ESBL im Abszess nachgewiesen

    Hey, ich mach mir gerade mega den Kopf. Ich befinde mich aktuell bereits seit einer Woche im Krankenhaus und spreche natürlich auch offen mit den Ärzten. Diese sind nun aber heute nicht mehr groß anzutreffen - erst morgen zur Visite wieder.


    Wie dem auch sei...


    Vorgeschichte:

    Ich bin seit Anfang des Monats erkrankt. Hatte zunächst Grippeähnliche Symptome und eitrigen Ausfluss. Ich hatte ungeschützten Geschlechtsverkehr (bin Homosexuell und HIV-Positiv, in Therapie / unter Nachweisgrenze). Ich bin daraufhin zum Arzt und sprach auch den Ausfluss an; sofort wurde ein Abstrich gemacht und ich erhielt eine Infusion sowie Azithromycin 500g - 3 Tabletten, die ich alle auf einmal einnehmen sollte.


    Zwei Tage später waren die Ergebnisse vom Abstrich da: Ich hatte zwei verschiedene Chlamydien-Infektionen von denen eine eine Proktitis verursacht, sowie eine recht frische Syphillis (was ja die Grippesymptome erklärte), also... erhielt ich einmal zwei Spritzen in die Pobacken und für die kommenden zwei Montage jeweils 3 Tabletten Azithromycin verschrieben.


    Nun wurde es jedoch nicht besser. Im Gegenteil: Ich bekam erneut Fieberschübe und litt. Schließlich hatte ich einen Harnverhalt - Notaufnahme und Katheter - und am Montag (Tag 10 meiner Krankheit) stellte ich eine Wölbung an meiner rechten Pobacke fest. Schnell diagnostizierte der Arzt: Ein Abszess. Ich muss sofort ins Krankenhaus... also... Sachen gepackt und hingefahren. Los ging's. Zunächst war im Ultraschall war im vermeintlichen Abszess keine Eiterblase oder dergleichen zu erkennen - ich wurde stationär aufgenommen und unter Antibiose und Beobachtung gestellt. Ich erhielt / erhalte Cefuroxim und Clindamycin. Man wollte schauen, ob sich das Fieber damit zurück entwickelt und auch das Abszess, wo sich vermeintlich noch kein Eiter gebildet hatte... am nächsten Tag schauten erneut Ärzte drauf, weil meine Entzündungswerte extrem hoch waren und ich in der Nacht 40 Grad Fieber hatte. Schließlich wurde schwer erkennbar doch etwas entdeckt und eine OP bevorzugt. Dazu wurde der Verdacht einer Fistel geäußert, da ich tagszuvor bereits weißen Stuhlgang hatte.


    Am Mittwoch, also einen Tag nach meiner Aufnahme im Krankenhaus wurde ich direkt abends noch operiert. Spinalanästhesie und bei Bewusstsein. Es war ein Hufeneisenförmiges Abszess vorhanden, was durch eine Fistel mit dem Enddarm verbunden war. Es wurden Schläuche gelegt, um diesen Abszessraum zu reinigen und der Eiter abgelassen, sowie die Fistel abgeschnürt... so habe ich es jedenfalls verstanden.


    Heute:

    Nun wurde weiter mit Cefuroxim und Clindamycin behandelt und ich blieb auf der Station. Doch nun die nächste Hiobsbotschaft - fünf Tage nach der OP waren Ergebnisse aus der Pathologie da. Bei der OP wurden Abstriche gemacht und hier wurde nun im Abszess ESBL nachgewiesen. Die Ärzte meinen, dass das eigentlich nicht weiter schlimm ist - trotzdem steh ich jetzt unter Isolation (Gefährdung anderer Patienten usw.)


