MRSA/ERV Infektion

    Ein herzliches "hallo" an die Forengemeinde,


    ich möchte mich gerne mit einem komplizierten Problem an Euch wenden, denn wir sind gerade familiär leicht überfordert.


    Am 03.03.18 ist unsere Mutter (80 Jahre) zu Hause gefallen und hat sich einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen. Sie wurde nach erfolgtem Notruf in das AKH X gebracht, wo die Fraktur erfolgreich operiert wurde. Unsere Mutter erholte sich gut von der Operation und war sehr schnell wieder physisch in guter Verfassung. Probleme machte allerdings die Psyche. Durch eine Angst Blockade ist es ihr nicht wieder gelungen dort zu gehen. Als Reaktion darauf wurde sie in die Geriatrie des Krankenhauses in Y verlegt. Dort gab es in psychischer Hinsicht geringfügige Fortschritte, die aber nicht ausreichten die Frau sich in ihren eigenen 4 Wänden sich selbst zu überlassen. Um Zeit für die Findung einer temporären 24 Stunden Betreuung zu Hause zu gewinnen, wurde eine Kurzzeitpflege im Seniorenheim ins Auge gefasst. Negativ aufgefallen in der Zwischenzeit war uns, dass der im AKH X angelegte Katheter auch in der Geriatrie nicht entfernt wurde. Wir waren in grosser Sorge bezüglich einer entstehenden Infektionsgefahr. Mehrfache Aufforderungen den Katheter zu entfernen wurde keine Folge geleistet.


    Nach den 21 Tagen Geriatrie, zum Ende wurde der Katheter doch entfernt, kam unsere Mutter ins Seniorenheim Z zur Kurzzeitpflege während das zu Hause behindertengerecht umgestaltet und ein Zimmer für die Betreuungskraft vorbereitet wurde. Im Seniorenheim dann kam es zu Verwirrungszuständen unserer geistig immer auf hohem Niveau gewesenen Mutter. Fieber von über 40° trat auf. Der Krankenwagen wurde gerufen und unsere Mutter wurde in das Krankenhaus Y zurückverlegt. Im Seniorenheim hatte sich dazu eine offene Stelle an der Ferse entwickelt.


    Nach einigen Tagen in der Süchtelner Klinik und der intravenösen Gabe eines Antibiotikums war die Temperatur gesungen, doch unsere Mutter weit von Normalzustand entfernt. Es gab schwere Verwirrungszustände und Halluzinationen, sowie dann doch plötzlich wieder aufflammendes Fieber und sich entwickelnde Ödeme an Armen und Beinen, was die Mediziner mit einer Verlegung auf die Intensivstation beantworteten. Diagnose..Sepsis in Folge eines Harnweginfekts...nähere Informationen konnte oder wollte man nicht geben, ausser das der Zustand stabil sei. Nach wenigen Tagen war die Temperatur wieder unter Kontrolle und unsere Mutter wieder auf Station. Aber noch immer war die geistige Beschaffenheit schlecht. Nach weiteren Tagen wurde, zur "Vorbereitung einer Herzklappenuntersuchung" unsere Mutter wieder auf die Intensivstation verlegt. Dort gab sich die Oberärztin der Klinik die Ehre und stand uns Rede und Antwort. Es handele sich bei der Infektion um einen multiresistenten Staphylokokkus Aureus Keim, dessen Herd man finden müsse. Es gäbe dafür 3 Möglichkeiten....


    a) Die Herzklappe


    b) Das Implantat an der Hüfte


    c) Die offene stelle an der Ferse


    Die Ferse wurde ausgeschlossen weil das Gewebe inzwischen "trocken und nekrotisiert" war. Ein CT von der Hüfte wurde gemacht und lieferte keinen Nachweis einer Infektionsgrundlage. Auch die Untersuchung der Herzklappe war negativ. Ein zweites Antibiotikum wurde intravenös, bis heute, gegeben. Flucloxacillin. Ich forderte in der Zwischenzeit mit Hilfe des Haausarztes das medizinische Personal auf jegliche Gabe von Morphinen unverzüglich einzustellen, damit sie keine Grundlage für Halluzinationen bilden und meine Mutter vor der Abstempelung "Demenz" zu schützen. Dem wurde nach schwerer Diskussion gefolgt. Ein rektaler Abstrich wurde gemacht und nicht näher definiert Enterokokken nachgewiesen


