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    Ein Autist der sich erst schnell entwickelt und dann nachlässt? Sehr seltsam. Normalerweise sagt man doch das sich Autisten Zeit lassen mit der Entwicklung.


    nolera74

    Autismus trifft tatsächlich tendentiell oft Kinder, die eigentlich sehr kluge Kinder sinid. Sie entwickeln sich im Vergleich zu den Alterskameraden schneller und zielgerichteter. Beim frühkindlichen um die 2, beim Asperger um die 3/4 Jahre merkt man aber eine Regression, das heißt, das Kind verliert seine Fähigkeiten nach und nach wieder, vordergründigstes Merkmal ist die Sprache, das ist das erste, worauf in der Diagnostik geachtet wird. Auch ist die Vermeidung des direkten Augenkontaktes ein weiteres Zeichen, sowohl Stereotypisierung beim Essen etc.. Oft entwickelt sich auch ein abweichendes Gangbild etc. pp... Das fällt oft deswegen so krass auf, weil es eigentlich oft Kinder sind,die sich vorher so rasant nach vorne entwickelt haben.


    Bis zur Pubertät kommt die Phase, in der man sie von der Förderung gut greifen kann, da ja noch in eiem Abhängigkeitsverhältnis. Die Kidner werden ja auch klüger und je nach Charakter sind sie dann mehr oder weniger bereit, sich auf die (für sie) Besonderheiten ihrer Umgebung einzulassen. Für sie ist ja alles blau, die anderen sehen aber grün.... sie müssen lernen und akzeptieren dass alle anderen grün sehen und eben so auch handeln.. Die Pubertät gilt dann noch mal als Flaschenhals.


    Es ist ein komplexes Zusammenspiel diverser Faktoren, mal steht eher die körperliche, mal die intellektuelle, mal die erzieherische Komponente im Vordergrund.

    Da der entsprechende Beitrag auch schon bei der TE angekommen ist und auch nicht grundsätzlich den Forumsregeln widerspricht, lasse ich ihn stehen.


    Ich bitte aber trotzdem an dieser Stelle darum zukünftig derartige -wie schon gesagt wurde- "wilde" Spekulationen zu unterlassen für die es keinerlei Grundlagen gibt.

    Isabell

    Zitat

    Da der entsprechende Beitrag auch schon bei der TE angekommen ist und auch nicht grundsätzlich den Forumsregeln widerspricht, lasse ich ihn stehen.

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    Ich bitte aber trotzdem an dieser Stelle darum zukünftig derartige -wie schon gesagt wurde- "wilde" Spekulationen zu unterlassen für die es keinerlei Grundlagen gibt.

    Eine Löschung meiner spekulativen Beiträge wäre mir lieber.


    Mit diesem Wunsch ziehe ich mich aus diesem Faden zurück.

    Ich würde erstmal versuchen ganz offen zu bleiben was die Diagnose angeht, einfach damit man Ungereimtheiten nicht übersieht oder ähnliches. Meiner Erfahrung nach steht es dem finden der Ursache des Problems sehr im Weg wenn man ein mehr oder minder festes Bild vor Augen hat.


    Ihr werdet euren Weg gehen, ganz sicher und vielleicht kannst du wirklich all diese Dinge nie mit ihm machen, aber dafür kommen andere Dinge die du nie erwartet hättest. :)_ :)_

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    Zum einen stellt sich die Frage, warum er Angst hat, jemandem in die Augen zu sehen.

    Isabell hatte gebeten, daß man hier in diesem Faden auf Spekulationen verzichten möge, und daß der Junge Angst hat, ist auch eine. Er vermeidet Augenkontakt, das ist bisher alles, was wir wissen. Die KJP wird sich darum kümmern, daß der Grund dafür gefunden wird.

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    Für den Sohn könnte es später einmal ein wichtiger Beitrag sein, um Beziehungen aufbauen zu können.

    Zum Glück ist die Tiefe der Bindung zu anderen Menschen nicht davon abhängig, ob man ihnen in die Augen schaut (aus welchen Gründen auch immer) oder eben nicht. ;-)

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    Weiterführend würde ich finden, wenn andere User noch mehr dazu schreiben könnten, was passiert, wenn man jemanden in die Augen sieht.

    Dieses Thema scheint Dich deutlich mehr zu interessieren als die TE. Warum eröffnest Du zu diesem - übrigens sehr interessanten Thema - nicht einen eigenen Faden?

    Danke für Deinen Hinweis, mond+Sterne, ich hab' mich geirrt, Du hattest das ja schon vor Isabells Beitrag geschrieben. Du schreibst halt manchmal so viel, daß ich ganz wuschig werde. %:|


    Die Idee zu einem separaten Faden finde ich aber trotzdem gut.

    @ :)

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    Seither dreht sich alles bei mir und ich bin mir unsicher. Ich wechsel immer von "Mit ihm ist alles in Ordnung" hin zu "Wie soll nur die Zukunft werden?".

    Das kann ich gut verstehen, da ich auch schon oft der Kinder wegen in großer Sorge war.


    Solange alles noch unklar ist, weiß man eben nicht, ob man einen 6000 m hohen Berg besteigen muss oder nur einen kleinen Hügel.


    Aber glaube mit: mit guter Vorbereitung und Begleitung schafft man auch einen 6000 er.


    Was ich dir sagen will: deine Sorgen sind groß und real, wie auch die Unsicherheit. Wenn du eine genauere Diagnose hat und man dir und dem Jungen hilft, zeigt was zu tun ist...wird es dir besser gehen.


    Auch wenn er nun wirklich autistische Züge hast, du wirst ihn immer lieben und auf seinem Weg begleiten.


