Vor allen Dingen sollte man das ganze auch differenzierter – für jede Impfung und jede Krankheit einzeln – betrachten, ein paar Beispiele:


    - Gegen Kinderlähmung wurde ich geimpft, damit die Kinderlähmung in Deutschland ausgerottet wird – für mich persönlich hat das aber nur Risiken gebracht – zu dem Zeitpunkt war die Kinderlähmung in Deutschland schon fast eliminiert.


    - Gegen Hepatitis-A bin ich geimpft, weil ich das Risiko einer Infektion bei einer Geschäftsreise nicht eingehen wollte und auch einen Kollegen mit einer Vorschädigung hatte.


    - Gegen Tollwut bin ich geimpft, weil ich in einem Hochrisikogebiet war und dort auch Kontakt mit Tieren hatte und es bei einer Infektion (die viel leichter passiert, als man denkt) zu spät ist.


    - Gegen FSME bin ich trotz aller Empfehlungen – auch meines Arztes – nicht geimpft, weil ich mir ausrechnen kann, dass obwohl ich ständig im Wald bin und in einem stark betroffenen Gebiet leben, das Risiko eines Impfschadens für mich persönlich höher ist als das Risiko einer Infektion. Damit gefährde ich niemanden, die Übertragung erfolgt nicht von Mensch zu Mensch.


    - Gegen Grippe lasse ich mich nur Impfen, wenn ich andere gefährden könnte – für mich selbst übersteigt das Risiko den Nutzen.


    etc.


    Ingesamt kann man zwei großen Gruppen unterscheiden – die wo es um mich geht und die wo es um die Herde geht. Da wo es um die Herde geht, ist es schlicht asozial, das kleine persönliche Risiko für den großen Nutzen der Gesellschaft nicht auf sich zu nehmen.

    Zitat

    Schaut euch nur mal Nebenwirkungen und inhaltsstoffe der verschiedenen impfungen an..

    Genau das tue ich als naturwissenschaftlich geprägter Mensch bevor ich sowas in meinen Körper lasse selbstverständlich. Und ich lese, wenn mir das Kosten-Nutzen-Verhältnis unklar ist auch die entsprechenden Studien. Und dann entscheide ich mich dagegen oder dafür. Wenn ich nur die eine Seite – die Risiken der Impfung lese – dann ist das Bild natürlich massiv verzerrt – man sollte schon auch die Risiken einer Nicht-Impfung beachten...

    Ich bin froh, hat mich meine Mutter als Kind impfen lassen. Auch wenn ichs damals anders gesehen hab. Sollte ich einmal Kinder haben, würd ich diese nach der Empfehlung des Arztes impfen lassen. Klar kann ich mir selber eine Laienmeinung bilden, aber ich bin am Ende weder Arzt noch Pharmazeut. Und das sind die Experten wenns um Impfungen geht. Nicht Gärtner, Banker, Homöopathen oder Kindergärtnerinnen. Also sollte man sich allen Verschwörungstheorien zum Trotz doch mal Gedanken machen, auf wen man hört.


    Die Impfung ist wichtig für Menschen, die keinen Impfschutz haben können, aus verschiedenen Gründen.


    Zur Grippeimpfung. Man hört von vielen, die danach Probleme hatten. Ich selber mach sie seit einigen Jahren, weil mein Arzt sie mir empfohlen hat (bin Diabetiker). Heute würd ich sie nicht mehr machen, weil ich Diabetiker bin, dafür aber, weil ich seither nie mehr wirklich krank war im Winter, während meine Kollegen immer wieder mal flachliegen. Das ists mir wert.

    Meine HÄ hat vor einigen Jahren bspw. vor der Grippeimpfung (ich glaub' Vogelgrippe war's) gewarnt. Wegen der Zusatzstoffe und der hohen Zahl von Patienten, die die Impfung nicht gut vertragen haben (womit keine gravierenden Schäden gemeint sind). Ich hab' mein Wissen und eine Ärztin, die mich mit ihrem Fachwissen und ihrer Kenntnis über meine Gesundheit differenziert berät.


    Aber klar, alles nur Ärzte- und Pharmalobby. Man muss sich als Patient aber auch nicht über merkwürdige Arztreaktionen wundert, wenn man mit so typ. Impfhasser-Parolen um die Ecke kommt.

    Ich hab' bspw. als Teenie (5. oder 6. Klasse) die Röteln-Impfung nicht gut vertragen: Tagelange Kreislaufprobleme, Übelkeit und allgemeines Bla-Gefühl.


