Kinder und Medikamente

    Ich weiß nicht wie es bei euch ist, aber wenn unser Sohn krank ist (wie jetzt) behält er kaum was in sich was Medikamente betrifft.

    Antibiotikum ist eine Tortur und er macht den Mund nicht auf. Nasentropfen sind das gleiche Theater. Fiebersaft kann ich gleich vergessen, deshalb sind wir auf Zäpfchen umgestiegen. Da ist es aber auch Theater. Fiebermessen auch. Egal ob unterm Arm, an der Stirn, im Po.

    Er schreit und versucht das Thermometer weg zu ziehen.

    Mein Mann hat es irgendwann aufgegeben. Ich habe es nach langer Tortur immer irgendwann geschafft die Medikamente zu geben.

    Mittlerweile nervt mich das Gebrüll aber unendlich.


    Ich dachte, es wird mal besser wenn er älter ist. Immerhin ist er schon 5, aber keine Besserung in Sicht.

    Wir haben noch zwei weitere Kinder. Da gab es solche Probleme nie.


    Erklärt ihr was ihr macht?

    Sobald ich anfange auch nur das Wort Zäpfchen, Antibiotikum oder das Wort Fieberthermometer in den Mund zu nehmen, spannt er alles an was er hat.


    Als er Baby war hab ich oft auch im Schlaf Fieber gemessen, aber seitdem er größer ist, wacht er davon auf und dann ist das Gebrüll riesig.

    Habt ihr noch Empfehlungen wie das krank sein und die Medikamentengabe nicht so stressig sind?

  • 102 Antworten
    HonigundZimt schrieb:

    Antibiotikum ist eine Tortur und er macht den Mund nicht auf. Nasentropfen sind das gleiche Theater. Fiebersaft kann ich gleich vergessen, deshalb sind wir auf Zäpfchen umgestiegen. Da ist es aber auch Theater. Fiebermessen auch. Egal ob unterm Arm, an der Stirn, im Po.

    Er schreit und versucht das Thermometer weg zu ziehen.

    Was hat dein Kind denn für eine Erkrankung, dass mit fünf Jahren Antibiotika, Nasentropfen, Fiebersaft, Zäpfchen und ständiges Fiebermessen erfordert?

    HonigundZimt schrieb:

    Wir haben noch zwei weitere Kinder. Da gab es solche Probleme nie.

    Bedeutet das, dass sie ebenfalls mit Medikamenten vollgestpft werden und lassen es mit sich machen?

    Ich habe nirgendwo geschrieben, dass das ständig passiert. Ich weiß nicht wo du das heraus liest. Er ist sehr infektanfällig.


    Warum unterstellst du mir, ich stopfe meine Kinder voll?

    Darum ging es hier gar nicht.

    HonigundZimt schrieb:

    Er ist sehr infektanfällig.

    Dann wäre es doch besser mal das Immunsystem zu stärken, indem z.B. eine laufende Nase auch mal laufen darf. Auch mal Fieber bis 40 Grad ist, wenn es kein Dauerzustand ist, bei Kindern nicht so gefährlich wie bei Erwachsenen. Manchmal genügt schon ein Wickel um die Beine, viel Ruhe, ausreichend Flüssigkeit.

    Dir ist bekannt, dass die ständige Gabe von Antibiotika das Immunsystem plättet? Und bei Kindern muss das Immunsystem erst lernen, Antikörper zu bilden. Das schafft es aber nur, wenn das Kind auch ungefährliche Erkrankungen ohne große Medikamentengabe auskurieren kann. Ansonsten bleibt es immer infektanfällig.

    Um welche Infekte handelt es sich denn?

    Irgendwie klingt das alles sehr lieblos.

    Ich kann verstehen, dass das nervt, wenn das Kind sich gegen alles wehrt.

    Das ist sicher auch schon ziemlich festgefahren, dass er da Angst hat.

    Könnt ihr es irgendwie spielerisch versuchen? Oder so, dass das Kind die Regie führt, sozusagen?

    Sich zum Beispiel selber mit einer Plastikspritze den Fiebersaft in den Mund spritzt und hinterher ein Bonbon bekommt?

