Impfstoff SARS-CoV-2 (Corona)

    Es ist soweit!


    Die Bill and Melinda Gates Foundation mit WHO (und weiteren Organisationen) haben ihre Bestrebungen für einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 (Corona) massiv verstärkt.


    Eines ist jetzt schon klar: Um den Impfstoff rasch auf den Markt bringen zu können, werden dieses Mal Zulassungsbestimmungen gelockert werden müssen.


    Es soll dieses Mal NICHT in Afrika oder Indien getestet werden, was ich sehr gut finde.


    Weil hier sehr viele medizinisch Interessierte unterwegs sind: Wer würde sich und/oder seine Kinder für Testreihen gegen SARS-CoV-2 zur Verfügung stellen?


    Studienvereinbarungen sind keine Hürde, der Papierkram ist schnell erledigt. (Falls sich diesbezüglich jemand Sorgen macht.)

  • 100 Antworten

    Es wurden doch schon Probanden vor Wochen gesucht, denen bis zu 3000 Dollar (oder Euro?) geboten wurden. Das wäre mir persönlich aber zu wenig, um mich als Versuchskaninchen da hinzustellen oder 2-3 Wochen Coronasymptome zu riskieren.

    Comran,


    die Schwierigkeit wird sein, den Impfstoff so rasch als möglich auf den Markt zu bringen, bevor die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns zu schwerwiegend werden.


    Ethikkommissionen sind num gefragt, das ist keine Frage.


    Grenzübertritte ohne Impfung (ob ein Shot überhaupt reicht, ist fraglich) werden monatelang nicht möglich sein.


    Die persönliche Argumentation gegen eine Studienteilnahme verstehe ich jedoch sehr gut. Man wäre womöglich über Wochen und Monate sehr eingeschränkt, falls es zu negativen Auswirkungen käme.


    Dass dieses Mal in Industriestaaten getestet wird, hat jedoch sehr viele Vorteile, da hier die medizinische Nachversorgung auf höchstem Niveau ist. Und gerade für junge Menschen spielt die monetäre Entschädigung bezüglich Studienteilnahme doch eine große Rolle (derzeit Kurzarbeit oder arbeitslos).

    Seldom schrieb:

    Und gerade für junge Menschen spielt die monetäre Entschädigung bezüglich Studienteilnahme doch eine große Rolle (derzeit Kurzarbeit oder arbeitslos).

    Da ich weder jung bin noch auf solche Geldanreize anspreche, bin ich eben raus.


    Bei Versuchsreihen war es schon immer so, dass die Freiwilligen entweder bedingungslose Idealisten (meist vom Fach) waren, oder eben Menschen, die in finanziell engen Spielräumen leben müssen. Lass Afrika und Indien raus, dann wirst du in Deutschland genau diese Freiwilligen finden: Mittellose Studenten, Arbeitslose, Geringverdiener mit Familie.


    Es ist leider so, dass man die eigene Gesundheit dann ins Spiel wirft, wenn man unter Zwängen steht. Selbst wenn jetzt hier im Forum Menschen sagen, dass sie so etwas aus Idealismus und freien Stücken täten, heißt das noch lange nicht, dass sie es dann wirklich tun (können wir ja nicht kontrollieren), und wenn doch, sind es vermutlich Einzelfälle.

    Seldom schrieb:

    Es ist soweit!

    was meinst du damit? es wird, wie comran bereits schrieb, doch schon seit wochen an probanden getestet ":/

    Seldom schrieb:

    Wer würde sich und/oder seine Kinder für Testreihen gegen SARS-CoV-2 zur Verfügung stellen?

    da unsere kinder bereits erwachsen sind, könnten sie das nur selbst entscheiden. gut fände ich es, wenn sie sich zur verfügung stellen würden. ich würde es auch tun. kann man sich dafür irgendwo in D melden?

    Ich würde mich mit 'Es ist soweit' zurückhalten. Noch ist nix passiert und die kommenden Monate wird selbst wenn der Impfstoff etwas taugen sollte, noch nicht geimpft. Von der Menge die bei Neuzulassing produziert werden kann ganz zu schweigen.

    quisque


    Ich würde mich an eine zentale Koordinationsstelle wenden, um mehr Informationen zu bekommen:


    EMA

    DZIF

    DZL

    INSERM

    Ich denke, dass die Zulassungsbeschränkungen schon ihren Sinn haben und nicht unbegrenzt gelockert werden können/sollten. Es muss doch gleichzeitig ein wirksamer und ein sicherer Impfstoff ohne zu viele Nebenwirkungen sein. Es bringt ja nichts, die Menschen durch einen Impfstoff kränker zu machen als es durch die Erkrankung geschehen würde. Und auch für mich wäre das Geld kein Anreiz.

    Konkretisierung zu "Es ist soweit":


    Im Interview drückte Bill Gates gestern aus, dass ab jetzt eine Einschränkung der Zulassungsverfahren hinsichtlich strenger Kriterien (wie bisher üblich) alternativlos ist.


