Antibiotika der Gruppe Fluorchinolone nur bei lebensgefährlichen Erkrankungen - EU schränkt Nutzung ein

    Aus aktuellem Anlass zur Info, und weil diese Antibiotika immer noch leicht fertig verschrieben werden.


    Meinem Partner wurde letztes Jahr Ciprofloxacin verschrieben, und eben lese ich im Forum dass es wieder jemand verschrieben bekommen hat.


    Die Nutzung dieser Stoffgruppe wurde seitens der EU eingeschränkt.

    Diese sollen nur noch bei lebensgefährlichen Erkrankung and bei denen kein anderes Antibiotikum greift eingesetzt werden. Der Grund dafür sind schwere Nebenwirkungen welche auch nach Absätzen des Medikamentes nicht mehr rückgängig zu machen bzw. heilbar sind.



    Ärzte sind leider - s.o. - oft nicht informiert beziehungsweise nicht auf dem Laufenden.

  • 21 Antworten

    Aus Interesse, weißt du, ob das nur für die Orale Aufnahme gilt?

    Ich hatte zBsp nämlich mal Ohrentropfen, die Ciprofloxacin beinhalteten und da sie lokal angewendet wurden, hielten sich eben auch die Nebenwirkungen in Grenzen (hatte garkeine) und man konnte dann eben lokal dosieren und musste nicht den ganzen Körper auf diesen Stoff setzen.

    1)Durch eine oberflächlich-lokale ("topische") Anwendung erzeugt man im Gesamt-Organismus nicht die Konzentration des Wirkstoffs. Wer allerdings gegen quasi homöopathische Dosen sozusagen allergisch wäre, der könnte auch mit Ohren-Tropfen einen Schaden anrichten.

    2)Solange der Nutzen - (auch) bei systemischer Anwendung - viel größer als der Schaden ist, wird diese Stoffgruppe nicht zurückgezogen werden - es sei denn, es werden Nachfolge-Antibiotika entwickelt, welche ein besseres Nutzen/Schaden-Verhältnis beweisen UND dabei noch bezahlbar sind...

    Ich habe mal wegen einer Nebenhoden-Entzündung 14 volle Tage Ciprofloxacin einnehmen müssen; ich hatte keine Neben-Wirkungen.

    3)Es gibt auch Unverträglichkeiten gegen Medikamente, welche direkt von Naturstoffen abgeleitet sind, z.B. die Salicylat-Intoleranz. Wer deswegen auf ein Verbot von Aspirin ruft, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

    Zitat

    Wer deswegen auf ein Verbot von Aspirin ruft, der glaubt auch an den Weihnachtsmann.

    %-|


    Thema verfehlt.


    Ich „rufe“ hier gar nichts.

    Und Motivation bewusst, dass viele Medikamente Nebenwirkungen haben.

    Dies ist jedoch ein Spezialfall.


    Ich gebe eine EU Verordnung weiter.


    Gefloxte Antibiotika bergen ein zu hohes Risiko, Und der Arzt, der sie wegen so einer relativen Banalität wie eine Nasennebenhöhlenentzündung einsetzt, ist schlicht seiner Informations- und Weiterbildungspflicht nicht nachkommen.

    Bei diesen Medikamenten kann es einem einerseits ganz anders werden, wenn man von den negativen Erfahrungen liest. Auf der anderen Seite vertragen ca. 90 Prozent diese Medikamente ohne größere Nebenwirkungen.

    Viel wichtiger wäre zu wissen, warum solche schweren Nebenwirkungen auftreten können und warum andere davon verschont bleiben. Ein wichtiges Kriterium scheint der intrazelluläre Magnesiumspiegel zu sein. Wenn der zu niedrig ist, dann ist diese Medikament pures Gift, schon nach wenigen Tagen. Genauso sollten auch andere Vitamine und Mineralstoffe ausreichend vorhanden sein. Als z.B. mein Magnesiumspiegel zu niedrig gewesen ist, da waren auch alle anderen Nährstoffe im Grenzbereich. Und obwohl ich nie Magnesium eingenommen habe, ist dieser Spiegel wieder sehr gut, weil ich die fehlenden Nährstoffe wieder aufgefüllt habe. Diese Antibiotika können anscheinend dort massiv eingreifen, wo Magnesium fehlt oder wo dieser Stoffwechsel gestört ist, weil andere Nährstoffe fehlen. Wenn man die Nebenwirkungen von einem starken Magnesiummangel liest, dann kommt das diesem Medikament und seinen Nebenwirkungen recht nahe. Ist der Schaden erst einmal da, dann dauert es Monate, Jahre bis das evt. wieder weggeht. Aber ich habe auch schon von einem Mann gelesen, der das wieder wegbekommen hat, durch eine Fassienbehandlung und durch andere Maßnahmen.


