Bei manchen Situationen versuche ich mir vertauschte Rollen vorzustellen, um mal die Gleichberechtigung abzuklopfen.


    Die künstliche Befruchtung einer Frau mit fremden Spermien wird hier akzeptiert, die Diskussion beginnt ja erst mit der Geburt.


    Wie also wär es, wenn ich als Mann mir eine Leihmutter (oder sagt man Leih-Gebärmutter?) beschaffe und dann das Kind allein aufziehe.


    Vorteil: Es hätte einen Vater.

    Zitat

    Wie also wär es, wenn ich als Mann mir eine Leihmutter (oder sagt man Leih-Gebärmutter?) beschaffe und dann das Kind allein aufziehe

    na, so irre neu ist die Idee ja nicht, Michael Jackson hat das ja mehrfach praktiziert, Elton John auch-ok, da war da noch ein Ehemann als 2ter Vater. Lesbische Frauen machen das, ich kenne eine Frau, die mit einer anderen zusammen lebt, beide haben je ein Kind während der Beziehung bekommen.


    Sicher ist eine Leihmutterschaft etwas aufwändiger als eine Samenspende, denn eine Schwangerschaft und Geburt birgt, wenns schlecht läuft, erhebliche gesundheitliche Risiken. Die Wahrscheinlichkeit, das die Leihmutter während der Schwangerschaft eine Beziehung zum Kind aufbaut, besteht und -zumindest nach deutschem Recht- gilt sie als biologische Mutter und muss das Kind nicht hergeben. All das ist bei einem Mann bei der Samenspende doch arg unwahrscheinlich....

    Ich finde es immernoch netter zu hören "Ich wollte unbedingt ein Kind, daher habe ich zu künstlicher Befruchtung gegriffen da der Mann fehlte." als "Du warst ein UNfall und weil du nunmal unterwegs warst haben wir geheiratet."


    Knacks


    Daran habe ich allerdings auchgerade gedacht. Wobei es wohl schwieriger ist ein Kind auszutragen ohne eine Bindung irgendeiner Art zu entwickeln als Samen zu spenden. ":/ Zudem wurden die Männer ja nicht gezwungen zu spenden während das Gesetz gegen Leihmutterschaften ja auch Frauen in Notlagen shcüten soll. Allerdings fürchte ich das hier immernoch das Bild vorherrschend ist das Männer eh keine so enge Bindung zu ihren Kindern haben. ":/ ":/ In anderen Ländern ist die Leihmutterschaft allerdings erleubt, da könntest du als Mann den selben Schritt gehen wie die Freundin der TE, die ja auch ins Ausland gehen muss.

    Zitat

    Nicht, weil ich durch eine Laune der Natur ein Mann bin: es gibt auch alleinerziehende Väter. Trotzdem käme ich niemals auf die Idee, über die Überflüssigkeit einer Mutter zu räsonieren.


    Das wäre der gleiche Quatsch.

    tja, jetzt nähern wir uns offenbar dem Pendant zum Penisneid und der Urangst der Männer vor Kuckucks-Kindern. Der biologische Vater ist tatsächlich unnötig, denn wer weiß, wieviel glückliche Väter mit glücklichen Kindern in diesem Land leben, obwohl sie (unwissend) nicht blutsverwandt sind. Männer können nunmal kein Kind austragen, sie zeugen es in ein paar Minuten, der Rest der Vaterrolle wird in ihrem Kopf und ihrer Phantasie entwickelt. Frauen geben ihren Körper als "Gewächshaus", spüren das KInd, das KInd ernährt sich vom Blut der Mutter – so eine Verbindung ist absolut etwas anderes, als es gezeugt zu haben-oder glauben, es gezeugt zu haben. Ich bin überzeugt, dass Kinder männliche Bezugspersonen brauchen, um sich gut zu entwickeln- aber der biologische Vater ist da nun mal austauschbar, Eine sterile Samenspende bei Kinderwunsch ziehe ich auf jeden Fall dem "ich ziehe heute abend los und werde schwanger" vor, denn da wird ein Mann reingelegt und ihm ein Kind untergeschoben. eine gesunde, fruchtbare Frau mit Kinderwunsch wird auf irgendeinem Wege sowieso schwanger, wenn sie es unbedingt will.

    bellagia

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    Ich bin sicher, dass es eine ganze Menge wertvoller Menschen gibt, die komplett nur von einem Elternteil aufgezogen wurden, während der andere Elternteil abwesend, tot oder aus anderen Gründen nicht präsent war.

    :)z :)=

    KMoody

    Zitat

    Ich persönlich würde lieber einen Vater haben, den ich als Arschloch betiteln kann, weil er sich nicht kümmert, als zu wissen, dass ich meinen Erzeuge erst kennenlernen kann, wenn ich volljährig bin.

