Die Kruemi

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    aber, um es nochmal in Erinnerung zu rufen, in diesem Faden geht es um Schwangerschaft durch Samenspende, d.h. in diesem Fall ist der Kinderwunsch des Mannes sowie der Mann an sich doch eher sekundär.

    Eben nicht, wenn man den Gedanken mit einbezieht oder zulässt und sich fragt, was gut für das Kind ist, nicht die unmittelbare eigene Bedürfnisbefriedigung.


    Und was ist mit dem Kind, dass nach einem Vater fragt?


    Ganz so "sekundär" und "unwichtig" ist die Frage dann ja wohl doch nicht.

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    dann war das wohl eher liebevoll gemeint

    Und was hat das mit "verhöhnen" zu tun?


    Ich finde es nicht ganz verkehrt sich zu fragen, was eventuell schief läuft, wenn man dauerhaft keine Partnerschaft unterhalten kann, immer and die "falschen Männer" gerät. Hat man Defizite, was läuft schief oder möchte man es einfach nicht?


    Hohn kann ich da immer noch nicht entdecken.

    marika stern

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    wir sind eine völlig in sich geschlossene, komplette familie. es fühlt sich einfach verdammt richtig an. natürlich könnte ich mir noch einen mann zulegen, damit ich nicht mehr wie jemand wirke, der etwas kompensieren muß – aber ich fühle mich halt einfach gar nicht so.

    Das klingt schön und sehr liebevoll – ganz anders als "das Kind gehört mir". Vielleicht war das auch schlicht unglücklich formuliert/falsch verstanden.


    Natürlich kann alleinerziehend gut und wunderbar funktionieren.


    Und trotzdem war für mich, wenn ich zurückblicke auf mich als Mädchen, auch mein Vater unglaublich wichtig, als Vorbild, Reibungspunkt, als in-Frage-zustellendes-Männerbild, als jemand, der die Dinge oft ganz anders gesehen hat, als meine Mutter. Meine Mutter war eine tolle und sehr liebevolle Frau, aber wäre ich nur bei ihr aufgewachsen, es hätte mir etwas gefehlt.


    Die Ehe meiner Eltern war auch nicht nur eitel Sonnenschein, sie hatte Höhen und Tiefen, wie jede Beziehung, aber sie hat mir, für meine Ehe viel gebracht, für meinen eigenen Umgang mit mir selbst, für den Umgang mit meinem Mann.

    Wow... hier geht es ja hoch her inzwischen :-D


    Zuerst mal möchte ich Dumal zu 100% zustimmen.


    Von der Diskussion Männer gegen Frauen oder Väter gegen Mütter distanziere ich mich, denn damit tut man beiden Geschlechtern Unrecht.


    Für mich bedeutet der Fall der Samenspende hier nicht, dass die Frau keinen Vater für ihr Kind will sondern nur dass sie nicht auf einen möglichen Vater warten will.


    Sie will sich einem Dilemma entziehen, welches ich selbst erleben musste, nämlich die biologische Uhr ablaufen zu sehen, während es mit dem Kind einfach nicht klappen will.


    Und dafür habe ich Verständnis.


    Aber hier, diese Antworten auf meine Aufzählung von Gründen, warum es später werden kann ;-D


    – Vor Ende 20 haben die wenigsten Paare überhaupt einen Kinderwunsch gehabt, weil beide oder einer noch studierten, sie noch ihr Leben genießen wollten... sie einfach noch nicht so weit waren.

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    Also: Selber schuld.

    Warum Schuld? Wer ist da genau woran schuld???


    – In einer bestehenden Partnerschaft warten sehr viele Frauen darauf, dass der Kinderwunsch des Mannes dann erst mal kommt

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    achso, also ist der Mann schuld...?

    Ist an einem nicht kommenden oder spät kommenden Kinderwunsch überhaupt jemand schuld???


    – Männer die man mit Ü30 kennenlernt haben oft bereits Kinder und wollen dann keine mehr.

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    Wieder die bösen Männer?

    Was genau ist böse daran, wenn Männer schon Kinder haben? Verstehe ich nicht


    -Nicht wenige sind aber vor 30 noch am studieren oder einfach noch nicht so weit (oder der Mann).

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    Also das Studium ist schuld oder wieder der Mann...?

    Warum muss bei dir eigentlich immer jemand oder etwas Schuld haben?


    - Wenn man immer brav und verantwortungsbewusst verhütet, um auch niemandem ein Kind zuzumuten,

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    niemand und nichts zwingt zur Verhütung und ich sehe auch keinen Grund, was das mit "Verantwortungsbewusstsein" zu tun hat.

