isolierte Leseschwäche?

    Hallo Zusammen,

    ist hier zufällig jemand, dessen Kind eine isolierte Leseschwäche hat? Zum Hintergrund: Meine Tochter ist jetzt Ende der 3. Klasse und liest immer noch stockend. Im letzten Jahr gab es kaum einen Fortschritt. Gleichzeitig ist sie schnell abgelenkt und braucht bei Prüfungen sehr lange. Auch hat sie ein relativ schlechtes Textverständnis und generell Verständnis von Zusammenhängen. Für den letzten HSU Test hat sie z.B. viel gelernt und konnte das aus dem FF. Aber bei der Prüfung wurden manche Fragen anders formuliert als im Heft und schon hatte sie keine Ahnung mehr, was sie antworten soll, obwohl sie die Antworten an sich gewußt hätte. Damit war es eine 3. An sich ist das ja kein Drama, aber das zieht sich durch alle Fächer und 3 ist dabei noch eher im guten Bereich ihrer Noten. Außerdem würde ich ihr natürlich auch Erfolgserlebnisse gönnen, wenn sie schon so toll lernt! Ihre Lehrerin meint auch, dass sie schon heraussticht mit dem fehlenden Textverständnis. Daher würde mich interessieren, wie das bei Euren Kids so ist? Wir werden das jetzt auf alle Fälle mal testen lassen.

  • 16 Antworten
    onodisep schrieb:

    Hallo! Vielleicht mal einen Sehtest kostenlos bei einem Optiker machen lassen?

    Hallo, nene, das hat nix mit den Augen zu tun. Die wurden 1-2x jährlich gecheckt, weil sie als kleines Kind eine kindliche Weitsichtigkeit hatte. Die hat sich aber mittlerweile verwachsen und da is nix mehr

    Plüschbiest schrieb:

    Nach Sehschwäche klingt das nicht wirklich.

    Bestehen denn sonst noch Probleme?

    Könnte es vielleicht ADS sein?

    Ne, das ist kein ADS. sonst gibt es keine Probleme. Nur das Text lesen und verstehen.

    Currl schrieb:

    Gleichzeitig ist sie schnell abgelenkt und braucht bei Prüfungen sehr lange.

    Mein Sohn hat zwar nicht die gleichen Probleme wie deine Tochter, das von mir zitierte trifft aber auch auf ihn zu. Ich habe daraufhin selbst bei der Kinderärztin angestoßen, dass er zur Ergotherapie gehen sollte. Sie sah das auch so und seit Oktober 2017 geht er dort jetzt hin. Die Einzeltherapie hat ihm nichts gebracht, da er dort sehr vorbildlich alles gemacht hat was man von ihm wollte. Seit Januar 2018 geht er jetzt zur Gruppentherapie und dort sind dann auch die Probleme aufgetreten, die er in der Schule hat. Die Kinderärztin hatte auf die Verordnung geschrieben, dass die Ergotherapeuten einmal mit in die Schule gehen darf/soll und das hat sie gemacht. Sie hat 2 Schulstunden hospitiert und hat ihn dort beobachtet. In der Gruppentherapie machen die Kinder eigentlich ganz schöne Sachen. Er geht da sogar gerne hin. Und dort haben die viele Rituale und erarbeiten sich für z. B. Klassenarbeiten Vorgehensweisen. Z. B. ein Zettel, auf dem die erforderlichen Schritte aufgeschrieben sind, der in der Schule offen auf dem Tisch liegt. Da steht dann z.B. drauf

    1. Aufgabenblatt durchlesen

    2. Bei Aufgabe 1 beginnen

    3. Wenn alle Aufgaben fertig, dann alles noch einmal durchlesen.

    Und den Kindern hilft das sehr gut. Mein Sohn hat weder ADS noch ADHS oder sonst irgendwas. Er findet einfach spannender was um ihn rum passiert, als das was er in der Schule gerade machen soll.


    Vielleicht hilft dir das ja weiter. Es gibt allerdings nicht viele Ergotherapiepraxen die mit in die Schule gehen oder die Gruppentherapien anbieten. Bei uns sind in der Gruppe immer zwischen 3 und 6 Kinder.

    Er findet einfach spannender was um ihn rum passiert, als das was er in der Schule gerade machen soll.

    Das findet man aber auch bei Kindern mit ADS:

    Die können einfach nicht filtern zwischen wichtig und unwichtig.

    Da kommt alles mit gleicher Intensität an.

    Ich würde da auch lieber dem Postboten zuschauen, wie er Post in die Kästen steckt,

    als dem öden Vortrag der Lehrerin zu zu hören. ;-D

    Soll aber jetzt nicht heißen dass dein Kind ADS hat.


    Plüschbiest,

    ich kenne ADS. In der Gruppe bei der Ergotherapie sind alle Formen vertreten. 2 Kinder haben ADS und 1 hat ADHS. Den Unterschied zu meinem Sohn, der diese Probleme nur in der Schule hat und sonst überhaupt nicht, merkt man da ganz deutlich.

