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    Dieses liegt aber vor allem am immer höheren durchschnittlichen Erkrankungsalter. Kinder haben in den seltensten Fällen Komplikationen, es sind eher junge Erwachsene, die mit richtig fiesen Verläufen kämpfen.

    NEIN. Das ist schlicht und ergreifend falsch.

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    Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die am meisten gefürchtete Komplikation einer Maserninfektion, ist möglicherweise häufiger als bisher angenommen. Nach einer Studie in PLoS ONE (2013; 8: e68909) kommt es bei einem von 3,300 Kindern im Alter unter 5 Jahren nach der Maserninfektion zu einer SSPE. Das Risiko steigt mit abnehmenden Alter an. Besonders gefährdet sind Kinder im ersten Lebensjahr, die noch zu jung für eine MMR-Impfung sind.

    http://m.aerzteblatt.de/news/55190.htm

    Hmm... irgendwie fällt es mir schwer, reale Gründe zu finden, die gegen das Impfen der meisten hier genannten Krankheiten sprechen.


    Von den Impfgegnern wird viel gemutmaßt, man verlässt sich auf ein diffuses Bauchgefühl und vermutet eine Verschwörung der Pharmaindustrie (die aber wohl mehr an Krankheiten selbst, als an der Verhinderung von Krankheiten verdienen dürfte).


    Das Argument der Selbstbestimmung über das Impfen halte ich gelinde gesagt für anmaßend, denn selbst eine gebildetet Mutter sollte ihre persönliche Meinung nicht über des Fachwissen der Mehrheit der Ärzte oder Impfexperten stellen.

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    Ich behaupte einfach mal, dass auch Dein Arzt seine Ausbildung Ernst nahm und sein Handwerk versteht und nicht grundlos zu Antiobiotika greift!

    Ähm..doch. Und das ist auch offen bekannt. Bei einigen Erkrankungen liegt das an der Erwartungshaltung der Patienten. Wenn sie nicht verschreiben, gehen viele einfach zum nächsten Arzt und kommen nicht wieder. Ich habe auch fast immer AB gekriegt bei Bronchitis und Rachenentzündung und hab irgendwann aufgehört, das Rezept einzulösen. Weil es jedes Mal Vireninduziert war. Selber Grund: die meisten anderen Patienten erwarten ein AB.

    ;-D


    ja, sicher. diese absolut zuverlässige praxis ist vermutlich der grund dafür, weshalb ich schon bei darauffolgend nachgewiesener viraler erkrankung schneller ein antibiotikumrezept in der hand hatte, als ich gucken konnte.


    und wie unverantwortlich, das dann auch tatsächlich nicht zu nehmen...


    im umgekehrten fall war es dann auch genauso gerechtfertigt (von mehreren ärzten!), mich 5 wochen lang mit ner lungenentzündung immer wieder einfach (ohne antibiotikum...) nach hause zu schicken, so daß ich danach einen zusätzlichen sechswöchigen totalausfall hatte wegen der verschleppung.


    lag vermutlich an meiner dämlichkeit und war eine riesensauerei von mir, diese bodenlose ignoranz der ärztlichen diagnosen. %-|

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    NEIN. Das ist schlicht und ergreifend falsch.


    Die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die am meisten gefürchtete Komplikation einer Maserninfektion, ist möglicherweise häufiger als bisher angenommen. Nach einer Studie in PLoS ONE (2013; 8: e68909) kommt es bei einem von 3,300 Kindern im Alter unter 5 Jahren nach der Maserninfektion zu einer SSPE. Das Risiko steigt mit abnehmenden Alter an. Besonders gefährdet sind Kinder im ersten Lebensjahr, die noch zu jung für eine MMR-Impfung sind.


    http://m.aerzteblatt.de/news/55190.htm

    Das ist richtig, gerade bei einer Erkrankung unter zwei Jahren ist das Risiko dafür nicht zu verachten.