    Falls du dich doch schon vor der Diagnose mit dem Thema beschäfftigen willst (damit es ev. seinen Schrecken verliert): es gibt ein tolle Buch von einem Betroffenen, der ab seiner frühestens Kindheit sein Leben aus seiner Sicht erzählt, wie er denkt, fühlt, worüber er sich wundert, worüber er glücklich war und ist...


    Axel Brauns


    Buntschatten und Fledermäuse


    Mein Leben in einer anderen Welt

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    Was ich mir von diesem Thread erhoffe? Dass ich vielleicht die Sorgen, die ich im Alltag mit Niemandem besprechen kann, hier loswerde.

    Ja das hilft mir auch immer ( aufschreiben, loslassen könne, es kreiselt nicht mehr im Kopf) und nimm dir aus den Beiträgen einfach das, was dich anspricht und was vielleicht mal etwas daneben ist überlies einfach ( oft ist es nicht böse gemeint , nur Gedankenlosigkeit)


    Wann hats du den Termin im SPZ ( oder habe ich das überlesen?)

    Danke Wintersonne für den Tipp mit dem Buch. Selbst die Leseprobe zeigt schon, dass wir als Eltern ein stereotypisches Bild von einem Autisten haben. Was ich mich dadurch nur frage, wie dann die Diagnostik aussieht, wenn es nicht den einen typischen Autisten gibt? Vor allem bei so einer kleinen Person, wie es mein Sohn noch ist?!

    Erstens weil es ohnehin eeeeewig dauert bis du die Therapieplätze hast die du brauchst, du dich ziemlich früh um spezielle Betreuungplätze umschauen musst, Anträge stellen usw....


    Und weil auch mit so kleinen Kindern durchaus schon spielerisch "gearbeitet" werden kann bei Ergo, Physio, Logophädie - je früher das einsetzt umso leichter werdet ihr es später haben...


    Ich kann dir ein Beispiel von meinem "Kleinen" geben (heute 14):


    Sein grosser Bruder wurde mit etwa 4,5 "diagnotiziert"...daraufhin der Kleine auch untersucht. Er hatte damals eine extreme "Traktor-Phase". Wir waren in einem Raum mit einer Logopädin und dem Oberarzt im KH...die L. versuchte mit ihm zu spielen, es kam ein Traktor ins Spiel (ich dachte mir schon "Auweia!), die L. versuchte seine Aufmerksamkeit auf etwas anders zu lenken - und der Bub wurde so dermassen aggressiv dass er auf die L. einschlug, versuchte sie zu beissen, zu treten, er brüllte wie am Spiess. In dem Moment als sie im den Traktor wieder in Reichweite stellte war sofort wieder Ruhe. Er spielte den Rest der Stunde dort mit diesem Traktor und alles war gut (und ich hatte einen Traktor in der Handtasche für den Heimweg!)....


    Der Bub war da eineinhalb....also noch weit entfernt von der Trotzphase....

    Weil es die eine oder andere Diagnose geben kann, die therapiebar ist, wie zum Beispiel Hörprobleme, psychische Probleme, aus dem ein sogenannter Mutismus entstehen kann, oder irgendwelche anderen Erkrankungen. Aber Autismus ist nach meiner Erfahrung nicht wirklich therapierbar (wenn das überhaupt notwendig ist, es wird ja mittlerweile auch schon immer mehr als Daseinsvariante gesehen) und geistige Behinderungen sind mitunter überhaupt nicht diagnostizierbar. Man kann dann nur die Auswirkungen beschreiben, es gibt etliche Gendefekte, die nicht zuordenbar sind, einfach spontan entstandene.

    Liebe TE,


    ich halte es auch für am Wichtigsten, dass er erstmal komplett durchgecheckt wird. Und das kann dauern. Ich verstehe Deine Ängste @:)


    Möchte mich dem User anschliessen, der das hier schrieb:

    Zitat

    Was ich dabei gelernt habe: Die Zukunft gibt es nicht. Es gibt Jetzt und Heute, dann hat man noch irgendwo morgen im Blick und plant so ganz grob für 1-2 Jahre. Aber ob es so kommt, das weiß man nie und wenn man mit dem Kopf in der Zukunft lebt, dann verpasst man die Gegenwart.


    Deshalb rate ich dir: Wirf alle Vorstellungen über Bord und sei bei deinem Sohn, wie er jetzt ist. Du wirst da vielleicht ganz neue Dinge lernen (müssen), die in keinem Erziehungsratgeber drin stehen, weil dein Sohn nicht so ist, wie die Kinder um die es dort geht.


    Und du wirst lernen müssen, auf dem Spielplatz nicht zu denken: Wird er das jemals können?, sondern einfach zu sagen: Er ist so und das ist anders als die anderen.

    Ich ergänze noch: Er ist jetzt so. Du weisst nicht, was die Zukunft bringt. Vielleicht ist Dein Sohn in zwei Jahren ein fröhlicher, ausgeglichener Junge, der alle anstrahlt. Vielleicht wirst Du morgen vom Blitz getroffen. Du weisst es nicht. Das ist erstmal beängstigend, wir wollen ja i.d.R gern wissen, wie unsere Zukunft aussieht. Es lässt aber eben auch viel Raum für Hoffnung und Zuversicht.


    Falls die Diagnose Autismus immer wahrscheinlicher wird, empfehle ich Dir dieses wundervolle, mutmachende Buch.

    Ich würde definitiv kein 22 Jahre altes Buch über ein autistisches Kind empfehlen. Es hat sichviel getan seitdem und wenn wirklich darin stehen sollte, dass Kuhmilch der Auslöser für Autismus ist, stellen sich mir alle Haare hoch.


    Ich bin Mutter einer Aspergerin und finde so eine Aussage fahrlässig.