Huhu


    Ich empfehle unbedingte Es alles ernst zu nehmen!!!! Geht mit ihm/ihr zum kinderpsychologen und helft ihm/ihr seine Identität zu finden.


    Nichts ist schlimmer als so zerissen zu sein nicht zu wissen was los ist.


    Ich habe zwar damit nicht zutun aber wir waren aus einem anderen Grund dort. Es ist so schön endlich den Grund zu wissen.


    Habe mich mit dem thema privat Sehr belesen. Hat mich interessiert. Kinder sind viel entspannter wenn man ihnen hilft.


    Deshalb mein Rat geht dort hin. Je eher desto besser.

    Guten Abend!


    Es freut mich, dass hier ein guter Austausch möglich ist. Ich habe in einem Forum, das sich konkret um das Thema dreht eher negative Erfahrungen gemacht weil man sehr schnell in die Ecke gedrängt wird, dass man sein Kind nicht unterstützen will. Das stimmt aber nicht!


    Wir nehmen unser Kind wie es ist und haben ihn auch nie gebremst in seinem freien Willen, aber man macht sich einfach Gedanken wie es sich weiter entwickelt und was auf ihn zukommen kann an Problemen. Wir nehmen es auf jeden Fall ernst. Dass meine Frau es für eine Phase sieht, meint nicht sie nimmt es auf die leichte Schulter, aber ihre Sorge ist in dem Fall dass wir ihn drängen sich absolut als Mädchen zu bekennen, obwohl er einfach noch nicht zu sich gefunden hat. Berechtigt?? Sie ist eher der Ansicht, dass es die Zeit zeigen wird und wir ihn einfach lassen sollen. MIr hingegen macht sein Verhalten und Verhaltensprobleme oft Kopfzerbrechen.


    Deswegen haben wir es wohl bei Erzieherin, Kinderarzt angesprochen aber nicht den Schritt weiter gemacht zu Kinderpsychologe oder Zentrum. Infomationen haben wir, auch Folder und Kontaktinfos. Es wird jetzt aber der nächste Schritt sein, weil die Experten es neutral beurteilen können und ihre Erfahrungswerte haben.


    Denn wir wollen ihn in keine Richtung drängen, weder so noch so. Wenn es bei ihm jedoch so ist und er Transgender ist, werden wir ihn klarerweise auch unterstützen, aber wir sind noch auf der Suche nach Antworten und die Frage ist ob ein Kind in dem Alter überhaupt sicher wissen kann, was es will. Vor allem weil man in dem Alter die Folgen und Konsequenzen auch nicht sieht. Im Kindergarten geht es mehr oder weniger gut, aber wir haben große Sorge wie es in der Schule weitergeht und er früher oder später einfach sozial gebrandmarkt ist. Oder er uns Vorwürfe macht dass wir ihn es auch dermaßen ausleben haben lassen, obwohl es doch nur eine Phase ist, die irgendwann endet. Das sind Sorgen, die macht man sich als Eltern und das hat nichts damit zu tun, dass wir es nicht ernst nehmen oder die Augen vor der Wahrheit verschließen. Wir sehen auch die Probleme, die es mitsichbringt und vielleicht kommen. Jetzt zum Teil schon da sind und sich in seiner Frustration und Aggression öfter mal äußert.

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    ich hatte eine gruselige Kindheit (Gewalt, Vater Alkholiker, später gestorben...)...

    Ist bei uns nicht so! Wir sind eine normale Familie, haben noch einen zweiten Sohn und läuft alles gut. Kleine Probleme hat jeder, aber nichts außergewöhnliches.

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    Deswgen meine Frage: kann es sein, dass er was kompensiert, was zieht ihn denn an am Mädchensein, was er bei Jungs nicht beobachtet (hat)?

    Er grenzt sich vollkommen ab von anderen Jungs (außer dem kleinen Bruder und der soll im Spiel auch lieber Mädchen verkörpern wenn es nach ihm geht), Jungs sind blöd, Jungs sind doof und so weiter. Selbst ist er interessiert an jeglichen Spielen mit Figuren und Puppen (Enchantimals, Kuscheltiere, Eiskönigin, Schleichpferde) und basteln, malen, Malbücher,... Vieles was sein Bruder spielt ist ihm entweder zu wild oder zu langweilig. Von der Art her ist er sehr selbstbewusst, quirlig, fröhlich, aber eben auch hitzköpfig, bestimmerisch, schnell beleidigt, schnell sauer. Sehr wichtig sind ihm seine Haare und sein großer Wunsch sind Ohrringe. Interessiert sich also auch für vieles, was optisch einfach mit Mädchen assoziert wird. Nicht extrem aber es ist schon eine deutliche Tendenz.