    Ich meinte mit Komplikationen vor allem die Masern-Enzephalitis, das Risiko geht hier nach dem sechsten Lebensjahr stetig nach oben, so dass davon dann häufig eben die älteren Erkrankten betroffen sind.

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    Was mich auch immer erstaunt: Das Kind impfen möchten die Impfgegner nicht, weil dies nicht notwendig und eine Masche der Pharmaindustrie sei. Ist das Kind aber erkrankt, möchte man selbstredend die beste Versorgung für den Zögling durch die Pharmaindustrie. Wie passt das zusammen? Auch hier wieder der klassische Fall von Rosinenpickerei. Genauso wie das Verlassen auf den Impfschutz der Allgemeinheit.


    Wem kann man Rosinen picken für das eigene Kind verübeln? ":/

    Was mich an dieser Praxis irritiert ist nicht das die Eltern die Rosinen picken wollen, will ich ja auch. Ich habe bei Impfgegnern jedoch sehr häufig ein großes Misstrauen Ärzten gegenüber festgestellt. Man vertraut dem eigenen (Kinder)arzt nicht genug um seine Impfempfehlung anzunehmen, aber wenn die Kacke dann am Dampfen ist muss man doch noch viel mehr Vertrauen aufbringen. Da sieht es dann mit dem Mitspracherecht plötzlich ganz mies aus und man steht händeringend daneben während das Kind verkabelt, intubiert und mit Infusionen versorgt wird. Da ist dann plötzlich das ultimative Vertrauen gefragt in Ärzte und Pharmaindustrie. In meinen Augen ist das absurd: nicht genug Vertrauen um zu glauben das ein Arzt die Risiken einer Impfung einschätzen kann, aber dann vollstes Vertrauen in das selbe System wenn es darum geht das Leben und die Gesundheit meines Kindes zu retten.


    Impfschäden


    Da werden meiner Meinung nach oft Statistiken nebeneinander gestellt bei denen man sehr sehr vorsichtig sein sollte. Immerhin kann man ja auch statistisch nachweisen das der Storch die Kinder bringt oder wie sonst sollte man erklären das die Zahl der Geburten zusammen mit den heimischen Störchen zurück gingen? ;-)

    Statistiken sind toll, was hilft es dann wenn du der eine unter den 10.000 bist den es erwischt.


    Einer meiner Cousins ist z.B. an Masern gestorben (vor 30 Jahren).


    Wir haben alle 3 Kinder nach Empfehlung impfen lassen und keine Komplikationen gehabt (auch hier gilt natürlich: was wenn dein Kind dann das Eine unter den tausenden ist..).


    Für meine Begriffe überwiegen die Vorteile einer Impfung gegenüber den Risiken

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    Für meine Begriffe überwiegen die Vorteile einer Impfung gegenüber den Risiken

    Ansonsten wären sie auch gar nicht zugelassen.


    Der Pockenimpfstoff war übrigends wesentlich unschöner unterwegs ... trotzdem wurde er konsequent genutzt. Die Pocken sind inzwischen kein Thema mehr, und auch der fiese Impfstoff muss nicht mehr verwendet werden.

    PIA


    Da kann man eben nur das geringere Risiko wählen und soweit ich weiß ist es bei der Erkrankung der eine unter 1000 der stirbt, bei der IMpfung der eine unter 10.000. Da wähle ich die Impfung.

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    Ich glaub ich seh das pragmatisch, selbst wenn es wirtschaftlich wäre (Aleonors Beispiel zeigt mir, dass es nicht wirtschaftlich ist denn windpocken oder Gürtelrose als erwachsener sind echt auch nicht sooo spaßig), dann ist doch die Impfung auch nicht wirklich schädlicher als eine andere. Ob ich den Impfstoff nun noch dazu pack oder nicht... und soviel ich weiß gibts die sowieso noch einzeln. Kann man also jederzeit ablehnen, ohne die wirklich schlimmen Nebenwirkungen anderer Krankheiten direkt in Kauf nehmen zu müssen. MMR find ich alle drei wichtig.... R eher bei Mädchen, obwohl auch Jungs schwangere anstecken ^^ M1 sowieso für alle... und M2 für Jungs da möchte ich nämlich meinem Sohn später mal nicht erklären warum er keine Familie gründen kann.