    Mein Titer ist noch okay, aber wenn es sein müsste, würde ich mich wieder impfen lassen (geplante Schwangerschaft bspw.). Auch in der Hoffnung, dass der Impfstoff mittlerweile besser verträglich ist für mich.

    es gibt halt echte Impfschäden (dauerhaft, gravierend, meist auch lebenslange Folgen) und Nebenwirkungen (kurz, meist harmlos).... bei meiner letzten TD impfung hatte ich auch nen dicken blauen arm bis zum halben Abszess... halt falsch gestochen... stümper... kommt vor ;-) aber das hat mit der Impfung ja nichts an sich zu tun.


    Für mich ist schon klar das die Stiko nicht nur Geld verdienen will... und ich pflege täglich Opfer von Impfversagern und von Krankheiten gegen die man leider nicht impfen kann. Ein Impfschaden ist nicht dabei, sonst würde ich evtl auch kritischer denken.

    Bei uns im Kindergarten ging vor ein paar Jahren Windpocken um und zwei Kinder sind auf einem Ohr taub geblieben. Mein Kind war geimpft und hatte es nicht. Sie kam aber ein paar Jahre später kt Varizellen in Kontakt und hatte es dann leicht.


    In der Familie hatten wir einen poliofall, wer so was mal gesehen hat, wie der sich sein leider achtzig Jahre langes Leben quälen musste, der lässt impfen.


    Ich glaube tatsächlich, dass viele nicht impfen, weil sie die Krankheiten nie gesehen haben.


    Und was ich als Mutter dazu meine:


    Ich kenne viele Mamis, die den Notarzt rufen, wenn Kind eine Schramme hat, oder Erzieherinnen zusammen stauchen, weil das Kind hingefallen ist.


    Die selben lassen aber kaltlächelnd ihre Kinder so schwere Krankheiten durchmachen, mit schweren, juckenden und schmerzenden Hautausschlägen, hohem Fieber, Atem und schluckbeschwerden und der Gefahr von langzeitschäden.


    Das ist fuer mich schon fast Körperverletzung.


    Die haben doch die Verantwortung fuer das Kind. Klar gibt es impfschäden, die Wahrscheinlichkeit ist jedoch geringer, dass das Kind schwer erkrankt.


    Und impfschaden bedeutet ja auch nur, dass das Kind an der geimpften Krankheit erkrankt., daran sieht man dann eben hautnah, was die Krankheit verursachen kann. Ich finde, gerade das Erscheinungsbild eines impfschadens ist doch ein Grund zum impfen, eben, damit andere Kinder nicht so leiden müssen wie das Kind, welches Pech hatte.

    Zitat

    Und impfschaden bedeutet ja auch nur, dass das Kind an der geimpften Krankheit erkrankt., daran sieht man dann eben hautnah, was die Krankheit verursachen kann.

    Den Gedankengang hatte ich auch... hab's mir aber verkniffen, da hier ja schon die bösen Zusatzstoffe zur Diskussion gestellt wurden.


    Einer Freundin von mir hat seit dem 18. Lebensjahr MS; ist jetzt 37. Ihr hat vor wenigen Wochen ein Heilpraktiker erfolgreich eingeredet, dass ihre MS Folge des Polio-Impfstoffes aus der Kindheit sei. Ohne Worte.

    diese neue impf-panikmache ist ein effekt des internet. es liegt in der natur der sache, dasss durch das internet einzelfaelle ein erhoehtes gewicht erhalten. es reicht, wenn wenige leute einzelfaelle herausgreifen und ins internet stellen. dann bekommt der statistisch seltene fall eines impfschadens uebermaessig viel oeffentlichkeit.


    jeder, der vor der entscheidung steht, sollte sich an anerkannten stellen informieren, wie haeufig schwere folgen durch krankheiten sind und wie selten verglichen damit impfschaeden sind. dabei wird sich herausstellen, dass komplikationen durch die krankheiten viel haeufiger sind. um den faktor mehrere 10.000 bis zu mehrere hunderttausend.


    jeder, der sich dann noch gegen impfungen entscheidet, sollte zur verantwortung gezogen werden.


    ein beispiel: australien hat eine pflicht zur hpv-impfung eingefuehrt fuer junge maedchen. folge: die zahlen von gebaermutterhalskrebs sind substantiell gefallen seitdem. aber impfpflicht, das traut sich im intellektuell-liberalen deutschland keiner einzufuehren. schade.


    denn die kinder zahlen den preis fuer die ueberhebliche, aber supercoole ignoranz ihrer eltern.