    Hallo Ellen!


    Speziell deine Antwort war sehr hilfreich und ich finde es erstmal ganz groß, dass du so offen und ohne Vorwürfe Stellung beziehst. Im genannten Forum war der Austausch sehr voreingenommen gegenüber fragenden Eltern und der Tonfall von selbst Betroffenen sehr aggressiv, wenn man Sorgen und Bedenken äußerst. Ich denke wir werden es in Angriff nehmen und uns bei Spezialisten beraten lassen wie sie die Situation einschätzen. Erst dann kann man auch weiterdenken. Uns ist einfach das wichtigste, dass es unseren Kindern gut geht und sie ihren Lebensweg gut machen können.

    Naja, du hast auch leicht reden. Wir wissen nicht ob es eine Phase ist oder nicht, wobei Phase auch falsch ist. Vielleicht entwickelt er sich weiter und eindeutig in die Richtung, dass er ein Mädchen sein will oder aber nicht.


    Wir nehmen es nicht auf die leichte Schulter und sehen auch die Probleme und Schwierigkeiten die es mit sich bringt. (Auch die Probleme, die er bekommen kann, wenn er es nicht leben darf/kann!!) Aber wenn es sein Weg ist, dann ist es so. Ich glaube alle Eltern wollen, dass es ihren Kindern gut geht und da denkt man eben in mehrere Richtungen. Deinen unterschwelligen Vorwurf kannst du dir sparen.

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    Plüschbiest schrieb, wie ich finde, den besten beitrag hier, ob penis oder scheide ist egal, will er ein kleid tragen, bitte, will sie kurze haare, bitte, kinder sollten sich nicht über ihr biologisches geschlecht identifizieren müssen, egal wer was darüber denkt und genau so sollte man kinder erziehen, dass es kein geschlechterspezifisches aussehen oder auftretten gibt und jeder so sein soll wie er möchte

    Aber wenn man das so sagt, dann kommt doch das Kind auch in Konflikt. Denn es schaut in die Welt da draußen, will diese Welt sortieren, ordnen, verstehen. Das Kind sieht doch Männer und Frauen. Es bemerkt "Häufungen" im geschlechterspezifischen Aussehen und Auftreten. Es kann noch nicht "statistische Häufungen" verstehen, aber es kann verstehen: Mädchen haben auch mal Kleider und Röcke an, Jungs oder Mädchen können Hosen anhaben. Das Kind sieht doch auch Häufungen in den Frisuren. Später in sowas wie Körpermaßen, Körperkraft - wieder zumindest statistisch.


    Bei "und jeder so sein soll wie er möchte" vermittelt man einen großen Sinn von persönlicher Freiheit. Aber trotzdem soll ja dabei auch ein Sinn von Erziehung, sozialen Regeln, sozialen Normen, richtigem/falschen Verhalten rüberkommen. Ich denke, klassische Rollenklischees, die sind überholt. Aber darunter darf ja dann nicht der soziale Umgang leiden, denn egal ob er sich als Junge oder Mädchen sieht, es spricht ja für eine gewisse Unsicherheit/Launigkeit, wenn sich diese Selbstsicht alle Nase lang ändert. Ich denke, dass für Kinder gerade Mutter+Vater Beispiele im Rollenverhalten für Frau+Mann sind.


    Bei "und jeder so sein soll wie er möchte" gibt es aber auch Gefahern: Wenn jede/r macht, was er/sie möchte, woran gibt es dann Orientierung und Halt? Oder wo gibt es dann Vorbilder? Wie klappt dann das Akzeptieren von Regeln oder Autoritäten? Ich denke, viele dieser weitergehenden Fragen gehören hier zum Forum Erziehung, wo es eh genug Meinungen gibt. Weil sie an sich nur mit Kindererziehung allgemein zu tun haben, und weniger mit dem Aspekt der Geschlechtsidentität.


    Am Ende kommen halt genetische Einflüsse (das würde ich schon mal diagnostizieren lassen) und Umwelteinflüsse (z.B. Erziehung) zusammen. Was ich tatsächlich schwierig finde: wann und wie bindet man das Kind in diese Untersuchungen, Analysen oder Therapien ein? Vielleicht lässt sich ein Setting finden, das nicht gleich klinischen Charakter hat, und damit auch kein gewisses "Kranksein" suggeriert, sondern erstmal nur ein "Du bist auf die eine oder andere Art etwas Besonderes."

