Luca

    Zitat

    Eltern bemerken recht schnell, wenn etwas mit ihrem Kind nicht stimmt, es sich verändert. Auch die Lehrer nehmen das wahr und geben den Eltern eine Rückmeldung. Eltern und Lehrer haben durchaus auch die Chance zu erkennen, wenn sich das Sozialverhalten einen Kindes verändert.

    Ja, Eltern bemerken sowas ... oder sollten es zumindest. Das hat auch niemand in Frage gestellt. Auch dass Eltern und Lehrer durchaus auch die Chance haben, zu erkennen, wenn das Sozialverhalten einen Kindes auffällig ist, wird nicht bestritten - hoffen wir mal, dass sie diese Chance dann auch wirklich immer nutzen?

    Zitat

    All das sind ja die Gründe, warum Eltern mit ihrem Kind zum Arzt gehen

    Eben. Aber das sind alles noch keine Gründe, unbedingt und notwendigerweise auch immer gleich Ritalin zu verabreichen, ohne auf Alternativen überhaupt noch zu schauen!


    Denn die Eichtigkeit der Diagnose und die Notwendigkeit von Psychopharmake können die Eltern nicht erkennen ... und die oftmals überforderten Lehrer ohnehin schon mal gar nicht!


    Aber genau darum geht es hier, nicht darum, ob Ritalin in bestimmten Fällen sinnvoll ist oder nicht? nochmal: in ADS/ADHS - Fällen kann Ritalin (oder was auch immer) durchaus hilfreich sein und allen Beteiligten, vor allem jedoch dem betroffenen Kind, tatsächlich helfen! Das ist nie ernsthaft bestritten worden und deshalb geht deine Argumentation hier auch an der eigentlichen Sache vorbei!

    @ bubby2009

    Zitat

    nun meine frage: ich habe so viel über nebenwirkungen gelesen, ist das wirklich so schlimm ?? ist der nutzen größer als evtl. ein schaden durch Ritalin ??

    So die TE.. Meine letzten Beiträge/Argumente betreffen durchaus diese Frage von Julia.


    LG


    Luca

    Liebe Julia76


    ich will mich hier für meine harte Aussage und Unterstellung bei Dir entschuldigen. Ich wünsche Dir und Deinem Kind die bestmögliche Therapie die es gibt und hoffe ihr findet eine gute Lösung. Ich kenne leider Mütter aus meinem Privatkreis, die sich ganz schnell zu was haben hinreissen und überreden lassen, obwohl es auch ohne Medikament sprich Ritalin funktioniert hätte. Da hatten wir auch eine heisse Debatte. Aber Du machst das schon richtig und holst Dir viele Meinungen ein. :)*

    Ich kenne das aus dem berufl. Alltag. Damit löst Du ein Problem aber nicht die Ursache. Massenhaft Kinder bekommen das verschrieben und sicherlich ist es auch mal angebracht. Bevor Du nicht alle Möglichkeiten ausgereizt hast und damit natürlich auch persönliche Belastungen auf Dich nimmst, würde ich auf keinen Fall dazu greifen.


    Lina

    @ Julia

    www.mehr-vom-tag.de


    Da findest Du sehr gute und wichtige Informationen


    * Was ist ADHS?


    * Wer ist betroffen?


    * Wie entsteht ADHS?


    * Wie erkennt man ADHS?


    * Wie kann ADHS behandelt werden?


    * Welche Folgen kann unbehandelte ADHS haben?


    * Wie geht man mit ADHS um?


    Letzte Aktualisierung: 19. Juli 2009


    LG


    Luca

    Hallo ...


    mein Neffe wird bald 12 und ist seit vielen Jahren in psychologischer Behandlung und nimmt auch seit 2 Jahren Ritalin. Bei ihm wurde damals ADHS diagnostiziert, wobei sein Verhalten bereits viel früher schon "auffällig" war.


    Ich meine er war immer aufgedreht, immer in Bewegung, unruhig, unkonzentriert, sehr neugierig und aufgeweckt aber auch immer dabei irgendetwas total unsinniges anzustellen.


    Ehrlich gesagt musste meine Schwägerin lernen wirklich ihren Alltag auch zu ändern, während des Tages kein Fernsehen, nur gemäßigt an Wochenenden Pc- oder Consolenspiele, weniger Cola/Limo-Getränke, etc.


