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    dass wir irgendwann demnächst schwanger werden.

    Danke, KMoody.


    Genauso haben es meine Frau und ich gehandhabt.


    Und meine Frau hat sich meines Wissens keine Gedanken gemacht, welcher Mann fugenlos an meine Stelle treten könnte.


    Wir hatten uns bewusst zur Schwangerschaft entschieden. Ich war bei den Geburtsvorbereitungskursen und den Geburten dabei. Wir fällen unsere Entscheidungen gemeinsam, denn es sind ja unsere gemeinsame Kinder. Und obwohl ich aus beruflichen Gründen (leider, leider) nicht soviel Zeit habe, meine ich schon, dass unsere Kinder mich gleichermaßen lieben.


    Natürlich habe ich vor Alleinerziehenden, die ihre Aufgabe gewissenhaft versehen, den allergrößten Respekt. Dennoch kann dies nicht dazu führen, die "übliche" Kleinfamilie zu diskreditieren und einen Vater als auswechselbares Befruchtungsinstrument hinzustellen.


    Wer mit erst 27 Jahren meint, sich mit Sperma wildfremder und vielleicht auch äußerst unsympathischer Männer befruchten lassen zu müssen, sollte sich noch einmal zurücklehnen und nachdenken, ob es nicht ein böses Aufwachen geben könnte.

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    Und meine Frau hat sich meines Wissens keine Gedanken gemacht, welcher Mann fugenlos an meine Stelle treten könnte.

    Ich finde allein schon den Gedanken gruselig, einen Mann oder dessen Samen als "Zuchtvater" zu gebrauchen.


    Ich persönlich finde das für mein Leben absolut unpassend. Aber das mag jeder selbst entscheiden.

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    Wer mit erst 27 Jahren meint, sich mit Sperma wildfremder und vielleicht auch äußerst unsympathischer Männer befruchten lassen zu müssen, sollte sich noch einmal zurücklehnen und nachdenken, ob es nicht ein böses Aufwachen geben könnte.

    vielleicht hat sie darüber schon sehr viel nachgedacht! Nur weil sie zu einem anderen Ergebnis kommt, als du es gutheißt, bedeutet es nicht, sie hätte nicht nachgedacht.


    Ok, gehen wir mal weg von der Frau, die meint, keinen passenden Mann zu finden, weil sie derzeit mit Männern nicht viel anfangen kann. Was ist mit der Frau, die durch Unfall Entstellungen hat und einfach realistisch einschätzt, dass es schwer wird, einen Partner zu finden? Soll sie, die auf so vieles schon verzichten muss, dann auch auf die Mutterschaft verzichten? Gibt es "gute" und "schlechte" Motive, sich bewußt als Single-Frau für Mutterschaft zu entscheiden und wer setzt die Maßstäbe?

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    Gibt es "gute" und "schlechte" Motive, sich bewußt als Single-Frau für Mutterschaft zu entscheiden und wer setzt die Maßstäbe?

    Maßstäbe setzt der Gesetzgeber, ganz banal.


    Und natürlich jeder einzelne für sich. Und diese persönlichen Maßgaben sind doch nicht allgemeingültig.


    Ich persönlich werde freiwillig nie alleinerziehend sein, weil ich meinem Kind den Vater nicht vorenthalten möchte. Und ich finde auch dieses Beispiel mit der entstellten Frau nicht glücklich. Ich würde es ihr nicht verbieten wollen, Mutter zu werden, an ihrer Stelle jedoch, würde ich mich anders entscheiden.

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    Und ich finde auch dieses Beispiel mit der entstellten Frau nicht glücklich

    Glücklich ist daran in der Tat nichts. Nach vielen Jahren Tätigkeit in einer Frauenklinik incl. Kinderwunschzentrum bin ich nun in einer Klinik für plastische Chirurgie incl. Verbrennungseinheit. Und bei Teenagern mit Verbrennungen ist das durchaus eine große Frage, die gestellt wird....werde ich je Babies haben, so wie ich jetzt aussehe......

