• Wer von euch wurde denn bis jetzt positiv auf Corona getestet?

    Corona-Virus Hysterie hin oder her, wer von euch wurde auf Corona positiv getestet? Wie verläuft es bei euch?
  • 379 Antworten
    L.vanPelt schrieb:

    Kann mir jemand mal das mit der Überforderung erklären?


    Überall lese ich immer wieder, dass Ärzte, Krankenhäuser, Gesundheitsämter etc. bereits überfordert seien.

    Ich vermute, das liegt nicht an den tatsächlich Erkrankten, sondern in erster Linie an ängstlichen und verunsicherten Leuten, die getestet werden wollen. Hypochonder verstopfen schon ohne Epidemie oft genug die Sprechstunden und (schlimmer!) Notfallambulanzen. Corona wirkt hier sicher bei vielen als Booster und Menschen, die ohnehin schon unter Krankheitsängsten leiden, geben jetzt erst recht keine Ruhe mehr.

    Plus Leute, die Erkältungssymptome haben und sonst damit vielleicht nicht gleich zum Arzt gehen (viele dürfen ja 3 Tage ohne AU zuhause bleiben), die das jetzt abklären lassen. Was grundsätzlich auch sehr vernünftig ist, denn wir müssen uns ja jetzt nicht noch zusätzlich einen hübschen Virencocktail kochen, zu dem jeder eine andere Zutat mitbringt.

    MorgenLefay schrieb:

    Würdet ihr morgen auf eine Hochzeit gehen mit 250-300 Gäste, wo Personen aus einem Risikogebiet (vielleicht) herreisen und aus einem Risikobundesland aus dem Westen?

    Falls du NRW meinst: hier leben die meisten Menschen und recht eng zusammen mit hoher Fluktuation von Stadt zu Stadt, dadurch erklären sich die hohen Infektionsraten. Offizielle Risikogebiete liegen nur in China, Iran und Italien.

    Ich würde aber trotzdem nicht zu der Hochzeit gehen. Und zu keiner anderen Veranstaltung wo so viele Leute so eng zusammenhocken. Sogar nicht, wenn ich die Braut wäre

    Dorfnixe schrieb:

    Wenn man selbst nicht in einem Risikogebiet (NICHT in einem Gebiet mit vielen Infizierten!) war und keinen Kontakt mit einem nachweislich (!) Betroffenen hatte, wird aber auch der Arztbesuch nichts nützen, solang der Arzt kein Hellseher ist.

    Es ging nicht darum auf Corona zu testen, es ging um eine Krankmeldung. Dazu muss man eben schon zum Arzt, egal was man hat.

    L.vanPelt schrieb:

    Kann mir jemand mal das mit der Überforderung erklären?

    Überall lese ich immer wieder, dass Ärzte, Krankenhäuser, Gesundheitsämter etc. bereits überfordert seien.

    Ich weiß, dass die niedergelassenen Ärzte die sind, die den Hals hinhalten sollen. Neben ihrem normalen Praxisdienst, der momentan nervig scheint, da in der Tat mach ein Patient versucht das Sterilium zu klauen, sollen sie noch die Hausbesuche mach um Rachenabstriche bei den Leuten zu nehmen, die sich beim Gesundheitsamt gemeldet haben.

    Natürlich ist das überfordernd, wenn man plötzlich noch einen Zweitjob erledigen darf und dann auch noch angefahren wird warum das über 48 Stunden gedauert habe bis jemand vorbeikommt und eine Probe nimmt.:-/


    Es gibt ja nicht plötzlich aus Erde entstehendes Personal.

  • Anzeige
    Maerad schrieb:
    Dorfnixe schrieb:

    Wenn man selbst nicht in einem Risikogebiet (NICHT in einem Gebiet mit vielen Infizierten!) war und keinen Kontakt mit einem nachweislich (!) Betroffenen hatte, wird aber auch der Arztbesuch nichts nützen, solang der Arzt kein Hellseher ist.

