Hypospadie

    Hallo zusammen


    Mein Sohn , 20 Monate, hat eine Hypospadie zweiten Grades. Er selbst hat bisher keine Einschränkungen. Er macht normal Pippi, hat keine Schmerzen .
    Die Ärzte drängen darauf, dass ich ihn operieren lasse. Er bräuchte zwei OP‘s unter Vollnarkose innerhalb 6 Monate.
    ich möchte ihn aber kocht operieren lassen, sondern ihn das selbst entscheiden lassen, wenn er alt genug ist.
    Nun suche ich nach jemanden der auch eine Hypospadie zweiten Grades hat, und NICHT operiert wurde. Um sich auszutauschen. Oder gern auch andere Eltern, die ihren Sohn auch nicht operiert haben lassen.


    Herzlichen Dank und liebe Grüße


    Nadine

  • 15 Antworten

    Meinst du wirklich, dass ein Junge/Mann eine Hypospadie NICHT korrigiert haben möchte? Besonders eine höhergradige, wo der Penis mehr oder weniger verkrümmt ist und keine normale Erektion möglich ist.


    Ein 20 Monate altes Kind, das noch Windeln trägt belastet die Andersartigkeit des Penis natürlich noch nicht, aber er wird schon irgendwann merken, dass es bei ihm anders ist als bei anderen Jungen.


    Bis er wirklich selbst über eine OP entscheiden kann vergehen noch viele Jahre. Die OP beim Kleinkind hat aber viel bessere Erfolgsaussichten und ermöglicht dem Jungen danach eine ganz normale Entwicklung.

    clairet :)z


    Ich kam auch mit einer Hypospadie auf die Welt. Sie wurde als ich etwa 12 bzw.16 Monate alt war, in 2 Operationen korrigiert.


    Und weiss das selber erst seit wenigen Jahren! :)=


    Das ist doch mit 1-2 Jahren viel weniger belastend, als wenn man die halbe Kindheit oder noch mehr mit einem "anders" funktionieren und aussehenden Penis leben muss.

    Eine Hypospadie korrigieren ist nicht mit einer ungefragten "Geschlechtsangleichung" zu vergleichen.

    Ich kenne aus dem beruflichen Kontext so einen Fall, wo die OP sehr spät erfolgt ist. Ergebnis: Dauerhafte Probleme durch die zu späte OP. Wie clairet schreibt. Die gesamte Entwicklung/Wachstum des Penis wurde beeinträchtigt. Mit Funktionsproblemen als Erwachsener, was enorm belastete.


    Es ist sicherlich schwierig, so ein kleines Kind am OP abzugeben. Das Hinterher auszuhalten. Andererseits stecken die Kleinen auch schon einiges weg - und die Ärzte dürften die OP nicht ohne Grund empfehlen. Ja, es kann etwas schief gehen - aber in dem Alter sind die Erfolgsaussichten am besten, weil nicht viele Jahre Wachstum erfolgen, wodurch die Problematik sich verfestigt.

    Allerdings würde ich die Op nur in einem größeren spezialisierten Zentrum und nicht dem nächsten Wald- & Wiesenkrankenhaus durchführen lassen.

    Sunflower_73 schrieb:

    Die gesamte Entwicklung/Wachstum des Penis wurde beeinträchtigt. Mit Funktionsproblemen als Erwachsener, was enorm belastete.

    Genau das war damals der Grund, warum ich das bei meinem Sohn habe korrigieren lassen. Ich wollte ihm das ersparen und ihm das Beste ebnen. Ich habe das nie bereut und mein Sohn ist heute froh, dass ich so entschieden habe. Er hat die Op, die ja schon etwas länger gedauert hat, gut überstanden damals.

    Bei meinem Neffen wurde dies auch operativ korrigiert, als er ca. 9 Monate alt war.


    Ich würde unbedingt zu einer Korrektur raten, es ist (je nach Ausprägung) ein relativ kleiner Eingriff, der aber grosses Leid verhindern kann. Im Idealfall findet ihr einen Kinderurologen, der darauf spezialisiert ist, vorzugsweise in einer Universitätsklinik.

    Wie stehst du denn jetzt zur Frage OP ja oder nein?


    Bei Hypospadie spricht halt alles für eine möglichst frühe Operation. Eine eigene Entscheidung kann ein Junge frühestens mit 12-14 treffen, aber gerade da will man erste sexuelle Erfahrungen mit sich und anderen machen. Und keine körperliche Anomalie haben und über eine schmerzhafte und peinliche OP nachdenken müssen.

    Ich bin mir noch nicht sicher. Ich werde noch zu einem anderen Spezialisten gehen, und deren Meinung einholen. Dann werde ich mich entscheiden.....

    Hypospadie wird innerhalb der ersten 2 Lebensjahren operiert. Hier geht es nicht um eine Schönheits-OP. Es werden noch öfter Situationen kommen, wo du über den Kopf deines Kindes entscheiden musst. Oder fragst du ihm bei einem Knochenbruch später auch? Du bist die Mama!


    Sollten dich die 2 Eingriffe abschrecken, dann suche dir einen anderen Operateur.

    Unser Sohn hatte auch eine Hypospadie 2. Grades.

    Er ist nun fast 11.

    Die OP wurde damals kurz nach seinem 1. Geburtstag durchgeführt. Zudem wurde auch gleich mit beschnitten, da wir ihm die OP im Grundschulalter ersparen wollten.

    Er musste 3 Tage stramm liegen, wurde am Bett fixiert. Aber es hat sich gelohnt. Die letzte Untersuchung hatten wir mit 4 Jahren. Keine Fistelbildung, guter Harnstrahl.


    Die Op sollte bis zum 2. Geburtstag durchgeführt werden. Schon alleine deshalb, weil er sich später nicht daran erinnern kann. Es ist unangenehm, aber unumgänglich!

    Ohne OP wird er womöglich weder Kinder zeugen können noch ein zufriedenes Intimleben haben.