Seit 2 Jahren krank. Arzt ratlos.

    Hallo,

    Ich bin mittlerweile sehr verzweifelt. Ich bin 23 Jahre alt und seit 2 Jahren zu 70% meiner Zeit krank. Darunter sehr viele bettlägrige Phasen. Sorry für den folgenden sehr ausführlichen Bericht. Vielleicht habt ihr noch eine Idee.


    Allgemeine Information über mich:

    - 183cm groß

    - 77Kg schwer


    VOR den gesundheitlichen Problemen (im Jahr 2017):

    - 2x wöchentlich war ich im Fitnessstudio und habe Krafttraining gemacht.

    - 1x die Woche habe ich mit einem Personaltrainer Cardio und Kraftraining gemacht

    - Ich wurde ab und zu krank (leicht überdurchschnittlich), jedoch hatte ich in meinem

    Ausbildungsbetrieb die geringsten Krankheitstage von allen 8 Mitarbeitern.

    - Am Wochenende war ich fast immer im Nachtleben unterwegs mit Alkohol und Zigaretten

    (Ich rauche nur, wenn ich Alkohol trinke, also am Wochenende. Unter der Woche, oder an

    Wochenenden, an denen ich arbeiten muss trinke ich keinen Alkohol)

    - Ernährung war okay. Nicht super, aber auch nicht super schlecht. (Auf den Kraftsport

    abgestimmt, viel Fleisch, ab und zu Fast Food.


    Symptome bei bettlägrigen Phasen:
    - selten Fieber

    - Fiebegergefühl

    - Schwäche

    - Müdigkeit

    - manchmal Kopfschmerzen / meist auf der rechten Gesichtshälfte über/unter/neben dem

    Auge


    Symptome bei nicht bettlägrigen Phasen:
    - leichtes frösteln

    - Müdigkeit

    - leichtes Nebenhöhlendrücken auf der rechten Gesichtsseite über/unter/neben dem Auge

    - gerädert

    - ständig schmerzende Fieberbläschen auf der Zunge

    - ich schwitze schnell bei körperlicher aktivität


    Bisherige medizinische Versuche und Erkentnisse:

    - HIV Test (negativ)

    - großes Blutbild (keine Auffälligkeiten bis auf leicht erhöhte Entzündungswerte)

    - Untersuchung der Nebenhöhlen (keine Aufälligkeiten)

    - CT der Nebenhöhlen (keine Aufälligkeiten)

    - Akupunktur und chinesische Kräutertees (bis dato 1x pro Woche, bisher keine

    Veränderung dadurch)

    - Vitamin D Test (warte auf Ergebnis)

    - Eisen Test (warte auf Ergebnis)


    Meine persönlichen Auffälligkeiten:
    - Oft werde ich nach Sport bettlägrig krank oder habe Krankheitssymptome



    Zeitlicher Ablauf der Krankheit inkl. besonderer Lebensumstände und Eckdaten:


    Januar-März 2018
    Im Januar 2018 war ich mit 2 Freunden für 4 Tage in Manchester im Urlaub. Es war ein reiner Saufurlaub. Schon auf dem Hinflug bemerkte ich, dass ich irgendwie schlapp war und mich nicht sonderlich gut fühlte. Als wir dann 6 Stunden später in unserem Hotel waren, ging es mir nicht gut. Ich hatte Fiebergefühl, Schlappheit und fröstelte. Aus dem Grund blieb ich diese Nacht im Hotel.


    Am nächsten Tag ging es mir nicht besser. Meine Freunde beschwerten sich bei mir, denn sie wollten mit mir die Nacht unsicher machen. Den Tag blieb ich wieder alleine im Hotel. Meine Freunde besorgten mir in der Stadt Medikamente. Irgendein Grippetee mit über 1000mg Paracetamol.


