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    Es gibt bei mir im Körper schon einige Anzeichen (teilweise auch schon medinisch nachgewiesen), die für weitere Autoimmunerkrankungen sprechen. Und mein Krankheitsbild ist um einiges heftiger als bei anderen Hashimoto-Betroffenen. Außerdem hatte mein Urgroßvater einen ganz ähnlichen Verlauf mit den gleichen Symptomen und er ist mit 50 gestorben. Gut, das waren andere Zeiten, aber Autoimmunerkrankungen sind ja bis heute nicht heilbar und kaum zu behandeln.

    Also ich finde, Autoimmunerkrankungen sind heute sehr gut behandelbar. Man denke mal an Aids, da muss man heute nicht mehr jung dran sterben. Ich hab eine Freundin mit Autoimmunerkrankung der Leber, die wär früher ziemlich sicher jung gestorben. Dank Cortison lebt sie ein ganz normales Leben. Welche weitere Erkrankung vermutet man denn bei dir genau? Vielleicht stört da was die SD-Einstellung?

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    4 Jahre ist eine sehr lange Zeit. Wie bist du in dem Zustand durch den Alltag gekommen? Hast du viel im Bett gelegen?

    An das schlimmste halbe Jahr hab ich keine Erinnerung mehr. Ich bin am Steuer eingeschlafen, auf der Arbeit am Schreibtisch, mit Glück nur aufm WC, in der Umkleidekabine... daheim am Schreibtisch bin ich nach 30 Minuten im Sitzen eingeschlafen und dann irgendwann ins Bett umgezogen. Dort liegen geblieben bis zum morgen, zur Arbeit, die ganze Zeit im Halbschlaf.


    In der Zeit, als das Hashi richtig ausbrach und bis es einigermaßen eingestellt war, hab ich jeden Monat 1 Kilo zugenommen. Fast 36 Kilo insgesamt.


    Ich hatte auch dumme Ärzte zwischendrin, die mir auf einmal meine Dosis halbieren wollten, die kaum Werte bestimmt haben, etc.


    Im 4. Jahr haben mein Partner und ich uns ein Kind gewünscht und ich konnte nicht schwanger werden, war laut Kinderwunschdoc aber zu fett, um von ihm behandelt zu werden. Konnte aber auch nicht abnehmen, weil der Stoffwechsel einfach nie richtig gut lief und ich sportlich stark eingeschränkt bin. So biss sich die Katze immer wieder in den Schwanz.


    Besser wurde es, als meine SD nach der Schwangerschaft so arg geschrumpft war, dass die Entzündungsschübe garnicht mehr so heftig sein konnten - is ja auch kaum noch was da, was sich entzünden kann.

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    Es sollte aber schon so sein, dass man noch die notwendigsten Dinge im Alltag erledigen kann: Die Lebensmittel kommen nicht angeflogen, meine Katze kann sich ihre Dosen leider immer noch nicht selber öffnen und die Wohnung putzt sich nicht von alleine. ;-) Das und noch einiges andere habe ich in den letzten Monaten noch so gerade eben geschafft. Noch schaffe ich das alles, aber wie sieht es in ein paar Jahren aus...? Deshalb wird es Zeit, jetzt etwas zu unternehmen.

    In ein paar Jahren ist deine SD verbrannt. Da ist dann auch nichts mehr, was sich entzünden könnte und es wird dir besser gehen, weil die Hormondosis konstant bleiben wird.

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    Das habe ich schon ausprobiert, geht bei mir aber nach hinten los. :-| Der Hormonüberschuss ist dann zu groß und da die Schübe inzwischen monatelang andauern, kann ich sie nicht so lange im Zustand der Überfunktion aussitzen!

    Ich würde vermuten, dass das, was dich einen monatelangen Schub fühlen lässt, woanders zu suchen ist. Man kann ja Läuse und Flöhe gleichzeitig haben.

    Ich frag mich gerade woran man merkt, dass die Symptome vom Hashimoto oder einer beispielsweise Psychsomatischen Erkrankung kommen? Ich habe ähnliche Symtome wie von der TE beschrieben, führe dies aber auf eine Angsterkrankung und Somatisierungsstörung zurück. Meine SD Werte sind seit Beginn der Krankheit vor 7 Jahren recht konstant und ich müsste nie was an der Dosis ändern - frage mich aber gerade ob es vielleicht doch eher am Hashimoto als an der Psyche liegen könnte? Sonst bringen die ganzen Psychotherapien ja auch nicht viel ":/

