Infektion durch eingewachsenen Nagel?

    Hallo!


    ich habe einen eingewachsenen Zehnagel (linker großer Zeh). Zumindest denke ich dass es ein eingewachsener nagel ist so wie es sich anfühlt.


    Habe das seit einigen Tagen, dass ich ab und zu mal Schmerzen dort habe. Seit gestern tut es verstärkt weh, vor allem nicht nur genau an der Stelle wo der Nagel eingewachsen ist sondern auch im gesamten Zeh immer mal wieder ein Schmerz.


    Habe totale Angst, dass sich da was entzündet hat und vielleicht eine Sepsis oder einen toten zeh nach sich zieht. Ein Bekannter hat durch eine kleine Verletzung am Zeh ein Teil des Fußes verloren da dadurch der Knochen entzündet war.


    Wie äußert sich sowas denn, dass es ernster ist als "nur" ein eingewachsener Nagel? Werde morgen auf jeden Fall zum Arzt gehen.

  • 41 Antworten

    Geh nicht zum Arzt, geh zum medizinischen Fußpfleger. Ärzte neigen bei so etwas dazu, entweder nichts zu machen außer vielleicht Salbe schmieren, was bei einem dauernden mechanischen Reiz genau gar nix bringt, oder sie schicken einen gleich zum Chirurgen, der dann gern den Nagel teilentfernt. Beim medizinischen Fußpfleger/Podologen hast Du gute Chancen, dass er den Nagel stark zurückschneidet und/oder eine Klammer anbringt und die Notwendigkeit chirurgischer Maßnahmen damit verhindert.

    Zitat

    Wie äußert sich sowas denn, dass es ernster ist als "nur" ein eingewachsener Nagel?

    Ein eingewachsener Nagel IST ernst insofern, als es sich furchtbar entzünden und dann sehr langwierig werden kann, außerdem kann so eine Entzündung ausgesprochen schmerzhaft werden. So eine dramatische Entwicklung wie bei Deinem bekannten dürfte extrem selten sein, da hatte er entweder extremes Pech (und vielleicht besonders widerwärtige Bakterien in der Wunde), er ist Diabetiker, oder er hat sich lange nen Scheiß gekümmert und knalldumm durchgehalten, bis es zu spät war.


    Keine Panik schieben - mach Folgendes:


    - Sieh zu, dass Du den Zeh gut in Ruhe lässt, also keine Schuhe (!), am besten auch keine Socken heute.
    - Wenn Du grüne Seife im Haus hast, kipp was davon in warmes (nicht heißes) Wasser und mach mit der Lösung ein ausgiebiges Fußbad, das dürfte die Entzündung spürbar lindern.
    - Nicht an der Stelle rumfummeln, das verstärkt nur die Reibung, und das ist schlecht. Einfach vollkommen in Ruhe lassen.
    - Gleich morgen früh medizinische Fußpfleger in Deiner Nähe raussuchen und zusehen, dass Du gleich am selben Tag einen Termin bekommst. Direkt sagen, dass es ein eingewachsener und schmerzhaft entzündeter Nagel ist, nicht tapfer tun, es ist dringend - je schneller es behandelt wird, desto größer Deine Chancen, dass es mit einem Besuch beim Podologen erledigt ist und nichts aufgeschnitten werden muss. Notfalls mehrere Podologen durchtelefonieren, bis Du für den selben Tag noch einen Termin bekommst.


    - In den nächsten Tagen Deine vorne am weitesten geschnittenen Schuhe tragen; bevorzugt, wann immer möglich, gar keine.


    Alles Gute. Tut weh und ist megalästig, aber mit etwas Glück ist es mit einmal ausschneiden und Wunde versorgen erledigt. Es geht einem sofort besser, sobald der mechanische Reiz weg ist.

    Man kann auch einfach mit einer starken Salzlösung baden.


    Und mit grüner Seife hat Omma und vielleicht auch noch Muddi das Treppenhaus gefeudelt bevor Meister Propper das übernommen hat. Ist flüssige Kernseife.


    Und ich würde auch zur Podologin gehen oder auch zur Fußpflegerin (gibt sie wahrscheinlich auch in männlicher Ausführung).


    Und nein, die arbeiten nicht mit örtlichen Betäubungen, das dürfen nur Ärzte. Aber sie haben meist ein Händchen für Zehen und Nägel und kriegen das eindeutig besser gebacken als Ärzte....


    Und wenn man dazu neigt, verhindert man solche "Auswüchse". indem man eben alle 4 - 5 Wochen zur Fußpflege geht.

    Also als ich das damals hatte,bin ich auch zum Podologen und das hat genau nichts gebracht.


    Einen Chirurg hier zu verteufeln halte ich für falsch. Ich hatte damals schon wildes Fleisch am Zeh plus Eiter,dass hat der Chirug in einer kurzen Op gerettet und nach kurzer Zeit war alles wieder gut. Hätte ich gewusst,dass das so ein kleiner Eingriff ist wäre ich niemals monatelang damit rumgelaufen.


    Also ich würde dir raten sobald Blut,eiter oder wildes Fleisch auftritt,ab zum Arzt. Vorher kannst du ja den Podologen gehen,aber sobald es sich wesentlich verschlimmert,würde ich zum Arzt.

    werde morgen auf jeden Fall mal einen Podologen suchen und gucken bald einen Termin zu bekommen.