    Ich finde es wichtig, das ernst zu nehmen, zumal das Kind ja sehr eindeutige Vorstellungen hat. Allerdings muss man in der momentanen Zeit auch aufpassen, dass man ein Kind nicht gleich in Richtung Transgender einsortiert, weil es gerade ein grosses Thema in den Medien ist. Es KANN eben schon eine Phase sein.


    Mein Sohn (allerdings mit der Konstellation grosse Schwester) ist auch oft im Kleidchen rumgelaufen, wollte die Haare wachsen lassen und hatte Haarschmuck. Seinen Namen hat er in die weibliche Form gebracht. Zwischen 5 und 6 hat das dann von ganz alleine aufgehört. Er ist auch jetzt mit knapp 8 nicht der typische Junge (spielt mehr mit Mädchen, mag kein Fussball), aber ich sehe keine Zweifel an seiner Geschlechtsidentität.

    Ich denke auch, ein Psychologe wäre eine gute Idee.


    Und sei es nur um zu lernen, wie ihr ihn bestmöglich entlasten könnt (er scheint ja darunter zu leiden, dass er nicht weiß, "was" er ist) und gut mit ihm umgehen könnt. Irgenwann wird er es wissen, aber bis dahin könnte er Hilfe gebrauchen @:)

    Pythonist, verstehe ich das richtig dass Mädchen mit kurzen Haaren, blauen Superheldenschuhen und weiten Klamotten nicht erzogen sind? Oder wie verbindest du das mit erziehung? Ich habe genau so ein Knirpsi hier, sie weiß sie darf sein wer sie will, sie weiß wer behauptet etwas sei nur für jungs oder mädchen ist "doof" weil kein spielzeug oder kleidungsstück ein geschlecht hat. Deswegen fiel es ihr leicht zu sagen dass sie lange haare nicht mag und sich diese vom frisör kurz schneiden lies, ist nun schon paar Jährchen her aber die haare sind immer noch kurz. Wenn sie deswegen jemand als junge bezeichnet, lacht sie darüber, wie wir es zuletzt gestern hatten. Sie hat nicht den druck anderen mit ihrem aussehen zu gefallen bzw eine rolle zu spielen, was ich super finde auch wenn ich es manchmal schon schade finde dass ich kein bilderbuch mädchen habe der ich zöpfe machen kann, was solls ^^


    Wenn du meinst dass kinder in rollen gedrängt werden müssen, bitte aber ich finde dass das falsch ist, weil nicht mein körper aussagt wer ich bin.

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    denn egal ob er sich als Junge oder Mädchen sieht, es spricht ja für eine gewisse Unsicherheit/Launigkeit, wenn sich diese Selbstsicht alle Nase lang ändert.

    Mit Launenhaftigkeit und unerzogen hat das mal so rein gar nichts zu tun.


    Das Kind bekommt in seinem Umfeld ja mit, dass man als Junge eben aussieht wie ein Junge und sich auch so benimmt wie einer.


    Und da ihm bislang von allen Seiten vermittelt wurde, er wäre ein Junge versucht er sich eben in diese Rolle einzufinden. Nur hin und wieder merkt er halt, dass er eben anders ist. Dass er eben nicht der klassische Junge ist.


    Dieses hin und her, mal Junge, mal Mädchen ist typisch für Kinder mit einer Geschlechtsidentitätsstörung.


    Man versucht eben sich dem anzupassen, was andere in einem sehen.


    Was so ein Kind braucht ist ein Umfeld, dass ihn einfach mal machen lässt und ihm sagt,


    wir stehen voll und ganz hinter dir. Du darfst auch gerne ein Mädchen sein, wenn du dich damit besser fühlst.

    Kinder mit einer Geschlechtsidentitätsstörung wissen meist ganz eindeutig was sie sind.


    Da fallen keine Sätze ala, ich wäre gerne ein Junge weil ........


    Oder ich wäre gerne ein Mädchen weil....

    Weser ich selbst noch mein Sohn sind transgender, aber ein Freund von mir. Er hat sobald er 18 war dann auch die geschlechtsangleichenden OPs machen lassen und lebt jetzt als Mann, obwohl er als Mädchen geboren wurde. Er sagt auch, daß er schon eigentlich immer wusste, daß er ein Mann/Junge ist.


