Bellagia schreibt:

    Zitat

    Ich weiß von einer Familie, die haben 3 Kinder, welche als geistig zurückgeblieben gelten. Der Grund: Emotionale Vernachlässigung.


    Was tut man dagegen? Nichts! Solange sie genug zu Essen haben und nicht öffentlich der Gewalt ausgesetzt sind kann man rein GAR nichts tun.

    Das ist wahr.


    Allerdings gibt es auch Heime und Pflegeeltern, die völlig ungeeignet sind.


    Ich stehe auf dem Standpunkt, dass sich der Staat auch nicht zuviel anmaßen sollte. Sicher, bei Gefährdung muss eingegriffen werden. Und es muss Hilfe gewährt werden, etwa Familienhilfe etc.


    Trotzdem sind Kinder in der Regel bei Menschen besser aufgehoben, die nicht nur ihren Achtstundentag absitzen.


    Deshalb ärgert mich auch der Ruf nach einem "Führerschein" für Eltern. Wer weiß, wie es bei vielen Sozialarbeitern abgeht, weiß, was ich meine.


    Ich betrachte es mit Sorge, wie Eltern zusehends vom Staat "entmündigt" werden. Bereits im "Dritten Reich" hatte man versucht, sie von Kleinauf staatlich beaufsichtigen zu lassen. In der DDR war dies ähnlich.

    Illusio

    Zitat

    Ich betrachte es mit Sorge, wie Eltern zusehends vom Staat "entmündigt" werden. Bereits im "Dritten Reich" hatte man versucht, sie von Kleinauf staatlich beaufsichtigen zu lassen. In der DDR war dies ähnlich.

    Werden Eltern doch gar nicht. Artikel 6 GG gibt den Ton an und entsprechend ist das KJHG ausgerichtet.

    Zitat

    Aber ich habe von dir auch noch nicht gelesen, dass du Väter für überflüssig hältst.

    Nein, ich halte Väter ganz sicher nicht für überflüssig.


    Auf den Vater meines Kindes könnte und wollte ich nicht verzichten und es wäre sehr hart, wenn ich dazu gezwungen würde.


    Und selbst wenn er uns verlassen würde, mein Sohn würde seinen Vater behalten, da bin ich mir sehr sicher.


    Trotzdem gibt es mir immer einen Stich, wenn ich hier lese, dass Alleinerziehende auf jeden Fall nur die zweite Wahl einer Familie sein können.


    Ich möchte das einfach nicht so pauschal sehen, ich möchte die einzelnen Familienkonstellationen nicht mit Platz 1-5 bewerten.


    Ich finde nicht, dass uns das zusteht.


    Wir können zwar eine Statistik lesen, aber dem Einzelnen werden wir damit niemals gerecht.


    Das mit der Bevormundung der Eltern, was Illusio schreibt ist so eine Sache.


    Schreitet das Jugendamt ein, ist es das böse Amt, welches das Kind wegnimmt oder zumindest damit droht.


    Tut es nichts und es passiert etwas, dann hat es versagt und man schreit nach härterem Vorgehen.


    Am Ende sitzen auch im Jugendamt nur Menschen, die unterschiedliche Erfahrungen haben, welche sich auf ihre Urteilsfindung auswirken.


    Selbst wenn ich unterstelle, dass die Mitarbeiter das Beste wollen, dann heißt es nicht, dass sie das auch erreichen.

    @ marika stern

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    Ich finde es wirklich traurig, dass jetzt schon wieder darauf rumreitet, wer zum richtigen Zeitpunkt nicht den richtigen Partner hat, der soll über seine Defizite nachdenken.

    Ja genau darum geht es hier den Herren, die wollen ihren "einzig" wahren Lebensstil und Familienvariante durchsetzen ohne Rücksicht darauf dass inzwischen jeder sein Leben so gestalten kann wie er will.


    Somit muss Frau ihrer Meinung nach ständig daran interessiert sein,eine gute Partnerschaft zu haben,sonst ist sie psychisch gestört.


    Noch Paar Sachen muss die Frau tun die diese kindliche Herren glauben das richtige wäre um sich als Mutter zu beweisen.


    Nur verlasse ich diese Diskussion und rate den Herren eine Psychotherapie,denn Gott sei Dank funktioniert Kinderkriegen in unserer Gesellschaft ganz anders und auch Single Frauen, schwule Paare und Alleinerziehende Väter haben das Recht ihr Kind großzuziehen.


    Eklig,was manche Besserwisser sich hier erlauben.

    Dumal meint zu diesem Thema:

    Zitat

    Ich betrachte es mit Sorge, wie Eltern zusehends vom Staat "entmündigt" werden. Bereits im "Dritten Reich" hatte man versucht, sie von Kleinauf staatlich beaufsichtigen zu lassen. In der DDR war dies ähnlich.


    Werden Eltern doch gar nicht. Artikel 6 GG gibt den Ton an und entsprechend ist das KJHG ausgerichtet.

    Abgesehen davon, dass es das KJHG nicht mehr gibt, nehmen Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren rasant zu, ebenso Ganztagsschulen.


    Das alles aber nur am Rande, da es hier natürlich um ein anderes Thema geht.


