Hepatitis B gefährlich, ja oder nein?

    Wie gefährlich ist Hepatitis B wirklich? Es steht irgendwie überall was anderes, auf manchen Seiten steht, dass das Risiko hier in Deutschland nicht allzu hoch ist und man sich in erster Linie über GV, Spritzen bzw. Blut anstecken kann. Dann steht wieder dass das Risiko sehr hoch wäre, weil Hepatitis B ja auch über Urin, Speichel etc. ansteckend wäre. Müsste dann aber nicht die Infektionsrate deutlich höher sein? Jeder Toilettenbesuch wäre ja dann ein echtes Risiko!? Und wie schaut es z.B. mit Servicepersonal aus, die verschmutztes Besteck, Geschirr, Gläser wegräumen und dabei ja möglicherweise mit "Speichelresten" in Berührung kommen! Mein Sohn wurde bereits als kleines Baby gegen Hepatitis B geimpft, ich selbst habe mir aber um ehrlich zu sein über diese Infektion noch keine allzu großen Sorgen gemacht. Während der Schwangerschaft wird Hep B ja getestet und bei mir war alles okay. Ich wurde übrigens noch nie dagegen geimpft.


    Also, wie wahrscheinlich ist es sich im normalen Alltagsleben mit Hepatitis B anzustecken???


    DANKE!!!!!

  • 4 Antworten

    aus Österreichischer Impfplan 2011


    Die Empfehlung wird in D nicht viel anders sein.

    http://www.gesundheitsinformation.de/hepatitis-b-risiko-ist-in-deutschland-gering.547.de.html


    Hoffe, der Link funktioniert....


    Interessant fand ich das Zitat:


    "In Deutschland ist das Ansteckungsrisiko für die meisten Menschen aktuell sehr gering: Hierzulande ist weniger als eine von 100 Personen mit dem Virus infiziert. Wenn Sie jedoch einer Risikogruppe angehören, macht das eine Ansteckung mit Hepatitis B etwas wahrscheinlicher. Dann kann ein Test oder gegebenenfalls eine Impfung sinnvoll sein."


    und weiter:


    Das IQWiG hat jetzt aktuelle Forschungsarbeiten ausgewertet, die der Frage nachgegangen sind, ob sich eine Hepatitis-B-Impfung für Erwachsene lohnt, bei denen nicht bekannt ist, ob sie bereits mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Für Menschen mit einem geringen Infektionsrisiko konnte kein Nutzen einer Impfung gezeigt werden.


    Warum wird dann auf anderen Seiten von so einem großen Risiko gesprochen?


    Vor allem die Sache mit dem Speichel finde ich sehr verwirrend....manche sagen hochansteckend, andere wiederum eher weniger nur in größeren Mengen (sprich Zungenkuss)!

    Schnell aus Wikipedia

    Zitat

    In Deutschland sind 0,3 bis 0,8 % der Bevölkerung HBs-Antigen-positiv, d. h. 250.000 bis 650.000 sind chronische Virusträger. Offiziell werden in Deutschland etwa 5000 Neuinfektionen pro Jahr gemeldet, wobei die wirkliche Zahl wesentlich höher anzusetzen ist. Gehäuft ist in Deutschland eine Trägerschaft bei intravenös Drogenabhängigen, Homosexuellen und Personen aus dem arabischen Raum und der Türkei (hier oft angeborene Infektionen) zu finden.

    Zitat

    Übertragung


    Die Infektion mit HBV erfolgt parenteral und sexuell, d. h. durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten eines infizierten, HBsAg-positiven Patienten. Die Infektiosität eines Virusträgers ist abhängig von der Viruskonzentration im Blut; bei sogenannten hochvirämischen Trägern (107 bis zu 1010 HBV-Genome/ml) finden sich infektiöse Viren auch in Urin, Speichel, Samenflüssigkeit, Tränensekret, Galle und Muttermilch.


    Die Eintrittspforten sind meist kleinste Verletzungen der Haut oder Schleimhaut. Daher gilt als Risikofaktor auch der ungeschützte Geschlechtsverkehr. Unter Kleinkindern kann die Infektion auch durch Kratzen oder Beißen weitergegeben werden. Auch Gegenstände des täglichen Lebens, wie zum Beispiel Rasierapparate oder Nagelscheren, mit denen man sich häufig geringfügig verletzt, können das HBV übertragen. In Ländern, in denen noch das Rasieren beim Barbier weit verbreitet ist, findet sich meist auch eine erhöhte Häufigkeit von HBV-Infektionen. Weitere wichtige Übertragungsmöglichkeiten sind auch größere Verletzungen mit Blutkontakt z. B. bei intravenösem Drogenkonsum, Tätowierung und Piercing. Im medizinischen Bereich kann HBV durch invasive, operative Eingriffe und Verletzungen übertragen werden, so von unerkannten HBsAg-Trägern auf Patienten oder von nicht-getesteten Patienten auf medizinisches oder zahnärztliches Personal. Die Übertragung von HBV durch Blut und Blutprodukte bei einer Transfusion ist seit der Testung von Blutspenden auf anti-HBc, HBsAg und HBV-DNA in Deutschland sehr selten geworden.

    Also: Es sind nicht besonders viele Menschen in D infiziert, also ist die Chance, auf jemanden zu treffen, der dich infiziert, eher gering. WENN du aber mit jemandem näher zu tun hast, der das HBV trägt, dann hast du – als Ungeschützte – ein Problem.