2. Kind?

    Ähämm...also vorweg: mein Sohn ist noch keine 4 Monate alt, dennoch beschäftigt mich schon die Frage, ob ich noch ein weiteres Kind möchte oder nicht, und wenn ja - wann.

    Ich fürchte, die Entscheidung für oder gegen ein zweites Kind wird noch um einiges schwieriger, als die Frage Kind ja oder nein zu beantwortenX-\ - und das ist mir mangels dringendem Kinderwunsch schon sehr schwer gefallen.


    Was in meinen Augen dagegen spricht (obwohl manche Punkte durchaus auch als pro gewertet werden könnten):

    - Ich hatte eine komplikationslose, so gut wie komplett beschwerdefreie Schwangerschaft (wenn man vom Verdacht auf Schwangerschaftsdiabetes und den Schlafproblemen ganz am Ende absieht) und eine "schöne", relativ schmerzarme spontane Geburt. Will ich riskieren, das komplette Gegenteil zu erleben?

    - Mein Sohn ist - Achtung Kitschgefahr - die Liebe meines Lebens. Ich war noch nie so verliebt, wie in diesen perfekten (in meinen Augen ;-)) kleinen süßen Schelm. Kann man so eine Liebe überhaupt noch ein zweites Mal empfinden? Vor Allem, wenn ich schon alles habe, was ich je wollte.

    - Der Kleine ist außerdem relativ pflegeleicht und entspannt (wenn er gerade keinen Schub hat ]:D). Will ich riskieren, das komplette Gegenteil zu erleben?

    - Wir wohnen in einer 3-Zimmer-Mietwohnung. Müssten zwar mit 2 Kindern nicht direkt umziehen, aber es wäre auf jeden Fall recht eng auf Dauer.

    - Mit einem Kind sind vielleicht irgendwann auch wieder schöne Urlaube / Fernreisen drin. Mit 2, wird das wesentlich schwieriger.

    - Ich bin 35, mein Mann 48. Eigentlich wollten wir keinen zu kleinen Altersabstand (3-4 Jahre). Aufgrund unseres Alters sollten wir uns aber vielleicht beeilen, stelle mir 2 sehr kleine Kinder aber zu anstrengend vor

    - ich könnte meinem Sohn nicht mehr meine komplette Aufmerksamkeit schenken, Angst, dass er zu kurz kommt / traurig darüber wäre. Er ist sicherlich mit Mama und Papa alleine gerade glücklich


    Was dafür spräche?

    - die Angst, später etwas zu bereuen

    - Neugierde, vielleicht auch nochmal Mädchen-Mama zu sein (obwohl es dafür natürlich keine Garantie gibt ;-))

    - Neugierde, was als Mix zwischen meinem Mann und mir sonst noch so möglich wäre

    - Wir funktionieren als Paar und Eltern/Team imho bis auf ein paar Konfliktpunkte ziemlich gut

    - ich fand die Babyzeit bis jetzt eigentlich fast gar nicht anstrengend (anstrengender war mein Mann mit Schlafdefizit ]:D), bis jetzt macht es mir Spaß, Mama zu sein

    - finanziell wäre es sicherlich drin, auch, wenn es dann eben enger würde s.o.

    - vielleicht würde unser Sohn sich über ein Geschwisterkind freuen

    - ich hätte wahrscheinlich gute Chancen, auch beim zweiten Kind relativ bald schwanger zu werden (auch, wenn es dafür natürlich wohl auch keine Garantie gäbe)


    Mein Mann ist genauso hin und hergerissen. Eigentlich wollten wir auch in frühestens einem Jahr nach der Geburt mal sprechen, aber mir spuken all diese Gedanken eben jetzt schon im Kopf herum. Da ich keinen akuten Kinderwunsch habe (zumindest bis jetzt nicht, hatte ich bei meinem Sohn aber auch nicht), und jetzt auch der Faktor "Abenteuer Kind überhaupt einmal erleben wollen" wegfällt, fürchte ich eben, dass die Entscheidung sehr schwer wird.


    Über ein paar Gedankenanstöße und Erfahrungsberichte würde ich mich freuen :-)


    PS: Hatte letztens gelesen, dass laut einer Studie bis zu 70% der Eltern ein Kind favorisieren, wenn auch bestenfalls nur insgeheim. Spricht eigentlich auch eher für ein Einzelkind :-/...weil ich mir halt nicht vorstellen kann, dass noch "etwas Besseres" kommt (sorry, klingt blöd, ich weiß)

  • 43 Antworten

    Ich würde fast immer für ein zweites Kind plädieren. Kinder brauchen andere Kinder. Sie lernen so viel mehr und es ist auch nicht schlecht nicht immer die oberste Priorität der Eltern zu sein ;)

    Ich finde es normal 4 Monate nach der Geburt keinen Kinderwunsch zu haben. Dein Sohn braucht dich noch viel und dein Körper erholt sich gerade. Deswegen finde ich es auch verfrüht jetzt eine Entscheidung zu treffen.

