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    Ich persönlich denke, man sollte sich bemühen, seinem Kind bestmögliche Startbedingungen mitzugeben.

    Man kann sich bemühen, ob es aber die bestmöglichen Startbedingungen gerade für dieses Kind sind, weiß man erst später.

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    Was später daraus wird, muss man sehen.

    So wird doch das beschriebene Problem nur verschoben ;-)

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    Wenn der der Mutter egal ist

    Wie kann er ihr egal sein, wenn er die Ursache dafür ist, dass sie überhaupt schwanger werden konnte. Ich geb ja zu, dass es derzeit noch mehr als unkonventionell ist, sich künstlich befruchten zu lassen, quasi ohne das Kind und Vater voneinander wissen, aber ich hab schon schlechtere Begründungen für eine Schwangerschaft gehört als "Ich wünsch mir so sehr ein Kind, dass ich es auch allein groß ziehen würde."

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    bestmögliche Startbedingungen

    Oha... Wer entscheidet denn, was unter den gegebenen Voraussetzungen das Bestmögliche ist, wenn nicht derjenige, der damit klar kommen muss und sich in der Situation befindet. Ich bezweifle ganz stark, dass allein die Anwesenheit von Vater und Mutter für das Kind DER entscheidende Startboni ist, den alle anderen erstmal aufholen müssen oder nur unter Mühen erreichen können.

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    Meine Mutter liebte mich und ließ an meinem Vater kein gutes Haar.

    Meine Mutter liebte mich und hat nie schlecht von meinem Erzeuger (das Wort kommt von mir) gesprochen, obwohl wir ihn nie gesehen haben. Und trotz dieser eklatant schlechten Startbedingungen bin ich immer noch heilfroh, dass sie nichts auf das "aber zu einem Kind brauchst du doch einen Vater" gegeben hat, sondern geschaut hat, wie WIR glücklich werden.

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    Wie kann er ihr egal sein, wenn er die Ursache dafür ist, dass sie überhaupt schwanger werden konnte.

    Wir sprechen immer noch über den Fall einer Samenspende, oder? Egaler, wahlloser und anonymer gehts doch schon fast nicht mehr. ":/

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    Wer entscheidet denn, was unter den gegebenen Voraussetzungen das Bestmögliche ist, wenn nicht derjenige, der damit klar kommen muss und sich in der Situation befindet.

    Na sicher entscheiden die das. Und wenn ich mich auf den Kopf stelle, entscheiden die das immer noch. Daher lass ich das ;-) Hab aber dennoch eine Meinung dazu.

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    Ich bezweifle ganz stark, dass allein die Anwesenheit von Vater und Mutter für das Kind DER entscheidende Startboni ist, den alle anderen erstmal aufholen müssen oder nur unter Mühen erreichen können.

    Mh. Drück ich mich so missverständlich aus? Es ist nicht die (mögliche, er kann ja durchaus durch einen sozialen Vater ergänzt werden) Abwesenheit des Vaters, die mich juckt, sondern der Grund dafür, nämlich, dass die Mutter schlicht nicht wollte, dass das Kind einen – sozialen – Vater hat.

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    Wir sprechen immer noch über den Fall einer Samenspende, oder? Egaler, wahlloser und anonymer gehts doch schon fast nicht mehr.

    Aber wieso gehst du denn so steif und fest davon aus, dass sich dieses egale, anonyme, wahllose (?gibt's da nicht Merkmalkataloge? ;-) ) sich irgendwie auf das Kind oder die Haltung zum Kind niederschlägt und dass es gar nicht anders geht? Das Kind entsteht, weil, vorausgesetzter Idealfall, die zukünftige Mutter ihre Liebe ihrem Kind schenken möchte. Sie hat diesen Wunsch so sehr, dass sie gegen gesellschaftliche Konventionen, gegen die Einstellung ihrer Eltern, vielleicht sogar gegen ihre eigenen Bedenken handelt. Das Kind ist so sehr ein Wunschkind wie es andere Kinder schwerlich sein können.

