Pausenlos Migräne mit Aura, was tun?

    Hallo,


    ich hoffe, hier hat jemand einen guten Rat für mich. Mein Mann hat sein Leben lang Migräne mit Aura, in den letzten 10 Jahren aber maximal 3-4x im Jahr. In diesem Jahr wird es mittlerweile übler und übler – mittlerweile hat er schon zweimal die Woche Migräne. Dabei ist vor allen Dingen die Aura das Problem, die stundenlang anhält oder sich immer wieder wiederholt, der Zeitraum liegt zwischen 7 und 10 Stunden. Da sind die Kopfschmerzen dann richtiggehend eine Erleichterung.


    Wir haben den Lebensrhytmus schon umgestellt, machen alles sehr regelmäßig, die Ursache scheinen aber die Wetterumschwünge zu sein, gegen die man nun mal leider nichts machen kann.


    Nur – die Lebensqualität leidet enorm! Nicht nur die meines Mannes während der Migräne, sondern auch unsere gemeinsame. Wir können keine größeren Unternehmungen mehr planen, ständig müssen wir damit rechnen, dass er wieder Migräne bekommt und wir schnellstmöglich nach Hause müssen. Mehrere Unternehmungen mussten abgebrochen werden, teilweise haben wir Eintritte bezahlt und das Geld letztlich zum Fenster rausgeworfen, weil wir schnell wieder heim mussten. Die Migräne kommt völlig unvorhersehbar, manchmal hat er die ganze Woche das Gefühl, gleich geht es los, dann kommt nichts, und wenn wir uns dann wieder trauen, etwas zu unternehmen, muss es doch abgesagt oder abgebrochen werden.


    Hat irgendwer einen Rat – egal in welche Richtung? Er wird sich nächste Woche ärztlich beraten lassen, um eventuell doch mal prophylaktisch Medikamente zu nehmen. Aber die helfen ja auch nicht sofort. Wie kann sich unsere und seine Lebensqualität wieder verbessern?

  • 21 Antworten

    Hallo,


    während eines akuten Anfalls nimmt er Ibuprofen oder ASS gegen das Kopfweh, aber ein Mittel, das gegen die Aura hilft, gibt es ja leider nicht – und die ist das größte Problem.


    Und vor den Prophylaxe-Medikamenten ist er wegen seiner sonst seltenen Migräne zurückgeschreckt, das sind ja sehr heftige Mittelchen (Betablocker, Antidepressiva, Antikonepileptika...). Das würde er nun probieren, aber das hilft ja auch nicht sofort, zumal er erstmal langsam die Dosierung steigern und dann auch erstmal gucken müsste, ob es hilft... auf lange Sicht ist das bestimmt die einzige Lösung, aber die muss auch sehr gut überlegt sein. Und auf die Schnelle hilft es unserer Lebensqualität leider nicht, eher im Gegenteil.

    Triptane darf man auf keinen Fall während einer Aura nehmen, erst danach! Triptane wirken zusätzlich zur Aura noch gefäßverengend, das ist ziemlich gefährlich. Es brauchte auch bei uns einen Fachmann, der das erklären konnte...


    Die Ausfallerscheinungen sind Sehprobleme (blinde Flecken, zackige Linien), dann Sprachstörungen, dann Taubheit/Kribbeln, anschließend eine meistens links-halbseitige Lähmung der Arme. Währenddessen ist er oft verwirrt, orientiertungslos und panisch, seine linke Gesichtshälfte hängt. Panisch, weil auch Kehle und Brustkorb taub werden und er das Gefühl hat, keine Lust mehr zu bekommen.

    Nein, die Triptane würde ich auf KEINEN FALL ohne vorherige Absprache mit dem Arzt nehmen, selbst wenn sie rezeptfrei erhältlich sind!!! Wie Du selbst schon geschrieben hast, wirken die gefäßverengend und ich würde es nicht riskieren, die einfach mal "auf gut Glück" zu nehmen. Die darf man zum Beispiel auch bei Herzleiden oder so nicht nehmen


    => zum Neurologen und das mit dem besprechen!

    Wie gesagt, Triptane fallen raus. Mein Mann war mal in einer Kopfschmerzklinik und dort wurde ihm gesagt, die dürfe er keinesfalls nehmen. Dort wurde ihm ein Antiepileptikum empfohlen, aber damals war der Leidensdruck nicht hoch genug für so eine schwere Medikation.


    Der Termin steht, nun führt da wohl kein Weg mehr dran vorbei. Trotzdem meine Frage – kann man etwas tun, um jetzt die Lebensqualität wieder zu erhöhen?

    Fakt ist, bei einer richtigen fetten Migräne hilft kein ASS oder Ibuprofen oder dergleichen. Da muss ein vernünftiges Migränemittel ran.

    Zitat

    Und vor den Prophylaxe-Medikamenten ist er wegen seiner sonst seltenen Migräne zurückgeschreckt, das sind ja sehr heftige Mittelchen (Betablocker,Antidepressiva

    Ich bin auch Migräne-Patientin und habe die Antidepressiva abgelehnt, die mir meine 1. Neurologin empfohlen hat. Ich habe eine andere aufgesucht, und die hat mir Betablocker verordnet. Ich empfinde die Betablocker jetzt nicht als "sehr heftig". ":/


    Wenn man unter Migräne leidet müssen viele Faktoren untersucht werden. Ich war u. a. in der Schlaganfallambulanz im KH, beim Augenarzt usw.


    Ist dein Mann bei einem Neurologen in Behandlung? Wurde er gründlichst untersucht?