    Der Kinderwunsch kann dann schnell von alleine kommen. Ich habe 3 Kinder und bei den Geschwistern kam der Kinderwunsch jeweils erst nach dem 1. Geburtstag.


    Viele deiner Bedenken kenn ich nicht und finde sie teilweise auch nebensächlich (weil leicht zu lösen). Wir fliegen z.B. seit dem 1. Kind mindestens 1x im Jahr lange Strecken und wir sind mittlerweile so routiniert mit Kindern zu fliegen/reisen, dass fliegen oft entspannter ist als mit dem Auto zu fahren.


    Das Alter deines Mannes sehe ich als einzigen Punkt kritisch, da solltet ihr sachlich nachdenken, aber ein Grund gegen ein Kind ist das sicherlich nicht. Das bleibt eure persönliche Entscheidung.


    Mein Rat wäre wirklich erst noch mal ein paar Monate abzuwarten und bis dahin die Zeit mit deinem Sohn zu geniessen. Die nächsten Sorgen kommen schneller als man denken kann.

    Ich denke, du solltest einfach drüber nachdenken, ob du auch in 20 Jahren gut damit leben könntest, „nur“ 1 Kind zu haben. Ansonsten: Du bist 35, dein Kind gerade 4 Monate alt. Wer zwingt dich, genau jetzt eine finale Entscheidung zu treffen? Ich fand die Baby-Monate auch nicht sehr anstrengend. Jetzt, mit fast 2 Jahren, sieht das schon wieder anders aus.😉 Lass es doch einfach in den nächsten Monaten auf dich zukommen. Eigentlich bist du in einer sehr guten Situation, wenn du dein Leben mit 1 Kind schon als komplett empfindest.

    Die schwierige Zeit wird noch kommen.

    Am Anfang war unser Baby "langweilig", Essen, Wickeln, Schlafen, mehr nicht.

    Jetzt ist sie 1.5 und verwüstet die Zimmer mit ihren Spielsachen.


    Ob man ein zweites Kind lieben kann? Natürlich, und warum sollte da jemand zu kurz kommen?

    Ich denke du hast eher starke Zweifel, und bist nicht so begeistert davon ein zweites Kind zu bekommen.


    Wir werden unser 2. Mit einem Abstand von 2 Jahren bekommen.

    Es wird anstrengend, aber bestimmt such schön.

    StatusQuoVadis schrieb:

    - Ich bin 35, mein Mann 48. Eigentlich wollten wir keinen zu kleinen Altersabstand (3-4 Jahre). Aufgrund unseres Alters sollten wir uns aber vielleicht beeilen, stelle mir 2 sehr kleine Kinder aber zu anstrengend vor

    Da würd ich mir keine Gedanken machen, die Zeiten wo man mit 40 schon "nicht mehr fit genug" war, sind doch bei den meisten vorbei. Wenn du mit mit Mitte 30 ein Kind wuppen kannst, dann ziemlich sicher auch ein Baby mit Ende 30. So schnell baut man nicht ab ;-D

    Fiorentina2017 schrieb:

    Ich würde fast immer für ein zweites Kind plädieren. Kinder brauchen andere Kinder. Sie lernen so viel mehr und es ist auch nicht schlecht nicht immer die oberste Priorität der Eltern zu sein ;)

    :)z

    Meine beiden Kinder sind 23 Monate auseinander (und mittlerweile beide schon im Kindergarten). Ich war auch in den 30igern bei den Geburten. Das erste Kind war ein "Anfängerbaby" und wurde genau in dem Moment super anstrengend, als ich wieder schwanger wurde (sehr aktiv, viel und schnell gelaufen und geklettert und vor allem die Trotzphase, die sehr früh begann). Die erste Schwangerschaft war sehr entspannt, die zweite mit vielen Beschwerden sehr viel anstrengender (und dazu ein sehr aktives, forderndes und schreiendes Kleinkind). Die Babyphase von Kind 2 war ebenfalls sehr anstrengend (hat quasi bis zum Alter von knapp 20 Monaten durchgeschrien und kaum geschlafen). Kind 1 war trotz intensiver Vorbereitung aufs Geschwisterkind sehr eifersüchtig. Gereist sind wir mit ein bzw. zwei Kindern von Anfang an. Da war alles dabei, von Kurzreisen übers Wochenende, Strandurlauben an Ostsee und Mittelmeer bzw. Kanaren sowie Fernreisen (auch über mehrere Monate). Davon am stressigsten waren die Autofahrten, obwohl unsere Kinder Autofahren vertragen. Teuer werden Urlaube bald, wenn Kind 1 in die Schule kommt. In den vergangenen Monaten war die Entscheidung für zwei Kinder Gold wert. Unsere beiden haben sich in der "Corona-Zeit" sehr viel miteinander beschäftigt und so über viele Wochen andere Kinder nicht vermisst (das kam erst nach einiger Zeit). Einzelkindeltern aus dem Verwandten- und Bekanntenkreis haben da sehr viel mehr geflucht als wir.