    Röteln ist doch die allerallerallerdämlichste Impfung bei Kindern überhaupt. Hätten alle Mädchen als Kind die Röteln, wären auch alle Schwangeren immun und müssten nicht um ihren Titer bangen. Mumps verringert nachweislich das Eierstockrisiko und die Wahrscheinlichkeit einer eintretenden Sterilität bei Jungen, die als Kind Mumps haben, ist verschwindend. Auch hier ist die Infektion in oder nach der Pubertät die eigentliche Gefahr - und das wird durch die Impfung wahrscheinlicher, dass man dann in einem ungünstigen Alter erkrankt. Impft man dagegen so mit Eintritt der Pubertät, falls die Kinder es bis dahin nicht hatten (gilt auch für Windpocken z.B.), ist der Schutz im Erwachsenenalter gegeben.

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    Da werden meiner Meinung nach oft Statistiken nebeneinander gestellt bei denen man sehr sehr vorsichtig sein sollte. Immerhin kann man ja auch statistisch nachweisen das der Storch die Kinder bringt oder wie sonst sollte man erklären das die Zahl der Geburten zusammen mit den heimischen Störchen zurück gingen?

    Scheinkorrelationen meinst du, klar gibt es die. Aber man weiß eben nicht, warum die SIDS-Fälle nach der Pertussis-Impfung signifikant ansteigen.

    also das stimmt so nicht. ich hatte als baby röteln und als ich schwanger war, wurde mein titer geprüft und er war viel zu schwach. ich hab dann ein paar monate lang gezittert und mich nach der schwangerschaft impfen lassen.

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    Aber man weiß eben nicht, warum die SIDS-Fälle nach der Pertussis-Impfung signifikant ansteigen.

    Aber gerade bei SIDS wird doch so unglaublich viel vermutet und nebeneinander gestellt weil niemand wirklich weiß wieso das passiert. Der Arzt der das rausfindet wird ewigen Ruhm erlangen, also bin ich gerade da extrem vorsichtig. Rauchen (in der Schwangerschaft), Körperkontakt zur Mutter, Schlafposition... Es gibt soviele Ansätze das ich fürchte es läuft auf den einfachen und in unserer Kontrollgesellschaft so verhassten Satz "Wir haben keine Ahnung." hinaus. So wenig Trost das auch bietet und wieviel Angst auch immer das macht nicht zu wissen welche Punkte man abhandeln muss um sicher zu sein.


    Was spricht dagegen die Impfungen regelmäßig auffrischen zu lassen? Ich habe eine Nadelphobie, aber selbst ich zwinge mich einmal im Jahr meinen Ausweis abzugeben damit mein Arzt mir sagen kann was muss und wo die Titer überprüft werden müssen. Wenn ich meinen Teenie nicht nachimpfen lasse frage ich mich, wieso?

    Als Baby ist das auch nochmal was anderes - Babys haben einfach nur sehr sehr wenig Immunsystem, da bilden sich seltenst ausreichend Gedächtniszellen. Röteln im Kindesalter, so zwischen zwei und zwölf, wären optimal.

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    Aber gerade bei SIDS wird doch so unglaublich viel vermutet und nebeneinander gestellt weil niemand wirklich weiß wieso das passiert.

    Endlich mal eine die es ausspricht! :)^

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    also bin ich gerade da extrem vorsichtig.

    Ich hab es daher aber eher umgekehrt gemacht. Gut ich rauche nicht, aber die Schlafpostiionen und andere- vermutliche - Auslöser hab ich mehr oder wneiger zwar im Hinterkopf gehabt aber eigentlich nicht wirklich beachtet.


    Stichwort Nestchen im Bett und Seitenlage fürs Baby.