Kein Hunger Covid 19?

    Hallo alle zusammen,

    Ich melde mich hier weil ich nicht mehr weiter weiß.

    Meine Mutter hat keinen Hunger mehr.

    Sie verspürt keinen Hunger mehr. Essen ist für Sie eine Qual weil sie sich das Essen nur reinzwingt.

    Wenn Sie Lebensmittel sieht, empfindet sie kein Verlangen mehr nach ihnen. Eher eine Art Ekel.

    Bei 2 Hausärzten und 2x im Krankenhaus war sie bereits.

    CT, Blut und Spiegelungen ohne Befund.


    Angefangen hat das ganze so Mitte September. Da hat sie gemerkt, dass sie weniger Verlangen nach Essen hat.

    2 Wochen später folgten Zahnschmerzen und Fieber in Höhe von etwa 38 °C.

    Nach einer Woche war das Fieber und die Zahnschmerzen weg.

    Eine weitere Woche später kam das Fieber wieder und sie wurde dann Mitte Oktober postiv auf Corona getestet.

    Jetzt haben wir Mitte Januar und ihr Hunger kommt und kommt nicht wieder.


    Könnte es einen Zusammenhang zwischen Corona und dem verschwundenen Hunger geben?


    Ich bin sehr verzweifelt weil kein Arzt er etwas findet und meine Mutter nicht essen kann.

    Sie zwingt sich das Essen rein aber nimmt trotzdem weiter ab.

  • 10 Antworten

    Wie alt ist die Mutter denn? Im Alter nimmt leider der Geschmackssinn ab, und dementsprechend auch die Freude am Essen.


    Eine andere Möglichkeit wären auch Medikamente? Nimmt deine Mutter welche? Nebenwirkungen die den Geschmack beeinträchtigen sind gar nicht so selten. Und ich kann aus Erfahrung sagen, dass wenn alles wie Pappe schmeckt, die Lust am Essen drastisch nachlässt.

    Ach so, habe Überlesen, dass sie Corona positiv war. Da kann es leider lange dauern, bis der Geschmackssinn wieder kommt.

    md862 schrieb:

    Könnte es einen Zusammenhang zwischen Corona und dem verschwundenen Hunger geben?

    Kann es sein das deine Mutter eine Angst/Ängste entwickelt hat, nach dem sie positiv getestet wurde?

    Wie war denn der Verlauf, war sie im KH oder unter Quarantäne zuhause?

    Ist sie berufstätig, geht sie einkaufen, auch mal an die frische Luft?

    Hat sie Hobbys, Freunde, gibt es noch Verwandte?

    meine Mutter war nicht im Krankenhaus aber die Krankheit hat sich lange gezogen.


    Ich hab meine Mutter auch schon auf eine mögliche Angststörung angesprochen aber sie meint, dass ihr der verlorene Hunger ihr Angst macht. Wäre dieser fehlende Hunger nicht, wäre alles gut.


    Sie ist nicht berufstätig und einkaufen geht sie leider auch nicht weil sie nicht weiß was sie kaufen soll, da Essen sie überhaupt nicht mehr reizt und anspricht.

    Hat sie keinen Hunger oder keinen Appetit? Bei "keinen Hunger" könnte ich mir tatsächlich vorstellen das Corona die Magenzellen angegriffen und geschädigt hat.

    md862 schrieb:

    Ich hab meine Mutter auch schon auf eine mögliche Angststörung angesprochen aber sie meint, dass ihr der verlorene Hunger ihr Angst macht. Wäre dieser fehlende Hunger nicht, wäre alles gut.

    Ja, das kann ich nachvollziehen, nur dürfte sie für sich noch nicht erkannt haben, dass es sich genau umgekehrt verhält, verhalten könnte. Vllt hilft es wenn Du sie mal fragst, woher denn der fehlende Hunger ihrer Meinung nach kommt. Evtl. kannst Du sie hier dazu anregen sich mal gedanklich, gefühlsmäßig darauf einzulassen, wenn Du am Ball bleibst.

