Epilepsie oder Tick?

    Hallo liebe Forumsmitglieder,


    mein Mann und ich machen uns Gedanken um unseren bald 4 Jährigen Sohn.


    Vor ein paar Monaten haben wir bei ihm zum ersten Mal ein komisches Augenzwinkern bemerkt. Er machte dies ganz willkürlich, es gab keinen besonderen Auslöser. Wir dachten erst, es wäre so eine Art "Nachahmung", dass er es irgendwo gesehen hat und einfach toll findet im Moment.

    Zu dem ständigen Augen zusammen Kneifen kam dann so ein Augenrollen hinzu. Er verdreht die Augen entweder ganz nach oben oder zur Seite (beide Augen) und spielt dabei aber munter weiter.

    Es wird aber irgendwie immer öfter und auch ausgeprägter. Heute war es besonders heftig, da wollte er seinen Teller zu Mittag weg bringen und als er vom Stuhl stieg stand er auf einmal da mit dem Teller in der Hand, verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf irgendwie immer nach links und recht, ganz schnell. Ich hab ihn angesprochen, aber er reagierte nicht, erst als ich seinen Kopf fest hielt und ihm in die Augen schaute und seinen Namen sagte, war er wieder da und sagte nur "ja".

    Dies spielt sich immer nur in Sekunden ab (bis auf heute, aber da war ich leider zu perplex um es zu filmen), sodass ein Aufnehmen des Ganzen mir bisher nicht möglich war.


    Wir waren zuerst bei unserer Kinderärztin, die uns zum Kinder Neurologen überwiesen hat, weil sie meinte es könnte vielleicht auch eine Form von Epilepsie sein.

    Einen Augenarzt Termin hatten wir heute, weil wir dachten es könnte vielleicht doch ein Schielen sein oder dass er nicht gut sieht. Dies wurde heute aber beides ausgeschlossen, seine Augen sind gut, er sieht alles so wie es sein soll und er schielt nicht. Die Augenärztin meinte, es wäre bei ihm wohl ein Tick, damit er mehr Aufmerksamkeit bekommt.


    Am 15.10. haben wir einen Termin bei einem Kinder Neurologen wo auch ein EEG gemacht werden soll.


    Nun stellen wir uns die Frage ob es wirklich Anfälle sind oder nur ein "Tick" weswegen auch immer???


    Hat vielleicht hier Jemand Erfahrung damit?


    Viele Grüße

    Honigtopf*:)

  • 12 Antworten

    Häufiges und "tickartiges" Blinzeln kenne ich als Ausdruck enormer Nervosität oder Stress - wobei das geschilderte Verhalten darüber hinaus zu gehen scheint. Zeigt er das Verhalten denn nur zu Hause? Und wann, gibt es bestimmte Zeiten? Ich würde parallel vielleicht einfach mal Tagebuch führen über die Umstände, ggf. bringt das zusätzliche Erkenntnisse.

    Hallo Elisada


    Das mit dem Tagebuch ist eine gute Idee! Ich werde meine Beobachtungen bzw. diese Vorfälle jetzt dokumentieren. Vielleicht gibt das zumindest dem Neurologen dann weitere Hilfe.


    Er hat das nicht nur zu Hause. Dem Kindergarten ist es auch schon aufgefallen und bei den Großeltern hat er das wohl auch schon gemacht.


    Dieses Blinzeln habe ich persönlich schon morgens, abends und generell so über den Tag beobachtet. Das es zu einer Tageszeit vermehrt auftritt kann ich jetzt so nicht ausmachen. Und es geschieht wohl in den verschiedensten Situationen, von einer ruhigen Phase bis hin dass er aufgeregt ist.


    Aber vielleicht hilft uns da wirklich das Führen eines Tagebuches:)^

    Warscheinlich sind es nur kurze Absencen, denn er ist ja bei bedingt bei Bewusstsein.

    Bei einem richtigen epileptischen Anfall (grand mal Anfall) verliert man das Bewusstsein

    Ist er denn wenn er das hat ansprechbar?

    Wenn das ist kann oder besser gesagt war dann auch mehr als ein "Ja" von sich geben?

    Hat er danach orientierungstörungen, kann er dann wieder normal sprechen oder braucht er eine längere Zeit.

