Ständige (Spannungs)Kopfschmerzen bei 12-Jähriger

    Unsere 12-jährige Tochter leidet seit April immer wieder unter morgendlichen Spannungskopfschmerzen, die auch schon zu erheblichen Fehlzeiten in der Schule geführt haben. Bei einer Blutuntersuchung wurde im Mai eine akute Coxsackie-Typ A Infektion diagnostiziert, die lt. Arzt "zu meningitiden Reizzuständen" führen kann - aber gegen die Infektion selbst könne man nicht wirklich etwas machen. Sämtliche anderen Dinge sind ausgeschlossen, MRT ist unauffällig, Blutwerte ansonsten ok, keine Durchblutungsstörungen im Kopf. Sie hat in den letzten Wochen auch noch hochdosiert Zink und Vitamin C zur Stärkung des Immunsystems bekommen. Fieber hat sie keins.


    Seit April/Mai hatte sie sowohl im Juli als auch im September nochmals Phasen, in denen sie tw. ein, zwei Wochen krank bzw. (während der Schulzeit) wieder nicht in der Schule war. Nachmittags geht es ihr in den Kopfschmerz-Phasen meist besser, aber gegen Abend fühlt sie sich wieder schlechter. In den letzten Wochen sind nun abends auch immer wieder starke Nackenschmerzen hinzugekommen - die gesamte Nackenmuskulatur ist verspannt. Bei einem Osteopathen waren wir auch schon, der hat auch nichts gefunden...


    Ein nochmaliger Bluttest hat im September ergeben, dass die akute Phase der Infektion wohl vorbei ist. Gestern Abend wieder starke Nackenschmerzen und heute morgen Spannungskopfschmerzen - wir haben Angst, dass das nun wieder von vorne losgeht.


    Hat jemand von Euch vielleicht eine Idee, was wir noch tun können? ???

  • 68 Antworten

    zum Zahnarzt gehen. Morgendliche Verspannung und Kopfschmerzen klingt nach nächtlichem Zähneknirschen. Diese Symptomatik haben wir ganz häufig bei unseren Patienten und eine Schiene hilft in der Regel ganz gut. Die Schienentherapie kann man durch gezielte Physiotherapie des Kiefergelenks unterstützen.


    Am besten mal zum Zahnarzt des Vertrauens gehen oder aber zu einem der sich auf CMD Diagnostik spezialisiert hat. Die Spezialisten muss man aber in der Regel aus eigener Tasche bezahlen, deshalb würde ich erstmal zum Hauszahnarzt gehen und dort die Problematik ansprechen.

    @ Krisiun86:

    Unserer Tochter ist eine gute Schülerin und hat die Ausfallzeiten bisher gut "weggesteckt"; sie ist evtl. manchmal etwas zu ehrgeizig. Sie hat Anschluss in der Schule, viele Freundinnen...


    Aber in der Tat haben wir auch schon überlegt, sie bei einer Kinderpsychologin vorzustellen.

    @ Lady BlackTears:

    vom Osteopathen hat sie (in der "schmerzfreien" Zeit) einen "Aqualizer" bekommen; inwieweit sie den derzeit nutzt, kann ich gar nicht sagen.


    Kann die CMD auch Nackenschmerzen auslösen oder ist das ein zusätzlicher Aspekt (angesichts von doch nicht seltenem Handy- und Computerspielen)?

    Die CMD kann so einiges auslösen. KANN - nicht muss! Aber es wäre eben noch eine Idee, die die Beschwerden deiner Tochter auslösen könnten.


    Also wenn ich Stress habe, arbeite ich auch wie verrückt mit den Zähnen. Und ja.. bei mir macht sich das definitiv auch als Kopfschmerzen und Nackenschmerzen bemerkbar.


    Wie gesagt.. abklären schadet ja nicht.


    Hier mal eine Übersicht was CMD so alles mit sich bringen kann:


    CMD Symptome, die direkt mit dem Kausystem zu tun haben:


    Kieferschmerzen (Kiefergelenkschmerzen) – eine der offensichtlichsten CMD Symptome


    Knacken und Reiben in den Kiefergelenken


    Gesichtsschmerzen


    Taubheitsgefühl im Kiefer und Gesichtsbereich


    Verspannte Kaumuskulatur


    Unkontrollierbare Kiefer- und Zungenbewegungen


    Zahnwanderung, Zahnlockerung, Zahnabrasionen


    Zähneknirschen oder Zähnepressen


    Zahnschmerzen und/oder empfindliche Zahnhälse


    Temperaturempfindlichkeit


    Berührungsempfindlichkeit


    Zahnfleischschwund -–Zahnfleischentzündung


    Zahnverlust


    Zahnhalsdefekte


    CMD Symptome, die indirekt mit dem Kausystem zu tun haben und deshalb nicht unbedingt sofort einer CMD zugeordnet werden:


    Taubheitsgefühl im Mund (Zunge, Lippen, Zähne)