    Dass er zuerst bei seinem Lieblingskuscheltier die Temperatur kontrolliert und sich dann selber unter Anleitung das Thermometer unter den Arm schiebt?

    Dass z.B. Tabletten mit einem Spielzeug-Auto oder Flugzeug angebraust kommen, damit er schnell wieder gesund wird?

    Bei uns hat das meist mit etwas lustiger Ablenkung, einer Süßigkeit oder auch mal beim Fernsehen ganz gut funktioniert.

    Zitat

    Bedeutet das, dass sie ebenfalls mit Medikamenten vollgestpft werden und lassen es mit sich machen?


    ich find die Frage irgendwie unangemessen. Kinder werden eben manchmal krank und brauchen auch mal Medikamente - das hat doch deshalb nicht unbedingt was mit vollstopfen zu tun?


    Zum Thema: Antibiose wird nicht verhandelt (wobei es der Große zum Glück noch nie brauchte und der Kleine es bisher gut akzeptiert hat), die Alternative wäre dann eben per Infusion beim Arzt/Krankenhaus.


    Nasenspray läuft hier besser als Tropfen, das können sie auch selbst machen. Wobei ich da auch normal mit mir verhandeln lasse. Ich erkläre die Vorteile, biete Alternativen an (zb Nase aussaugen) und sag mir im Zweifelsfall "ist ja nicht meine Nase".


    Fieber messen würde ich auf's nötigste beschränken, da dann wählen lassen was er lieber mag. wir machen beim Ohrthermometer gern ein Spiel/Wettbewerb draus wer wohl welche Farbe hat, da werden dann schon mal alle Familienmitglieder gemessen.


    Fiebersaft und Co schmeckt denen hier Nurofen Erdbeer am besten, Paracetamol am wenigsten. Hast du da schon verschiedene ausprobiert? Da erklär ich auch gern (inklusive wilder Vorführung meinerseits) wie sich die Medikamente dann die Schwerter schnappen und im Körper die doofen Viren/Bakterien tot hauen, damit es einem wieder besser geht. Ob das nun inhaltlich immer völlig zutreffend ist, ist mir dabei ehrlich wurscht, solange es den Kindern hilft.

    Vielleicht solltest du dich an deinem Mann orientieren *auf andren Thread zeigt*


    Die Medikamente einfach nur "reinzuschieben" a la "Hauptsache drin" bringt dich ja anscheinend nicht weiter und schadet auch deinem Kind, denn es wehrt sich ja mit Händen und Füßen.

    (Und ich muss Medis nehmen jeden Morgen seit ich 5 bin....)

    Vielleicht wäre in dem Fall sogar Homeopathie das richtige...nicht um ihm da irgendwas wirksames zu haben, aber wir haben zBsp im Kindergarten früher einmal täglich ein Zuckerkügelchen zum Schlucken bekommen... (wenn ich so zurück denk...was war das fürn ZEUG????)

    Wie sollte ich mich da an meinem Mann orientieren? Bei ihm blieb ja gar nichts drinnen. Da musste dann meine Schwiegermutter kommen.


    Fiebersaft ging gar nicht. Da waren dann nach dem 3. Versuch doch die Zäpfchen effektiver. Auch wenn das Gebrüll genauso schlimm war.


    Ich bin nicht lieblos. Ich bin momentan nur etwas genervt und übernächtigt, weil Junior wieder letzter Nacht gefiebert hat, extrem nörgelig war und finde es schwierig über solche Sachen, die sich nicht vermeiden lassen zu diskutieren. Ich hab gemerkt, wenn man aus der Sache ein riesen Ding macht, heizt er sich richtig auf und schreit noch mehr. Dann steigert er sich rein.

    Es gibt keine Alternative. Zumindest nicht, wenn sich der Gesundheitszustand bei Bronchitis oder Angina nicht verschlechtern soll.


    Ich weiß nicht, ob ich ihn belohnen sollte für etwas, das eigentlich selbstverständlich ist.

    Dann entwickelt er so eine Erwartungshaltung. Vielleicht sehe aber nur ich das so.