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    sondern der Grund dafür, nämlich, dass die Mutter schlicht nicht wollte, dass das Kind einen – sozialen – Vater hat.

    Häh? Ich seh das anders – da liegt vielleicht der Hase im Pfeffer: Sie entscheidet sich nicht gegen einen Vater, sondern für ein Kind! Sie hat gerade keinen Vater für ein Kind und so, wie es derzeit aussieht, wird sich dieser Umstand nicht so schnell ändern.

    ich denke, es geht der mutter weniger darum, dass das kind keinen sozialen vater hat als vielmehr darum, dass sie für sich keinen partner möchte. andere möglichkeiten als in einer partnerschaft eltern werden oder einen one night stand oder eine affaire bescheißen gibt es außer samenspende nicht. wenn sie ersteres für sich ausschließt, ist also die samenspende eine durchaus sinnvolle alternative. es geht denke ich nicht um die doppelrolle vater/erzeuger, sondern vielmehr um die doppelrolle vater/partner, die einfach nicht zwingend notwendig ist.

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    (?gibt's da nicht Merkmalkataloge? ;-) )

    Es geht mir mehr um die Person des Vaters als um seine Gene.

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    Aber wieso gehst du denn so steif und fest davon aus, dass sich dieses egale, anonyme, wahllose (?gibt's da nicht Merkmalkataloge? ;-) ) sich irgendwie auf das Kind oder die Haltung zum Kind niederschlägt und dass es gar nicht anders geht? Das Kind entsteht, weil, vorausgesetzter Idealfall, die zukünftige Mutter ihre Liebe ihrem Kind schenken möchte.

    Es ist nicht ihr Kind. Ein Kind ist immer das Produkt zweier Menschen und selber ein Mensch, der niemandem gehört. Ein Kind ist eigentlich, wenn überhaupt, immer "unser". Dass das gerne vergessen und die Mutter auf einen Sockel gestellt wird, weiß ich.


    Ich gehe nicht einmal davon aus, dass das Kind davon irgendeinen Schaden davontragen wird. Ich finde es einfach nur nicht richtig, es scheint mir nicht die richtige Motivation zu sein. Natürlich könnte mir das egal sein, ist es rein praktisch ja auch, ich halt ja nirgendwo die Hand davor ;-)

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    Ich seh das anders – da liegt vielleicht der Hase im Pfeffer

    Das kann gut sein.

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    Sie hat gerade keinen Vater für ein Kind ...

    S.o. Ein Kind hat immer einen Vater. Die Mutter enthält ihm den durch diese Art der Zeugung einfach nur vor.

    moooment:


    mein kind ist aus mir entstanden, ist aus meinem körper herangewachsen, wird gerade einzig und allein durch meine milch wieder aufgebaut - es ist mein kind, das irgendwann mal ein eigener menschg sein wird, von tag zu tag mehr. der prozess als solcher ist aber recht fließend und schon alleine die tatsache, dass sie irgendwann mal "ich" gewesen ist, reicht meiner ansicht nach schon für ein gewisses besitzdenken aus. dazu kommt noch einfach alles an zeit, liebe, geduld, selbstreflexion etc, was man da rein steckt.


    was der vater dazu gegeben hat war erstmal etwas, was sonst im kleenex gelandet wär.

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    Es geht mir mehr um die Person des Vaters als um seine Gene.

    Darum das ;-) Ich wollt bei diesem ernsten Thema mal einen Scherz wagen...

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    Ein Kind ist immer das Produkt zweier Menschen und selber ein Mensch, der niemandem gehört. Ein Kind ist eigentlich, wenn überhaupt, immer "unser".