    Unsere Mutter wurde nach den Untersuchungen wieder auf die Station verlegt und der Zustand besserte sich herausragend. Allerdings wurden wir nun aufgefordert Schutzkleidung zu tragen wenn wir sie besuchen (Mundschutz, Kittel, Handschuhe). Die Dame ist bei hervorragender geistiger Frische, die Ödeme haben sich vollkommen zurückgebildet und ihr geht es physisch relativ gut. Nur vor dem Laufen hat sie Angst. Allerdings flammt alle 2 Tage Temperatur von 38-38.5 auf. Ihr wurde ein Abführmittel gegeben und nach erfolgtem Durchfall gesagt sie müsse den Durchfall loswerden. Heute dann der Anruf der Klinik sie werde am 25.05....nach einer 2 1/2 monatigen diagnostischen Odyssee entlassen. Doch jetzt kommt es...


    Sie darf nicht erneut in Kurzzeitpflege und darf auch keine Reha in Anspruch nehmen. Begründung....Sie hat den Keim. Immunschwache Menschen sollten auch zu Hause in ihrer Umgebung Schutzkleidung tragen. Begründung ? VRE-Infektion. Wie so man sie infiziert und krank entlasse? "Bei alten Menschen geht der Keim nicht mehr weg"...Ich frage nach...das die Oberärztin mir sagte es seien Staphylokokken..das das gegebene Antibiotikum Bekannterweise gegen Enterokokken vollkommen unwirksam ist weil der Erreger heutzutage vollkommen resistent dagegen ist. Die Krankenschwester wimmelte einen quasi ab und sagte man solle da besser mit dem Arzt sprechen..


    Als ich mir die Schutzkleidung angezogen habe sagte die Schwester laut mit Blick auf mich..."es ist ja auch ein finanzieller Aspekt...sie muss laufen"...offensichtlich durfte mir das in dieser Form nicht persönlich gesagt werden.


    Für mich persönlich drängt sich der Verdacht auf das Krankenhaus wolle eigene Verfehlungen durch beispielsweise den Katheter vertuschen. warum gibt man keines der verfügbaren Reserveantibiotika wenn doch eine Beseitigung des Erregers dadurch möglich wäre?


    Ich persönlich bin der Meinung das nach diesem diagnostischen Wechselspiel und Nebel eine Zweitmeinung einer neutralen Klinik eingeholt werden sollte. Man kann doch nicht einen kranken Menschen, der dazu einen multiresistenten Keim trägt, ins eigene Heim entlassen. Die entsprechende Versorgung kann in den eigenen 4 Wänden doch gar nicht gewährleistet werden und eine Ausbreitung der gefährlichen Erreger ist unter diesen Umständen vorprogrammiert.


    Was genau sollte man in dieser Situation tun? Das Gespräch mit der Krankenkasse suchen ? Hilfe beim Hausarzt erbitten? Eine andere Klinik konsultieren?


    Klinisches Bild: 80 Jahre, weiblich, Diabetes Mellitus, Osteoporose, Gicht, Myleoplastisches Syndrom und eben nun eine dubios wirkende MRSA oder VRE oder beides Infektion.


    Ich fühle mich vom Krankenhaus komplett für dumm verkauft und möchte meiner Mutter helfen die Infektion zu 100% zu überstehen, denke aber das es im eigenen zu Hause wieder zu einer bakteriellen Eskalation in Folge nicht gegebener therapeutischer Versorgung kommen wird.