    Tja, ich habe, als ich fast volljährig war, erfahren, dass der Mann der mein Vater ist, nicht mein Erzeuger ist. Mir wäre lieber gewesen, ich hätte es nie erfahren. Denn mein Erzeuger ist ein A... loch. Ich kann also aus Erfahrung sprechen, wenn ich meine, dass das ein Schei...gefühl ist, wenn man weiß, das man von so abstammt >:( .

    nordfrank76

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    Aber natürlich verbaut sie sich mit der (durchaus nachvollziehbaren) Einstellung, einen vernünftigen Partner kennenzulernen,

    Das ist doch totaler Blödsinn. Eher das Gegenteil ist der Fall. Die meisten Männer wissen, auf was sie sich einlasssen und gehen viel ernsthafter an die Sache. Außerdem entscheide ich als Mutter auch sehr gut, ob es Sinn macht, mich auf eine Beziehung einzulassen. Schließlich steht (zumindest für mich) mein Sohn an erster Stelle.

    DukeNukem

    Zitat

    nen guten Hau weg

    ... das ist doch nicht dein Ernst? :-o >:(

    little.L

    Zitat

    Die Väter die sich verpissen, die haben nen Hau weg ganz klar

    :)^

    RogerRabbit

    Zitat
    Zitat

    Zudem würde ich als Mutter meinem Kind gerne mit auf den Weg geben, dass es aus Liebe entstanden ist (selbst wenn ich mich später mit dem Vater vielleicht auseinander lebe), als denn aus einer Petrischale, weil ich es so wollte.

    Diesen Gedankengang kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Meiner Meinung nach ist das doch eine viel bewusstere Entscheidung für ein Kind.

    :)z

    Zitat

    Diesen Gedankengang kann ich nicht so richtig nachvollziehen. Meiner Meinung nach ist das doch eine viel bewusstere Entscheidung für ein Kind. Wieviele Kinder entstehen in Beziehung aus Liebe und dem gemeinsamen Wunsch, wieviel, weil man eben Sex und dabei vielleicht nicht hinzureichend verhütet hat, wieviel aus einem einseitigen Wunsch heraus?

    Eben deshalb schrieb ich ja: meinem Kind würde ich gerne mit auf die Welt geben, dass es aus Liebe entstanden ist.


    Nicht, weil die Verhütung versagt oder erst gar nicht statt gefunden hat, weil es ein Unfall war oder weil man einfach nur Sex wollte.


    Und nein, ich empfinde die alleinige Entscheidung als sehr viel egoistischer. Ich will ein Kind, ich bekomme ein Kind, egal, wer der Vater ist. Das würde ich so für mein Kind nicht wollen, aber das mag jeder anders sehen.

    Zitat

    Ich halte den Gedanken, dass Kinder, die in einer Beziehung entstehen, grundsätzlich bessere Voraussetzungen haben und mehr Liebe erfahren, für ziemlich idealisiert und romantisiert.

    Diesen Gedanken habe ich nicht geäußert und bin auch nicht der Meinung, dass Kinder dann automatisch bessere Voraussetzungen haben.

    Zitat

    Tja, ich habe, als ich fast volljährig war, erfahren, dass der Mann der mein Vater ist, nicht mein Erzeuger ist. Mir wäre lieber gewesen, ich hätte es nie erfahren. Denn mein Erzeuger ist ein A... loch. Ich kann also aus Erfahrung sprechen, wenn ich meine, dass das ein Schei...gefühl ist, wenn man weiß, das man von so abstammt

    Mein Ex-Freund sah das genau anders. Seine Mutter konnte sich leider nicht mehr erinnern wer von den vielen Männern in der Kommune nun sein Vater war und er litt darunter. Er wollte wissen, wer sein Vater war und auch wenn es der schlimmste Mensch wäre – die Unwissenheit hat ihn immer wieder beschäftigt.

    @ illusio

    ich finde es hat sehr viel von ausgehenden argumenten, wenn man in einer theoretischen diskussion persönlich werden muß, möchte aber trotzdem auf deine vermutung antworten, damit sich da kein falsches weltbild fest setzt:


    ja, ich bin allein erziehend und nein, ich bin nicht von männern enttäuscht worden. der vater meiner älteren tochter ist für sie durchaus eine wichtige bezugsperson, allerdings nicht unbedimnhgt wichtiger als die großeltern, meine tante, mein bruder und meine besten freundinnen. er ist halt ein knoten in dem sozialen netz aber nicht der alles entscheidende. bei meiner zweiten tochter war mir zu dem zeitpunkt, als ich den positiven test in den händen hielt, klar, dass der dazu gehörige vater praktisch nicht existent ist. auch das hat herzlich wenig mit enttäuschung zu tun, das war von anfang an keine aufgabe, die ich von ihm erwartet habe. ich habe mich also (da ich an sich kein moralisches problem mit abtreibung habe) ähnlich bewußt für dieses kind entschieden wie die frau, um die es hier geht. von solch einer gezielten planung hätte mich einzig meine wirtschaftliche situation abgehalten. falls sich diese die nächsten jahre stark verbessert könnte ich mir durchaus vorstellen, dass kind 3 ähnlich in mein leben kommt.


    ich mach mir da nicht sonderlich viel vor: ich finde die kosten-nutzen-rechnung von einem partner in meinem leben einfach für mich nicht aufgehend. mir fällt einfach kein einziger punkt ein, an dem mein leben glücklicher wäre, wenn ich es mit eine mann teilen würde.