    Was ich heute anders machen würde: Lediglich den Altersunterschied zwischen den Kindern würde ich auf 3-4 Jahre erhöhen. Zwei ganz Kleine sind schon mächtig anstrengend (bzw. eine Schwangerschaft mit einem Trotzphasenkind). Ich habe aber auch eine Bekannte, die hat zwei Kinder im Abstand von 1,5 Jahren bekommen und fand das problemlos. Da sind die Kinder aber auch beide sehr ruhig und spielen viel still.

    mnef schrieb:
    StatusQuoVadis schrieb:

    - Ich bin 35, mein Mann 48. Eigentlich wollten wir keinen zu kleinen Altersabstand (3-4 Jahre). Aufgrund unseres Alters sollten wir uns aber vielleicht beeilen, stelle mir 2 sehr kleine Kinder aber zu anstrengend vor

    Da würd ich mir keine Gedanken machen, die Zeiten wo man mit 40 schon "nicht mehr fit genug" war, sind doch bei den meisten vorbei. Wenn du mit mit Mitte 30 ein Kind wuppen kannst, dann ziemlich sicher auch ein Baby mit Ende 30. So schnell baut man nicht ab ;-D

    Fiorentina2017 schrieb:

    Ich würde fast immer für ein zweites Kind plädieren. Kinder brauchen andere Kinder. Sie lernen so viel mehr und es ist auch nicht schlecht nicht immer die oberste Priorität der Eltern zu sein ;)

    :)z

    Zum ersten Teil würde ich gerne noch etwas sagen. So habe ich auch immer gedacht. Ich habe mein erstes Kind mit fast 35 bekommen (fast 2), aktuell „planen“ wir ein zweites. Im Nachhinein ärgere ich mich doch teilweise, erst jetzt Kinder zu bekommen. Ich war vor 5 Jahren zwar nicht „fitter“, aber definitiv belastbarer als jetzt. Mein Mann ist Anfang 40 und ihm geht’s ähnlich. Zumindest bei uns ist es so, dass unsere Kräfte und unsere Frustrationstoleranzgrenze deutlich niedriger mit den Jahren geworden ist. Das muss natürlich nicht bei jedem so sein, aber vielleicht ein Denkanstoß.

    Ich glaube, dass sich für die meisten Contra-Punkte eine Lösung finden lassen und dass es am Ende doch eine emotionale Entscheidung ist.


    Und dass deine erste Schwangerschaft so gut verlief, kann man durchaus auch als Pluspunkt sehen - zumindest waren keine schwerwiegenden Themen aufgetreten, die dich auch in einer zweiten Schwangerschaft mit erhöhter Wahrscheinlichkeit treffen könnten (Gebärmutterhalsschwäche, Gerinnungsthemen, Plazenta praevia oder was es auch alles gibt). Klar liegt die Messlatte damit ziemlich hoch in Sachen "angenehm" und eine Schwangerschaft ist immer eine Wundertüte, auf der anderen Seite hat dein Körper es bereits einmal ziemlich gut hinbekommen :).


    Ich würde schauen, was dir/euch wirklich wichtig ist und wo ihr sagt, das muss irgendwie klappen. Wie beispielsweise auch mal einen Kurzurlaub mit zwei Kindern, Unterstützung/Betreuung in Krankheitsfällen oder wenn es in der Schwangerschaft schwierig wird etc. Das ist bei jedem selbst und bei jedem Paar individuell.


    Und wie die anderen auch geschrieben haben, ihr braucht jetzt noch nichts entscheiden.

    Wir haben uns beispielsweise gegen ein zweites Kind entschieden, weil ich so eine absolut besch...Schwangerschaft hatte, die ersten 2,5 Jahren sehr belastend waren und die Risikofaktoren immer noch existieren, die auch eine zweite Schwangerschaft wieder frühzeitig gefährden könnten. Zudem eben die Tatsache, dass wir jetzt zu dritt sind und unser Sohn uns jetzt braucht und ich den Zustand jetzt sehr genieße, obwohl noch vieles alles andere als "Standard" ist bei uns. Deine anderen Punkte waren für uns relevant, am Ende siegt bei uns jedoch der Gesundheitsaspekt. Deswegen ist das Reinhorchen in einen selbst so wichtig an der Stelle.