    Was ich so mitbekommen habe, kann man im Alter eures Kindes aber noch nicht zu 100 % sagen, wohin die Reise geht. Es gibt auch Jungen die in dem Alter sehr mädchenhaft sind/sagen sie sind ein Mädchen und die dies dann später noch ablegen und auch welche die später zwar homosexuell und relativ feminin sind, sich aber dennoch als Mann und nicht als Frau sehen. Daher werden irreversible Dinge wie geschlechtsangleichende OPs auch erst mit der Volljährigkeit und dem Abschluß der Pubertät gemacht. Selbst dann wenn jemand von vorne herein und immer sagt, daß er/sie im falschen Geschlecht geboren wurde.


    Es ist wie hier schon mehrmals gesagt wurde, sehr wichtig, daß ihr eurem Kind vermittelt, daß ihr ihn/sie annehmt und liebt wie er/sie ist und egal wo die Reise geht. Das tut ihr ja auch so wie ich das verstanden habe, und das ist schonmal sehr viel. Und von wegen wie sehr ihr ihn/sie auf die Mädchenrolle festlegt...ich würde euer Kind selbst entscheiden lassen bzw ihn/sie in der jeweiligen Situation einfach fragen. Die Einbeziehung eines entsprechend spezialisierten Kinderpsychologen fände ich schon gut. Ich denke es würde euer aller Leben in den nächsten Jahren einfacher machen und eurem Kind helfen seinen Platz besser zu finden.

    Plüschbiest,

    Du drückst da eine Anspruchshaltung aus, die unangebracht ist, und ziehst m.E. falsche Schlüsse.


    Der TE hat sich wiederholt für die hilfreichen Beiträge bedankt. Er ist nicht verpflichtet, sich auf jeden noch folgenden Beitrag hin zu melden.


    Wenn die Familie sich z.B. gerade um Termine bei Spezialisten kümmert, hat der TE vermutlich auch noch nichts neues zu berichten.


    Und ob er überhaupt mit dem Smartphone hier ins Forum geht, ist angesichts der langen Beiträge ohnehin zweifelhaft.


    Dieser von Dir geäußerte Anspruch besteht einfach nicht. Auch wenn Dein Interesse am Fortgang natürlich verständlich ist, wirkt Dein Beitrag nicht motivierend für den TE, sich hier nochmals zu melden.

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    Pythonist, verstehe ich das richtig dass Mädchen mit kurzen Haaren, blauen Superheldenschuhen und weiten Klamotten nicht erzogen sind?

    Nein, das verstehst du nicht richtig, denn so hatte ich es nicht gemeint.


    Ich wollte zwei Teile ausdrücken.


    1) es gibt geschlechtsspezifische, statistische Häufungen im Verhalten, z.B. auch Kleidung und Frisur => und von mir aus kann in diesem Punkt (Verhalten) davon jeder abweichen, der will, was eben im Rahmen der Gesetze bleibt.


    Etliche Gesetze (z.B. ) und öffentliche Regeln müssten für eine vollständige Gleichheit der Geschlechter noch geändert werden, aber das kann ich mir vorstellen, dass das kommen könnte. Es kam ja in anderen Bereichen auch, z.B. Zulassung zur Bundeswehr, Anerkennung gleichgeschlechtlicher Ehen.


    Würden wir die Gendergleichheit noch weiter in alle Lebensbereiche ausdehnen, würde als erstes die Geschlechtertrennung im Sport entfallen. Aus z.B. "Männerfußball" und "Frauenfußball" würde nur noch "Fußball" werden, äquivalent in allen anderen Sportarten. Die Anforderungen wären dann identisch.


    Die Grenzen ergeben sich an der individuellen Biologie. Ein biologisch weiblicher Körper hat z.B. zwangsweise Probleme damit, ein Kondom oder ein Urinal zu benutzen. Ein biologisch weiblicher Körper wird irgendwann mit Menstruation konfrontiert. Ein biologisch männlicher Körper kann nicht schwanger werden, hat aber dafür in der Regel irgendwann einen Stimmbruch. Für Kinder ist das erstmal noch nicht für sich selbst relevant, aber schon z.B. in der Familie. Wenn ein Kind fragt: "Warum kann der Papa denn nicht das Brüderchen oder Schwesterchen bekommen?" dann brauchen Erwachsene eine plausible stimmige Antwort. Oder warum sieht der Papa unter der Dusche so aus und die Mama anders. Selbst unter Kindern an sich fragen sich doch Kinder da Fragen zu ihrem Körper und sie vergleichen sich.