    Wichtig ist das wenn du das bemerkst das du ihn festhälst ,nicht den Kopf wenn er ihn schüttelt das ist ein verkrampfen der Muskulatur und ist kontraproduktiv. Am besten du setzt ihn hin oder legst ihn hin bis es weg ist (wichtig!).

    Suche nach einen Neurologen wo du kurzfristig einen Termin bekommen kannst und nicht einen halben Monat warten musst. Auch wenn du dann eine lange Wartezeit in der Praxis in kauf nehmen musst, ist es wichtig ein EEG zu machen um die Ursache und Art festzustellen. Es gibt viele Arten von Epilepsie, manche beinhalten nur Absencen mit und ohne Gran mal Anfall oder nur Absencen.

    Ich habe das seid dem ich 14 Jahre alt bin, ich kippte in der Schule einfach vom Stuhl.

    Konnte gut damit leben weil ich bis letztes Jahr medikamentös gut eingestellt war, jetzt durch viel Stress und schweren Depressionen ist es schlechter geworden und ich muss zum neu einstellen nach Bonn.

    Zitat

    Merkt er, dass es kommt? Kann er es kurz unterdrücken?

    @ zuppa

    So etwas kann man merken aber muss nicht und unterdrücken kann man das nicht.

    Ein Tip von mir lese mal bei Google nach unter Absencen und Gran mal Anfall, dann weiß du was das ist und was man tun kann und besser bleiben läßt

    Das ist nicht böse gemeint ;-)


    Unter anderem sind Wadenkrämpfe; Einnässen; Verkrampfen vieler Muskeln; blau anlaufen; Zungen & Lippenbiss (keinesfalls den eigenen Finger in den Mund des Anfallenden stecken , denn der kann dann abgebissen werden) u.v.m. bei einem Anfall möglich. Wenn man bei solchen verrenkungen festgehalten wird ist es möglich das man damit einem die Knochen bricht. Menschen die einen Anfall haben die entwickeln während des anfalls Kräfte jenseits von gut und böse.

    Nach einem schweren Anfall ist Migräne möglich auch eine Desorientierung und Gleichgewichtsstörungen sowie Sprechstörungen. Ein Anfall ist praktisch ein Gewitter im Kopf bzw. im Gehirn.

    joschi : Nichts für ungut, aber ich weiss sehr wohl was eine Absence, Grand Mal und all das Ganze ist... Meine Frage hat darauf abgezielt zu differenzieren, ob es sich um eine komplexe Tic-Störung handeln könnte. Die Tics merkt man, wenn sie kommen und kann sie auch meist unterdrücken. Kommen dafür später und meist dann intensiver... Interessant wäre, was honigtopf uns dazu berichten kann...

    Absencen merkt man aber nicht wann sie kommen, das hast du ja geschrieben.

    Was mich stutzig macht ist das Augen rollen, das ist untypisch und eher in Richtung Epilepsie einzuordnen.

    Das Tourette Syndrom kenne ich.

    Ein unkrontlollierbares zucken bzw. zittern habe ich seid zwei jahren, wobei man das nicht als TS direkt diagnostiziert hat. Je mehr ich es unterdrücke desto schlimmer wird es, bei Aufregung und Stress ist es ganz schlimm.


    Wie du geschrieben hast warten wir besser ab was der TE dazu schreibt, ich sehe das eher als spekulation an als eine Ferndiagnose, die sowieso was für`n Popo ist :)z

    Sorry zuppa, ich wusste um deine Kenntnisse nicht okay ?

    Gibt viele die Blödsinn schreiben, nicht auf diesen Topic bezogen sondern bei anderen Sachen, wenn ich keine Ahnung oder Erfahrung habe schreibe oder sage ich auch nichts.

    Aber ein Erfahrungsaustausch ist immer gut :)z

    Hallo*:)


    Also, wenn ihr mich fragt ob er das irgendwie steuern kann oder unterdrücken kann würde ich spontan "jein" sagen.

    Am Donnerstag letzte Woche verdrehte er seine Augen ohne jede Vorankündigung und dann kam gleich das hin und her schütteln vom Kopf dazu. Auf mehrmalige Ansprache reagierte er nicht. Er stand einfach da mit dem Teller in der Hand (den er eigentlich zur Spüle bringen wollte) und bewegte sich (außer den Kopf) kein bisschen mehr von der Stelle.

