Da das Labor in Weißrussland ist (scheint allerdings ein deutscher Anbieter zu sein "Synlab"), bin ich nicht 100% sicher, was die Auslobung genau bedeutet.


    Exakt steht hier:


    DNA HBV (quantitative) 2 894 ME HBV/ml


    Dieses ME sagt mir meine Freundin, sei wohl keine typische russische Abkürzung, so dass ihr das auch nichts sagt.


    Diesen Link hier deute ich allerdings so, dass man ab 2000 / Milliliter therapieren sollte.... also wäre der Wert hier wohl so oder so zu hoch.


    http://www.kliniken-wesermuende.de/fileadmin/user/buergerpark/innereii/ratgeber/Merkblatt_Hepatitis_B.pdf

    Zitat

    Diesen Link hier deute ich allerdings so, dass man ab 2000 / Milliliter therapieren sollte...

    Nur bei gleichzeitig erhöhten Transaminasen. Und die Leberwerte scheinen bei Deiner Freundin ja in Ordnung zu sein.


    Die Einheit ME sagt mir spontan auch nichts. Ich kenne bei einer PCR nur internationale Einheiten (iU) bzw. Kopien je ml, was bei HBV einen Unterschied um ca. den Faktor 5 ausmacht. Im Zweifel könnt ihr direkt bei Synlab anrufen und nachfragen.

    Zitat

    Ob die Zahl 2894 in iu oder in ml ist?

    Nein, sondern wofür das ME in dem ME/ml steht und ob es das Gleiche wie international Unit ist.


    Normalerweise solltest Du zum verantwortlichen Laborarzt weitergeleitet werden, der Dir das dann beantworten kann.

    So, wir waren gestern mal bei einem Hepatologen. Er hat nochmal Blut abgenommen, um eine Serologie durchzuführen. Man hat lieber eigene Ergebnisse als die aus Weißrussland. Ebenfalls Ultraschall wurde nochmal gemacht, zum Glück alles Ok.


    Der Arzt sagte uns, dass – sofern sich der quantitative HBV DNA Wert bestätigt – eine Therapie anzuraten sei, da der Wert doch recht hoch sei. Dass die Leberwerte ok sind, sei dabei nicht entscheidend. Trotzdem muss die Viruslast gesenkt werden.


    Es gibt dann eine Tabletten-Therapie im Preisrahmen wie oben angegeben. Eine "günstige" Tablette für ca. 1000 Euro im Jahr, die aber bei vielen charakteristischen Ausprägungen der Krankheit nicht wirksam ist und eine "teure" Tablette, die im Jahr 6000 Euro kostet und die höchst wahrscheinlich auch die empfehlenswerte Variante ist.


    Jetzt bin ich mal gespannt, wenn in zwei Wochen die Ergebnisse kommen. Man kann sich aber dann wohl schonmal gedanklich auf das Feedback einstellen, dass eine Therapie angeraten wird.

    Hat er Euch auch hinsichtlich Eurer Partnerschaft beruhigt? Der überweisende Arzt hat Euch ja (zu Unrecht) mit dem Hepatitis D Thema verunsichert?


    Wäre super, wenn Du berichtest, was bei dem Bluttest rauskam und ggf. wie seine Therapieempfehlung aussieht (welcher Wirkstoff).

    Ja, die Partnerschaft ist absolut kein Problem. Geimpft ist geimpft und da besteht absolut kein Risiko, sagt der Arzt.


    Auch ansonsten war der Arzt viel positiver als der überweisende Arzt. Er stellte in den Vordergrund, dass die Krankheit kein Grund zur Beunruhigung sei, man könne damit ganz normal bis zum natürlichen Tod leben wie ein nicht infizierter Mensch auch und es sei auch eine komplette Ausheilung möglich. Und mit einer Tablette am Tag ist das Virus sehr gut im Griff zu halten. Diese Therapie könne dann ggf. nach einigen Jahren abgesetzt werden.


    Ich habe nur Zweifel, dass meine Freundin nochmal ein Visum bekommen wird. Auf dem Antrag wird nach Krankheiten gefragt und da muss man in Zukunft die Hepatitis korrekt angeben (bei der letzten Beantragung wurde sie nicht angegeben, da die Diagnose erst nach Beantragung des Visums kurz vor der Reise nach Deutschland getätigt wurde). Auf die Schnelle habe ich im Internet nicht viel Positives darüber gefunden, wenn ein "kranker" Ausländer ein Visum beantragt.....


    Man sieht dann vermutlich gleich, wenn der Ausländer den Deutschen heiratet, dass dieser dann in die GKV herein kommt und die Allgemeinheit dann für den Ausländer zahlen muss....


    Hat also vielleicht doch ein Stück Wahrheit, dass man mit dieser Krankheit ein Stück wie ein Aussätziger behandelt wird.....

    So, wie versprochen nun die Laborergebnisse.


    Uns ist ein Stein vom Herzen gefallen.


    Die Hepatitis B ist kaum aktiv und offenbar nicht replikativ. Laut Doktor hätte man früher "Träger" dazu gesagt.


    Es wurde HBV DNA 1390 IU/ml nachgewiesen. Eine Therapie wäre erst bei 20.000 aufwärts indiziert gewesen. Es steht noch dabei, eine IU entspricht 5,82 Kopien.


    Eine halbjährliche quantitative DNA Ermittlung sollte nun ausreichen und wir brauchen nichts weiter machen. Lediglich nicht unbedingt in übermäßigen Alkoholkonsum verfallen.


    Dann steht auf dem Laborbericht noch:


    HB-e Antigen negativ


    anti HB-e positiv


    anti HDV Hepatitis Delta AK negativ


    Dazu hat der Doktor gar nichts gesagt und ich sehe das erst zuhause. Heißt das, dass HB-e auskuriert ist durch die positiven Antikörper?


    Der Arzt vermutet eine Übertragung durch die Mutter oder eine Infektion bei einer OP in der Kindheit.


    Eine Meldung an das Gesundheitsamt wäre laut Doktor auf dem Laborbericht vermerkt worden. Da dies nicht der Fall ist, geht er davon aus, dass es aufgrund der geringen Virusmenge gar nicht gemeldet wurde.

    Na dann steht einer halbwegs entspannten Beziehung ja nichts mehr im Wege. Das HB-E ist keine eigene Infektion, sondern ein bestimmtes durch die HBV Infektion in der Leber produziertes Antigen. Dass bei ihr keine HB-E Antigene nachgewiesen wurden, spricht für eine geringe Virusreplikation bzw. geringe Infektiosität, was auch durch die quantitative PCR bestätigt wurde.


    Da die Infektion nicht akut ist, sollte der Virennachweis nach §7 ifSG auch nicht gemeldet worden sein.