    Es ging nicht darum auf Corona zu testen, es ging um eine Krankmeldung. Dazu muss man eben schon zum Arzt, egal was man hat.

    Es ging doch zuvor um Kollegen oder Mitarbeiter, die krank zur Arbeit kommen. Solche würden doch erst recht sich nicht krank melden, wenn sie gleich am 1. Tag zum Arzt müssten.

    Und ich hatte angenommen, dass machereiner von diesen Helden der Arbeit aktuell den Betrieb auch mit Corona lahmlegen könnten. Denn ungetestet ist Corona ja schließlich bei vielen auch nix anderes als ne Erkältung. Klar gehen die dann arbeiten. Und die lange Inkubationszeit tut ihr übriges.

    (aber, und hier schließt sich der Kreis: selbst wenn sie zum Arzt gehen, kommen sie mit grippalen Infekt wieder raus, egal ob sie den haben oder doch Corona).

    Ja, das stimmt.

    Aber auch darum ging es ja eigentlich nicht. Hier hatte sich die Kollegin ja krankgemeldet, weil sie nicht zum Arzt wollte. Das ist für mich schon schräg. Sprich, wenn sie ab dem dritten Tag müsste, kommt sie lieber mit Viechern im Hals als zum Arzt zu gehen. (Faulheit?)


    Welcher Infekt dahiner steht ist dabei egal.

    Dorfnixe schrieb:

    Denn ungetestet ist Corona ja schließlich bei vielen auch nix anderes als ne Erkältung.

    Das ist auch so ein Punkt. Ich denke, dass auch eine normale Erkältung bei ungüstigen Vorerkrankungen lebensbedrohlich sein kann. Trotzdem geht bei einer Erkältungs- oder Grippewelle kein Gesundheitsminister vor die Kamera und das RKI äußert sich ebenfalls nicht und es werden auch keine Quarantänen verhängt. Mir geht es nicht um Panikmache oder Verschwörungstheorie aber in manchen Momenten glaube ich, dass es da tatsächlich etwas gibt, was uns an Information vorenthalten wird.

    Ich rede nicht von der latenten Panik in der Bevölkerung und den Hamsterkäufen. Sondern von den Bildern auch China und den Reaktionen von offizieller Seite, wo auch gravierende wirtschaftliche Folgen in Kauf genommen werden. Zu "ist in Wirklichkeit ganz harmlos" will das einfach nicht passen.

  • Anzeige

    Das sehe ich nicht ganz so. Immerhin muss das Virus noch genauer erforscht werden. So ähnlich wurde doch auch bei H5N1 reagiert. Erstmal Vorsicht bis genaueres bekannt ist.


    Stell dir vor, es würde nichts gemacht und das Virus ist gefährlicher als bisher angenommen. Ich höre die Schreie, warum keiner was getan habe. Wie sie es machen, die machen es falsch.

    Maerad schrieb:

    Das sehe ich nicht ganz so. Immerhin muss das Virus noch genauer erforscht werden. So ähnlich wurde doch auch bei H5N1 reagiert. Erstmal Vorsicht bis genaueres bekannt ist.

    Das mit dem Ungewissheitsfaktor ist schon plausibel aber letztendlich weiß man das doch bei keinem Erkältungs- oder Grippestamm mit absoluter Sicherheit.


    Hier:

    https://www.t-online.de/gesund…-an-grippe-gestorben.html

    kann man nachlesen, dass der aktuelle Influenzavirus bereits 200 Leute auf dem Gewissen hat.

    Es wurde ja auch schon an anderer Stelle erwähnt, dass die normale Grippe jedes Jahr ganz sang- und klanglos bis zu Tausende Opfer fordert. Der Punkt ist: Wäre es ein reines Medienspektakel, könnte man dieses jedes Jahr aufziehen. Auch Coronaviren sind ja ansich nichts neues. Daher bleibt für mich die Frage: Was ist diesmal anders? (und nur "Vorsicht" ist da ein bisschen wenig Erklärung).