    Mir ging es abends ziemlich beschissen und ich trank diesen Grippetee. Trotzdem ging es mir nicht gut und ich einigte mich mit meinen Freunden darauf wenigstens auf ein Bier mit in die Hotelbar zu gehen. Also trank ich ein Bier in der Hotelbar und meine Freunde schafften es mich zu überreden noch auf ein Bier in eine Bar auf der anderen Straßenseite zu gehen.


    Die Mischung aus den Grippemedikamenten und dem Alkohol führte dazu, dass ich mich besser fühlte. Und so beschloss ich mich die komplette Partynacht mitzumachen. Wir waren in unzähligen Bars. Draußen hatte es Minusgrade und wir liefen mit leichten Jacken die ganze Nacht durch die Gegend. Doch ich konnte die Kälte nicht wirklich spüren. Mir ging es blendend und ich dachte garnicht mehr daran, dass ich ein paar Stunden vorher völlig kaputt im Hotelzimmer im Bett lag.


    Am nächsten Tag wachte ich auf und mir ging es super. Keine Krankheitssymptome. Ich habe mich also gesund gesoffen. Das ganze freute mich und ich hinterfragte es nicht. Also zog ich auch die nächsten 2 Nächte mit meinen Freunden durch die Stadt und trank viel Alkohol.


    2 Tage später war ich wieder zuhause. Und dann ging es wieder los. Ich bekam etwas Fieber, hatte ein frösteln und fühlte mich scheisse. Ich dachte mir, dass ich die Krankheit in Manchester einfach ein bisschen aufgeschoben hatte und ruhte mich diesmal auch gut aus. Gut eine Woche war ich krank.


    Ich wurde wieder fitter und ich freute mich auf die Faschingszeit, die genau bevorstand. Jedoch wurde ich ein paar Tage nach meiner Krankheit wieder krank. Wieder Fiebergefühl, frösteln und extreme Abgeschlagenheit. Wieder versuchte ich es bestmöglich auszukurieren. Wieder wurde ich nach einer Woche Ruhe fitter. In dieser Zeit hörte ich auch mit dem Sport auf. Vorher war ich 2 mal wöchentlich im Fitnessstudio beim Krafttraining und 1 mal pro Woche bei einem Personaltrainer beim Cardio und Krafttraining.


    Jedoch wurde ich nicht richtig fit. Ich war zwar wieder so gesund, dass ich das Haus verlassen konnte, jedoch war ich nach einigen Stunden außer Haus wieder so fertig, dass ich nur noch ins Bett wollte. Ich hatte ein drücken in den nebenhöhlen, leichtes frösteln und ein gefühl der abgeschlagenheit. Manchmal wachte ich morgens auf und mir ging es super. dann war ich ein paar stunden aktiv unterwegs und die Symptome fingen wieder an. Das ganze erstreckte sich über einen langen Zeitraum von ca. 2 Monaten. Ich traf mich oft mit meinen Freunden und ging dann wieder früh nach Hause, weil die Symptome plötzlich auftraten und ich mich nicht mehr gut fühlte. Ich verzichtete aus diesem Grund auch komplett auf Alkohol um meinem Körper nicht mehr zu schaden.



    April-Juni 2018

    Nach einem gewissen Zeitraum von Monaten wurde es wieder besser und ich fing an mich wieder super zu fühlen. Doch das hielt nur einen Monat an. Dann wurde ich wieder richtig krank. Fierbergefühl, frösteln, extreme Abgeschlagenheit. Ich lag wieder eine Woche im Bett. Und wieder wurde ich danach fitter aber nicht ganz gesund. Die gleichen Symptome wie schon früher wiederholten sich. Ich wollte mich nicht einschränken lassen und versuchte meinen Alltag trotzdem weiterzuführen. Ich trank also trotzdem ab und zu Alkohol und dabei gab es immer einen komischen Effekt. Wenn ich viel Alkohol trank, also so viel, dass ich gut angetrunken war, verschwanden meine Krankheitssymptome und mir ging es super. Selbst am Tag danach ging es mir oft gut. Erst wieder einen Tag später, fingen die Symptome dann wieder an.