    Nur nicht ununterbrochen, sonst könnte sie sich (noch mehr) überfordert fühlen und sich komplett sperren, verweigern.


    Der Körper braucht die Nahrung. Wenn diese verweigert oder als eklig empfunden wird, kann es sich um eine Depression handeln.


    Ein Gespräch mit dem HA wäre gut, wie steht sie denn dazu?


    Wenn Du etwas für sie tun willst, achte darauf dass sie viel trinkt. Evtl auch appetit anregende Tees (Ingwer z.B.). Es ist gut möglich das sie an Gewicht verlieren könnte. Solange sich da nichts rapide verändert, mache dir im Moment nicht allzu viele Gedanken.


    Versuche sie anders zu motivieren indem ihr Gemeinsamkeiten sucht, Spieleabende, gemeinsame Spaziergänge, euch zuhause sportlich betätigt oder das macht, was ihr sonst Freude bereitet hat (puzzeln, basteln).


    Wenn sie an nichts interessiert ist, sie nur noch schläft, sich selbst vernachlässigt über längere Zeit, kannst Du ja ein Gespräch mit dem HA suchen (evtl. mal um einen Hausbesuch bitten). Es ist ja nicht Sinn der Sache wenn Du dir Gedanken, Sorgen um sie machst und sie nichts verändern will/kann.


    Mache dir auch klar, dass Du deiner Mutter nicht helfen kannst, wenn sie keine Hilfe annehmen will. Das ist bitter, aber hier solltest Du dich abgrenzen.


    Wenn der Zustand länger anhält oder sich verschlimmert, kannst Du im Notfall - wenn Du dass iwann für dich so empfindest - einen (Not) Arzt rufen. Gegen ihren Willen können und dürften sie zwar auch nicht handeln, könnte ihr aber vllt. mal die Augen öffnen.


    Ich hoffe es kommt nicht soweit. Soll jetzt auch nur ein Info für dich sein.

    md862 schrieb:

    Könnte es einen Zusammenhang zwischen Corona und dem verschwundenen Hunger geben?

    ich könnte mir das schon vorstellen - meine schwester, ebenso ihr mann waren auch infiziert und bei denen ist das virus voll auf den magen-darmtrakt geschlagen. mein schwager hat in einer Woche 7 kg abgenommen. mittlerweile geht es ihnen wieder gut und sie haben auch nicht das problem deiner mutter. jedoch denke ich, da es ja fast in allen bereichen langzeitfolgen gibt, warum also nicht in form von appetitlosigkeit, zumal das auch ein covid-19-symptom ist.


    wieviel wiegt deine mutter denn zur zeit? ist das gewicht schon im kritisch niedrigen bereich? im zweifelsfalle würde ich hochkalorische trinknahrung in betracht ziehen.


    und noch eine frage: war sie beim zahnarzt und hat abklären lassen, dass mit den zähnen alles in ordnung ist? eine nicht behandelte/nicht erkannte, aber vor sich hin brodelnde entzündung kann dem körper auch sehr zusetzen.

    md862 schrieb:

    Sie zwingt sich das Essen rein aber nimmt trotzdem weiter ab.

    Wie ist denn zur Zeit das Gewicht? Körpergröße?


    Ist denn wenigstens der Durst normal, trinkt sie genug?


    Ingwer wurde schon genannt. Gibt es auch als Präparat, z.B. Zintona-Kapseln. Womit ich nichts gegen Tee sagen will.


    Bei mir erzeugen "Reisetabletten" mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat erfahrungsgemäß ein deutliches Hungergefühl. Könntet ihr mal probieren; Einnahme ca. 1 Stunde vor dem Essen. Anfangs nicht so hoch dosieren, da auch Nebenwirkungen auftreten können, etwa Müdigkeit. (Ein sehr ähnlicher Wirkstoff wäre Diphenhydramin, das aber nur am Rande.)

    Falls das was bringt, würde ich eine längerfristige Einnahme erst mit dem Arzt besprechen. Es kann auch gut sein, daß andere Medikamente geeigneter wären.