Dyskalkulie nicht feststellbar wegen grenzwertigem IQ Test

    Hallo zusammen,


    vielleicht gibt es hier ja Eltern mit Dyskalkulie- oder rechenschwachen Kindern.


    Und zwar folgendes:


    Habe heute die Auswertungen von den Tests bekommen.


    Ich hab leider keine genauen Punktzahlen, aber ich versuch es mal in Worten wiederzugeben.


    Gestestet wurde mit Hawik 4 ,mein Kind ist 8 und in der 3. Klasse.


    Erklärt wurde es mir so:


    Im Mathetest ist sie so schlecht gewesen,das eine Rechenstörung sicher ist, aber da der IQ Test zu schlecht ausgefallen ist, kann dies nicht mehr als Rechenstörung oder Dyskalkulie gewertet werden.


    Wie gesagt ,ich hab keine Zahlen, aber es gibt einen Normbereich der liegt etwa bei der Zahl 7-13.


    Mein Kind liegt dabei etwa in jedem Bereich 0,5-1 Punkt darunter.


    Nun meine Frage: reichen diese zwei Tests aus um sicher zu sein, da überall im Netzt steht das der IQ Test bei rechenschwachen Kindern oft schlechter ausfällt.


    Mein Kind steht in allen Fächern zwischen 1-3 , in Mathe zw. 5-6.


    Sie hat sehr wenig Selbstbewußtsein,und hat Schwierigkeiten vor der Klasse zu sprechen, damit versemmelt sie sich ihre Noten natürlich.


    Ich selbst habe nicht das Gefühl das sie lerntechnisch in den anderen Fächern schlechter ist wie andere,und auch die Lehrer sehen das so.


    Also nicht das es falsch rüber kommt,ich hab kein Problem wenn mein Kind einen niedrigeren IQ hat wie andere,


    aber ich kann nur nicht begreifen, das man dann einfach nach Hause geschickt wird, mit der Aussage es wird schon, lassen sie am besten die Klasse wiederholen.


    Das tun wir sowieso , damit wir auch ein bißchen mehr Zeit haben,und sie nicht in der 4. zu sehr unter Druck kommt, aber das löst leider nicht das Matheproblem.


    Und ich kann es nicht, ich über seit der 1. Klasse mit ihr, ständig Wiederhohlungen neben den Hausaufgaben, und es wird nicht besser.


    Sie versteht es einfach nicht.


    Ich überlege nun sie in einem spezialisierten Zentrum in Düsseldorf testen zu lassen, da die Tests dort umfangreicher sind haben wir zuerst die örtliche Einrichtung aufgesucht.


    Vielleicht kann mir ja jemand was dazu sagen.


    Soll ich dahinter bleiben, oder das so hinnehmen?

  • 115 Antworten
    Zitat

    Im Mathetest ist sie so schlecht gewesen,das eine Rechenstörung sicher ist, aber da der IQ Test zu schlecht ausgefallen ist, kann dies nicht mehr als Rechenstörung oder Dyskalkulie gewertet werden.

    Haben sie das dann insgesamt als Lernbehinderung gewertet? Wie hoch war denn der Gesamt-IQ?

    Ich würde es umfassend testen lassen. Der HAWIK ist an sich gut, aber er hat halt Grenzen (Rechenschwierigkeiten, die sich auch auf andere Bereiche des Tests auswirken können). Formell ist es daher korrekt, keine endgültigen Aussagen zu treffen. Ich habe auf den HAWIK gerade leider keinen Detailzugriff; aber schau mal hier: http://psychologie-aktuell.net/hawik-iv.html


    Das wird deutlich, dass Zahlen in versc, Subtests eine Rolle spielen. Was auch bedeutet, dass all diese Subtests beeinträchtigt sind, wenn eine "Zahlenschwäche" vorliegt. Daher gibt es kein eindeutiges Endurteil UND de Gesamt-IQ kann beeinträchtigt werden. Gegen einen insgesamt unterdurchschnittlichen IQ sprechen schon die guten Schulnoten. Für eine Zahlenschwäche spricht die Diskrepanz zwischen Mathenoten und restlichen Noten.


    Deine Tochter wurde nur mit EINEM Test getestet. Der Grenzen hat. Das reicht nicht aus für ein endgültiges Fazit; da müssen mehrere Tests kombiniert werden. Bzgl. Dyskalkulie einerseits und bzgl. IQ andererseits (dann aber möglichst "zahlenfrei").


    Macht Euch bitte die Mühe der umfangreichen Testung - und schaut dann, welche HIlfe möglich ist. Denn letztlich quält sie sich ohen Diagnose ja mit dem Mathekram, und das geht irgendwann richtig an den Selbstwert. Wenn aber feststeht, dass da eine Schwäche vorliegt, kann gezielt gefördert werden. Und ggf. sogar die eine Benotung in Mathe unterbleiben. Da aber langfristig Zahlen auch in anderen Fächern eine Rolle spielen (und nicht nur in Mathe), könnte sich eine Daskalkulie negativ auswirken (dabei fehlt ja quasi ein Zahlen-/Mengen-/Größenempfinden).


    Wie reagiert Deine Tochter auf die Testsituation an sich? Macht sie mit, ist sie ängstlich?

    Zitat

    Haben sie das dann insgesamt als Lernbehinderung gewertet?

    Nein.

    Zitat

    Wie hoch war denn der Gesamt-IQ?

    Keine Ahnung, ist kein Wort drüber gefallen.Werd mir aber alles nochmal genau erfragen.


    Aber schau dir mal das Bild an.