    Aber in vielen Fällen mit vielen unterschiedlichen Gründen gibt es kein "unser". Warum sollte gerade dieses "nicht unser" so schlecht dastehen? Außerdem geht es hier ja nicht um geklautes Sperma, sondern um eine Spermaspende von Männern, die genau wissen, was damit gemacht wird. Die haben kein Problem damit, dass viele kleine "nicht unser" durch die Gegend hüpfen und sie das wohl nie erfahren werden. Das kann ich ehrlich gesagt viel weniger nachvollziehen... Aber darum soll es hier ja nicht gehen.

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    S.o. Ein Kind hat immer einen Vater. Die Mutter enthält ihm den durch diese Art der Zeugung einfach nur vor.

    Ein Kind hat immer einen Erzeuger. Nicht nur die Mutter enthält dem Kind diesen vor, er enthält sich des ganzen Prozesses von sich aus. Beide Elternteile wollen es also genau so, wie es läuft – aber sie ist diejenige, die nicht die richtige Motivation hat?

    Dass ein Baby eine Krönung der Liebe zwischen 2 Menschen ist,habe ich mit 14 geglaubt.


    Irgendwann später kam die Realität. Wenn ich sehe was bei meinen vielen Freundinnen passiert ist, wo die Ehen und Beziehungen auseinander gingen dann vergeht mir die Lust auf Kind mit einem Mann.


    Sie sind immer noch mit dem Mann beschäftigt.Entweder erstreiten sie gerichtlich Unterhalt,oder ist der Man mit irgendeiner Erziehungssache nicht einverstanden, jedes WE müssen Treffen geplant werden und dazu kommt noch,dass die Herren natürlich schon eine neue Partnerinnen haben die das Kind bald kennen lernen darf- alles ganz toll für die Frau.


    Eins darf man nicht vergessen – ein Mann hat als Vater auch noch viele Rechte, die nach der Trennung für die Mutter nur problematisch sind.Da muss man sich mit diesem Mann mindestens 18 Jahre herumschlagen.


    Deine Freundin würde alle diese Probleme nicht haben und wenn ein passender Partner kommt,dann wird ihn das Kind ja nicht stören. Dann kann sie entscheiden ob er gut für die Vaterrolle ist. Zumal ein Mann der sich für eine Beziehung mit Frau mit Kind entscheidet gehört eher nicht der Sorte der Ver…scher.


    Und zum Argument "Das Kind muss seinen Vater kennen" sage ich nur so viel:


    Meine Eltern haben sich scheiden lassen wenn ich 3 Jahre alt war.Mein Vater hat kurz darauf eine neue Frau geheiratet und sie bekamen einen Sohn.2 Jahre später hat er sich wieder scheiden lassen. Dann heiratete er drittes Mal und bekam eine Tochter.


    Ich habe guten Kontakt zu meinem Halbbruder,aber wir habe uns jeden Tag als Kinder gefragt,warum der Papa so wenig Kontakt zu uns will und noch lügt,dass er uns liebt,dabei mit seiner kleinen Tochter verbrachte er sehr viel Zeit. Bis heute leidet mein Bruder darunter sehr. Es wäre besser den Vater nicht zu kennen,dann wäre die Sache einfacher und abgeschlossen. Das was wir als Kinder gefühlt haben, würde ich niemals meinem eigenen Kind antun. Solche Fälle sind heutzutage sehr häufig.


    Deshalb überlege ich selbst (bin 28) ob die Schwangerschaft ohne Vater eine Lösung für mich wäre,denn wir sind die erste Generation,die so eine Entscheidung wirklich frei hat.


    Unsere Großmütter hatten so eine Wahl nicht. Die haben einen guten oder einen weniger guten Mann als Vater für ihre Kinder genommen,denn es war klar – guter oder schlechter aber ohne Mann geht gar nichts.


    Und wenn jemand sagt,es wäre egoistisch, sollte sich nochmals fragen ob es egoistisch ist wenn eine Frau ihre ganze Energie,Zeit und Aufmerksamkeit ihrem Kind widmen will.

    marika stern

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    dass sie irgendwann mal "ich" gewesen ist, reicht meiner ansicht nach schon für ein gewisses besitzdenken aus.