    Das ist eben das Problem - und ich hab es seit gut einem Jahr auch. Ich war depressiv, war zwischenzeitlich sogar in einer Klinik und bekam ne Handvoll AD's. Die Erkenntniss, dass ich depressiv war, die hatte ich. Kein Thema, war offensichtlich. Aber Symptome-sortieren hat einfach nicht mehr funktioniert. Nehm ich zu wegen diesem oder bin ich unruhig wegen jenem... die Zuordnung hat einfach nicht geklappt. Und das tut sie bis jetzt nur bedingt, obwohl es mir psychisch VIEL besser geht und ich inzwischen auch die AD's wieder abgesetzt habe. Nun nehme ich gerade pro Woche gut 1Kg zu und denk mir "fuck, wieder SD am Arsch". Das dachte ich aber letztes Jahr schon mal und da war ich laut Blutwerten doppelt überversorgt mit meinen Medis. Also wie mans macht, macht mans falsch oder zumindest nicht ganz richtig.


    Was tun? Öhm ja, tun was man kann, sich nicht wahnsinnig machen (das muss man vllt erst lernen), einen Gang zurückschalten und im schlimmsten Fall vielleicht auch einfach mal einem Arzt komplett vertrauen und seine Behandlungsmethode ne Weile durchziehen. Ich war auch schonmal anderer Meinung als meiner (richtig guten) Endo. Hab mich trotzdem an ihre Empfehlung gehalten und bin im Endeffekt ganz gut damit gefahren. Oder jetzt letztem Jahr den Psychotherapeuten/Psychiater. Hab total brav alles verordnete genommen und damit einfach mal diese riesige Verantwortung für den Körper und das Befinden abgegeben. Bildlich gesprochen hab ich dem Arzt den ganzen Mist in die Hand gedrückt und gesagt "mach was besseres draus". Das hat mich psychisch stark erleichtert und hat mir geholfen, wieder selbst stark zu werden. Jetzt nehm ich das ganze langsam wieder selbst in die Hand, ABER ich weiß, wenns je wieder zu viel wird... ich kanns abgeben. Das hilft mir persönlich ganz enorm.

    @ Cinnamon4:

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    Nimmst du eigentlich Selen? Ich hatte auch lange massive Probleme und konnte nicht richtig eingestellt werden. Seit ich Selen nehme, geht es mir 1000 mal besser und ich habe kaum noch Schübe und wenn, sind die echt überschaubar.

    Selen hilft wirklich ein bisschen, ist bei größeren Schüben aber nicht so effektiv, wie ich es mir wünschen würde.

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    Was noch hilft ist Stressvermeidung bzw. -reduktion.

    Der berufliche Stress fällt bei mir weg, aber ich hatte in den letzten Monaten extremen psychischen Stress, der von anderen verursacht wurde.... :-)

    @ This Twilight Garden:

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    Also, ich finde schon das du dezent dramatisierst. Diese Symptome habe ich z.B. auch und leben noch... ich kämpfe seit Jahren dagegen an, habe noch 2 Kinder und einen Alltag.

    Wenn du noch in der Lage bist, zwei Kinder großzuziehen, kann es ja nicht so schlimm sein. *:)

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    Aber ich käme nie darauf zu denken, ich wäre ein schwerer Fall oder bekäme sogar Todesängste...

    In den letzten Monaten war es teilweise so schlimm, dass ich ständig das Gefühl hatte, im nächsten Moment umzukippen und die Schlafstörungen sind auf Dauer auch alles andere als gesund. Außerdem verschiebt sich mein gesamter Tagesablauf, weil ich öfters tagsüber schlafen muss. Ich spüre meinen Körper nicht mehr, habe ständig starke Schmerzen. Kürzlich war es so schlimm, dass ich in die Notaufnahme gefahren bin, um das abzuklären, auch weil ich mir Sorgen gemacht habe. Du kannst mir nicht erzählen, dass das ein normaler Zustand ist! Gut, wir haben Hashimoto und müssen mit gewissen Symptomen leben. Aber irgendwo gibt es auch Grenzen, wenn man das Gefühl hat, nicht mehr normal leben zu können! Ich möchte irgendwann nicht im "betreuten Wohnung" oder in einer Einrichtung landen, weil ich mich selbst nicht mehr versorgen kann.

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    Was ist mit anderen Werten? Ferritin, Vitamin D und B12, Selen

    Ferritin weiß ich nicht, aber der Eisen-Wert war in Ordnung. Vitamin D ist bei mir unterirdisch - da nehme ich was ein. Selen weiß ich nicht, wurde nie getestet, aber nehme ich täglich zu den Schilddrüsenhormonen.

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    Ich spüre meinen Körper nicht mehr, habe ständig starke Schmerzen.