  • Anzeige

    Es ist in dem Sinne anders, dass Cornaviren sich anders verhalten als andere Virenfamilien und eigentlich seltenst am Menschen herumspuken.

    Ausserdem - wenn die Gesundheitsbehörden den Eindruck hätten, die Ausbreitung von z.b. normalen Influenza-Viren durch solche Maßnahmen aufhalten zu können, würden sie es sicherlich auch tun. Aber da kämpft man eh vergebens. HIer besteht ja evtl noch eine Chance.


    Allerdings ist es wirlich einen Gedanken wert - wenn man öffentlich unterwegs ist und ein bisschen denkt, "hm, hoffentlich stecke ich mich nicht mit dem neuen Virus an", kann man genauso denken "hm, hoffentlich stecke ich mich nicht mit Influenza an" (zumindest wenn man nicht geimpft ist).


    Kollege hatte das gerade samt seiner ganzen Familie, war gar nicht witzig, und für seine Kinder lebensgefährlich, da hohes Fieber.

    L.vanPelt schrieb:

    Auch Coronaviren sind ja ansich nichts neues. Daher bleibt für mich die Frage: Was ist diesmal anders? (und nur "Vorsicht" ist da ein bisschen wenig Erklärung).

    Dazu wurde heute in der Pressekonferenz des RKI ein bisschen was erklärt. Zum einen ging man zunächst (im Dezember) von einer großen Ähnlichkeit zu SARS aus (weil die Virenstämme sich genetisch sehr ähneln), was bedeutet hätte, dass die Mensch-zu-Mensch-Übertragung wesentlich schleppender verläuft (bei Grippe übrigens auch), und dazu kommt noch die sehr lange Inkubationszeit. Wenn die Viren sich wesentlich leichter übertragen als andere bekannte Stämme inklusive Grippe und die Inkubationszeit es nahezu unmöglich macht, die Infektionswege nachzuvollziehen, ist das eine ziemlich üble Kombination, die schon ziemlich reinhaut. Aus Sicht der Viren sicherlich eine ziemlich geniale Strategie.

  • Anzeige

    Würdet ihr morgen auf eine Hochzeit gehen mit 250-300 Gäste, wo Personen aus einem Risikogebiet (vielleicht) herreisen und aus einem Risikobundesland aus dem Westen? Das ist die Hochzeit meines besten Freundes, bin sogar 500km gereist in die Heimatstadt extra -.- ich kriege die Krise ich kann mich nicht entscheiden . Mir ist egal egal mit dem corona antustecken mache mir sorgen wegen meiner Familie die ja auch in Gefahr stehen wird



    Danke Dorfnixe für die Antwort. Mein Herz blutet aber ich glaube meine Entscheidung geht leider gottes auch in richtung nicht gehen. Zumal ich ja nicht weiss ob wirklich Reisende aus dem Riskiogebiet kommen. Die Wahrscheinlichkeit ist da. Abgesehen von den deutschen Gästen die ja potenziell auch gefährlich sein können .

    Ich nehme auch an, die Situation wäre jetzt eine ähnliche, wenn wir die Grippe noch nicht kennen würden und sie jetzt erstmals sich ausbreiten würde. An die haben wir uns nur halt einfach schon gewöhnt. Das wird mit Corona nicht anders sein, denke ich. Die beiden Viren stehen halt nur an sehr verschiedenen Punkten ihrer Karrieren. Und als die Grippe neu war, gab es halt noch kein TV, keine Breaking News, Liveticker, Internet und "soziale" Medien. Und weniger (Fern-)Reisen. Da wurden einfach Leute krank und manche starben, irgendwann stellte man Regelmäßigkeiten fest und forschte und gewann Erkenntnisse - nur halt alles deutlich langsamer als das heute bei Corona passiert.

  • Anzeige