    Ein Bekannter von mir hat vor einiger Zeit entsprechendes Medikament einnehmen müssen. Er hat es gut vertragen. Er hat aber auch einen guten intrazellulären Magnesiumspiegel gehabt. Genauso hat er einige andere Maßnahmen ergriffen, damit der Darm ect. in Ordnung bleiben. Hat funktioniert.


    Leider verschreiben Ärzte das recht häufig, aber ohne abzuchecken, wie es sonst um die körperliche Verfassung desjenigen steht. Ein geschwächter Stoffwechsel kann für diese Antibiotika ein Pulverfass sein.


    Und wer konventionelles Fleisch isst, derjenige nimmt ohnehin immer gewisse Mengen dieser Reserveantibiotikas zu sich. Je nach Stoffwechsel sollen sie sich anreichern können.

    Oh, meine Autokorrektur wollte wohl das Wort „Nebenhoden“ nicht schreiben, und wurde kreativ!


    Zitat

    Gefloxte Antibiotika bergen ein zu hohes Risiko, Und der Arzt, der sie wegen so einer relativen Banalität wie eine Nebenhodenentzündung einsetzt, ist schlicht seiner Informations- und Weiterbildungspflicht nicht nachkommen.


    Ansonsten bleibe ich bei dieser Aussage.

    Zitat

    Leider verschreiben Ärzte das recht häufig, aber ohne abzuchecken, wie es sonst um die körperliche Verfassung desjenigen steht. Ein geschwächter Stoffwechsel kann für diese Antibiotika ein Pulverfass sein.

    Genau darum ging es mir.


    Es gibt zig (!) Alternativen, die diese Risiken nicht bergen.


    Man muss selber aufpassen, wenn es der Arzt nicht tut.

    Kriegt ihr Cipro alle echt so hinterhergeworfen?

    Also ich bekomm ja immer Amoxicillin.... ":/Egal, was, wir probieren es immer damit. Hat selbst bei meiner Zahnfistel gut geholfen. Allerdings vertrage ich das auch ganz gut (bis auf Übelkeit....die ich aber "ertragen" kann)

    Bei Nebenhöhlenentzündungen ect. da gibt es Alternativen, genauso bei Harnwegsinfekten ect. aber bei so heiklen Sachen wie Prostataentzündungen oder Hodenentzündungen, die für normale Antibiotikas nur schwer zugänglich sind, da gibt es heutzutage keine Alternative. Wobei ich hier im Forum einmal den Bericht eines Mannes gelesen habe, der keine Antibiotikas nehmen durfte, wegen Allergien. Er hat dann durch eine Knoblauch-Zitronenkur und wiederum andere Maßnahmen, seine nachgewiesene, bakterielle Prostataentzündung komplett wegbekommen. Trotzdem ist das ein heikles Thema, denn nicht jede Entzündung ist gleich und manche schreiten auch schneller voran.

    Caramala 3 schrieb:

    Bei diesen Medikamenten kann es einem einerseits ganz anders werden, wenn man von den negativen Erfahrungen liest. Auf der anderen Seite vertragen ca. 90 Prozent diese Medikamente ohne größere Nebenwirkungen.

    Viel wichtiger wäre zu wissen, warum solche schweren Nebenwirkungen auftreten können und warum andere davon verschont bleiben. Ein wichtiges Kriterium scheint der intrazelluläre Magnesiumspiegel zu sein. Wenn der zu niedrig ist, dann ist diese Medikament pures Gift, schon nach wenigen Tagen. Genauso sollten auch andere Vitamine und Mineralstoffe ausreichend vorhanden sein.

    Hast du zu dieser Theorie irgendeinen Beleg? Ich kenne das nur von Leuten die ein QT Syndrom bekamen. Das dies eben durch einen Mangel provoziert wird.

    In der Familie meines Mannes haben einige schon sehr heftig auf Fluorchinolone reagiert. Muskelabbau ect. Der Arzt meint das liegt meist in den Genen.

    Was man so Beleg nennt, Tatjana. Deshalb habe ich auch "scheint" geschrieben. Aber ich gebe viel auf Erfahrungsberichte. Es steht dazu aber auch etwas im Ärzteblatt


    Deshalb einige Links dazu. Am besten gibt man in die Suchfunktion Magnesium ein. Dann wird man schnell fündig:


    http://www.p-e-g.org/publikationen/ctj/107_116.pdf


    https://www.aerzteblatt.de/arc…siken-von-Fluorchinolonen


    https://www.dcfh.de/magnesium-zu-ciprofloxacin/


    https://ciprohilfe.wordpress.c…nebenwirkungen-magnesium/

    Nebenwirkungen sind selten, sollten aber vor dem Verschreiben besprochen werden. Der Hauptgrund, aus dem man sie nicht ohne guten Grund verschreiben sollte, ist Resistenzentwicklung. Das trifft aber auf alle Antibiotika zu.