    Laut dem Arzt sei der Keim jedoch nicht in meinem Blutsystem, sondern ausschließlich im Abszess vorhanden gewesen, was gut ist - da es mir sonst bedeutend schlechter gehen würde... Dazu hieß es, dass das Antibiotikum, was ich bekäme den Keim wohl mit abdecken würde und dieser zwar häufig starke Resistenzen aufweist, aber das nicht besorgniserregend sein soll erstmal... trotzdem mach ich mir jetzt den mega Kopf und recherchiere natürlich - ja das ist falsch - auch.


    Laut mehren Webseiten ist z.B. Cefuroxim unwirksam bei ESBL - auch Clindamycin scheint heir nicht bei den erfolgsversprechenden Antibiotika aufzutauchen. Allerdings gehen auch alle Internetseiten davon aus, dass der Keim eben im Blutsystem nachweisbar ist - was es bei mir bisher nicht ist - wobei ich mir da nicht so sicher bin, da nicht so oft Blut abgenommen wurde bisher. Aber dafür spricht ja wirklich, dass ich seit der OP eine maximale Temperatur von 37 Grad habe, also absolut kein Fieber mehr ...


    Trotzdem macht mich das ganze gerade kirre und ich wollte es hier irgendwie loswerden. In der Hoffnung, dass sich vielleicht jemand damit auskennt oder gar in einer ähnlichen Situation war.


    Meine generellen Blutwerte sind wohl in Ordnung. Meine Viruslast (HIV) ist leider durch die Erkrankungen wohl gestiegen und nicht mehr unter Nachweisgrenze, sondern etwas drüber (aber noch Zweistellig). Das Azithromycin habe ich nun heute das dritte Mal eingenommen und auch allgemein ist mein Gesundheitszustand eigentlich gut - bis auf die Schläuche im Hintern, die täglich durchgespült werden ... Ach ja: Bei der Wundreinigung kam ebenfalls ab Tag 1 fast nur klare Flüssigkeit durch, was dafür sprach, dass sich kein neuer Eiter gebildet hat.


    Trotzdem wie gesagt: mich macht diese Keim-Sache nun kirre und ich hab bisschen Angst. Wieso gibt man mir nicht einfach das erfolgsversprechende Antibiotikum, wenn man weiß, dass der Keim da ist?

  • 17 Antworten

    Also der Infektologe aus dem Krankenhaus ist mit im Boot und hält viel Rücksprache. Aber ich denke dass die HIV-Sache das kleinste Problem derzeit darstellt... tatsächlich sind die Blutwerte soweit i.O., nur eben die Viruslast ist etwas erhöht (immer noch zweistellig)


    mich belastet eben echt dieser Keim - wobei der wohl zum Glück nicht im Blut ist, wodurch die wohl auch kein anderes Antibiotikum anwenden möchten erstmal..

    Das der load hochschnellt in solchen Situationen ist nicht ungewöhnlich. Dein Körper hatte mit dem Abszess genug zu tun.


    Bei mir kam es nie zu einem massiven eitern, es wurde rechtzeitig erkannt und gehandelt. So brauchte ich keine Antibiose.


    Ich hoffe, du bist schnell wieder auf dem Damm und kriegst diesen Keim los !

    ich hatte auch ESBL. Habe mir den Keim bei der 1. Geburt eingefangen, wurde durch den Wochenfluss wohl aus der Gebärmutter gespült, aber nach 2 Wochen bin ich zusammengeklappt. Wahnsinnige Kopfschmerzen, 40 Grad Fieber. Auf das erste Antibiotikum habe ich schon gut reagiert, Fieber ging runter. Das lag aber daran, dass es eben alle keime bis auf ESBL abgetötet hat. Nach 3 Tagen kam heraus, welcher Keim es ist und ich bekam ein anderes Antibiotikum. Mir wurde erklärt, dass im Labor der Keim festgestellt wird und dann gleich auch getestet wird, auf welches Antibiotikum er anspricht. Ich habe dann weitere 10 Tage das Antibiotikum bekommen und war isoliert. Und obwohl es hieß, dass der Keim wiederkommen kann, ich bin bisher keimfrei. Das wurde vor Geburt 2 und 3 getestet. Ob er im Blut war weiß ich nicht.