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    Und bei Teenagern mit Verbrennungen ist das durchaus eine große Frage, die gestellt wird....werde ich je Babies haben, so wie ich jetzt aussehe..

    Das kann ein Thema sein bei allen Menschen, die äußerlich aus welchen gründen auch immer benachteiligt sind. Wer ich je (wieder) einen Partner finden und mit dem ich Kinder bekommen/zeugen kann?


    Umgekehrt könnte man auch fragen: Hat jeder Mensch das verbriefte Recht auf Nachwuchs? Wenn ja, warum?

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    Ich persönlich werde freiwillig nie alleinerziehend sein, weil ich meinem Kind den Vater nicht vorenthalten möchte.

    Wollte meine Mutter auch nicht und musste es dann dennoch. Mein Vater hat sich selbst mir vorenthalten, weil er keinen Harem haben durfte, wenn er mit meiner Mutter zusammen leben wollte.


    1,6 Millionen Alleinerziehende mit Kindern unter 18 Jahren sprechen für eine andere Realität als die der geborgenen Familie mit Vater, Mutter und Kindern.


    Dazu kommen noch die Patchworkfamilien, die nicht mehr unter Alleinerziehend zu verzeichnen sind.


    Ich weiß nicht, warum der Samenspender mit einem ekligen Kerl in Verbindung gebracht werden muss.

    Ich weiß es natürlich nicht, aber kann mir schon vorstellen, dass sich der Großteil dieser 1.6 Millionen Alleinerziehender das auch anders vorgestellt haben. Zunächst ist ja doch immer Illusios Modell die Wunschvorstellung. Aber wie das so mit den Wünschen ist............ :-/


    Was spricht dagegen, sich und dem Kind die Enttäuschung von vorneherein zu ersparen?

    Ich halte es schlicht nicht für erstrebenswert, dass ein Kind bei einer Frau aufwächst, die davon ausgeht, dass Beziehungen eh nicht halten, Männer alles verantwortungslose Arschlöcher sind, Frauen eh nur verarscht werden, Kinder nichts anderes brauchen als ihre Mutter und sowieso "Mutter-Kind" die einzig sinnvolle Verbindung im Leben ist – um mal die hier im Thread genannten Pro-Argumente zusammenzufassen.


    Ich habe auch noch bei ganz anderen menschen erhebliche Vorbehalte in Bezug auf ihre Fortpflanzung, bevor das nun nachgefragt wird und nein, ich bin nicht für ein selektives Zuchtprogramm und beschränkende Gesetze, es ist einfach nur meine persönliche Meinung.

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    Ich halte es schlicht nicht für erstrebenswert, dass ein Kind bei einer Frau aufwächst, die davon ausgeht, dass Beziehungen eh nicht halten, Männer alles verantwortungslose Arschlöcher sind, Frauen eh nur verarscht werden, Kinder nichts anderes brauchen als ihre Mutter und sowieso "Mutter-Kind" die einzig sinnvolle Verbindung im Leben ist – um mal die hier im Thread genannten Pro-Argumente zusammenzufassen.

    Die hier zusammengefassten Pro-Argumente müssen aber nicht zwangsläufig die ausschlaggebenden für die Freundin der TE oder sonstwen sein, der diese Entscheidung fällt. Nur weil sie momentan keine Beziehung will und mit ihrem Singleleben zufrieden ist, ist sie doch nicht automatisch eine männerhassende Einzelgängerin, die diese Einstellung so an alles und jeden weitergibt. Außerdem werden Kinder zwar durch ihre Erfahrungen geprägt, aber die Umwelt besteht aus so viel mehr Menschen und Eindrücken als nur die der eigenen Familie. Wäre ich nur von meinen frühkindlichen Erfahrungen ausgegangen, wäre ich jetzt der Meinung, dass Männer unzuverlässig, verantwortungslos und sowieso nie für Kinder da sind. Derzeit habe ich einen Freund, den ich mir gut als Vater vorstellen kann und, oh Wunder, wir versuchen es, unsere eigene kleine Familie auf die Beine zu stellen... Sollte es klappen und er aus irgendeinem Grund nicht (mehr) dabei sein, weiß ich, dass ich wahrscheinlich mehr Belastung haben werde, aber ich bin mir sicher, dass ich meinem Kind ebenso viel Liebe und Vertrauen und Halt geben kann, wie ich sie erfahren durfte.