    Äh, nein. Ich kann keinen Menschen "besitzen", auch nicht ein bisschen und bei dem Gedanken daran wird mir ganz anders.

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    dazu kommt noch einfach alles an zeit, liebe, geduld, selbstreflexion etc, was man da rein steckt.

    Das tust du doch freiwillig. Niemand zwingt dich dazu und das Kind hat nicht drum gebeten auf die Welt zu kommen. Daraus lässt sich erst recht kein Besitzanspruch ableiten.

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    was der vater dazu gegeben hat war erstmal etwas, was sonst im kleenex gelandet wär.

    Trotzdem sind die Hälfte der Gene, auch wenn sie in ein Kleenex passen würden. Und wie viel der Vater dazugeben darf und kann an Gefühlen, Kümmern, Zeit etc. das bestimmst du ja (unter der Voraussetzung der Vater möchte sich kümmern).

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    Dann kann sie entscheiden ob er gut für die Vaterrolle ist. Zumal ein Mann der sich für eine Beziehung mit Frau mit Kind entscheidet gehört eher nicht der Sorte der Ver…scher.

    Was spricht dagegen, generell nach dem passenden Partner zu suchen und dann einfach zu entscheiden, ob er gut für die Vaterrolle ist?


    Leuchtet mir nicht ein. Nur weil andere Beziehungen zerbrechen, muss das die eigene nicht.

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    Es wäre besser den Vater nicht zu kennen,dann wäre die Sache einfacher und abgeschlossen. Das was wir als Kinder gefühlt haben, würde ich niemals meinem eigenen Kind antun. Solche Fälle sind heutzutage sehr häufig.

    Ich kenne einige, die darunter leiden, dass sie ihren Vater nie kennengelernt haben – Leid gibt es auf beiden Seiten.

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    Und wenn jemand sagt,es wäre egoistisch, sollte sich nochmals fragen ob es egoistisch ist wenn eine Frau ihre ganze Energie,Zeit und Aufmerksamkeit ihrem Kind widmen will.

    Es ist dem Kind gegenüber meiner Ansicht nach egoistisch. Man nimmt ihm von vornherein die Chance mit Vater aufzuwachsen und im schlimmsten Fall wächst es in dem Glauben auf, dass alle Männer egoistische Arschlöcher sind, die sowieso keine guten Väter abgeben.


    Und damit diskreditiert man alle Männer, die gerne eine Familie hätten, ihre Kinder lieben und sie aufwachsen sehen wollen.


    An meiner alten Uni gab es vor längerer Zeit mal eine Vortragsreihe zu Beziehungen, Familienmodellen und deren Auswirkungen auf Kinder, die in diesen Konstellationen groß wurde.


    Der Titel eines Vortrags ist mir in Erinnerung geblieben, obwohl ich sonst leider keinen besuchen konnte: Alleinerziehende erziehen Alleinerziehende.


    Mittlerweile glaube ich, dass da was dran sein könnte.

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    Ich bin ein Beispiel dafür, dass es nicht so ist

    Natürlich, ein Freund meiner Eltern ist auch ein Beispiel dafür, dass es so nicht sein muss. Er hat allein zwei wunderbare Kinder großgezogen, mit denen ich befreundet bin und die beide funktionierende Partnerschaften führen.


    Aber, wenn ich hier lese, wie negativ viele Frauen sich aufgrund ihrer Erfahrungen äußern und das im schlimmsten Fall auch noch ihren Töchtern so weitergeben, dann finde ich das ungerecht all den Männern gegenüber, die gerne mehr Verantwortung für ihre Kinder übernehmen wollen und es nicht dürfen oder die überhaupt gerne Väter sind.


    Vor Gericht sind sie oft immer noch die Benachteiligten, wenn es um Sorgerechtsangelegenheiten geht.