    Aber wenn das Kind sich wehrt, verknüpft es doch nur immer mehr immer schlechtere Erinnerungen mit Medikamenten.

    Du MUSST deinem Kind zu liebe einen weniger nervenaufreibedenden Weg finden, sonst kriegt er ne Medikamentenphobie.


    Und sowas ist ganz scheiße wieder wegzukriegen! Ich hatte das mit Nadeln! Ich wurde an beiden Armen festgehalten von meinen Eltern und es wurde Blut abgenommen. Dann bin ich einfach umgeklappt.

    Klar als Erwachsene weiß ich, es musste sein, aber es brauchte danach Jahre bis mein Hausarzt aus Kindertagen Blut abnehmen konnte ohne dass ich versuchte wegzurennen.

    Das gleiche mit Zahnärzten. Ich wurde festgehalten von einer Schwester beim Milchzahnziehen. Niemand hat mir irgendwas erklärt "Das muss jetzt gemacht werden".


    Für uns Erwachsene ist es natürlich selbstverständlich, dass wir Medikamente nehmen, wenn wir krank sind. Aber das Kind ist fünf und da ist das weder selbstverständlich noch angenehm noch sonstwas.

    Und natürlich darf das Kind eine kleine Belohnung haben, ein Bonbon oder einen Schokoriegel, wenn er die Medikamente ohne "Theater" genommen hat. Er wird ja nicht so oft was nehmen müssen, dass er dann die Naschis tütenweise bekommen müsste.

    Wie gesagt, versuchs mal mit täglicher Homeopathie, vielleicht wird er dann offener gegenüber sowas einzunehmen.

    Einmal reih um alle Kinder durch.

    Dann wirds ein "Ritual" (Ich glaube nicht an die Wirkung von solchen Kügelchen...)


    Und immer wenn er so einen Saft nehmen muss dann nimm du auch davon (nur nimm du halt kA Honig in so nem Dings...irgendwas, was ähnlich aussieht).
    Das könnte ihm die Angst nehmen, weil Mama es ja auch ohne zu zucken macht.

    was für Infekte sind des denn, dass ihr so oft ein antibiotikum braucht? Und Fieber senk ich tagsüber eigentlich nie, da geb ich nur nachts was, dass er wenigstens einen halbwegs erholsamen Schlaf hat ( des ist nämlich immer noch die beste Medizin)

    ich würde ihn selbst machen lassen, er ist doch groß genug um Nasen Tropfen zu nehmen, Fieber zu messen, Fiebersaft zu schlucken.


    Ich würde ihn auch belohnen, wenn das gut klappt.


    Und vor die Wahl stellen

    Kein Antibiotikum: Alternative Infusion im Krankenhaus

    Keine Nasen Tropfen oder Fiebermittel? Dann muss er da durch und leiden. Und wird merken, dass das Zeug lindert und nicht schadet.

    wir haben schon mit Belohnungssystem gearbeitet, wenn es um eklige Medizin ging und

    HonigundZimt schrieb:

    selbstverständlich

    sind eklige Medikamente schon gar nicht für ein Kind. Dummerweise schmecken diese Antibiotikasäfte aber auch echt widerlich bitter. Das kann man kaum irgendwie schmackhaft machen.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ein großer Schluck kalter Saft gleich nach dem Schlucken der Medizin hilft, damit der häßliche Geschmack im Mund weggeht.


    Wenn es arges Theater gab,dann hab ich aber auch je nach Krankheit klipp und klar gesagt, dass die Alternative zur Medizin dann eine Infusion im KH ist.

    1x war es dann tatsächlich so....und da das einen 3 Tägigen KHAufenthalt beinhaltete, war das nachhaltig ...seither ging es.


    Später - so ab 6 kann man bestimmte Medikamente auch als Tabletten geben, was das alles eeeeetwas angenehmer macht. (meine Große braucht trotzdem auch bei Tabletten eine Schluckhilfe....)



    Fizzlypuzzly schrieb:

    Bedeutet das, dass sie ebenfalls mit Medikamenten vollgestpft werden und lassen es mit sich machen?

    was für ein anmaßender Kommentar%-|%:|