    Sie hat jetzt ihren Alltag besser im Griff, weil sie sich durch ihre Struktur den Stress minimiert hat...hat somit etwas mehr Geduld/Nervenkraft mit den Kindern...


    aber viel besser geht es dem Jungen mit Ritalin auch nicht.


    Er ist in der Schule auch nicht viel besser geworden, weil bereits Anfangs der Grundschule viel Grundwissen versäumt hat... das alles nachzuholen ist sehr schwer.


    Inzwischen hat meine SChwägerin alles so verändert, dass alle im Alltag damit besser klar kommen... es ist alles zur Normalität geworden und bald kommt der Junge auch in die Pubertät. Hat sich langsam besser im Griff.


    Er wird eben langsam reifer... soweit es mit seinem Asthma möglich ist wird er sportlich gefördert, spielt ein Instrument, kann sich dabei auch konzentrieren und beruhigen...


    Es wird alles langsam besser :-)

    Jedes Medikament wirkt bei jedem Menschen anderst. In ihrer Wirkung, unterschidliche Nebenwirkungen und diese unterschidlich stark, unterschidlich in der Verträglichkeit. Daher auch das "versuchen", "ausprobieren". Was dem einen gut hilft, bringt beim anderen nicht viel.


    LG


    Kathleen-Sarah

    Hi Julia67,


    Ritalin zu geben oder nicht ist ein sehr großer Schritt, den man sich sehr gut überlegen muß.


    Ich war auch mal in einer solchen Situation und dank Internet hat man viel brauchbare Sachen gefunden. Ich habe viel über ADHS gelesen und mit Lehrern gesprochen. Habe dann noch Kontakt zu einem jungen Mann bekommen, der als Kind Ritalin nehmen mußte und auch er hat mir davon abgeraten.


    Mein Sohn war damals 7 Jahre alt, wo er das Zeug bekommen sollte -- ich alleinerziehende Mutter mit 2 Kindern. Und auch mich haben diese Nebenwirkungen abgehalten. Lt. Dr. müßte er unbedingt Ritalin nehmen "damit auch ich zur Ruhe kommen würde"!!! Ich sage nur alles purer Quatsch.


    Wie und wo sollen sich heutzutage Kinder noch abreagieren? Sie dürfen auf keiner Wiese mehr spielen und sind überall nicht so gern gesehen. Mein Sohn ging dann zum Judo und dort konnte er sich auspowern und seine Grenzen lernen.


    Ganz wichtig, denn diese Kids müssen ein "nein" auf jeden Fall lernen zu akzeptieren. Sau schwer.


    Dann ging ich zum Heilpraktiker und er gab mir natürliches Zeug und riet mir auch vom Ritalin ab. Und ganz ganz wichtig "kein Zucker" -- kannst es ja mal mit Schokolade ausprobieren. Da tillte mein Sohn immer besonders gerne -- aber am Wochenende durfte er auch mal ein Stückchen Schokolade essen, denn ich hatte gelernt damit umzugehen. Aber einfach war es auf jeden Fall nicht. Aber es geht auch ohne Ritalin.


    Ich habe hinterher sogar mein eigenes Mehl gemahlen und damit dann Brot gebacken. Denn wenn man sich mal dafür interessiert, was heutzutage noch an Nährstoffen in unseren Lebensmitteln ist, da wird einem ganz schlecht. Zum süßen nehme ich Agavendicksaft ist total super und hat keinen Beigeschmack.


    Mein Sohn ist jetzt 16 und er hat sich letztens bei mir bedankt, dass ich ihm kein Ritalin damals gab. Denn ein Freund von ihm muß immer Ritalin nehmen. Dieser Freund hatte mich mal gefragt, wie ich das denn nur ausgehalten habe -- meine Antwort: "mit ganz viel Liebe und Zuneigung". Er sagte daraufhin, "scheiße dass meine Eltern mich noch immer zwingen dieses Zeug zu nehmen". Er hat aber auch schon Alkohol und Joints hinter sich -- weil er einfach mal normal sein wollte.


    Meinem Sohn wurde immer nachgesagt, dass er ein sehr großes Allgemeinwissen hat und seinen Weg schon noch machen wird. Lt. IQ-Test in der 4. Klasse (denn ich wußte nicht auf welche weitere Schule ich ihn stecken sollte (lies den Test bei der caritas -- die haben mir auch sehr geholfen -- machen) stellte sich eine Teilhochbegabung fest. Ich wollte ihn aber nicht noch weiter testen lassen und lies ihn dann ganz normal aufwachsen und auch das Thema ADHS war für uns durch.