    Meinen Arbeitsalltag schränkte mein Gesundheitsszustand ziemlich ein. Ich wachte morgens oft sehr gerädert auf und quälte mich zur Arbeit. Auf der Arbeit war ich so müde und abgeschlagen, dass ich mich kaum mehr einbrachte. Ich war im letzten Jahr meiner Ausbildung und stand kurz vor den Abschlusspüfungen.



    Nach einiger Zeit hatte ich ein Gespräch mit meinem Chef über eine mögliche Übernahme nach der Ausbildung. Und er lehnte sie ab, weil es ihm nicht gefiel wie müde und kaputt ich immer beim Montagsmeeting wirke und dass ich ja am Wochenende so viel saufen würde, dass es meine Arbeitsqualität einschränken würde. Zu diesem Zeitpunkt trank ich aber kaum Alkohol. In den Ausbildungsjahren davor war ich fast jedes Wochenende im Nachtleben unterwegs mit meinen Freunden und war unter der Woche nie beeinträchtigt von meinen Eskapaden.


    Das ganze fing dann an auf meine Psyche zu schlagen. Durch die fehlende Leistung und meinem schlechten Zustand wurde ich selber auch unzufrieden mit mir. Durch die lange Zeit, die ich immer wieder bettlägrig war, kam ich zusätzlich viel ins Grübeln, da ich sonst nichts zu tun hatte. Der Druck der kommenden Abschlussprüfungen kam dazu. Ich wusste nicht, wie ich das alles schaffen sollte und hatte einen kleinen psychischen Zusammenbruch. Panikattacken und depressive Stimmungen kamen dazu. Diese verliefen aber wieder im Sand in den nachfolgenden Monaten.



    Juni 2018

    Ich bestand im Sommer 2018 unter biegen und brechen meine Abschlussprüfung. Ich wurde nicht übernommen aus Gründen meines gesundheitlichen Zustands.



    Juli-August 2018

    Im Sommer gab es dann wieder eine Zeit, in der es mir super ging. Keine körperlichen Symptome. Ich ging auf Festivals, in den Urlaub und dabei ging es mir gut. Ich fing einen Minijob an um mich über Wasser zu halten. Als Essenslieferant auf dem Fahrrad.





    September-November 2018

    Im September 2018, wurde ich wieder krank. Wieder zog es sich und ich fiel gut 2 Wochen aus. Diesmal zog sich die Krankheit zum Glück nicht so lange nach.



    Dezember 2018

    Im Dezember 2018 arbeitete ich für einen Monat hart körperlich in einem Logistiklager und belud jeden Tag LKWs. Auch das steckte ich gut weg.


    Januar 2019

    Im Januar 2019 arbeitete ich im Media Markt an einem Schalter. Da wurde ich wieder krank. Und die Krankheit zog sich wieder. Ich war wieder über 1,5 Wochen komplett krank, dann wieder eine Woche gesund und dann wieder über eine Woche krank.



    Februar-Mai 2019

    Im Februar 2019 fing ich an als Festangestellter in der Marketingfirma eines Freundes zu arbeiten. Vor Arbeitsbeginn flog ich wieder für 4 Tage mit Freunden in den Urlaub nach Marrakesch. Und wieder gab es das gleiche Spiel. Ich wurde im Urlaub schon krank. ich kam zurück und war wieder über eine Woche bettlägrig.


    Die Symptome verschwanden wieder nicht ganz und das ganze zog sich wieder über ein paar Monate. Die Marketingfirma, in der ich angestellt war, ging pleite und ich machte mich im Mai 2019 selbstständig.



    Genauso zieht sich meine Krankheit auch weiter bis heute.. Ich bin seit 14 Tagen bettlägrig und habe dieses jahr schon über 4 Wochen im Bett verbracht.