    2) es gibt Erziehung zu sozialem Verhalten an sich - losgelöst vom Geschlecht einfach aus der Relation Mensch zu Mitmenschen. Dieser Teil gehört in jede Erziehung.


    Der Teil 1) kann also nicht als "Mach generell und allgemein doch, was du willst" vermittelt werden. Er kann losgelöst sein von so Geschlechtsklischees, aber die Rolle einer Erziehung generell, zur Einhaltung von Gesetzen, die bleibt.


    In dem Fall, dass ein Kind über sein biologisches Geschlecht entscheiden wollte, und dann eben die passende Hormontherape bekommt, halte ich die Verantwortung für das Kind für zu groß, weil die medinizischen Eingriffe in den Körper bedeutend sind. Also werden letztlich Eltern entscheiden, i.d.R. unter Hinzunahme ärztlichen Rates.

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    Wenn du meinst dass kinder in rollen gedrängt werden müssen, bitte

    Meine ich nicht. Außer in die Rolle eines Bürgers/in, der/die die Gesetze achtet und sich sozial verhält. Es lebt sich so einfach besser.

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    aber ich finde dass das falsch ist, weil nicht mein körper aussagt wer ich bin.

    Er sagt etwas aus über dein biologisches Geschlecht. Ob das dann bestimmend ist für "wer ich bin" ist jedem selbst überlassen, finde ich. Und auch andere Sachen sind ja wichtig: Krankheiten eines Körpers, Behinderungen setzen zumindest an bestimmten Stellen Grenzen, wo sich dann z.B. Therapien oder Hilfsmittel anbieten. Wo es aber dann ziemlich globalgalaktisch wird: Ich sehe Körper als Teil der Identität.

    Im Grunde stimme ich dir zu, nur, um ein gesetzeachtender Mensch zu sein, braucht es weder einen Penis noch eine Scheide. Kinder müssen gewisse Dinge lernen aber das hat nichts mit dem Geschlecht zu tun, egal ob Stimmbruch oder Periode.

    Ist schon klar. Ich wollte nur die Abgrenzung schaffen zwischen 1) dem Kind gendermäßig viel Freiheit geben/lassen und seine Erfahrungen sammeln (Freiheit lassen im geschlechtsspezifischen "Rollenbild") und 2) das Kind kann generell tun und lassen was es will (dann wäre es ein Mangel an Erziehung).


    Und beides davon abgrenzen, dass der medizinische Teil mit z.B. externer bewusster Hormongabe nochmal eine Steigerungsform ist, die einen starken Eingriff in die Biologie bedeutet. Eine, die unmöglich nur am Willen des Kindes orientiert sein kann, einem Kind, das selbst nur geringe biologische und medizinische Kenntnisse hat und


    das selbst noch gar nicht wirklich rechtlich über sich und seinen Körper entscheiden kann.

    Das meinte hier aber niemand. Hier ging es immer nur um, dem Kind die Freiheit geben zu sein wie es will, sprich haare, kleidung, verhalten (selbstredend sozial) und die eltern es nicht aufgrund der weichteile anders behandeln sollen.

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    Das meinte hier aber niemand. Hier ging es immer nur um, dem Kind die Freiheit geben zu sein wie es will, sprich haare, kleidung, verhalten (selbstredend sozial)

    Ich finde, da gibt es einen guten Bereich persönlicher Freiheit.


    Dann aber kommt eine durchaus problematische Verbindung: ein Kind, dass sogar die Macht bekommt, sein biologisches Geschlecht zu beeinflussen (über die Eltern, dann die Ärzte, dann Hormontherapie) wird sich generell in einer sehr starken Machtposition wähnen. Aus psychologischer Sicht gesehen.


    Und es gibt Grauzonen persönlicher kindlicher Freiheit, die nicht durch Gesetze oder Normen geregelt sind. Sie ergeben sich aus Gruppenverhalten.

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    und die eltern es nicht aufgrund der weichteile anders behandeln sollen.

    Die Differenzierung kommt ja, ob man will oder nicht, von ganz allein: in der Schule gibt's die Entscheidung Jungen-Toilette oder Mädchen-Toilette, im Schwimmunterricht oder Sportunterricht die Entscheidung, welche der beiden Umkleiden. Diese Differenzierung/Segregation kann man hassen (und dran arbeiten, sie zu verringern oder aufzuheben), aber sie ist erstmal ja da.


    Und mit einsetzender Pubertät wird es dann auch geschlechtsspezifisch, weil die körperlichen Veränderungen dazu kommen und Kinder z.B. ein Verständnis für den eigenen Körper bekommen wollen.