    Zitat

    Gleichzeitig ist sie schnell abgelenkt und braucht bei Prüfungen sehr lange. Auch hat sie ein relativ schlechtes Textverständnis und generell Verständnis von Zusammenhängen.


    Hallo! Damit lieferst Du aber die Definition von ADHS, auch wenn Du dann sagst, es sei kein ADHS. Und

    Zitat

    "(in der Gruppentherapie haben sie)viele Rituale und erarbeiten sich für z. B. Klassenarbeiten Vorgehensweisen. Z. B. ein Zettel, auf dem die erforderlichen Schritte aufgeschrieben sind, der in der Schule offen auf dem Tisch liegt. Da steht dann z.B. drauf

    1. Aufgabenblatt durchlesen

    2. Bei Aufgabe 1 beginnen (!?)

    3. Wenn alle Aufgaben fertig, dann alles noch einmal durchlesen."

    Das ist doch was für die Vorschule und nicht 3. Klasse. Kann es sein, dass sie übertherapiert ist?

    onodisep schrieb:

    Das ist doch was für die Vorschule und nicht 3. Klasse. Kann es sein, dass sie übertherapiert ist?

    Nein, das ist normale ADS / ADHS Therapie... und auch für alle anderen Aufmerksamkeitsstörungen. Denn genau damit haben diese Kinder Probleme.


    Im übrigen wäre ADS eher die Form, die die Tochter der TE hat... denn von Hyperaktivität schreibt sie überhaupt nichts.

    Einverstanden. Warum Ergotherapie? Dafür muss die Kinderärztin doch eine Diagnose genannt haben? In einem Jahr wirst Du gefragt, Gymnasium, Real- oder Hauptschule - bis dahin sollte die Therapie mit "eigentlich ganz schönen Sachen" mehr gebracht haben, als dass man bei Nr. 1 anfängt! Klingt etwas bissig, ich wünsche Deiner Tochter aber wirklich alles Gute!

    ...ich habe einen Sohn...


    onodisep schrieb:

    Klingt etwas bissig

    Ja. Das stimmt. Verstehe auch deinen "Ton" nicht. Geht in diesem Faden im Übrigen um die TE und nicht um mein Kind. Damit läuft alles bestens... Und die Therapieansätze sollten wohl besser denen überlassen werden, die den Job gelernt haben.

    Mein Beitrag sollte der TE nur Unterstützung geben, wie man die Probleme angehen könnte. Als Erfahrungsbericht sozusagen. Mit mehr kann ich nicht dienen.

    ich habe ein diagnostizierten ADS Kind. Alleine klappte es super, in eine Gruppe gar nicht. Er war komplett abgelenkt. Allerdings gehört ein bisschen mehr dazu. Er liest sehr ungern. Er starrte lieber aus dem Fenster. Seine Noten waren nicht gut. Den Tag muss durchstrukturiert sein. Sonst passiert gar nichts. Chaos was Hausaufgabe anging.


    Auffällig war auch wie viele Sachen wie sein Sportbeutel er vergessen/verloren hat. Gehört auch dazu.


    Ich habe 2 andere sehr verschiedene Kinder als Vergleich.

    Ich bitte um Entschuldigung für meine übertriebene Wortwahl. Aber die Ärztin muss doch einen Grund für die Ergotherapie genannt haben. Ich bin der Ansicht, dass man Kinder nicht zu früh an Therapien aller Art gewöhnen sollte. Wenn es hilft, ist Therapie natürlich gut.

    onodisep schrieb:

    Aber die Ärztin muss doch einen Grund für die Ergotherapie genannt haben.

    Wie ich geschrieben hatte: Ich selbst habe die Ärztin nach einer Ergotherapie gefragt. Die Ärztin hat gar nichts diagnostiziert. Mein Sohn hatte bis zum Schuleintritt keine Auffälligkeiten. Es war im Kindergarten immer alles in Ordnung. Und als er in der Schule war, wurde er plötzlich anders vom Lehrer beschrieben, als wir ihn kannten. Nur gutes Zureden hat nichts gebracht und daher habe ich selbst überlegt was wir noch tun können, um ihm diese Unruhe während des Unterrichts "abzugewöhnen". Sein Verhalten ist aber nur in der Schule anders, weder zu Hause mit Freunden oder im Sportverein fällt er auf. Ich habe sein Verhalten dann der Ärztin geschildert und gefragt, ob ihrer Meinung nach eine Ergotherapie ein Ansatz wäre. Und sie befürwortete das dann auch. Auf der Verordnung steht etwas von "Konzentrationsschwierigkeiten". Die Ergotherapie bekommt er seit Klasse 2. Und man merkt schon deutliche Verbesserung seiner Konzentrationsfähigkeit.