Plötzlich richtig viel Karies bei 6-Jährigem

    Bei meinem 6-jährigem Sohn wurden innerhalb von 2 Monaten 5 !!! Kariesstellen festgestellt (und behandelt). Das hat mich erstmal umgehauen, denn davor hatte er gar nichts und 2 ältere Geschwister sind ohne Karies durch die gesamte Grundschulzeit und darüber hinaus gegangen.


    Ich muss sagen, dass die Zahnpflege davor nicht die beste war: Abends im Bett ohne Zahncreme durch den Vater, bzw. er selber im Kindergarten. Natürlich wurde das dann schnell aufgebessert: elektrische Zahnbürste, Zahnseide, Zahncreme, ausführlich am Waschbecken, und es ist möglich, dass alle Kariesstellen schon angelegt waren, bevor wir das Zähneputzen aufgemotzt haben. Trotzdem bin ich unsicher und bitte um eure Erfahrungen mit Karies bei Kindern und wie sich das im weiteren entwickelt hat.


    Bis jetzt sind 5 Milch-Backenzähne betroffen, 4 jeweils paarweise, da hatte sich der Karies zwischen den Zähnen entwickelt, beim 5. war der angrenzende Zahn (noch) nicht betroffen.


    Glücklicherweise war die Behandlung ganz unkompliziert, er brauchte keine Spritze, bekam alles super gezeigt und erklärt mit Anfassen aller Geräte und er musste dabei auch immer wieder lachen. Das unangenehmste war, den Mund so lange offen zu halten.


    Was sind eure Erfahrungen: Geht das immer so weiter oder kann man das mit besserer Zahnpflege aufhalten?

  • 49 Antworten

    Bei meinen Kindern habe ich die Zähne anfangs auch nur mit Wasser ohne Zahncreme geputzt.


    Erst ab 6 oder 7 Jahren haben sie selbst Zahncreme verwendet.


    Sie sind heute erwachsen (um die 30 Jahre) und habe noch keine Löcher in den Zähnen.


    Nach meiner Ansicht ist die Ernährung viel entscheidender.


    Für gesunde Zähne ist die Zusammensetzung des Speichels von großer Bedeutung.


    Der pH-Wert des Speichels wird von der Nahrung beeinflusst.

    Zitat

    Nach meiner Ansicht ist die Ernährung viel entscheidender.

    Das sehe ich genauso. Vorallem was Getränke betrifft. Da können auch Säfte ganz böse zuschlagen, wenn sie regelmäßig getrunken werden.


    Zahnpflege zu übertreiben ist in jedem Fall kein hilfreiches Mittel. Man kann Zähne auch kaputtputzen.

    Zitat

    Ich muss sagen, dass die Zahnpflege davor nicht die beste war: Abends im Bett ohne Zahncreme durch den Vater, [...]

    Wie lange ging das denn so, und warum? ":/


    Das reicht m.E. mit Sicherheit über einen längeren Zeitraum aus, um so viel Karies bzw. Initialkaries entstehen zu lassen.


    "Nur mit Wasser" reicht natürlich auch bei Kindern nicht! %-|


    Bei der heutigen Ernährung (und, nein, ich meine damit nicht zwangsläufig eine schlechte !), ist dieser Trend ein mehr als unvernünftiges Spiel mit der Zahngesundheit, eine weitere Auflage von "alle fortschrittlichen Dinge sind giftig". :|N

    Zitat

    Was sind eure Erfahrungen: Geht das immer so weiter oder kann man das mit besserer Zahnpflege aufhalten?

    Mit guter Zahnpflege kann man dies natürlich aufhalten!


    Bitte auf Zahnpasta mit kindgerechtem Fluoridgehalt achten, eine Bürste mit Kurzkopf und von guter Qualität nutzen, und Putzzeit und -ergebnis kontrollieren. :)^

    Zitat

    Zahnpflege zu übertreiben ist in jedem Fall kein hilfreiches Mittel. Man kann Zähne auch kaputtputzen.

    Genau. :-X


    Deshalb gibt es ja auch so viel mehr Kinder mit "kaputtgeputzten" Zähnen, als welche mir kariösen. %-|


    Wird auf gute Zahnpasta (ohne Schleifpartikel!) und auf eine Bürste von maximal mittlerer Härte mit abgerundeten Borstenenden geachtet, ist "kaputtputzen" gewiss Euer kleinstes Problem!


    Alles Gute für die Zahngesundheit Eures Jungen!

