Meine Mutter wird aufgrund von MRSA diskriminiert

    Schönen guten Tag,


    ich bin grade so verzweifelt. Meine Mutter hat die letzten Monate viel Zeit im Krankenhaus verbracht; Ärzte haben Fehler gemacht, gravierende. Mitgebracht hat sie unter anderem auch einen MRSA-Keim (resistenter Klinikkeim, nicht sooo selten).


    Sie hatte auch einen Schlaganfall und braucht dringend, dringend, dringend Therapien; u.a. auch Logopädie. Diese ist mobil nicht so leicht zu bekommen. Wir warteten auf einen Termin und vorgestern war es so weit. Ich habe OFFEN erzählt, dass meine Mutter diesen Keim hat (im Vorfeld). Dies war auch noch für niemanden ein Problem - manche benutzen Handschuhe, Mundschutz, Desinfektion.....manche auch gar nichts.......das muss jeder für sich entscheiden.


    Jedenfalls hat die Praxismitarbeiterin, der ich von dem Keim erzählt habe, dies wohl nicht weitergegeben. Die Logopädin rückte vorgestern an und hat erstmal nur Berichte gelesen etc..


    Gestern hat sie dann angerufen und gesagt, dass sie die Behandlung aufgrund des Keimes ablehnen würde.


    Ich bin fix und fertig!!!!!!!!!! Wir haben jetzt noch zusätzlich Zeit vertan. Außerdem ist das für meine Mutter psychisch ja nicht gerade aufbauend (haben es ihr erstmal gar nicht erzählt). Ich bin so wütend und fassungslos. Meine Mutter kann doch nichts dafür, dass man sie mit diesem Keim belegt hat!!!!!! Es kann doch nicht sein, dass man sie dann auch noch diskriminiert. Man kann sich doch schützen!!!!!!!!! Wir haben auch alles da, was man dafür braucht.


    Diese Logopädin tat dann auch noch so gönnerhaft. Sie würde uns die eine Stunde schenken......Sie hätte schon Kollegen angerufen etc...hatte aber wohl keine große Lust, das weiter zu verfolgen. Ich habe ihr gesagt, dass das ja wohl das Mindeste ist, was sie uns schuldet: das sie ne Vertretung sucht. "Ach, das ist Ansichtssache" meine sie dann so. Ich könnte echt Ko****. Sie hat wertvolle Zeit meiner Mutter vergeudet. Wir hätten natürlich noch ganz andere Hebel in Bewegung gesetzt ansonsten. So haben wir diesen Termin abgewartet und sie hat ja auch alles angenommen.


    Kann ich mich über Freiberufler/Selbständige Logopäden auch irgendwo beschweren


    Der Mensch hat ein Recht auf Rehabilitierung. Rehabilitierung vor Pflege (und meine Mutter ist gerade Pflegestufe 3). Bitte hat mir jemand Rat????

  • 27 Antworten
    Zitat

    Meine Mutter kann doch nichts dafür, dass man sie mit diesem Keim belegt hat!!!!!!

    Nein, Deine Mutter kann nichts dafür.


    Ebenso wie andere Patienten etwas dafür können, wenn sie damit angesteckt werden:

    Zitat

    manche auch gar nichts.......das muss jeder für sich entscheiden.

    DAS allerdings ist geradezu sträflicher Leichtsinn und im gleichen Atemzug von Diskriminierung zu sprechen, kann ich nun wirklich nicht verstehen. :|N


    Und dies ist wirklich in einer Klinik passiert? Ich kann es kaum glauben, daß irgend jemand bei einem derartigen Keim 'für sich entscheiden kann', ob er einen Schutz anlegt.

    @ Mieze88

    Ich habe den Faden so ähnlich noch in "Gesundheitswesen" eröffnet, weil ich dachte, das er da fast besser hinpasst. Ist dir langweilig und hast Du Spaß daran, Leute mit Problemen zu maßregeln?


    Wenn es noch andere ärgert - sorry, ich möchte nicht "spamen" sondern bin nur ziemlich "fertig".

    @ blauerDrachen

    Als der Keim erstmals festgestellt wurde, hatte sie ihn nur an der Peg-Sonde (sie wir seit einem Vierteljahr künstlich ernährt). Nach der ersten Sanierung war er dann überall. Die zweite war auch erfolglos. Leider. Danke für Deinen Beitrag.

    @ Kyra-Lee

    Ich habe glaube ich nirgendwo geschrieben, dass in der Klinik es der eine so.....und der andere anders.....gehandhabt hat. Für eine Klinik gibt es bei MRSA natürlich strengere Vorschriften! Isolierung etc..