    Aber noch mal eine Frage. Auf der einen Seite des Nagels ist es etwas dick und gerötet. Diese Stelle an der Seite des Zehs fühlt sich etwas taub an. Ich fühle zwar die Berührung aber eben ein bisschen wie eingeschlafen. Ist das normal bzw. kommt das von der Entzündung oder ist das was ernstes? Vielleicht war das auch vorher schon so, fällt mir nur jetzt erst auf.


    Diabetiker bin ich übrigens nicht.

    Zitat

    Einen Chirurg hier zu verteufeln halte ich für falsch.

    Der Chirurg schneidet gleich ordentlich was vom Nagel weg, meist bis ganz unten rein, und es entsteht eine tiefere Wunde. Tiefere Wunden brauchen länger zum Abheilen, tragen ein erhöhtes Risiko für Infektionen oder sonstige Komplikationen, der ganze Eingriff ist aufwendiger als das bloße Zurückschneiden des Nagels. Es ist ein kleiner Eingriff, klar, aber im Normalfall ist er durch rechtzeitigen Besuch beim Podologen zu verhindern.

    Zitat

    Also ich würde dir raten sobald Blut,eiter oder wildes Fleisch auftritt,ab zum Arzt.

    Eine leichte Vereiterung ist bei so einer Entzündung ganz normal, und wenn sie dicht unter der Haut sitzt, ist der Podologe immer noch die richtige Adresse. Wenn es nicht unmittelbar nach dem Besuch beim Podologen besser wird und binnen weniger Tage und bei stetiger Besserung ganz abklingt, würde ich auch zum Arzt gehen - ich verteufle den Arzt da ganz sicher nicht. Aber ich habe bei einer Freundin miterlebt, wie sich so etwas über fast neun Monate gezogen hat, weil ein winzig kleines Stückchen Nagel beim chirurgischen Eingriff in der Wunde verblieben ist, und bei einer anderen Freundin hat man auch noch lange etwas gesehen und sieht es dem Nagel auch heute noch an, dass er "beschnitten" wurde.


    Ab einem bestimmten Grad der Entzündung - wenn sie schon tief geht oder wildes Fleisch auftritt, also Hautwucherungen - würde ich auch direkt zum Arzt gehen. Im hier beschriebenen Fall ist die Entzündung aber noch ziemlich am Anfang und offenbar auch noch nicht so arg schmerzhaft, wie es im weiteren Verlauf gern wird, und da würde ich immer bevorzugt erst mal sozusagen minimalinvasiv drangehen und mir die meist nicht nötige größere Kelle für den Fall aufheben, dass das nicht reicht. Grundsätzlich ist natürlich immer die Frage, an wen man gerät, ob Podologe/Chirurg was taugt oder nicht. Auch deshalb würde ich erst mal zum Podologen gehen, weil das schlicht weniger Schaden anrichten kann und voraussichtlich auch völlig reicht.


    Wenns nicht reicht: Schneiden lassen kann man immer noch.


    Je nach Vereiterung und Geschick des Podologen kann es übrigens durchaus ein bisschen wehtun, bei mir war der Kleine dabei, und auf die spätere Frage des Kerls, ob ich tapfer gewesen sei, sagte er bedauernd: "Nee, nicht so besonders." Ein bisschen vor mich hingezischt hab ich nämlich, angenehm ist es nicht. Aber auszuhalten.

    Zitat

    Auf der einen Seite des Nagels ist es etwas dick und gerötet. Diese Stelle an der Seite des Zehs fühlt sich etwas taub an. Ich fühle zwar die Berührung aber eben ein bisschen wie eingeschlafen. Ist das normal bzw. kommt das von der Entzündung oder ist das was ernstes?

    Ist völlig normal. ;-) Du hast ein bisschen Probleme mit Hypochondrie, oder? Geh morgen hin, lass es anschauen, es klingt jedenfalls alles ganz und gar stinknormal. Und es klingt nach einer noch ganz leichten Entzündung, wenn Du noch anfassen kannst - wenn so was voll erblüht ist, tut sogar die Berührung eines über einem liegenden Bettlakens weh.

    Ich wollte auch keine Diskussion pro/contra Chirurg entfachen @:) nur mal anmerken,dass es durchaus auch gute Chirurgen und positive Erfahrungen gibt.


    Klar kann man's erst mit den weniger radikalen Mitteln probieren,nur wie gesagt wenn's nicht helfen sollte und sich die Entzündung danach noch wesentlich verschlimmert würde ich den Chirurg in Betracht ziehen.


    Da er ja sagt es ist noch nicht schlimm,würde ich auch erstmal alles andere probieren.

    Zitat

    Klar kann man's erst mit den weniger radikalen Mitteln probieren,nur wie gesagt wenn's nicht helfen sollte und sich die Entzündung danach noch wesentlich verschlimmert würde ich den Chirurg in Betracht ziehen.

    Ja, unbedingt. Und, wie Porzellanseele schrieb: Bei Diabetes auch direkt zum Arzt, da hat man dann beim Podologen auch gar nix verloren.