    @ :)

    Vielen Dank für die Antworten und links, vor allem über die Erfahrung mit den eigenen Kindern. Leider hat (bis jetzt) niemand geschrieben, dessen Kinder auch Karies hatten.


    Mit Säften sind wir sehr zurückhaltend und es ist für mich selbstverständlich, nicht nur das Kind die Zähne putzen zu lassen, sondern selber nachzuputzen.

    @ Portland

    Mich würde interessieren, ob du aus eigener Erfahrung berichtet hast.


    Nur mit Wasser zu putzen reicht bei manchen Kindern wohl schon, siehe Beitrag von Hanca.


    Wir haben das von Anfang an so gemacht, und es war offensichtlich auch lange ausreichend (wurde regelmäßig beim Zahnarzt kontrolliert). Mit "alle fortschrittlichen Dinge sind giftig" hat das überhaupt nichts zu tun. Ich weiß nicht, wie du darauf kommst.


    Wir hätten früher oder später auch umgestellt, da waren wir wohl zu spät.


    Ich vermute inzwischen, dass das Durchbrechen der ersten bleibenden Backenzähne die Milchbackenzähne zueinander geschoben hat, so dass zwischen ihnen Karies entstehen konnte, während vorher genug Luft zwischen ihnen war. Das erklärt auch, wieso innerhalb so kurzer Zeit so viele Kariesstellen entstehen konnten.

    Viele kleine Kinder mögen einfach keine Zahncreme oder schlucken sie runter.


    Ein Putzen mit Wasser und weicher Bürste ist völlig ausreichend, um Beläge zu entfernen.


    Meine Kinder haben auch kein künstliches Vitamin D und kein Fluor bekommen. Nicht als Tablette und nicht in Zahncreme.


    Wir verwenden ausschließlich Zahncreme aus natürlichen Bestandteilen (Bioladen oder Reformhaus).


    Ich habe Wert auf eine gesunde Ernährung gelegt und glaube, dass man damit den Grundstein für gesunde Zähne legt.


    Naturvölker kennen zum Beispiel keine Zahnprobleme obwohl sie keine Zahnbürsten besitzen.


    Meta, vielleicht ist das Buch für Dich interessant:


    http://www.amazon.de/Karies-heilen-Nat%C3%BCrlich-richtigen-Ern%C3%A4hrung/dp/0982021348

    Es hat mal eine Studie gegeben (habe allerdings jetzt keine Lust, die im Netz zu suchen. Es war jedoch eine "ganz normale" medizinische Studie ohne irgendwie "alternativen" Hintergrund) zur Nützlichkeit von Zahncreme. Ergebnis war, daß sie nichts nützt. Die Leute, die keine Zahncreme verwendeten, hatten sogar etwas sauberere Zähne - es wurde vermutet, daß der frische Geschmack der Zahncreme vorzeitig Sauberkeit suggeriert.

    ich kann dir nicht wirklich helfen, aber meine Kinder (5 und8) haben auch immer wieder Probleme mit ihren Zähnen {:(


    Beide haben schon 2 Füllungen und beide hatten auch schon fiese Fisteln, sodass beiden je 1 Zahn (zum Glück ganz unspektakulär) gezogen werden musste. :°(


    Wir putzen auch vom 1.Zahn an 3x tgl. (morgens und abends zu Hause, mittags im Kiga, in der Schule putzen sie mittags nicht). Ich putze auch meistens nach. Wir haben normale Zahnbürsten und auch elektrische.


    Trotzdem haben sie schlechte Zähne.


    Wir verbieten kein Süßkram und auch süße Getränke dürfen sie (Apfelschorle) . Außer abends nach dem Zähneputzen: da gibts nur noch Wasser! (und im Winter Tee).


    Ich wüsste nicht, was wir anders machen sollten :-/ Auch die ZÄ sagt, man kann nix machen. Manche Menschen haben nun mal mehr Probleme mit den Zähnen als andere.


    Wir haben die Flourlose Zahncreme von Welada.

    Zitat

    Wir verbieten kein Süßkram und auch süße Getränke dürfen sie (Apfelschorle) . Außer abends nach dem Zähneputzen: da gibts nur noch Wasser! (und im Winter Tee).


    Ich wüsste nicht, was wir anders machen sollten :-/

    Flamechen79, aber gerade Süßigkeiten und süße Getränke verändern den pH-Wert des Speichels und dann ist kein Schutz gegen Karies mehr da.