    Für die Situation zu Hause!!!! gehen die Meinungen aber meilenweit auseinander. So sagt bspw. auch jeder Arzt etwa anderes. Dieser Keim ist jedenfalls für gesunde Menschen unschädlich! Und ca. 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung haben den auf der Haut. Ansonsten kann man sich wirksam schützen - mit Desinfektion, Handschuhen etc..

    Im Übrigen - ich kann mich nur wiederholen - haben wir ja mit offenen Karten gespielt und den MRSA nicht verschwiegen.


    Uns erst ewig warten zu lassen und dann - wegen eines Umstandes, den wir geschildert haben - die weitere Behandlung zu verweigern, finde ICH schon ein starkes Stück.


    Und ich wünsche DIR nicht, dass Du einmal in so eine Situation gerätst, dass einem Menschen, den Du liebst, aus einem Grund für den er nichts kann und der für andere (bei Einhaltung der Sorgfaltspflichten) unschädlich ist, die notwendige Behandlung verweigert wird.

    versuchs doch mal beim gesundheitsamt, notfalls können die dir bestimmt sagen wohin du dich wenden kannst.


    ich finds auch schlimm wie mrsa - positive teilweise diskriminiert werden. und das nur weil die menschen darüber schlecht aufgeklärt sind!


    ich wünsche dir und deiner mutter alles gute @:):)*

    Danke blauerDrachen!

    Zitat

    ich finds auch schlimm wie mrsa - positive teilweise diskriminiert werden. und das nur weil die menschen darüber schlecht aufgeklärt sind!

    Das trifft es nämlich ganz genau! Mangelnde Aufklärung oder gefährliches Halbwissen durch Googeln....pfff....


    Aber es soll ja auch noch Menschen geben, die überzeugt davon sind, dass AIDS durch die Luft übertragen wird.


    DISKRIMINIERUNG passt sehr genau finde ich - so dass ich keinen Anlass sehe, diese zurückzunehmen.


    Schöne Grüße Dir @:)

    Hallo,


    Schlimm was Deiner Mama da passiert ist.


    Ich hab damit leider keiner Erfahrung. Aber ich würde mal bei der Ärztekammer anrufen. Ich denke da kann man sich bestimmt beschweren...Ansonsten..Mmh, keine Ahnung..Verbraucherschutz?


    Es ist ärgerlich und auch nicht fördernd für Deine Mutter das Ihr nun nochmals von neuem Anfangen müßt. Ich würde noch andere Logopäden anrufen, und die Situation schildern, vielleicht bekommst du ja so schneller einen Termin. :-/


    Alles Gute für Deine Mama. Es ist schlimm wenn man einfach nur zuguggn kann und nicht helfen kann, und dann noch so behandelt wird.

    Danke MelchenSB @:). Habe heute natürlich auch gleich alle Hebel in Bewegung gesetzt und bin auch auf eine super tolle Logopädin gestoßen (die äußerst entsetzt war über das Verhalten ihrer Kollegin).


    Sie hat sogar - für unser konkretes Problem der Schluckstörung - eine bessere Qualifikation. Das Problem ist nur, dass sie fast 50 km weit weg ist. Wir gucken grade, ob wir das mit der Krankenkasse irgendwie hinbekommen. Aber sie kann dann eben höchstens einmal die Woche kommen.....aber besser als nichts.....und sie war sehr engagiert, hat rumtelefoniert etc..

    Wo du dich beschweren kannst:


    Ärztekammer


    Patientenanwalt


    diverse ärztliche Gesellschaften


    Bei den "Grünen"


    Gebietskrankenkassa


    Habe ich alles auch gemacht und es hat bis jetzt ganz gut gefruchtet. >:( Auf keinen Fall den Mund halten sondern sich wehren wo es nur geht. Viel Kraft wünsche ich dir/euch.

    Mein Vater hatte den Keim auch, was aber eigentlich immer recht unproblemtisch ablief. Er mußte halt nen Mundschutz tragen wenn der zur Dialyse mußte und er wurde mit dem Krankenwagen geholt, welcher danach komplett gereinigt und desinfiziert wurde. Ärzte und Pflegepersonal tragen ohnehin Handschuhe und Mundschutz, Besucher mußten sich im Krankenhaus "verkleiden". Zu Hause war das wieder kein Thema, auch ein Krankengymnast kam immer wieder. Angeblich war der Keim auch mal wieder weg (diverse Waschungen etc. durchgeführt), dann wieder da und mein Vater wurde auf einmal trotz Keim mit dem Taxi gefahren. Ich glaube da weiß keiner so recht was los ist mit diesem Keim.