    Ohgott, ich hoffe nur ich habe ihm mit meinem festhalten vom Kopf nicht weh getan:-/ Er reagierte dann indem er "JA" sagte. Den Teller brachte er dann auch mit einer Erinnerung ohne irgendwelche "Aussetzer" zur Spüle und gesprochen hat er danach auch ganz normal.

    Wichtig ist vielleicht noch,dass er auf dem Weg zum Augenarzt im Auto dann kurz eingeschlafen ist. Das kann aber auch die Aufregung vor dem Augenarzt oder dem Besuch der Oma gewesen sein, die an diesem Tag auch vorbei kam.


    Manchmal zwinkert er aber auch mit den Augen und grinst einen an dabei ":/


    Vielen Dank für eure Tipps, ich werde ihn (wenn sowas nochmal kommen sollte) bestimmt nicht mehr festhalten und dann eher hinsetzen oder hinlegen.


    Bis jetzt hatte er wieder nur dieses Zwinkern über den Tag verteilt. Das wiederum ist jeden Tag mehrmalig und es gibt (jedenfalls für uns noch nicht offensichtlich) keinen genauen Auslöser dafür.


    Die Erzieherinnen vom Kindergarten habe ich gestern auch nochmal gefragt, ob ihnen was diesbezüglich aufgefallen wäre. Da war die Rückmeldung, dass er wohl oft und gerade beim frühstück mit den Augen zwinkern würde ... die Erzieherin denkt da eher an eine Angewohnheit und meinte für etwas neurologisches müsste er ja noch andere Sachen dazu haben.


    Wir haben heute nochmal einen Termin beim Kinderarzt zur U8 Vorsorge Untersuchung und da werde ich das Erlebnis von Donnerstag nochmal schildern.


    Viele Grüße

    Honigtopf @:)

    Ich bin's nochmal*:)


    Am Donnerstag war soweit nichts auffällig bei der U8 Vorsorge. Wir erzählten die Beobachtung vom Donnerstag und die Ärztin meinte, das da der Neurologe hingehend untersuchen wird und wir ihm auch nochmal alles schildern sollen.


    Seit gestern hat unser Sohn zu seinem Augenblinzeln noch angefangen stark zu stottern. Er wiederholt Wörter zig mal oder dehnt sie unfassbar in die Länge. Dabei schwankt seine Lautstärke auch beträchtlich nach oben und man merkt richtig wie er sich anstrengt einen Satz raus zu bekommen.

    Das Stottern fing letzte Woche an, ganz leicht und am Donnerstag meinte die Ärztin noch,dass man es erstmal beobachten könnte, weil es wohl eher ein Entwicklungsstottern sei.


    Ich frage mich ob es zwischen dem Blinzeln bzw. den "Anfällen" und dem jetzigen Stottern einen Zusammenhang geben kann?":/ Oder ob das zwei getrennte Baustellen sind? ":/


    P.s. Ein früherer Termin beim Neurologen ist leider nicht zu bekommen (selbst dann nicht, wenn man eine lange Wartezeit in kauf nimmt). Ich könnte höchstens ins Krankenhaus fahren als "Notfall" sozusagen, aber ich glaube dass ist dann doch etwas übertrieben :-/


    Viele Grüße

    Honigtopf

    Da ich Epilepsie habe war ich in Bonn um mich untersuchen zu lassen, die sind sehr gut undich konnte bei dem Gespraech ohne Zeitdruck alles erzaehlen was mir wichtig erschien.

    Allerdings musste ich lange auf einem Termin warten, kann Bonn also nur empfehlen.

    Allerdings bekam ich so keinen Termin, der wuerde mir auf den Postwege zugestellt, war eine Woche spaeter im Briefkasten mit allem was ich zur stationaeren Aufnahme mitbringen muss. Also Termin aussuchen ist nicht, man muss sich an den zugewiesen halten, sonst wartet man bis zu zwei Monate für einen neuen.

    Alternativ hätte ich auch Bielefeld nehmen können aber da hätte ich erst für nächstes Jahr einen Termin zur Aufnahme bekommen, das war mir zu lange.


    Ist zwar jetzt OT aber ich wollte meine Erfahrung mit Bonn kund tun :-)