    Es macht einen Unterschied, ob man das Kind gaaanz langsam, kingderecht und häppchenweise an die Wahrheit heranführt. Oder einen Jugendlichen jahrelang im Unklaren lässt. Darum finde ich Offenheit im Umfeld bzgl. "Herkunft" des Kindes wichtig. Sonst ist man entweder dem Kind ggü. nicht ehrlich – oder muss es gleich zwingen, den Mund zu halten.


    All das sind Dinge, die ich absolut kritisch finde. Weswegen man sich diesen Schritt sehr gut überlegen und best. Eventualitäten für sich schon klarhaben sollte. Wenn man das berücksichtigt, ist es eine sehr wohlüberlegte Entscheidung, en Kind zu bekommen – und vermutlich besser oder nicht schlechter als eine ungeplante Zufallsschwangerschaft. Wo man dann ggf. kaum Zeit hat, sich auf Probleme einzustellen – oder die Probleme dann erst entstehen.


    Ich hätte es MIT Partner vermutlich schon längst auf eine Schwangerschaft ankommen lassen. Aber so ist mir klar, dass die Rahmenbedingungen für bewusstes Alleinerziehen nicht gegeben sind und ich es nicht so gestalten könnte, wie ich es für angemessen halte.


    Ich kenne auch ein lesbisches Pärchen mit Kind (künstl. Befruchtung im Ausland). Ich kenne auch zwei schwule Pärchen, die Pflegekinder haben. Das eine Pärchen wäre eigenen Kindern via Leihmutter auch nicht abgetan – aber das ist natürlich VIEL schwieriger umzusetzen als eine künstliche Befruchtung bei einer Frau. Hätte ich auch kein Problem mit.


    Aber vielleicht liegt's daran, dass ich beruflich aus dem sozialen Bereich komme, wo ich so unendlich viele Konstellationen erlebe. Männer, die direkt nach Ablauf des Mutterschutzes in Elternzeit gehen und wo die Frau wenige Wochen nach Geburt arbeitet. Wo klar ist, dass ER LANGE zu Hause bleiben wird. Leute mit eigenen Kindern und 3-4 Pflegekindern. Leute, die als Bereitschaftspflege z.T. wöchentlich wechselnde Kinder zu jeder Tages- und Nachtzeit aufnehmen. Single-Frauen, die ebenfalls Pflegekinder nehmen, wenn es in der Region ganz eng wird. Da ist einfach viel mehr aufgeklärtes Netz vorhanden.

    Nichts liegt mir ferner, als jemandem persönlich zu nahe zu treten.


    Jeder soll nach seiner Fasson glücklich sein.


    Und es mag auch Single-Frauen und Single-Männer geben, die dies sind.


    Wenn sich der Wert einer Partnerschaft auf eine "Kosten-Nutzen-Analyse" beschränkt, ist es auch gut so, wenn man/frau Single bleibt. Gleichwohl sehe ich es trotz meines Namens nicht als meine Aufgabe an, die offenbar bestehenden Lebenslügen zu Lasten der Lebensqualität zu zerstören.


    Was ich allerdings, fern vom albernen Penis- und Gebärneid, bedenklich finde, ist die Meinung, eine Mutter habe eine andere Beziehung zu ihrem Kind als ein Vater. Mit erfolgreicher Abnabelung verpufft dieses Argument.


    Dennoch liegt es mir fern, nunmehr darüber zu streiten, wer sein Kind mehr lieben kann. Nach meinem Verständnis sind beide Elternteile gleich wichtig für die Entwicklung eines Kindes, ohne die ungeheure Leistung schmälern zu wollen, die Alleinerziehende oftmals vollbringen.

    Ich muss Illusio zustimmen, ich glaube nicht das da real ein Unterscheid besteht. Wenn der Vater zum Beispiel zu Hause bleibt während Mama arbeitet denke ich das die Bindung an den Vater stärker wird, zumindest zu beginn. Allerdings glaube ich auch nicht das alle Frauen gleich eine super Bindung zu ihrem Kind haben, war bei mir jedenfalls nicht so. Ich hab zwar den Hormonshub direkt nach der Geburt gehabt, den hatte meine Hebamme aber auch. Die wirklich tragfähige Bindung entstand später und entsteht noch. Wir hatten es gerade in einem anderen Thread in dem unter anderem Beschrieben wurde man hätte das Kind bei Heimkehr aus dem Krankenhaus so fremd empdunfen die einen Obdachlosen. Daher glaube ich nicht das Kinder zum Beispiel leiden wenn sie bei ihrem Vater bleiben und der dann alleinerziehend ist, hängt immer davon ab wer die festere Bindung aufgebaut hat.