    Mund geht nicht richtig auf


    Brennen oder taubes Gefühl in der Zunge


    Ungleichmäßige Öffnung


    Schluckbeschwerden


    Heiserkeit


    Halsschmerzen


    Kloß im Hals


    Verspannung


    Häufiges Räuspern


    Stimmveränderungen


    Nackensteifheit


    Nackenschmerzen


    Verspannung


    Ermüdung der Muskeln


    Schulterschmerzen


    Ohrgeräusche (Tinnitus)


    Hörminderung


    Ohrenschmerzen


    Ohr zu oder juckend


    Gleichgewichtsstörungen


    Augenflimmern


    Schmerzen hinter den Augen


    Lichtempfindlichkeit


    Sehstörungen


    Blutunterlaufene Augen


    Kopfschmerzen, Migräne


    Gesichtsschmerzen


    Druck auf dem Kopf


    Berührungsempfindlichkeit von Haaren und Kopfhaut


    Schwindel


    Verspannungen und/oder schmerzhafte Muskelentzündungen von Kopf- bis hin zur Rückenmuskulatur


    Rückenschmerzen


    Gelenkschmerzen


    Taubheitsgefühl in den Armen oder Fingern


    Bandscheibenerkrankungen


    Skoliose


    Schlafstörungen


    Gleichgewichtsstörungen


    Stoffwechselveränderung von Organen


    Gereiztheit, Unruhe


    Stimmungsschwankungen


    Quelle: http://zahnarzt-frankfurt-tomovic.de/cmd-symptome-cmd-ursachen-craniomandibulaere-dysfunktion/

    Ich würde nicht zum Zahnarzt gehen, sondern zum Fachmann, dem Kieferorthopäden.


    Mein Sohn hatte auch immer wieder Kopfschmerzen, teils so heftig, dass er erbrochen hatte. Wir waren erst beim Augenarzt, weil wir dachten es käme daher. Da war aber alles ok. Unser Zahnarzt wollte uns auch immer weissmachen, von den Zähnen kommt es nicht. Wir waren am verzweifeln....


    Irgendwann waren wir bei der zahnärztlichen Vertretung, der Zahnarzt hatte eine KFO-Zusatzausbildung. Irgendwie waren wir auf das Thema Kopfschmerzen gekommem und er meinte, bei ihm käme das ohne Zweifel vom Kiefer. Die Muskulatur war absolut verhärtet.


    Es gab dann erst mal Fango, um die Muskulatur etwas zu entspannen. Danach kam -bei einem Kollegen zu dem er uns geschickt hatte- die Zahnspange. Der KFO meinte, bei einer Unterkieferrücklage von 11 mm passt nix zusammen, die Muskeln sind auch "fehltrainiert" und daher kommen so einige Probleme.


    Seit er die Spange trägt ist Ruhe.

    Habt ihr eure Tochter bei einem Neurologen untersuchen lassen? Da die Beschwerden so unspezifisch sind, könnte vieles dahinterstecken.


    Beispielsweise leide ich seit ca 10 Jahren unter einer Migräneform, die sich ebenfalls in vorwiegend (einseitigen) Spannungskopfschmerzen und starker Nackenverspannung äußert. Der Neurologe kam drauf, weil ich ab und zu auch eine "Aura" bekam. Die Anfälle kommen auch meistens während der Regelblutung.


    Hat deine Tochter schon die Regel? Und sind die Anfälle im gleichen Zeitraum? Dann könnte es evtl. mit den Hormonen zusammenhängen.


    Es kann aber genauso gut wie schon gesagt wurde am Zähneknirschen liegen. Das kann man mit einer Schiene behandeln, aber die Ursache für das Knirschen ist oft seelischer Druck. Vielleicht Leistungsdruck in der Schule oder wie du schon anklingen lassen hast, ist sie sehr ehrgeizig und setzt sich selbst zu sehr unter Druck. Es wäre sicherlich nicht falsch, mal einen Facharzt für Psychosomatik aufzusuchen. Hinter den Verspannungen können seelische Auslöser stecken, die selbstverständlich auch starke körperliche Schmerzen verursachen können.

    @ NK78:

    hatte Dein Sohn die Kopfschmerzen auch nur phasenweise (also mal 2 Wochen lang) und dann ging es wieder?


    Der Arzt der die Coxsackie Infektion diagnostiziert hat, hat auch gesagt, diese Infektion könne sehr langwierig sein und es sei "normal", dass es ihr morgens und abends schlechter gehe als am Nachmittag...

    Lady Black Tears: falsch! Es muss heissen, solange es sich nicht um eine Fehlstellung des Kiefers handelt.


    Die Zähne meines Kindes sind quasi perfekt, die Kieferstellung ist nicht ok. Nennt sich Dysgnathie und kann Nackenschmerz etc auslösen. Da der Kiefer nicht richtig "sitzt", sind auch Wirbelsäule und Muskeln betroffen.


    Unser KFO hat die entsprechende Fortbildung (CMD)- ich selber habe das CMD- Problem nämlich auch und befinde mich ebenfalls in Behandlung.

    @ as7269:

    ja, wobei die Abstände mit der Zeit immer kürzer wurden.