    Hatte zu dem Thema auch mal einen Faden gestartet. Als das erste Kind geboren war, konnte ich mir erstmal kein zweites vorstellen. Irgendwann dann doch, zumal ich die Idee eines Geschwisterkinds schön fand. Jetzt ist das Baby da und es ist ein schönes Gefühl, zwei Töchter zu haben ♡!

    Wir haben uns auch für ein Einzelkind entschieden aus dem Gesundheitsaspekt. Ich bin chronisch krank mit allem was dazu gehört und mein Mann ist auch nicht mehr ganz fit. Dazu kommen noch die pflegebedürftigen Schwiegereltern plus meine eigenen Eltern. Gerne hätte ich noch ein zweites Kind gehabt. Rückblickend betrachtet war ein Kind bei meinen häufigen Klinikaufenthalten sicher einfacher zu bewerkstelligen als zwei Kinder.

    Du schreibst dein Mann ist bereits 48, daher werden seine Eltern sicher schon im Alter um die 70 sein? Wie steht es um deren Gesundheit? Hat dein Mann Geschwister die sich mitkümmern könnten falls diese Pflegebedürftig werden sollten ? Wie steht es um die Gesundheit von euch? Es ist vieles toll wenn man gesund ist und alles läuft aber was wenn das nicht mehr so ist ?

    Dein Sohn ist erst 4 Monate und in dem Alter meines Sohnes hatte ich auch einen stärkeren Wunsch nach einem 2 Kind. Jetzt ist er 10 ich bin froh das es ihn gibt aber ich bin auch froh das ich nur ihn habe.

    King-kong14 schrieb:

    Die schwierige Zeit wird noch kommen.

    Am Anfang war unser Baby "langweilig", Essen, Wickeln, Schlafen, mehr nicht.

    Jetzt ist sie 1.5 und verwüstet die Zimmer mit ihren Spielsachen.

    Das kommt sehr aufs Kind an. Mit verwüsteten Zimmern kann ich besser leben als mit nachts brüllendem Neugeborenen. Anstrengend wirds auf jeden Fall noch, aber ich finde es wird besser je älter sie werden.


    Ich wußte schon kurz nach der Geburt von Nummer 1, dass ich noch ein Kind haben will. Der Abstand ist mit 2 Jahren recht knapp geraten, weil es schneller geklappt hat als gedacht. Es ist anstrengend, aber es lohnt sich. Die beiden spielen schon viel miteinander und es fühlt sich richtig an, dass beide da sind.

    Unsere Tochter war eine Langschläferin (bzw ist es immer noch) und wurde maximal 1x in der Nacht wach um zu trinken.

    Sie braucht jetzt halt viel mehr Aufmerksamkeit und Beschäftigung, will alles erforschen und erleben und geht auch an Dinge, die man eben nicht in ihren Händen sehen will. Das ist bei Kindern normal, aber das ist eben die stressigere Zeit.

    Wir bekommen auch ein zweites Kind, aber ich habe mir nie die Frage gestellt, ob ich bzw. wir das schaffen können, ob es zu stressig wird, ob ich dem zweiten Kind genug Liebe geben kann...das zweite Kind ist wie das erste Kind unser Kind, egal ob später geboren oder nicht, es bekommt die gleiche Liebe, Aufmerksamkeit und Zuwendung, wie das erste Kind.

    Ich kann die Gedanken der TE über ein zweites Kind absolut nachvollziehen.

    Meine Maus ist jetzt genau 1 Jahr alt und ich bin wieder schwanger.
    Wir waren uns relativ schnell im Klaren darüber, dass wir noch ein Kind möchten und weil ich ein paar Sachen habe, die eine SS erschweren, haben wir schon früh wieder angefangen. Dass es so schnell klappt, hätten wir auch nicht gedacht.

    Die Gedanken, ob wir unserer ersten noch gerecht werden können und das zweite auch soooo lieben könne wie unsere Maus, hatte und habe ich auch.
    Es stimmt einfach nicht, dass das zweite genau soviel Aufmerksamkeit wie das erste kriegen kann und das erste muss auch zurück stecken. Andererseits haben sie dann einander, was toll ist.

    das total brennende Verlangen nach noch einem Kind hatte ich

    Huch..


    ...das total brennende Verlangen nach noch einem Kind hatte ich überhaupt nicht. Schwanger sein fand ich nämlich ziemlich blöd und mir ist natürlich auch klar, dass es super anstrengend wird, aber für uns war es: entweder jetzt oder nie.

    Wie das dann wird, sollten zwei kleine Menschen bei uns leben, werden wir dann sehen. Ich denke dass es vorher gar keinen Sinn macht, sich da groß drüber Gedanken zu machen, weil es

    sehr davon abhängt, wie die Kinder so drauf sind.