Unentdeckte Erkrankung oder alles nur Einbildung?

    Ich hatte zwar früher auch viele Infekte, als Kind meistens Mittelohrenentzündung und im Jugendalter folgte häufig Anginen bzw. angina-ähnliche Halsschmerzen und Nasennebenhöhlenentzündungen.


    Aber so richtig angefangen hat alles letztes Jahr. Im November wurde ich wegen Gonorrhoe mit Antibiotika behandelt, Symptome verschwanden allle und HIV-/Syphilistest waren negativ. Seit Dezember leide ich nun unter chronisch vergrößerten sehr schmerzhaften Lymphknoten (<1cm), Ultraschall war unaufällig. Zudem wurde ein Allergietest durchgeführt, der nicht anschlug. Im Januar hatte ich eine beidseitige Myalgie der Oberschenkel (ohne ersichtliche Ursache), Gelenkschmerzen und petechiale Einblutungen (keine äußere Einwirkung, Thrombozytenwert in Ordnung, keine Medikamenteneinnahme) an Füßen, Armen und dem Oberkörper (Bauch, Hüfte). Hinzu kamen Allgemeinsymptome wie Schwindel, Unwohlsein, Benommenheit und Schüttelfrost. Im Frühjahr folgten dann wieder Atemwegsinfekte, die mit Antibiotika behandelt wurden, brachte nichts, worauf erst der Entzündunswert untersucht und ein Abstrich gemacht wurde. Es war alles in Ordnung und laut Arzt wohl viral und ich müsse einfach warten. Im April dann Hautpilz und Feigwarzen, der Pilz war etwas hartknäckig, aber ließ sich behandeln, jedoch halten sich die Feigwarzen trotz Aldara-Behandlung, welche ich aufgrund der sehr starken Nebenwirkungen (trotz langsamem Wirkungseintritt) leider abbrechen musste - sind nicht viele, jedoch wird wahrscheinlich eine Op notwendig sein. Seit Anfang des Jahres bin ich durchgehend erkältet, seit der Aldara-Behandlung verschlimmerte sich dies noch ... Sinusitis, Bronchitis, Entzündung des Gehörgangs, Rachenentzündung - entweder gleichzeitig oder eines wird besser, das nächste kommt. Besserung trat trotz Absetzen von Aldara nicht ein, ob ein Zusammenhang zwischen Aldara und dem Verschlimmern steht kann ich nicht beurteilen und die Ärzte kennen sich diesbezüglich auch nicht aus.


    Bald wird ein CT der NNH gemacht. Der derzeitige Infekt ist bisher nicht mit Antibiotika behandelt worden (kein erhöhter Entzündungswert, Erscheinungsbild eher viral), es erfolgte aber ein Abstrich, dessen Ergebnis Ende der Woche vorliegen müsste.


    Die Allgemeinsymptome sind auch geblieben, also Schwindel, ab und zu Gelenk- bzw. Muskelschmerzen, Raynaud-Syndrom (Ursache unbekannt), oft Schüttelfrost bzw. Hitzewallungen, schmerzhafte Lymphknotenschwellungen (im Hals, selten in der Leiste), petechiale Einblutungen. Meistens treten diese Symptome spontan gleichzeitig auf, verschwinden dann langsam wieder, aber fühle mich danach eine Weile noch geschwächt. Dazu kommen noch Hautekzeme und Kopfschmerzen (nicht kategoresiert, aber wohl Richtung Spannungskopfschmerzen mit teilweiser Photosensibilität, selten auch Lärm). Zudem entwickle ich bei Hitze bzw. Sonneneinstrahlung nach sehr kurzer Zeit Druckkopfschmerzen und Schwindel. Zudem verlor ich in den letzten zwei Wochen trotz eines normalen Essrythmus (habe ich beibehalten, trotz Appetitlosigkeit) 4 kg Gewicht.


    März: CMV-, EBV-Antikörper vorhanden, aber keine akute Infektion; AStaR-Antistaphylolysin 2,0 U/ml; Vitamin-D3 15 ug/l (wird behandelt, sollte sich gebessert haben)


    April: Neutrophile 0,26; segmentkernige Neutrophile 0,28; Lymphozyten 0,57; mikr. Eosinophile 0,10; mikr. Basophile 0,03 - alle anderen Werte des großen Blutbildes unauffällig, laut Arzt keine Aussage anhand der Werte möglich.