    Die Forschung nimmt jetzt also sozusagen "die Abkürzung", um rasch zumindest einen Imofstoff zur Verfügung stellen zu können.


    Ich sage das ganz offen: Testreihen in Europa machen Sinn. Hier ist die medizinische Versorgung auf sehr hohem Niveau. Und selbst wenn es im Zuge der Testreihen zu Todesfällen kommen sollte, kann hier obzudiert werden, was die Testreihen weiter vorantreibt, da valide Daten gewonnen werden.


    Alle Menschen in den Industriestaaten sind massiv vom Lockdown betroffen. Es muss jetzt schnell an einer Lösung gearbeitet werden.

    Seldom schrieb:

    Studienvereinbarungen sind keine Hürde, der Papierkram ist schnell erledigt. (Falls sich diesbezüglich jemand Sorgen macht.)

    Hast du dich denn gemeldet? Oder möchtest du nur andere motivieren?

    Ich sehe das etwas kritisch. Natürlich wäre es schön wenn bald ein fähiger Impfstoff vorhanden wäre,allerdings ist Impfstoffforschung und - entwicklung nicht umsonst eine stark reglementierte und langwierige Sache. Gerade im Fall von Covid-19 hat sich gezeigt, dass bei den schweren Verläufen oft eine frühe Antwort des Immunsystems zu beobachten war, was wohl als Booster für den Cytokin-storm fungierte. Die Frage ist ob der Impfstoff nicht ähnliche Wirkung haben könnte.



    (Quellen aus PubMed, genaue Autoren/Paper müsste ich nachschauen)

    Ich wurde durch einen Kollegen aufmerksam gemacht.


    Da ich selbst einen alten Impfschaden habe (Jahr 1976) und teils auch sonst im Thema bin, interessiert mich das Setting bezüglich Impfstoffentwicklung SARS-CoV-2 sehr.


    Falls es die Studienvereinbarungen zulassen (Verschwiegenheitsklausel) wäre es natürlich auch schön, hier von Studienteilnehmern über deren Studienerfahrungen zu lesen.


    Ich verstehe JEDEN und JEDE, der/die der Sache kritisch gegenübersteht.


    Ich war einige Jahre im Versicherungsgeschäft und hatte auch da mit Impfschäden zu tun. Das Thema ist mir nicht fremd.


    Wer allerdings auf "Impfverweigerer" schimpft, muss mMn auch bereit sein, an Studien teilzunehmen.


    Afrika und Indien (auch da geht es oft um Entgelte, die an die Ärmsten ausgezahlt werden) sollten dieses Mal nicht das gesamte Risiko alleine tragen. Zudem ist in den Industriestaaten die medizinische Nachversorgung am besten.


    Comran, vielen Dank übrigens für die vielen sehr guten Beiträge im Forum!

    Wombats,


    vielen Dank für die guten Hinweise.


    Bei Impfstoffen neuerer Generation ist es so, dass teils durchaus (aus ethischen Gründen) auf neue Studien verzichtet wird. Es wird jedoch auf die Studienlage der Vorgängerimpfstoffe verwiesen.


    Bei SARS-CoV-2 ist eine solche Vorgehensweise natürlich nicht möglich.

    Fiorentina2017,


    was die Virenreplikationsrate anbelangt, wird auch eine Rolle spielen, ob auf


    - tierischen Eiweißen

    - Vero-Zellen

    - HeLa-Zellen usw.


    gezüchtet wird.


    Hätte man bei Henrietta Lacks (deshalb HeLa-Zelllinie) keinen absolut einzigartigen - da absolut unsterblichen - Gebärmutterhalsepithelkrebs gefunden, könnte man heute vermutlich gar nicht gegen Viren impfen.


    Üblicherweise sterben auch Krebszellen irgendwann ab. Jene der Henrietta Lacks nicht. Es ist faszinierend. Leider wurden ihr die Krebszellen gestolen, die Familie wurde allerdings später entschädigt. Mich beeindruckt das sehr. Ein einziger Mensch hat die gesamte Wissenschaft verändert, ohne es zu wissen.

    BeataM schrieb:

    Und auch für mich wäre das Geld kein Anreiz.

    für mich wäre geld auch nicht der primäre anreiz. ich weiß, hier vom schreibtisch aus kann man viel behaupten, aber ich würde mich tatsächlich als "testobjekt" zur verfügung stellen, in der hoffnung darauf, dass wir dann bald alle wieder ein relativ normales leben führen können. denn langanhaltende einschränkungen werden sonst unsere wirtschaft zugrunde richten und vor den damit verbundenen folgen habe ich wesentlich mehr angst, als vor einem potentiellen impfschaden.


    und auch in psychosozialer hinsicht macht es mir große sorgen. wenn ich mir vorstelle, dass ein teil meiner angehörigen möglicherweise bis 2021 quasi nicht mehr unter menschen gehen sollte, weil sie risikopatienten sind, dann wird mir ganz anders %:|