    Vielen Dank für das durchlesen meines Problems. Ihr seid meine Helden :)

  • 65 Antworten
    Meister_Jannik schrieb:

    Ich bin mittlerweile sehr verzweifelt. Ich bin 23 Jahre alt und seit 2 Jahren zu 70% meiner Zeit krank. Darunter sehr viele bettlägrige Phasen.

    hast du Depressionen?

    Hyperion schrieb:
    Meister_Jannik schrieb:

    Ich bin mittlerweile sehr verzweifelt. Ich bin 23 Jahre alt und seit 2 Jahren zu 70% meiner Zeit krank. Darunter sehr viele bettlägrige Phasen.

    hast du Depressionen?

    War auch mein erster Gedanke!


    Eine Depression hat viele Gesichter.

    SandyErgo schrieb:
    Hyperion schrieb:
    Meister_Jannik schrieb:

    Ich bin mittlerweile sehr verzweifelt. Ich bin 23 Jahre alt und seit 2 Jahren zu 70% meiner Zeit krank. Darunter sehr viele bettlägrige Phasen.

    hast du Depressionen?

    War auch mein erster Gedanke!


    Eine Depression hat viele Gesichter.

    Nein überhaupt nicht. Klar, ich habe Phasen in denen es mir mal schlechter geht, wie jeder andere Mensch auch.

    Aber ich bin eine sehr positive Person. Gerade bei gutem Wetter quält es mich zuhause im Bett zu liegen. Da will ich am liebsten raus zu meinen Freunden und mit denen Dinge erleben.

    Ich liebe es Sport zu machen, mich auszupowern, soziale Kontakte zu knüpfen und mich mit vielen Menschen zu umgeben.

    Das ist durch meine Krankheiten aber nur sehr begrenzt möglich. Es ist also eher so, dass ich aufgrund der Krankheit psychisch belastet bin und nicht aufgrund psychischer Belastung krank bin.

    Auch ist meine Mutter Psychologin und mit ihr habe ich ein gutes und offenes Verhältnis. Sie ist sich auch sicher, dass es nicht psychischer Natur ist.

    Meister_Jannik schrieb:

    Aber ich bin eine sehr positive Person.

    Das heisst nix. Auch die können depressiv sein.



    Meister_Jannik schrieb:

    Auch ist meine Mutter Psychologin

    Sie ist da sicherlich befangen und nicht neutral um das zu bewerten. Das sollte wirklich ein außenstehender einmal checken.


    Ich würde vorschlagen das du mit deinem Hausarzt sprichst und das du zu einem Facharzt für Psychiatrie gehst zur weiteren Diagnostik.


    Es schadet nicht wenn du das abklären lässt.

    Hyperion schrieb:

    Sie ist da sicherlich befangen und nicht neutral um das zu bewerten. Das sollte wirklich ein außenstehender einmal checken.


    Ich würde vorschlagen das du mit deinem Hausarzt sprichst und das du zu einem Facharzt für Psychiatrie gehst zur weiteren Diagnostik.


    Es schadet nicht wenn du das abklären lässt.

    Ich halte das ganze für sehr unwahrscheinlich. Aber da ich selber mittlerweile an einem Punkt angekommen bin, an dem ich nach jedem Strohhalm greife, werde ich das tun.

    Am Montag habe ich sowieso einen Termin zu einer weiteren Blutentnahme und Ultraschalluntersuchung meiner Organe, da frag ich ihn mal danach.

    Was ist mit den ganzen Vitaminen und Mineralien außer Eisen und Vitamin D? Wurde da Mal komplett danach geschaut?

    Was ist mit rheumatischen Erkrankungen?

    blöde frage, aber kann es sein, dass du entzugserscheinungen hast?

    von irgendeinem sportmedi oder nahrungsergänzung oder brauchst Du doch mehr alkohol, als du denkst?