    Juni: alle Wert soweit normal (kleines Blutbild), Rheumafaktor steht noch aus


    Mittlerweile ist es sehr belastend und ich weiß nicht mehr weiter, denn ich lebe gesund (Ernährung, kein Alkohol, kein Nikotin, kein Koffein, Stressvermeidung, etc.) und habe wegen den Warzen versucht mein Immunsystem zu stärken (Zink, Selen, noch mehr Obst und Gemüse, positive Einstellung). Aber es hat nichts gebracht. Da ich schon wegen depressiven Episoden kurzzeitig in Behandlung war, scheinen es die Ärzte jetzt in diese Richtung lenken zu wollen. Die Symptome werden von den Ärzten zwar nicht abgestritten, aber entweder als von außen, normal oder als zu schmerzempfindlich abgetan bzw. ich werde mit 'Wird schon irgendwann besser' vertröstet.


    Ich habe nun überlegt, ob es tatsächlich eine psychische Komponente sein könnte. Dagegen spricht aber, dass seitdem ich Vitamin-D3 einnehme, sich mein psychisches Allgemeinbefinden gebessert/normalisiert hat. Andererseits steigere ich mich zu sehr in Dinge hinein und habe einen leichten Kontrollzwang, was eher wieder dafür sprechen könnte. Ich wäre auch bereit mich diesbezüglich behandeln zu lassen (sofern überhaupt Therapieplätze frei sind, wohl eher nicht), sofern ich weiß, dass es tatsächlich keine körperliche Ursache gibt. Aber die Anzahl der Infekte bzw. die Chronifizierung verunsichert mich etwas, habe auch eine Überweisung zu einem Immunologen erhalten, jedoch hat die Ärztin auf der Überweisung 'AWDP' vermerkt, obwohl es ihr eigener Vorschlag war und keine Forderung von mir.


    Gibt es bezüglich dem AWDP Probleme beim Arzt, notfalls würde ich die Untersuchungen auch selbst bezahlen. Ganz objektiv betrachtet, ist es sinnvoll, diese Untersuchung (ob nun über KK oder privat) wahrzunehmen bei den oben geschilderten Symptomen? Kann man sich selbst unbewusst (nachts) petechiale Blutungen zufügen (verteilt am ganzen Körper) ohne es zu merken? Andererseits Symptome einbilden (oder eben ausbilden), welche auch von anderen Menschen und sogar den Ärzten wahrgenommen werden? Wenn ich nach meinem Befinden gehe und der objektiv vorhandenen Symptome, dann stimmt etwas nicht in mir, aber möglicherweise steigere ich mich auch nur rein, wie die Ärztin meint. Ich weiß echt nicht mehr weiter.


    Würde mich freuen eure Meinung zu hören und ggf. Ratschläge zu erhalten.

  • 4 Antworten

    Die Ärzte sollten die ANA(antinukleäre Antikörper) testen. Gelenkschmerzen und Raynaud-Syndrom plus diverser unerklärlicher Symtome findet man häufig bei den Kollagenosen. Zuviel Sonne meiden, denn eine Lichtempfindlichkeit ist ja auch vorhanden. Diese kann die Erkrankung Triggern und Schübe auslösen oder vorhandene verstärken. Der internistische Rheumatologe ist dafür zuständig.

    wann wurde denn die erkrankung, also die gonorrhoe diagnostiziert? in welchem zeitraum nach ansteckung, oder warst du symptomfrei und es war ein zufallsbefund? eine zu spät entdeckte und behandelte gonorrhoe kann eine gonokokkensepsis nach sich ziehen, zu welcher einige deiner symptome wunderbar passen.


    "In sehr seltenen Fällen erfolgt eine Ausbreitung auf den gesamten Körper. Hier spricht der Mediziner von einer Gonokokkensepsis. In diesem Fall kommt es zu Gelenkentzündungen, charakteristischen Hautauschlägen mit roten vesiko-papulösen Läsionen, Fieber und Schüttelfrost. Leider treten in den letzten Jahren häufiger antibiotikaresistente Gonokokken-Stämme aus Asien und Afrika auf, wodurch die Behandlung erschwert wird."


    zb... einfach mal google bedienen.