    Ich bin für jede Hilfe dankbar


    Gruss Karsten

  • 5 Antworten
    Zitat

    Man kann doch nicht einen kranken Menschen, der dazu einen multiresistenten Keim trägt, ins eigene Heim entlassen.

    Doch, das kann man. Bei kranken und sehr betagten Menschen wie bei deiner Mutter, ist es ohne weiteres möglich, das der Keim bleibt. Das ist nicht so selten wie Du vllt meinst, auch wenn es traurig ist. Aber es ist auch eine Folge der ständigen Einnahme von Antibiotika über die Jahrzehnte. Deswegen ja auch multiresistent. Deshalb gibt es fast nichts mehr was man geben kann. Das ist einfach ausgereizt.


    Deine Mutter kann damit auch so noch gut Leben, wenn sie medikamentös gut eingestellt ist. Einen besonderen Schutz braucht ihr nicht anlegen, wenn ihr keine Autoimmunerkrankung habt oder gerade die Grippe oder sonstige Probleme. Es genügt, wenn die Hygiene eingehalten wird.

    Hallo Karsten,


    Das klingt absolut nicht schön was ihr durchmachen musstet!

    Gott sei Dank geht es deiner Mutter besser!


    Über die multiresistenten Keime weiß ich auch nur, dass sie gegen sogut wie alles resisten sind. Einige wenige Keime reagieren auf Reserveantibiotika, andere wiederum nicht.

    Ich würde mich auf jeden Fall mit einem Arzt des Vertrauens (und der deine Mutter gut kennst —> Hausarzt?) zusammensetzen.

    Eventuell ist es möglich, zu testen ob es ein Antibiotikum gäbe, welches anschlagen könnte. Wahrlos Antibiotikum geben macht die Situation ja auch nicht besser. Mit dem Arzt würde ich due ganze medizinische Akte aus dem Krankenhaus durchsehend (—> man hat ein Recht darauf Dieb Akte einzusehen) und das weitere Vorgehen zu besprechen.

    Fragt doch mal bei anderen Kurzzeitpflegen an, und erklärt die Situation. Eventuell ergibt sich dort eine Möglichkeit.


    Falls ihr euch komplett festfahren solltet, könnt ihr euch immer noch einen Anwalt zur Hilfe nehmen, der auf so etwas spezialisiert ist und mit euch mögliche Behandlungsfehler und auch das weitere Vorgehen bespricht.


    Ich hoffen ich konnte helfen, ich wünsche euch alles Liebe und Gute.


    Liebe Grüße


    Kleinemaus12

    Ich würde beim Hausarzt eine Blutuntersuchung auf die wichtigsten Vitamine und Mineralstoffe veranlassen, denn da hängen das Immunsystem, Hormonsystem und die körpereigene Entgiftung dran. Ob etwas von Dauer ist oder nicht, das hängt auch von diesen Stoffen ab. Wichtig wären hier B12, Vit. D, Zink, Selen, Mangan, Ferretin, Folsäure evt. Kupfer.

    Vitamin A ist ebenfalls wichtig, aber das kann man alters und körpergerecht entsprechend gut auffüllen. Alles andere ist nicht so einfach, wenn größere Mängel vorliegen. Bei einer älteren Bekannten von mir, waren alle diese Werte schlecht. Obwohl sie selbst recht zäh gewesen ist, hat ihr das Auffüllen dieser Stoffe eine gute Verbesserung des Immunsystems gebracht. Ständige Blasenentzündungen sind seitdem Geschichte. All diese Werte sollten in einem guten mittleren Bereich liegen, eher ein bisschen darüber (10 Prozent), so dass alle wichtigen Körperfunktionen gewährleistet sind.


    Das Laufen lernen ist für deine Mutter tatsächlich nicht unwichtig. Kann sie eine zeitlang einen Rollator benutzen und Krankengymnastik bekommen, so dass sie hier wieder Mut fassen kann.