    Das können übrigens genauso gut Anzeichen einer psychischen Erkrankung sein. Ebenso die Dauermüdigkeit, Kraftlosigkeit, Puddingbeine, und so weiter.

    chi, ja - ich war in den letzten Monaten auch psychisch angeschlagen, aber meistens kommen die psychischen und kognitiven Symptome ausschließlich von der Schilddrüse, wenn man Hashimoto hat. Das müsste euch bekannt sein.

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    aber meistens kommen die psychischen und kognitiven Symptome ausschließlich von der Schilddrüse, wenn man Hashimoto hat. Das müsste euch bekannt sein.

    Nein, so ist es nicht. Eine Unterfunktion kann depressive Verstimmungen und psychosomatische Symptome verstärken. Hashi ansich hat damit nichts zu tun, es geht nur um die Über- bzw Unterfunktion. Und wenn du nun garkeinen monatelangen Hashi-Schub hast (dann hättest du auch im Blut deutliche Werte über den gesamten Zeitraum), sondern Symptome einer psychischen Erkrankung und nebenbei bist du ganz gut eingestellt.... das würde ich an deiner Stelle nicht sofort von mir weisen. Es kann ja nur helfen, wenn du es mal in diese Richtung versuchst.

    Warum hatte ich wohl in den letzten Monaten depressive Verstimmungen....? :-)


    Meine Werte schwanken stark, ich hatte im Dezember noch einen TSH Basal im 0, ...Bereich, Anfang April lag der TSH (allerdings im Serum) bei 6,... Seitdem wurde erst auf 100 erhöht. So gut bin ich also gar nicht eingestellt!


    Ob ein Antidepressivum helfen wird, wage ich zu bezweifeln. Ich werde es aus bestimmten anderen Gründen einnehmen, aber meiner Meinung nach wird da nur an den Symptomen herumgedoktert. Ein Immunsuppressivum würde das Problem bei der Wurzel packen.

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    Werden die freien Werte nicht mitbestimmt? Nur anhand des TSH einzustellen ist schon ein wenig...äh... doof.

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    Ein Immunsuppressivum würde das Problem bei der Wurzel packen.

    Ne, dadurch hättest du andere Nebenwirkungen, wärst ständig krank. Lies mal, wie es Leuten unter Immunsuppressiva geht. Das kann die Hölle auf Erden sein und Pest gegen Cholera tauschen ist auch nicht so der Bringer. Ein Immunsupp. (ich kürz das hier mal ab, immer diese langen Wörter-.-^^) würde deinen Zustand vorallem stark verschlechtern, WENN du wirklich eine psychische Erkrankung hast, die besser mit AD's und einer Therapie behandelt werden könnte. Man probiert doch immer zuerst das, was am wenigstens Schaden macht und die besten Chancen auf Erfolg hat. Das ist bei dir eher ein AD, sry, aber damit würde ich mich an deiner Stelle anfreunden.

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    Ferritin weiß ich nicht, aber der Eisen-Wert war in Ordnung. Vitamin D ist bei mir unterirdisch - da nehme ich was ein. Selen weiß ich nicht, wurde nie getestet, aber nehme ich täglich zu den Schilddrüsenhormonen.

    Nun tue das mal nicht so ab... das ist ziemlich wichtig.




    Ich habe 10 Jahre geglaubt, meine SD ist nicht richtig eingestellt weil ich nach wie vor ALLE Symptome einer UF hatte.


    Es waren wohl auch Schübe: Körperbrennen, als hätte ich Gift in den Knochen, ständig Erkältungsinfekte, bleiernd schwere Knochen, Gliederschmerzen, Müdigkeit die kaum zu ertragen war... frag nicht wie ich meinen Alltag mit (damals noch einem) Kind geschafft habe... seeehr schwer, da ich auch keine Unterstützung hatte. Aber ich MUSSTE.


    Nachdem ich also im letzten Jahrzehnt an der Einstellung meiner SD rumgefummelt habe und zwar ohne Erfolg, besinne ich mich jetzt eben auf o.g. Parameter.


    Ich habe z.B. einen Ferritinwert von 47. Hatte auch schon 70... aber nun habe ich gelesen, dass man mit einer UF einen Wert von 140-160 haben sollte.


    Ebenso Vitamin D. Mein Wert immer so um die 19-25. Der Wert sollte aber ruhig bei 80 liegen.


    In beiden Fällen zucken die Ärzte nur mit den Schultern: du bist im Referenzbereich=nicht behandlungswürdig.


    Ich werde jetzt nach und nach an jeder einzelnen Schraube drehen. Mals abwarten...


    Meine Schübe sind heutzutage seltener; SD Volumen ist von 8ml auf 5ml geschrumpft...