11-Jähriger hat nachts Angst vor dem Alleineschlafen

    Hallo zusammen,


    mein Sohn (11) schläft seid einiger Zeit nicht mehr alleine in seinem Zimmer. Jede Nacht kommt er zu mir rüber ( allerdings schon nach ca. 2 Stunden )und sagt, er könne einfach nicht mehr einschlafen. Wir haben mittlerweile alles versucht......es im ruhigen oder auch mal in einem strengeren Ton. das geht soweit, das er sogar anfängt zu heulen. Erst wenn er bei mir schläft (mein Mann und ich schlafen getrennt, da er so schnarcht), ist er sofort ruhig und schläft auch direkt wieder ein, obwohl ich teilweise nachts Stunden damit verbringe, ihn immer wieder in sein Bett zu schicken.


    Wir hatten sein Zimmer schon umgestellt, weil wir dachten, er fühle sich nicht mehr wohl, dann haben wir ihm sogar ein größeres Bett gekauft....aber nicht half.


    Letzte Nacht, als er wieder mal zu mir rüber kam, kam mir die Idee, meine Matratze in sein Zimmer zu legen und dann mal bei ihm zu schlafen.......damit er sich auch mal an sein neues Bett gewöhnt. Und prompt hat er gut geschlafen.


    Ich hab mir heute morgen einen Kopf gemacht und überlegt, woran es denn einmal liegen könne. Da viel mir "Feuer" ein. Bei uns in der Nachbarschaft hatte es vor ein paar Jahren nachts gebrannt und durch die Feuerwehr( die direkt vor unserem Haus hielt) hat er sich damals wahnsinnig erschreckt und wir konnten ihn kaum beruhigen ( wie gesagt, es ist schon einige Jahre her).


    Damals hatten wir das Problem, das er tagsüber nicht mehr alleine in seinem Zimmer bleiben wollte. Irgendwann hat sich das aber von ganz alleine gelegt und alles war wieder gut.


    Also habe ich ihn heute morgen auf das Thema angesprochen. Und er sagte, das er Angst hätte, es würde nachts mal brennen und er würde den Rauchmelder nicht hören, oder das Einbrecher nachts kämen.........als er das sagte, war mir einiges klar.Deshalb schlief er auch immer sofort ein, wenn er bei mir war.


    Ich habe mir für morgen mal einen Termin beim Arzt geholt und werde ihm davon berichten.


    Jetzt meine Frage, hat vllt. jemand eine Idee, wie ich ihm die Angst nehmen kann???


    ich habe mit ihm heute morgen ganz lange geredet, aber die Angst ist einfach in seinem Kopf.


    Sorry, das ich einen sooo langen Text geschrieben habe :=o

  • 35 Antworten

    Ich hatte als Kind schubweise auch Ängste. Meine Eltern haben dann eine Matratze in ihr Zimmer gelegt, und ich konnte nachts zu ihnen umziehen, wenn ich wollte. Meist hat sich die Sache binnen kurzer Zeit wieder gelegt. Viel Worte haben sie nie drum gemacht, und das fand ich irgendwie beruhigend – dass sie sich nicht aufgeregt haben, dass das alles kein großes Ding war, dann bin ich halt rübergetappelt gekommen, wenn es mir dann besser ging. Sie haben auch nicht viel dazu gesagt, wenn es sich dann wieder gelegt hat, also weder großes Lob dafür noch große Kritik oder Besorgnis vorher.


    Ich glaube, was ich daran besonders schön fand, war, dass ich mich nie groß erklären musste. Wenn ich irgendein Problem hatte, das mich etwas kuschelbedürftiger gemacht hat, über das ich aber nicht reden wollte, dann musste ich keine große Angst erfinden, um das Kuschelbedürfnis zu rechtfertigen (wenn ich drüber reden wollte, konnte ich das aber jederzeit). Das war – schön. Einfach schön. So ohne Druck und ganz locker und freundlich miteinander. Ich hoffe, dass unser Kleiner es mal ähnlich empfindet.


    Dein Sohn ist elf – hat er gerade einen Schulwechsel gehabt?

    Ganz ehrlich – ich bin ziemlich, ziemlich sicher, dass es NICHT um das Feuer geht und dass alle Überzeugungsversuche in dieser Richtung nicht nur fruchtlos sind, sondern vielleicht sogar das Unbehagen des Jungen eher verstärken, die Sache also noch verlängern. ;-) Wenn rationale Argumente nicht ankommen, dann ist es keine rationale Angst, und dann hilft alles Argumentieren nichts, weil man sich den Mund über etwas fusslig redet, um das es in Wirklichkeit überhaupt nicht geht.

    Er ist jetzt im 6. Schuljahr. Also der Schulwechsel war letztes Jahr.


    Ich hatte ihm ja auch gesagt, er könne nachts rüber kommen, solle aber erst mal versuchen, wieder alleine in seinem Bett einzuschlafen. Ich hatte aber teilweise das Gefühl, als wenn er, sobald er nachts die Augen aufmacht, sofort zu mir kommt.


    Obwohl ich das jetzt verstehen kann, wenn die Ängste stimmen.

    Du könntest auch, wenn Dir Dein eigenes Schlafzimmer heilig ist und Du befürchtest, er könne sich das Rüberkommen "angewöhnen", eine Matratze in sein Zimmer legen und dann eben eine Weile dort schlafen. Richte Dich drauf ein, das drei Monate lang zu tun, entspann Dich, und wenn er das nicht mehr möchte, soll er Dir Bescheid sagen. Ich halte die Wahrscheinlichkeit dafür, dass drei Monate verstreichen, ohne dass er das tut, für sehr gering.


    Falls Du drei Monate viel zu lang findest, setz eine andere Zeit fest, in der es für Dich bis zum letzten Tag völlig okay und normal und prima und entspannt ist, und erst wenn sie rum sein sollte, ohne dass er Dich wieder ausquartiert hat, überlegst Du ganz in Ruhe, wie ihr es handhaben wollt.