    Weißt du, die Ärzte verdienen heutzutage sehr viel Geld an Ritalin -- genau wie an dieser neuen Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bei Mädchen (habe mich auch dagegen entschieden für meine Tochter). Leider wollen viele nur noch das Geld und die Gesundheit zählt nicht mehr.


    Echtes ADHS gibt es auch bei einigen Menschen, aber um das herauszufinden, müssen sie sich einigen Test unterziehen und das kann dann schon mal locker 3-6 Monate dauern.


    Ich bin ein Gegner von Ritalin. Sollte es aber richtig nachgewiese werden, dann sollte man erst alles andere versuchen, das Kind ein wenig ruhiger zu bekommen -- es sich auspowern lassen. Vielleicht ist es auch ein Instrument, wo das Kind zur Ruhe kommt. Langes Suchen hatte ich auch. Bei uns war es die Gitarre zum Abreagieren und viel Rad fahren.


    Hoffe, dir ein wenig geholfen zu haben mit meinen Erfahrungswerten.

    Zitat

    Weißt du, die Ärzte verdienen heutzutage sehr viel Geld an Ritalin--genau wie an dieser neuen Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs bei Mädchen (habe mich auch dagegen entschieden für meine Tochter). Leider wollen viele nur noch das Geld und die Gesundheit zählt nicht mehr.

    Diese Aussage ist die Absolute Frechheit!!! Der Arzt bekommt pro Patient, pro Quartal 32 - 45 € . Mehr nicht. Egal wieviel Impfungen er vornimmt, egal wieviel Rezepte er ausstellt.


    :(v


    Kathleen

    Zitat

    egal wieviel Rezepte er ausstellt

    ...und wenn er im interesse seiner patienten sein budget überschreitet, zahlt er zum teil drauf.


    ...und wenn er seinem adhs-patienten (der volljährig ist) weiterhin sein mph verordnet macht er sich sogar regresspflichtig der kasse gegenüber...


    also, VERDIENEN wird ein arzt daran definitiv NICHT...;-)

    Hi Julia


    Also ich finde es gut, dass du dich vorher erkundigst und dir soviel Gedanken machst. Ich kann dir leider nur einen Erfahrungsbericht über meine kleine Schwester geben.


    Ihr wurde Ads damals in der dritten klasse diagnostiziert. Ihre Noten waren schlecht, sie hat nichts mitbekommen wenn sie z.B. fern gesehen hat-also man musste sie mehrmals ansprechen, bis sie was bemerkt hat.


    Sie hat dann Ritalin 3 mal täglich bis zum Ende der Grundschule bekommen. Ihre Noten waren sehr schnell wesentlich besser und sie hatte auch endlich Freunde gefunden. Allerdings hatte sie damals so einen Automaten, der halt alle drei Stunden gepiepst hat, damit sie pünktlich die nächste Tablette nimmt. Jeder hat das dadurch mitbekommen und manch ein inkompetenter Lehrer sowie viele ihrer Mitschüler haben sie deswegen eine Zeit lang gemobbt. Aber davor wurde sie auch schon gemobbt, weil sie übergewichtig war. Also letztendlich finden Kinder immer was, wenn sie einen erstmal als Opfer entdeckt haben.


    Sie ging nach der Grundschule dann auf das Gymnasium und musste die Tabletten nicht mehr nehmen. Sie hat einen guten Abschluss gemacht, einen guten Freundeskreis und studiert nun ihren Traumberuf.


    Vielleicht gibt es heute unauffälligere Apparate?


    Ich wurde damals auch auf ADS geprüft, und ich durfte es mir aussuchen, ob ich die nehmen möchte oder nicht. Aufgrund der Mobberei die meine Schwester erfuhr habe ich darauf verzichtet, aber ich hatte es auch nicht so ausgeprägt.


    Nebenwirkungen hatte sie keine und sie wurde derweil auch immer von einer Psychologin betreut.


    Es war für sie damals die richtige Entscheidung- langfristig betrachtet.


    Aber man sollte darauf achten, dass die Lehrer Bescheid wissen und das auch verstehen und sich moralisch unterstützend um das Kind kümmern, wenn es gemobbt wird.


    Hoffe ich konnte dir weiterhelfen.