    Sorry für die Abschweifung. @:)

    Und Moni schreibt gefrustet:

    Zitat

    Ja genau darum geht es hier den Herren, die wollen ihren "einzig" wahren Lebensstil und Familienvariante durchsetzen ohne Rücksicht darauf dass inzwischen jeder sein Leben so gestalten kann wie er will.

    Ich habe solche Beiträge hier nicht entdeckt. Stattdessen aber solche:

    Zitat

    mein kind ist aus mir entstanden, ist aus meinem körper herangewachsen, wird gerade einzig und allein durch meine milch wieder aufgebaut - es ist mein kind, das irgendwann mal ein eigener menschg sein wird, von tag zu tag mehr. der prozess als solcher ist aber recht fließend und schon alleine die tatsache, dass sie irgendwann mal "ich" gewesen ist, reicht meiner ansicht nach schon für ein gewisses besitzdenken aus. dazu kommt noch einfach alles an zeit, liebe, geduld, selbstreflexion etc, was man da rein steckt.


    was der vater dazu gegeben hat war erstmal etwas, was sonst im kleenex gelandet wär.

    Welche "Herren" überhaupt? Illusio und senisibelmen sind mWn die einzigen Herren, die sich aktuell an der Diskussion beteiligen. (Und Dumal, aber der schreibt ja wieder so total vernünftiges, allen gerecht werdendes Zeug.) Der Frauenanteil, auch unter der Kritikern, ist eindeutig höher.

    Zitat

    Ich denke, dass es da draussen sehr viele Alleinerziehende gibt, die sich große Mühe geben und tolle Kinder aufziehen, aber daraus zu schließen, dass Väter generell überflüssig sind, finde ich schwierig.

    Natürlich ist genau so eine Aussage schwierig. Für mich ebenso schwierig wie "Kinder von Alleinerziehenden haben generell erstmal schlechtere Startbedingungen".

    @ Bellagia:

    Ich kann mich deinen Beiträgen hier einfach nur anschließen.

    Zitat

    Die Fachliteratur ist voll von Studien, Theorien und Denkansätzen zu alleinerziehenden Elternteilen. Gerade in den USA ist durch den hohen Anteil Alleinerziehender in Ballungsräumen sehr viel Material zu sichten und es läuft immer wieder darauf hinaus, dass Kinder offensichtlich zwei feste Bezugspersonen brauchen, die an ihrer Erziehung mitwirken.

    Ich weiß nicht, ob Studien, die sich auf Ballungsräume in den USA beschränken valide Aussagen über Alleinerziehende generell bieten. ":/

    Zitat

    nehmen Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren rasant zu

    Und das ist für dich ein Zeichen dafür, dass Eltern zunehmend entmündigt werden? Soweit ich weiß, gibt es keine Pflicht für Eltern, ihre Kinder in Krippen oder Kindergärten zu stecken, wenn sie es nicht wollen.

    Zitat

    nehmen Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren rasant zu

    ich sehe darin weniger eine Entmündigung der Eltern, als eine Erleichterung für berufstätige Frauen der Mittel-und Akademikerschicht, sich für Kinder zu entscheiden. Denn WER sollte sich denn um die Kinder kümmern, wenn es diese Plätze für Kinder unter 3 Jahren nicht gäbe??

    Zitat

    nehmen Krippenplätze für Kinder unter drei Jahren rasant zu

    Die Erziehung ist das originäre Recht der Eltern.


    So die Theorie.


    Wenn Kinder wie Erwachsene acht Stunden oder länger im Hort oder in der Schule "fremdbetreut" werden, bleibt für die elterliche Erziehung nur noch wenig Raum.


    Wenn dann auch noch vom "Führerschein für Eltern" und "Fremdplacierung" der Kinder beim kleinsten Problem die Rede ist, weil es alle besser machen als die Eltern, erst recht nicht.


    Natürlich verkenne ich nicht die finanziellen Erfordernisse und verlange gewiss nicht die Rückkehr zum Herd (auch Väter müssen in die Pflicht genommen werden), will jedoch dieses Problem angesprochen haben. Dabei betone ich noch einmal, dass es jedem selbst überlassen bleiben muss, wie er/sie vorgeht. Darin ist Moni beizupflichten.

    Zitat

    "Fremdplacierung" der Kinder beim kleinsten Problem die Rede ist, weil es alle besser machen als die Eltern

    Na, deine "kleinen Probleme" möchte ich aber nicht haben. Ich bezweifle ganz stark, dass Kinder bei "kleinen" Problemen ihren Eltern weggenommen werden. :|N

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    Vater Staat hat mir diese Information zugeflüstert.


    Es ist das SGB VIII.

    mag sein, dass ich völlig daneben liege, aber das KJHG ist doch ein Artikelgesetz und SGBVIII ist der erste Artikel


    letztendlich hat auch das Bundesjustizministerium dieses KJHG noch verlinkt....


    http://www.gesetze-im-internet.de/kjhg/index.html

    Illusio

    Zitat

    Die Erziehung ist das originäre Recht der Eltern.

    Ja, und so ist es auch heute noch. Das ist auch im KJHG, natürlich ist SGB VIII formal richtig, und im GG so festgeschrieben. Dieses Recht räumt den Eltern auch ein ihre Kinder anderen Personen anzuvertrauen. Ich sehe da keinen Übergriff vom Staat. Ich pflichte dir aber bei, dass der Staat die Rahmenbedingungen für eine freie Wahl schafft...Und es da hier und da ein wenig...hängt.