    Du findest also Verhütung nicht verantwortungsbewusst, wenn einer der Parner noch keinen Kinderwunsch hat? Aha... das lässt tief blicken ;-)


    – Eine Frau hat nacheinander zwei langjährige Partner gehabt, welche beide zeugungsunfähig waren... was sich aber natürlich erst zeigte, als man schon länger versuchte ein Kind zu zeugen.

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    Das ist eher selten und Ausnahmen- keinesfalls die Regel

    Ein zeugungsunfähiger- oder eingeschränkter Partner kommt häufiger vor, als sich die meisten vorstellen können (wer redet schon draüber gern)... zwei sind natürlich Pech, trotzdem kenne ich den Fall.


    Irgendwie scheint das Thema "Schuld" für dich eine sehr wichtige Rolle zu spielen.


    Ich frage mich jetzt nicht, warum... und ich frage auch nicht, wie sich das auf deine Erziehung auswirken könnte.


    Das ist nämlich Sache von dir und deinen Kindern.


    Wenn eine Frau natürlich wagt einen unkoventionellen Weg zu suchen, dann ist sie über jedes Ihrer Gedanken und Motive Rechenschaft schuldig. :|N

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    Hat man Defizite, was läuft schief oder möchte man es einfach nicht?

    Ich finde es wirklich traurig, dass jetzt schon wieder darauf rumreitet, wer zum richtigen Zeitpunkt nicht den richtigen Partner hat, der soll über seine Defizite nachdenken.


    Ich bin mir zu 100% sicher, dass diese Frauen nicht mehr und nicht weniger soziale Defizite haben als alle anderen Frauen, die in einer Partnerschaft leben sie auch haben.


    Eine Partnerschaft ist doch kein äußeres Zeichen für eine gesunde Seele.


    Eine Partnerschaft kann schön und funktionierend sein, oder schlecht und zerstörend... da gibt es alle Varianten.


    Und irgendwelche sozialen Defizite hat meiner Meinung nach jeder einzelne Mensch auf dieser Welt.


    Weil kein Lebenslauf perfekt ist und weil vermutlich auch ein perfekter Lebenslauf zu sozialen Defiziten führen kann.

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    Und was ist mit dem Kind, dass nach einem Vater fragt?

    ein kind nimmt die umstände erst mal so an, wie sie sind. wenn da kein großes trara drum gemacht wird, das der vater fehlt, dann empfindet das kind das auch in keinster weise als lücke. kommt halt immer auf die einstellung des nahen umfelds und vor allem der mutter an.

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    Ich finde es nicht ganz verkehrt sich zu fragen, was eventuell schief läuft, wenn man dauerhaft keine Partnerschaft unterhalten kann, immer and die "falschen Männer" gerät. Hat man Defizite, was läuft schief oder möchte man es einfach nicht?

    warum muß da was schief laufen? wo steht geschrieben, das menschen partnerschaften eingehen müssen? es ist in vielen kulturen einfach nicht der fall. der mensch ist nicht biologisch absolut darauf ausgelegt, lebenslange partnerschaften zum anderen geschlecht einzugehen. wir sind doch keine gänse.

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    Vielleicht war das auch schlicht unglücklich formuliert/falsch verstanden.

    mag sein. ich tendiere hier im forum immer zu stark dazu, dass ich denke, die leute "kennen mich".

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    als Vorbild, Reibungspunkt, als in-Frage-zustellendes-Männerbild, als jemand, der die Dinge oft ganz anders gesehen hat,

    ja, genau das alles brauchen kinder. kinder brauchen mehrere bezugspersonen mit verschiedenen blickwinkeln. das hab ich schon am anfang geschrieben. isolierte allein erziehende sind was ungutes für kinder. aber gerade allein erziehende haben oft nach außen sehr offene familienmodelle. da sind die großeltern, andere verwandte, freunde, etc sehr involviert. und auch da sind dann durchaus leute mit "normalen" beziehungen, die sich meine töchter gerne als vorbild nehmen können.

    bellagia

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    Wenn eine Frau natürlich wagt einen unkoventionellen Weg zu suchen, dann ist sie über jedes Ihrer Gedanken und Motive Rechenschaft schuldig.

    Ist sie doch nur, wenn sie es zur Diskussion stellt. Und bis zum gewissen Grad ist das jeder, der Verantwortung für "hilflose Personen", in diesem Fall Kinder übernimmt.

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    Ich finde es wirklich traurig, dass jetzt schon wieder darauf rumreitet, wer zum richtigen Zeitpunkt nicht den richtigen Partner hat, der soll über seine Defizite nachdenken.