    Der blaue Bereich ist der Normbereich (7-13)


    Mein Kind ist der rote Strich.


    http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=2d6580-1447682559.png


    Hab grad auch nochmal mit der Klassenlehrerin telefoniert, sie hat mir auch noch mal bestätigt das sie nicht den Eindruck hat das sie lerntechnisch in anderen Fächern hinterhersteht.

    @ sunflower

    Danke für die umfangreiche Erklärung.

    Zitat

    Wie reagiert Deine Tochter auf die Testsituation an sich?

    Ich habe das Gefühl unter Druck steht sie sich selbst im Weg, sie kontrolliert sehr oft die Ergebnisse, weil sie Angst hat das was falsch ist, wenn sie nicht weiter kommt gibts sie sehr schnell auf, fängt an zu weinen statt sich anderen Aufgaben zu widmen die sie durchaus kann.


    Ihre Lehrerin sagt immer, sie ist auf dem Schulhof in der Pause ein ganz anderes Kind, im Unterricht fällt der Vorhang.

    Zitat

    sie hat einen unterdurchschnittlichen iq wert und schreibt aber in allen fächern noten von 1 bis 3?


    passt nicht so ganz zusammen

    ja so kann man es sagen, rein theoretisch könnte sie sogar noch bessere Noten haben , aber in Deutsch steht sie zum Beispiel auf 3 weil sie sich einfach mündlich nix zutraut.


    Sie würde vom Können in Deutsch auf ner guten soliden 2 stehen,bekommt aber dann ,weil sie eben nicht vorliest(obwohl sie sehr gut lesen kann) eine 3.

    Zitat

    sie hat einen unterdurchschnittlichen iq wert und schreibt aber in allen fächern noten von 1 bis 3?


    passt nicht so ganz zusammen


    ja so kann man es sagen, rein theoretisch könnte sie sogar noch bessere Noten haben , aber in Deutsch steht sie zum Beispiel auf 3 weil sie sich einfach mündlich nix zutraut.

    Das kann schon sein und zwar aufgrund der Elternkomponente;


    wenn Du das Kind gut förderst, kompensiert Du sozusagen ein paar IQ-Punkte, weil Du ihr zeigst, wie man an was rangeht, ihr viel vorliest, mit ihr Aufgaben formulierst oder erklärst.....


    ich kenne Tatsache eine Arzt-Kind mit zweimal getestest 85 IQ-Punkte, 100 ist Durchschnitt, man sagt, so 110 ist für das Gym passend....


    der Junge ist nun a uch auf dem Gym und kommt durch, ABER frag' nicht, wie der von seinen Eltern gezwiebelt wurde bzw. wird, der mußte schon in der Grundschule Bruchrechnen und ist mehrfach von zu Hause ausgerissen, weil es ihm zuviel wurde.


    Das hat natürlich irgendwann seine Grenze, keine Frage.


    Aber daran sieht man, dass Elternförderung viel ausmacht.

    @ Spooky:

    Hawik ist ein guter Test. Wer hat ihn durchgeführt? Ich würde dir raten sich an ein Sozialpsychiatrisches Zentrum zu wenden. Dort werden neben dem Hawik noch viele andere Tests durchgeführt und jedes Feld (Motorik, Sprache, etc.) abgeklappert und dann gibt es eine umfassende Gesamteinschätzung. Der IQ allein ist nie aussagekräftig genug.

    Zitat

    weil sie sich einfach mündlich nix zutraut

    ja das hab ich mir schon gedacht daß sie auch eher 3 anstatt 2er noten kriegt in einigen fächern weil du gesagt hattest daß sie schüchtern ist usw. nicht gerne in der klasse redet usw.


    ich weiß nicht wie es bei der 3.klasse ist da ich selber die Grundschule hier nicht besucht habe in brd aber spätere schulen bei mir war es so, daß die mündliche Beteiligung mitzählt.


    fiel ihr das lesen schon immer leicht bzw. hatte sie da keine besondere Schwierigkeiten oder ist es eher so wie

    Zitat

    wenn Du das Kind gut förderst, kompensiert Du sozusagen ein paar IQ-Punkte, weil Du ihr zeigst, wie man an was rangeht, ihr viel vorliest, mit ihr Aufgaben formulierst oder erklärst

    chriecharlie sagt daß du grob gesagt daß lesen mit ihr jahrelang eingeübt hast?


    wäre interessant zu wissen

    himmel..... :-o ich kenn mich damit überhaupt nicht aus, habe keine kinder und bin auch froh darüber - aber wenn ich sowas lese wird mir echt übel.... was müssen denn die kinder heutzutage alles über sich ergehen lassen

    habe ich das richtig verstanden, dein kind ist in der 3. klasse? schulnoten in der 3. klasse? dürfen kinder denn heutzutage echt überhaupt nicht mehr kind sein, müssen die in so jungen jahren schon in klassifizierungen leben und in schemata gepresst werden? dsa ist ja furchtbar.... :-o :|N ich hatte mein leben lang in mathe nie eine bessere note als mal eine 4 mit glück... teilweise im zeugnis sogar mal eine 6.... niemand kam auf die idee, deswegen meine intelligenz infrage zu stellen oder mich gar durch irgendwelche tests zu schicken um herauszufinden, wo mein iq denn nun wirklich sei. und ich hab irgendwie trotzdem das fachabitur geschafft ;-D sorry, mir tut sowas einfach nur leid für das kind/die kinder. nur, weil man kein rechengenie ist - was ich wunderbar nachvollziehen kann - muss doch nicht insgesamt an der intelligenz gezweifelt werden und alles bis zum ende ausgetestet werden ":/