    Ich finde es schade dass hier alle Menschen, die nicht freudestrahlend impfen lassen gleich verteufelt werden. Ich selbst bin weder Gegner noch Befürworter. Sondern wäge ab, einige Impfungen hab ich machen lassen bei meinem Kind und auch bei mir selbst und andere eben nicht. Ich finde leider gibt es keine supergute Literatur zu dem Thema weil es eben immer nur das extreme pro oder contra gibt. trotzdem habe ich versucht mich möglichst gut zu informieren. Und dann mit meinem Mann gemeinsam entschieden. Denn in erster Linie bin ich doch für mein Kind verantwortlich.


    Habt ihr Impfbefurworter euch denn gegen alles auch selbst impfen lassen was die stiko empfiehlt? Auch gegen Kinderkrankheiten die heute geimpft werden aber früher nicht wurden?


    Ich bin überzeugt dass es eben nicht nur gutes hat sondern wie fast alles im Leben zwei Seiten. Teils überwiegen die Impfschaeden den nutzen, teils ist die Krankheit zu gefährlich. Ich wundere mich mehr als über die Gegner darüber wie vehement die Allwissenheit der Ärzte vereidigt wird teils ohne sich selbst Gedanken zu machen. Das finde ich eher schade.

    Zitat

    Ich finde es schade dass hier alle Menschen, die nicht freudestrahlend impfen lassen gleich verteufelt werden. Ich selbst bin weder Gegner noch Befürworter. Sondern wäge ab, einige Impfungen hab ich machen lassen bei meinem Kind und auch bei mir selbst und andere eben nicht.

    Aber GENAU das (Abwägen etc.) haben doch VIELE hier im Faden beschrieben!


    Ich hab' keine Kinder, kann also nur theoretisch sagen, dass ich im Wesentlichen den Leitlinien-Empfehlungen folgen würde.

    Zitat

    Ich wundere mich mehr als über die Gegner darüber wie vehement die Allwissenheit der Ärzte vereidigt wird teils ohne sich selbst Gedanken zu machen. Das finde ich eher schade.

    Hier haben etliche Leute geschrieben, dass sie mehr oder weniger fachlich informiert sind. Ärztliche Allwissenheit hat hier niemand explizit gezeigt.


    Selber bin ich für die gängigen Sachen abgedeckt, habe aber wie gesagt Grippe und Hepatitis bislang nicht machen lassen, obwohl beruflich wiederholt empfohlen. Tetanus hatte ich einige Gefahrensituationen (Verletzungen) und war immer froh, grundlegenden Schutz zu haben und nicht motfallmäßig massiv geimpft werden zu müssen. Hab' neulich meinen Impfpass checken lassen und da ich Impfmasern hatte, muss aktuell nichts aufgefrischt werden, da Polio nicht mehr erforderlich ist.

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    Habt ihr Impfbefurworter euch denn gegen alles auch selbst impfen lassen was die stiko empfiehlt? Auch gegen Kinderkrankheiten die heute geimpft werden aber früher nicht wurden?

    Wollte gerade alles nachholen und auffrischen lassen als ich schwanger wurde. Da wurde dann das überprüft was sinnig war und den Rest haben wir auf nach Schwangerschaft und Hauptstillziet verschoben. Dann allerdings werde ich nachholen was sinnvoll ist und gegebenenfalls auch noch nachzuimpfende Kinderkrankheiten. Grippe lasse ich nicht machen, finde ich nicht sinnvoll für mich Hep lass ich auffrischen weil ich grundlegend nach einer Reise nach Mittelamerika schon habe, Tetanus und FSME sind bei mir berufsbedingt gar nicht zu debattieren und werden jährlich gemacht. Und das alles obwohl ich eine Phobie habe was Nadeln angeht. ;-D

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    Ich wundere mich mehr als über die Gegner darüber wie vehement die Allwissenheit der Ärzte vereidigt wird teils ohne sich selbst Gedanken zu machen.

    Jemand, der jahrelang Medizin studiert hat, hat eindeutig mehr Ahnung davon als ich. Und als Laien allgemein. Das ist halt eine Tatsache. Allwissenheit ist nicht vorhanden, klar. Aber es ist ihr Job, Ärzte sind darin ausgebildet, in medizinischen Belangen Experten zu sein. Also nochmal, den Gärtner zu konsultieren, wär falsch.


    Sicher muss man Nutzen/Risiken abwägen und für sich entscheiden, was für einen persönlich stimmt.