    Es einfach andere Standpunkte zu diesem Thema, andere Menschen, mit anderen Erfahrungswerten. Ich mag jetzt nicht alles hier im Strang durchwühlen, aber wenn ich lese: alle Männer sind doof, es geht auch ohne (sinngemäß), dann hege ich so meine Zweifel, wenn es um die Qualitäten geht, die man in einer Beziehung brauchen könnte.

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    Wenn eine Frau natürlich wagt einen unkoventionellen Weg zu suchen, dann ist sie über jedes Ihrer Gedanken und Motive Rechenschaft schuldig.

    Ist sie doch nur, wenn sie es zur Diskussion stellt.

    Genau das wollte ich auch schreiben. Dieser Vorwurf hat doch keine reale Grundlage. Niemand muss sich rechtfertigen - schon allein aus dem ganz praktischen Grund, dass wohl keine größere Öffentlichkeit darüber informiert wird, wie man sein Leben zu gestalten vorhat.

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    Ist sie doch nur, wenn sie es zur Diskussion stellt. Und bis zum gewissen Grad ist das jeder, der Verantwortung für "hilflose Personen", in diesem Fall Kinder übernimmt

    In diesem speziellen Fall hat sie das nicht, das hat die Freundin getan.


    Und nein, nicht jeder der Verantwortung für Kinder übernimmt ist Rechenschaft über seine Motive schuldig.


    Kinder bekommt weltweit jeder der will und bei dem es klappt. Und zusätzlich sehr viele, die nicht einmal wollen.

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    aber wenn ich lese: alle Männer sind doof, es geht auch ohne (sinngemäß), dann hege ich so meine Zweifel, wenn es um die Qualitäten geht, die man in einer Beziehung brauchen könnte.

    Eine solche Einstellung wird einem aber auch allzu einfach unterstellt. Siehe mein Beitrag.


    Ich schrieb einfach Gründe auf, ohne Wertung... und schon meint jemand, der sich selbst auch noch als sensibel bezeichnet, dass dies ein männerfeindlicher Beitrag gewesen sein soll.


    Nein, keine Partnerschaft im Alter zwischen 25 und 35 zu haben, die der Kinderplanung dient, das ist für mich kein Indiz für eine Persönlichkeit, welche keine Kinder erziehen könnte.


    Das kann so viele Gründe haben... dafür würde die Zeit nicht reichen sie aufzuzählen und einige habe ich ja bereits genannt.

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    alle Männer sind doof, es geht auch ohne (sinngemäß)

    ich möchte klar stellen, dassmeine sichtweise ist: es gibt tolle männer, genauso wie es tolle frauen gibt. es gibt tolle mütter und tolle väter. es tolle frauen, die schlechte mütter sind und schlechte männer, die tolle väter sind und alles andere auch.


    das hat aber rein gar nichts damit zu tun, dass es für mich nicht nur ohne geht, sondern ohne sogar besser geht, dasaber meine mangelnden qualitäten für beziehungen (ich will einfach nicht) mit meiner eignung als mutter ungefähr soviel zu tun haben wie meine mangelnden qualitäten als fallschirmspringerin.

    marika stern

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    ein kind nimmt die umstände erst mal so an, wie sie sind. wenn da kein großes trara drum gemacht wird, das der vater fehlt, dann empfindet das kind das auch in keinster weise als lücke. kommt halt immer auf die einstellung des nahen umfelds und vor allem der mutter an.

    Ich denke, das hängt auch stark vom Kind ab. Wenn ich an meinen Ex-Freund denke, der immer darunter gelitten hat, dass er seinen Vater nicht kannte, obwohl seine Mutter da auch kein Trara drum gemacht hat und es heute immer noch nicht tut. Vielleicht ist das für Jungs auch generell noch einmal anders, als für Mädchen.

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    warum muß da was schief laufen? wo steht geschrieben, das menschen partnerschaften eingehen müssen? es ist in vielen kulturen einfach nicht der fall. der mensch ist nicht biologisch absolut darauf ausgelegt, lebenslange partnerschaften zum anderen geschlecht einzugehen. wir sind doch keine gänse.

    Deshalb schrieb ich doch: oder man möchte einfach nicht.


    Natürlich gibt es Kulturen in denen die Elternbindung fast gar keine oder eine stark untergeordnete Rolle spielt. Kulturen, die ihre Kinder im Dorfverband großwerden lassen – genauso schwer wie dort eine klassische Vater-Mutter-Kind-Familie zu etablieren ist es hier, ein andersartiges Modell zu leben.


    Unser Kulturkreis ist genau gewachsen, wie andere Kulturkreise auch.


    Die Fachliteratur ist voll von Studien, Theorien und Denkansätzen zu alleinerziehenden Elternteilen. Gerade in den USA ist durch den hohen Anteil Alleinerziehender in Ballungsräumen sehr viel Material zu sichten und es läuft immer wieder darauf hinaus, dass Kinder offensichtlich zwei feste Bezugspersonen brauchen, die an ihrer Erziehung mitwirken.

