schon wieder Krankmeldung

    Hallo,


    also ich habe da ein Problem mit meinem Gewissen, das ist ziemlich kompliziert und ich brauche ein wenig Beistand:


    Ich habe mich innerhalb kurzer Zeit dreimal krank melden müssen. Man muss dazu sagen, dass bei uns im Betrieb die Arbeit zumindest am ersten Krankheitstag von den anderen dann mitgetragen werden muss............ich arbeite auch körperlich (für meine Empfindung) recht hart und bin schon Anfang Vierzig.


    Die erste Geschichte war eine Zahn-OP, die legte ich extra nachmittags vor meinen freien Tag (den ich dann zur Erholung gebraucht hätte), natürlich hat das nicht so funktioniert mit den Terminen in der chir. Praxis und ich habe es nicht mehr bis dorthin gepackt. Also brach ich freitags die Arbeit ab, bin zur "NotOP" und war dann samstags krank geschrieben. (Samstag ist bei uns Großkampftag). Kurz darauf bekam ich nach einem einwöchigen Urlaub plötzlich Fieber und Bronchitis und bin zum Hausarzt. Der sagte Virus und 5 Tage daheim bleiben; es wurde aber schlimmer und ich musste noch eine weitere Woche krank machen. Da stieg bei mir schon die Angst, diesen Winter könnte noch mal was kommen................bei uns ist es so, dass man als Mensch wenig zählt und die Leistung auch arg darüber definiert wird, wie viele Anwesenheitstage man hat (am freien Tag kommen klasse usw...........krank sein buh..........) irgend wie übernehme ich das dann auch und denke, ich bin für die Arbeit nun nicht mehr geeignet oder entspreche einfach nicht mehr den Anforderungen. ................es kam, wie es kommen muss: An Heilig Abend bekam ich Fieber, erster Feiertag zum HNO Bereitschaftsdienst; eitrige Mandelentzündung und schon wieder krank. Als ich heute morgen anrief, war der Teamleiter gar nicht mehr so freundlich..........als würde ich das extra machen. Jetzt quäle ich mich hin und her und glaube nix mehr wert zu sein und habe zudem Angst, meine Arbeit zu verlieren.................ich hatte Anfang 2011 schon mal 14 Krankentage wegen Angina, 2009 eine fiebrige Bronchitis und auch 10 Tage, dazu noch Anfang 2010 ein Infekt mit ca 5 Fehltage, davor kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber schon fast jedes Jahr eine fette Erkältung mit ca 1 Woche Fehlzeit.


    Jetzt wollte ich mal fragen, habt ihr auch solche Fehlzeiten (klar, wenn man eine ernsthafte Krankheit hat sind es mehr) und wenn ja auch ein schlechtes Gewissen deshalb?


    Danke, Gruß,


    kuller

  • 14 Antworten

    Ja, hatte auch schon ein schlechtes Gewissen. Aber das ist natürlich Schwachsinn. Wenn Du krank bist, bist Du krank! und ohne in blindwütige Kapitalismuskritik zu verfallen: Kann ja wohl nicht wahr sein, dass unser Sytem und unsere bürgerliche Erziehung / gesellschaftliche Prägung uns dazu verleiten, unseren Körper zu schinden, wenn man krank ist und das definitiv nicht sein muss: Jeder und jede ist ersetzbar. Und wenn er das kurzfristig nicht ist, dann bist nicht du schuld daran, sondern die Strukturen auf Deiner Arbeit.


    Also: Bleib zu Hause und nimm Deine Krankheit als Ansporn an Deiner "mentalen Verfassung" zu arbeiten. Das schlechte Gewissen einfach aushalten, dann wirds besser. :-)

    Was für ein krankes System wir doch haben. Jeder Mensch wird einmal krank. Wir sind keine Roboter. Wir werden nun einmal krank, vor allem dann wenn wir uns Stress deswegen machen.


    Ich bleibe zu Hause wenn ich wirklich krank bin und damit meine ich Fieber und Ähnliches was mich ausknockt. Ich habe kein schlechtes Gewissen mehr wenn ich krank zu Hause bleibe und lasse mir auch kein schlechtes Gewissen einreden.


    Und bei dir ist jetzt auch so. Du bist nun einmal richtig krank. Daran lässt sich nichts rütteln. Du solltest vielleicht über einen Wechsel der Arbeitsstelle nachdenken. Das ist doch kein entspanntes Arbeitsklima. :(v

    Ich bin grundsätzlich nicht so oft krank, aber manchmal kommt es halt dicke...Solange man nicht "krankfeiert", sondern wirklich krank ist, braucht man sich nicht schlecht fühlen...macht man trotzdem, ich kenne das ja auch, aber man ist ja nicht mit Absicht krank...


    Ich habe in diesem Jahr einmal 10, einmal 14 Wochen gefehlt (2 OPs)...das erfreut keinen Chef, aber tauschen möchte dann ja auch Keiner...


    Gute Besserung! @:)

    Zitat

    Jetzt wollte ich mal fragen, habt ihr auch solche Fehlzeiten (klar, wenn man eine ernsthafte Krankheit hat sind es mehr) und wenn ja auch ein schlechtes Gewissen deshalb?