    Würde wiederum mein Freund von seinen Erfahrungen ausgehen, dann wären Eltern so lange zusammen, wie die Kinder sie beide brauchen – egal wie scheiße es dem Einzelnen dabei geht. Und dann würde alles mit einem großen Knall zusammen brechen. Und dennoch bin ich überzeugt, dass auch er mehr ist, als die Erfahrung und Werte, die er in seiner Familie aufgenommen hat.

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    Hat jeder Mensch das verbriefte Recht auf Nachwuchs? Wenn ja, warum?

    Stellen wir uns die Frage doch mal in Bezug auf die Kinderwunschthreads vor, wo es auf natürlichem Wege nicht klappt. Haben Menschen, wo es auf natürlichem Wege nicht klappt, ein Recht auf Nachwuchs? Wenn ja, warum?

    Du musst es ja nicht für erstrebenswert halten, jedoch sollte die Freundin der TE über ihren Körper ebenso verfügen dürfen, ein Kind zu bekommen, wie andere Frauen Kinder nicht austragen müssen – nämlich genau aus dem Grund, dass Frauen es selbst entscheiden dürfen. ;-)


    Zum andern geht es uns prinzipiell doch nichts an, warum jemand ein Kind wie zeugt, solange es freiwillig ist und wir nicht dafür aufkommen müssen.


    Deinem zweiten Absatz kann ich nur zustimmen und glaube, dass ich verstehe, was du meinst o:)

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    Die hier zusammengefassten Pro-Argumente müssen aber nicht zwangsläufig die ausschlaggebenden für die Freundin der TE oder sonstwen sein, der diese Entscheidung fällt.

    Sicher nicht. Außer "Ich will ein Kind, egal von wem" fällt mir da spontan aber nicht viel ein. Mich stört daran auch die implizite Geringschätzung des Kindes selber: ein Kind ist immer auch das Kind seines Vaters. Wenn der der Mutter egal ist, negiert sie damit auch einen Teil des Kindes.

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    Außerdem werden Kinder zwar durch ihre Erfahrungen geprägt, aber die Umwelt besteht aus so viel mehr Menschen und Eindrücken als nur die der eigenen Familie.

    Darum geht es mir nicht. Ich persönlich denke, man sollte sich bemühen, seinem Kind bestmögliche Startbedingungen mitzugeben. Was später daraus wird, muss man sehen. Das, was ich mir unter "ideal" vorstelle, unterscheidet sich mEn stark von dem, was eine Single-Frau, die über eine Samenspende nachdenkt, als ideal empfindet und daher kann ich das unter den Bedingungen, die ich mir vorstelle, nicht gutheißen. Darauf muss ja niemand etwas geben.

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    ein Kind ist immer auch das Kind seines Vaters. Wenn der der Mutter egal ist, negiert sie damit auch einen Teil des Kindes.

    Das glaube ich nicht. Meine Mutter liebte mich und ließ an meinem Vater kein gutes Haar.


    Frauen lieben auch ihre Kinder, die aus Vergewaltigungen hervorgegangen sind.


    Der Mensch ist schon in der Lage, unliebsame Dinge auszublenden.

    Du vergleichst wieder Äpfel mit Birnen: das eine sind Frauen, die irgendwie in die Situation gekommen sind, mit einem abwesenden oder negativ belegten Vater zurechtkommen zu müssen und das andere sind Frauen, die diese Situation gezielt suchen. Da unterstelle ich unterschiedliche Geisteshaltungen.