    Der Speichel hat u. a. die Funktion, im Mund entstandene oder mit der Nahrung zugeführte Säuren zu puffern und Mineralien zur Verfügung zu stellen. Dies ist zur Vermeidung der Karies sehr wichtig, denn eine zu starke Säurekonzentration senkt den pH-Wert im Mund. Dadurch werden Mineralien aus den Zähnen gelöst.


    Ich habe die ersten 7 Lebensjahre meiner Kinder keine Süßigkeiten im Haus gehabt.


    Es gab einmal die Woche beim Einkaufen ein Eis oder Schokolade. Nach Hause haben wir nichts mitgenommen.


    Süße Getränke kannten meine Kinder auch nicht. Einzige Ausnahme war mal Milch mit einem Kakaopulver aus dem Bioladen (sehr wenig Zucker).

    Zitat

    Naturvölker kennen zum Beispiel keine Zahnprobleme obwohl sie keine Zahnbürsten besitzen.

    Das stimmt so nicht, Naturvölker putzen (übrigens sehr konsequent), indem sie an Ästen von bestimmten Pflanzen nagen, die antibakteriell wirken. Diese haben ähnliche Bestandteile wie unsere Zahncreme.


    Die Naturvölker, die eine Zeitlang nicht an diese Pflanzen kommen oder es nicht so genau damit nehmen, haben große Zahnprobleme. Sie ziehen sich dann die schmerzenden kariesbefallenen Zähne.


    Zum Thema Putzen empfehle ich, mal bei Denttabs nachzulesen. Es wurde nämlich heraus gefunden, dass es nicht die Zahncreme an sich macht, sondern wie "gründlich" man putzt. Denn nur wenn die Oberfläche der Zähne quasi glatt poliert ist, haben Bestandteile aus Essen, sowie Bakterien praktisch keine Chance, an die Zähne anzudocken und dann anzugreifen. Deshalb sind gerade für Menschen mit Kariesproblemen Denttabs (und Zahnseide) eine super Alternative, denn damit poliert man quasi die Zähne glatt. Wir putzen schon seit Monaten nur damit und haben laut Zahnärzten (mein Mann ist bei einem anderen) perfekt gepflegte Zähne. Das war vorher nicht so.


    Es ist tatsächlich so, dass gerade bei Kindern oft viel zu schnell geputzt wird weil die Zahncreme Sauberkeit vorgaukelt. Das passiert erfahrungsgemäß mit Denttabs eher seltener weil man erstmal alles polieren muss.


    Wichtig ist natürlich trotzdem, dass man gerade bei Säften vorsichtig ist. Die Säure in Säften greift gerade in Verbindung mit Zahnpasta gerne die Zähne an. Deshalb sollte man nach Saftgenuss auch nicht sofort mit Zahnpasta putzen. Am Besten möglichst ganz verzichten.

    mein großer sohn hatte in seinen zahnzwischenräumen karies an 4 zähnen, (trotz regelmäßigem zähneputzen mit zahncreme). das kam auch ganz "plötzlich", weil man es vorher schlicht nicht gesehen hat, auch bei der vorsorge nicht, erst im röntgen, nachdem ein zahn so dunkel schimmerte. bei einem (milch)zahn war es dann sogar schon soweit, dass er gezogen werden mußte. die zähne standen auch recht eng und wir sind dazu übergegangen, dann zahnseide zu nutzen. (hab ich ehrlicherweise davor bei nem 5-6 jährigen nicht getan). problematisch bei ihm waren v.a. säurehaltige lebensmittel. er hatte damals angefangen, diese kindersüßigkeiten zu konsumieren, in denen viel zitronensäure ist, - extrasaure kaugummis und - bonbons und was man sich halt so als kleiner junge vom taschengeld im kiosk nach der schule kauft. nachdem er damit aufgehört hat, wurde es besser mit den zähnen.

    Zitat

    der Punkt, das Karies anstekend ist und häufig von den Eltern auf das Kind übertragen wird, ist nicht unwichtig.

    DieKruemi


    Ich bin da skeptisch.


    Ich hatte schon als Kind Karies, weil meine Mutter nicht auf die Ernährung geachtet hat.


    Als ich erwachsen war, habe ich mir meine Amalgamfüllungen rausmachen lassen und meine Ernährung umgestellt.


    Als ich 20 Jahre später wieder beim Zahnarzt war, hatte ich keine neuen Löcher und die alten Löcher haben sich sogar verkleinert.


    Ich habe also keine Karies mehr und auch offensichtlich meine Kinder nicht angesteckt.