    Ich hatte bis vor meiner Schwangerschaft zwar nur wenig Fehlzeiten, aber trotzdem jedes mal ein schrecklich schlechtes Gewissen, wenn ich mich krankmelden musste... Auch momentan bin ich krankgeschrieben, habe damit allerdings abgeschlossen, weil ich nicht mehr in meinen Betrieb zurückkehren werde. Bei uns war es üblich, dass man ziemlich blöd angemacht wurde, wenn man sich krankgemeldet hat. Noch ein Grund mehr, warum ich es gehasst habe, dann dort anzurufen :|N ich hab echt schon heulend Zuhause gehockt nach solchen Anrufen. Und das sollte eigentlich kein Zustand sein...


    Zumal ich in der Gastronomie gearbeitet habe und es nicht nur menschlich sondern auch hygienisch abartig finde (von der Gesetzeslage mal ganz abgesehen), wenn man dafür angemacht wird, dass man nicht mit Magen-Darm-Grippe und grippalem Infekt arbeiten kommt >:(

    ja, ihr Beide habt ja Recht; es ist mir schon klar, dass wir Menschen sind, aber Tatsache ist auch, dass unser Leistungssystem und ganz schon ausmergeln kann. Dafür ist natürlich die Persönlichkeitsstruktur des Einzelnen auch noch relevant; wenn man weniger Selbstwertgefühl hat, schwächelt man noch mehr unter dem Druck als jemand, der stark und selbstsicher sich seiner Rechte (auch die moralischen) als Mensch bewusst ist. Aber trotzdem nagt das schlechte Gewissen; momentan ist meine Situation grenzwertig; ich habe wegen der Angina AB bekommen, das sehr sehr gut geholfen hat und bin heute fieberfrei. Im Prinzip könnte ich morgen wieder gehen..........o.k. da ich nun mal seit Dienstag bis Sonntag krank geschrieben war und ich auch schon Bescheid gegeben habe, geht das nicht mehr bzw. wäre seltsam.


    Die Arbeitsstelle wechseln geht nicht, kann sonst nix..............


    danke für eure Antworten!!!!!!


    Gruß

    Na ja seit deiner Mandelentzündung sind inzwischen 3 Tage vergangen. Wie lange bist du denn krank geschrieben und vor allem wie fühlst du dich?


    Wenn du dich nicht fit genug fühlst um deiner Arbeit wieder nachzugehen dann bleibe Zuhause. Bist du wieder richtig fit dann ab auf Arbeit. Allerdings wäre ich etwas vorsichtiger als sonst. Wer weiß wie eine Unfallkasse reagieren würde, würdest du während der AU arbeiten und dir was passieren.


    Ansonsten ist es ganz ehrlich ja auch nicht so schlecht zu verstehen, das dein Arbeitgeber es nicht so prickelnd findet das du momentan ständig ausfällst.


    Ansonsten wer "wirklich" krank ist, ist krank und bleibt Zuhause. Wem es schon vor Ablauf der AU wieder deutlich besser geht, kann versuchen zu arbeiten.

    @ katharina-die-große

    oh je.............ich habe zwar nicht geheult nach den Anrufen, aber heute Nacht fast nicht geschlafen vor lauter Angst. Na gut, dass du die Stelle wechselst...........Gastronomie und Infekte ist natürlich wirklich unhygienisch...........


    @77ergreis...........oh Herzschrittmacher OP...........

    @ Schmidti70

    ja, du schreibst es; man braucht kein schlechtes Gewissen haben, solange man nicht krank feiert.........................bei mir ist es (fühle ich) grenzwertig momentan. Klar, wenn ich mit dem Eimer die Nacht auf´m Klo verbringe, dann bin ich einfach nur froh, wenn es wieder besser geht und habe auch kein schlechtes Gewissen.

    Ehrlich gesagt würde ich an Deiner Stelle bis Sonntag zu Hause bleiben und das richtig auskurieren...auch wenn Du Dich jetzt besser fühlst...den Körper schlaucht das auch mit ABs und so und die Gefahr, dass Du dann gleich wieder "umfällst" ist defintiv größer!


    Schon Dich mal noch, dann kannst Du nächste Woche wieder richtig durchstarten!!!

    sorry, die Beiträge haben sich überschnitten;

    @ Happy Banana nee,

    das geht nicht, vor Ablauf der AU arbeiten gehen ist schon komisch. Ich weiß nicht, wie das auch versicherungstechnisch ist, außerdem planen "unsere" das Personal wochenweise und wenn ich morgen finde, dass es mir wieder gut geht, da sitzt der arme Vertreter dort und soll wieder heim..............also das macht bei uns niemand.


    Sitzend auf dem Stuhl fühle ich mich gut, das Fieber ist weg, aber wie gesagt ich muss körperlich arbeiten und da sieht es manchmal so aus, dass ich es erst beurteilen kann wie fit ich bin, während der Arbeit.


    Gruß

    bei mir leider nicht, bin über 40 und in einem Beamtenverhältnis. Ich muss damit leben und wenn ich der Arbeit nicht mehr gewachsen bin...........gibt es nur den Weg in den Vorruhestand.


    Heute morgen als ich angerufen habe, dass ich wieder komme am Montag, hat man mir mitgeteilt, dass ich dann eben die Arbeit vom Samstag mitmachen muss............das ist eigentlich die Höchststrafe............o.k. ich kann jetzt hier nicht ins Detail gehen was es genau ist........., aber ich bin enttäuscht, das so wenig Mitmenschlichkeit da ist...........werde ich wohl auch zum Einzelkämpfer werden müssen............ich habe auch meine Krankheit nicht provoziert.......


    danke fürs Lesen,


    Gruß