    Lalilala1983 schrieb:

    ich hatte auch ESBL. Habe mir den Keim bei der 1. Geburt eingefangen, wurde durch den Wochenfluss wohl aus der Gebärmutter gespült, aber nach 2 Wochen bin ich zusammengeklappt. Wahnsinnige Kopfschmerzen, 40 Grad Fieber. Auf das erste Antibiotikum habe ich schon gut reagiert, Fieber ging runter. Das lag aber daran, dass es eben alle keime bis auf ESBL abgetötet hat. Nach 3 Tagen kam heraus, welcher Keim es ist und ich bekam ein anderes Antibiotikum. Mir wurde erklärt, dass im Labor der Keim festgestellt wird und dann gleich auch getestet wird, auf welches Antibiotikum er anspricht. Ich habe dann weitere 10 Tage das Antibiotikum bekommen und war isoliert. Und obwohl es hieß, dass der Keim wiederkommen kann, ich bin bisher keimfrei. Das wurde vor Geburt 2 und 3 getestet. Ob er im Blut war weiß ich nicht.

    Klingt mir tatsächlich danach, dass der Keim bei dir im Blutsystem war, wenn du so hohes Fieber hattest... in dem Sinne hattest du ja auch keine offene Wunde.


    Die wollen heute einen Abstrich machen und schauen, wie die Lage ist in der Wunde... an sich ist der Keim nicht gefährlich sagt man mir, aber im Internet liest man so schrecklich viel ... man sollte echt eigentlich nix im Netz suchen -.-''


    ich will eigentlich echt nur noch, dass die Bakterien und Keime raus sind und ich mich auf Erholen konzentrieren kann :( aber aktuell wollen die kein weiteres Antibiotikum geben. Heute wäre auch die Gabe von Cefuroxim und Clindamycin durch... mal gucken, was die Mikrobiologen später sagen.

    StiegLarsson schrieb:

    Der Nachweis scheint sich ein paar Tage zu dauern ...

    Wie geht es dir momentan?

    Ich fühle mich nicht krank.


    Die Schläuche in der Wunde / dem Abszess ziehen halt ab und zu,

    aber ich fühl mich eig soweit fit.

    doch, ich hatte eine offene Wunde. Nach der Geburt löst sich die Plazenta und die wunde in der Gebärmutter ist ungefähr faustgroß. Und da war der Keim drin.


    Der Nachweis dauert 48 Stunden. Sie nehmen den Abstrich und der wird dann ausgebrütet. Nach 24h hieß es zu mir, es sieht gut aus, bis jetzt ist noch nichts gewachsen, aber es wird wohl 48h ausgebrütet, ob der Keim noch wächst.

    Lalilala1983 schrieb:

    doch, ich hatte eine offene Wunde. Nach der Geburt löst sich die Plazenta und die wunde in der Gebärmutter ist ungefähr faustgroß. Und da war der Keim drin.


    Der Nachweis dauert 48 Stunden. Sie nehmen den Abstrich und der wird dann ausgebrütet. Nach 24h hieß es zu mir, es sieht gut aus, bis jetzt ist noch nichts gewachsen, aber es wird wohl 48h ausgebrütet, ob der Keim noch wächst.

    Ah, okay... bei mir wurde jetzt nach 7 Tagen das Antibiotikum abgesetzt... und die Wunde wird täglich via einer Drainage gereinigt. Laut Ärzten wohl alles in Ordnung, hat sich nix nach gebildet, kein Verhalt und so ... heute fand auch eine Sonographie statt.


    Bin aber nun insgesamt 14 Tage bereits im Krankenhaus - wegen eines Abszess' ... das nagt echt langsam an einem.

    Gute Besserung...krasse Geschichte.



    was ich nicht verstehe ist dein leichtfertiger Umgang mit ungeschütztem Sex. bzgl. HIV aber auch anderen STI, wie Syphilis, Chlamydien .. etc....kann ich nicht nachvollziehen.