    Zitat

    ja, genau das alles brauchen kinder. kinder brauchen mehrere bezugspersonen mit verschiedenen blickwinkeln. das hab ich schon am anfang geschrieben. isolierte allein erziehende sind was ungutes für kinder.

    Enge Bezugspersonen, denke ich. Zu viele verderben dann wahrscheinlich auch wieder den Brei.


    _______


    Ich denke, dass es da draussen sehr viele Alleinerziehende gibt, die sich große Mühe geben und tolle Kinder aufziehen, aber daraus zu schließen, dass Väter generell überflüssig sind, finde ich schwierig.

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    ich denke, es ist einfach so, dass prozentual mehr frauen einen kinderwunsch haben als männer.

    Der Unterschied ist nicht gravierend. Siehe z.B. auch hier.

    Zitat

    es ist eine mögliche optimale konstellation von vielen, aber eben nicht die optimale

    Nö. Es ist in statistisch gesehen die bessere Variante. Alleinerziehen bringt zahlreiche emotianale, erzieherische und zeitliche Probleme mit sich (ja, auch zerstrittene Beziehungen).

    Zitat

    Ich denke, dass es da draussen sehr viele Alleinerziehende gibt, die sich große Mühe geben und tolle Kinder aufziehen

    Das denke ich auch. Dennoch ist es keineswegs eine Variante, die bevorzugt werden sollte, weil es eben statistisch gesehen Alleinerziehenden wesentlich schwerer fällt, ihre Erziehungsaufgabe gut umzusetzen.

    Ich versuche noch mal zu eräutern, was mich so bewegt an dem Thema:


    Wenn Menschen Kinder bekommen, dann fragt erst mal kein Mensch danach, ob sie in irgend einer Form der Aufgabe gewachsen sind oder nicht.


    Und auch wenn die Kinder dann aufwachsen, sind die Spielräume riesengroß.


    Ich weiß von einer Familie, die haben 3 Kinder, welche als geistig zurückgeblieben gelten. Der Grund: Emotionale Vernachlässigung.


    Was tut man dagegen? Nichts! Solange sie genug zu Essen haben und nicht öffentlich der Gewalt ausgesetzt sind kann man rein GAR nichts tun.


    Dagegen:


    Wenn es mit den Blümchen und den Bienchen nicht wie bestellt klappt und man andere Wege sucht, dann werden auf eine Mal die Erwartungen und auch die Vorgaben riesengroß.


    Dann muss man nicht nur die Ehe und das passende Alter nachweisen, dann muss man die Finanzen haben und laut diesem Faden auch noch die passende Gesinnung.


    Nicht falsch verstehen, mir ist schon klar, warum es von amtlicher Seite ist, wie es ist und ich kann jede Regel nachvollziehen.


    Ich finde aber von gesellschaftlicher Seite wäre etwas mehr Toleranz und Offenheit angesagt.


    Dies ist ein sehr sensibles Thema und man merkt vielleicht manchmal gar nicht, wie man Menschen verletzt.

    Die Eltern, bei denen es nicht auf natürlichem Wege klappt, unterliegen mMn keinen anderen Maßstäben als andere. Also jetzt wirklich: meiner Meinung nach. Dass die Realität anders aussieht, was die Vorgaben z.B. für Adoptionen, Kinderwunschbehandlungen usw., angeht, ist mir bewusst.

    bellagia

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    In diesem speziellen Fall hat sie das nicht, das hat die Freundin getan.


    Und nein, nicht jeder der Verantwortung für Kinder übernimmt ist Rechenschaft über seine Motive schuldig.


    Kinder bekommt weltweit jeder der will und bei dem es klappt. Und zusätzlich sehr viele, die nicht einmal wollen.

    siehe a.fish:

    Zitat

    Die Eltern, bei denen es nicht auf natürlichem Wege klappt, unterliegen mMn keinen anderen Maßstäben als andere. Also jetzt wirklich: meiner Meinung nach. Dass die Realität anders aussieht, was die Vorgaben z.B. für Adoptionen, Kinderwunschbehandlungen usw., angeht, ist mir bewusst.

    Ich denke, da wird deutlicher, was ich meine.

    Zitat

    Eine solche Einstellung wird einem aber auch allzu einfach unterstellt.

    Ich bin jetzt von der Freundin der TE ausgegangen und dem was Moni282 schrieb. Natürlich gibt es Konstellationen in denen es in Partnerschaften erst später zum Kinderwunsch kommt. Aber ich habe von dir auch noch nicht gelesen, dass du Väter für überflüssig hältst.