die Würmer habe, haben beispielsweise dann plötzlich keine Allergien mehr. Weil das Immunsystem "beschäftigt" ist. Deshalb sind Allergien auch vermehrt in unserer sauberen Industriegesellschaft verbreitet und Leute, die auf dem Bauernhof aufwachsen, haben weniger Allergien. Weil deren Immunsystem ständig mit dem vielen Dreck und den Bazillen dort beschäftigt ist.


    Deshalb: Eine ImmunSCHWÄCHE hat eher zur Folge, dass der Mensch weniger Allergien hat. Bei Schwangeren beispielsweise ist das Immunsystem oft etwas runter reguliert, damit der Körper das Baby nicht angreift (mal lapidar gesagt). Die Folgen davon sind, dass die Frau sich vermehrt Erkältungen einfängt, aber ihre Allergien nicht mehr oder weniger vorhanden sind in dieser Zeit.


    Eine Allergie oder Autoimmunkrankheit ist also eher bedingt durch ein zu aktives Immunsystem oder ein gelangweiltes Immunsystem. Deshalb funktioniert auch Cortison - das Immunsystem wird so runter reguliert.


    Demzufolge sollte eine Canidainfektion im Darm eher eine weniger starke Allergieausprägung zur Folge haben.


    Wobei ist das sowieso nicht verstanden habe: Was soll der Canida im Darm mit der Allergie zu tun haben? Wie meinst du das?

    Zitat

    Klingt das passend zu dem was Du geschrieben hast? ich war auch beim Arzt später und hab das mit ihm besprochen und er meinte, das wäre eine für Allergiker wie mich absolut typische Unverträglichkeitsreaktion auf die diversen biogenen Amine (Histamin, aber auch noch diverses andere im Rotwein).

    Ja, das klingt alles sehr passend zu dem, was ich oben erklären wollte. Wie gesagt: Ich kenne das alles selber.


    Übrigens: Weniger Essen in der Allergiezeit hilft auch. Man weiß nicht wieso, aber es hilft. Das kannst du auch selber probieren. Esse einige Tage sehr wenig und dann auf einmal ein üppiges Mahl. Du wirst merken, dass du am nächsten Tag spätestens mehr von deiner Allergie hast ;-).

    Danke dass Du so auf diese Dinge eingehst :)


    Die Exzeme waren irgendwie schon immer da.. weiss auch nicht. im Sommer, wenns heiss wird, man schwitzt.. aber so schlimm noch nie. Hab sie mit normaler Neurodermitiscreme behandelt und das wurde dann erst richtig übel (fett -> Bakterien aufgeblüht).


    Ich hab nun mehrfach gelesen dass eine Fehlbesiedelung des Darms, auch durch Pilze, durchaus zu Allergien und Neurodermitis beiträgt (und warum dann nicht auch zu HI?), vor allem dass Leute, die das erfolgreich behandelt haben, hinterher weniger Probleme mit sowas hatten. Auch, dass ein vollständiges Beseitigen von dem candida-Pilz Neurodermitis komplett geheilt hat, aber das mag auch teilweise einfach Esoterik oder Werbung der Heipraktikerszene sein. Die Wahrheit wird in der Mitte liegen.


    Aber ansonsten ist das schon alles stimmig und plausibel, ja.. das Rotwein-Herzrasen kam ja auch mehr oder weniger parallel zu dem Krankheitsgefühl.


    Dieser Exzem Kram hat mich dazu gebracht mich mit den Themen "mikrobakterielles Klima" (der Haut, des Darms) zu beschäftigen und es scheint so zu sein, dass das erheblichen Einfluß hat, evtl sogar die Heilung für diverse Beschwerden sein kann. Und da das besagte "Naturheilverfahren" bei mir ein massiver Durchbruch war, bin ich da durchaus überzeugt.


    Ich hab also ein bisschen Hoffnung, dass nach entsprechender Behandlung (das richtige Esssen, Probiotika) sich da vielleicht wieder eine langfristige Besserung einstellt.


    Das mit dem Essen ist mir auch aufgefallen, ja. Nach einer entsprechenden Mahlzeit nach ca. 30 min so ein "ups, ich fühl mich kränklich"-Gefühl. Ist wohl ziemlich typisch alles..

    Zitat

    Ich hab nun mehrfach gelesen dass eine Fehlbesiedelung des Darms, auch durch Pilze, durchaus zu Allergien und Neurodermitis beiträgt (und warum dann nicht auch zu HI?), vor allem dass Leute, die das erfolgreich behandelt haben, hinterher weniger Probleme mit sowas hatten. Auch, dass ein vollständiges Beseitigen von dem candida-Pilz Neurodermitis komplett geheilt hat, aber das mag auch teilweise einfach Esoterik oder Werbung der Heipraktikerszene sein. Die Wahrheit wird in der Mitte liegen.

    Ja, da liegt leider auch viel Esoterik oder Heilpraktikerlatein drin. Ich glaube eher, dass die Leute, die ihren Canida "behandelt" haben, einfach viel gesünder und weniger Zucker- und Kohlenhydratreich gegessen haben. Damit hat man automatisch viele Dinge auf einmal gemacht, was natürlich zu einem vermehrten Wohlbefinden und vor allem auch einem besseren Immunsystem führt. Denn ungesundes Essen wirkt sich auch auf Allergien und die Haut aus. Sehr sogar. Deshalb liegt die Wahrheit - wie du bereits selber gesagt hast - sicher irgendwo darin, dass man gesund und viel bewusster lebt und isst.


    Probiotika sind sicher nie verkehrt, viele Leute profitieren da sehr davon (was den Darm angeht).


    Sport hilft übrigens auch sehr gegen Allergien. Allerdings nicht draußen, das ist mehr als kontraproduktiv.


    Das mit den Ekzemen ist interessant. Anscheinend reagierst du also auf irgendetwas? Hast du schon mal ein Ernährungstagebuch geführt? Allergene ausgeschlossen? Das Waschmittel gewechselt, Weichspüler weg gelassen und dunkle Kleidungsstücke gemieden? Nur Baumwolle getragen? Duschgel weg gelassen?

    Lies mal auf Histamin und Histamin-Intoleranz-Paleowiki. Bei mir trifft da sehr viel zu. Ich denke du erkennst da auch einiges , was auf dich zutrifft. Wie schon gesagt , es kommt plötzlich so ab ca. 40 , dass man verschiedene Dinge nicht mehr verträgt, wo es vorher keine Probleme gab. Ich hatte bis vor einigen Jahren auch Rotwein sehr gut vertragen, dann ging es los mit Magenbrennen, Kopfschmerzen und jetzt bei geringen Mengen Alkohol sofort Flush im Gesicht und am Hals.

    Naja es gibt auch genug Schulmediziner die mittlerweile sagen, dass an dem Candida-Kram was dran ist. Wieso sollte das auch nicht so sein? Dass es zu Beschwerden kommt, wenn da alles aus dem Gleichgewicht gerät, ist doch nun kein Wunder. Ich finds als Laie schwierig, zu sagen, wer da nun recht hat.


    Die Exzeme, woher kommen sie.. als ich das meine Hautärztin gefragt hat meinte sie "finden Sie es heraus, dann bekommen Sie den Nobelpreis". Ist wohl auch so.


    Ich neige zu dem Ansatz dass all dieses Hautgedöns (Neurodermitis etc) eine Folge von "falschen Keinem", gestörter bakterieller Hautflora ist, die ihrerseits wiederum Folge von gestörter Darmflora ist. Vielleicht hab ich zu wenig Obst gegessen, wg. meiner Pollen-Kreuzallergie, als Kind, oder sowas? Man wird es nicht ergründen können.


    Hellana - aber Herzrasen nach Rotwein hast Du dann nicht?

    Zitat

    ... die ihrerseits wiederum Folge von gestörter Darmflora ist. Vielleicht hab ich zu wenig Obst gegessen, wg. meiner Pollen-Kreuzallergie, als Kind, oder sowas? Man wird es nicht ergründen können.

    Das kann man möglicherweise doch ergründen, z.B. durch die Analyse einer Stuhlprobe. Das kann man mittlerweise auch schon "privat", d.h. ohne Arzt, durchführen lassen, indem man die Probe an ein (vertrauenswürdiges) Labor schickt. Auf diese Weise kann ein Ungleichgewicht etc. festgestellt werden!