Folgeschwangerschaft nach stiller Geburt

    Hallo ihr Lieben!


    Wie vielleicht einige im Faden "Januar 2017 Mamis" mitbekommen haben, habe ich zum Jahresende meinen Sohn Darius in der 38. SSW still geboren. Es wurden keine Herz- & Hirnaktivitäten gefunden und so wurde die Geburt eingeleitet.


    (Das Ergebnis der Obduktion steht noch aus, ich werde da nochmal mit dem Krankenhaus sprechen)


    Es tat weh. Sehr weh. Aber mit jedem Tag wird es ein wenig besser und die Trauer ist nicht mehr so groß wie am Anfang. Es klingt komisch, aber wir haben viele Tränen geweint - im Krankenhaus mit unserem toten Sohn geschmust, ihm gesagt, dass wir ihn immer lieben werden und uns verabschiedet. Am Freitag dem 13.01. (seinem errechnetem ET), wird er beerdigt.


    Körperlich geht es mir gut, ich habe keine Blutungen und Schmerzen mehr.


    Nun ist es so ... wenn ich mit allem "abgeschlossen" habe, möchte ich es gerne nochmal versuchen, so auch mein Partner. Wir möchten gerne zusammen ein Baby.


    Aber ... so viele Fragen & Ängste!


    Wie lange sollten wir uns Zeit nehmen, vom körperlichen her? Ich habe Angst, dass ich "zu früh" wieder schwanger werde.


    Ich habe verschiedene Berichte und Studien im Internet gelesen; viele raten innerhalb der nächsten drei Monate wieder zu versuchen - andere schreiben sechs Monate ...


    Ich habe auch Angst, dass wieder etwas schief geht und wir unser Baby verlieren - nochmal kann ich das nicht. Ich habe 38 Wochen auf meinen Stern aufgepasst und es hat nicht gereicht ... ich mache mir ab und an immer noch Vorwürfe.


    Wie handelt das der Frauenarzt? Werde ich als Risiko eingestuft, durch die vorangegangene Totgeburt und weil ich innerhalb eines Jahres wieder schwanger werde (was ich hoffe, wenn es klappt). Ich denke, ich werde für jedes Wehwechen zum Arzt dackeln, weil ich einfach Angst habe ...


    Ich würde mich freuen, wenn sich Frauen melden, die Ähnliches durchgemacht haben und auch dann wieder schwanger geworden sind. Wie lange hat es bei euch gedauert? Wie habt ihr alles empfunden?


    Liebe Grüße, eure Mazikeen

  • 43 Antworten

    Das tut mir sehr leid für Dich, ich kann nur erahnen, wie furchtbar das sein muss!


    Ich selbst musste das zum Glück nicht erleben, aber eine enge Freundin von mir. In der 41. SSW als sie schon im KH war, wurden keine Herztöne mehr festgestellt. Ich meine, sie war ein Jahr später wieder schwanger.


    Da sie ähnliche Gefühle durchlebt hat, wurde bei ihr vor dem Termin ein geplanter Kaiserschnitt durchgeführt, weil man ihr die psychische Belastung nicht zumuten wollte, das Kind bis zum Termin auszutragen.


    Das zweite Kind kam ganz gesund und munter zur Welt.


    Ich wünsche Euch alles alles Gute! :)*

    Ich habe keine Ahnung, ich kann dir keine sinnvolle nützliche Antwort liefern (ausser: wenn der Körper bereit ist, also du schwanger wirst), aber fühl dich von mir umarmt und gedrückt. Ganz-ganz doll! Alles liebe und gute Dir!

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    :°_ mein herzliches Beileid!


    Sowas muss unsagbar schlimm sein und weh tun :-(


    Ich kann dir gerne von mir berichten, aber die ausgangssitiation ist eine etwas andere.


    Ich habe mein Sternchen in der 20. Woche still zur Welt gebracht.


    Allerdings war er sehr krank und die Ärzte konnten uns keine Hoffnung machen dass er ein Leben ohne Schmerzen führen wird, weil er mehrfach stark fehlgebildet war (offener rücken, Wasser im Kopf so dass das Gehirn kaum angelegt war und das was da war war stark gequetscht, an verschiedenen anderen stellen im Körper noch Wasser etc). Somit wurde die Geburt eingeleitet.


    Es ging einiges schief, ich war eine Woche auf der Intensivstation, bekam gesagt dass ich keine Kinder mehr kriegen könne.


    Wir versuchten es allerdings nach dem wochenfluss sofort wieder weil ich nicht aufgeben wollte und die Hoffnung hatte eine erneute Schwangerschaft würde mich aus meinen Depressionen reißen.


    Wir begaben uns in eine Kiwu Klinik, hormontherapie half nicht, und als wir Pause machten vor der künstlichen Befruchtung - bumm, Test positiv.


    Nach 13 Zyklen ohne Erfolg hatte es nochmal geklappt - laut Ärzten ein sechser im Lotto.


    Im April hab ich Entbindungstermin und ich gebe zu dass ich täglich Angst habe dass irgendwas schief geht.


    Die Anfangszeit war ganz furchtbar weil ich Angst vor erneuten fehlbildunhen hatte.


    Jetzt kommt die Angst vor Schicksalen wie deinem...


    Ich bin heilfroh wenn die Schwangerschaft rum ist und ich das Kind auf dem Arm habe, genießen kann ich das ganze momentan leider eher weniger. :-(


    Einen Rat hab ich daher leider auch nicht für dich..


    Doch. Such dir einen Psychologen den du im Ernstfall kontaktieren kannst.


    Das ist momentan mein einziger Anker :-(

    Ich bin durch den Vorfall übrigens als Risiko schwanger eingestuft, war anfangs wöchentlich bis zur vollendeten 12. ssw beim Arzt bestellt, jetzt im 14 tägigen Wechsel Hebamme und großer US

    Meine Tochter starb unter den Geburtswehen in der 42. Schwangerschaftswoche. Das war im Dezember 2015.


    Wir haben es versucht, sobald ich wieder einen Zyklus hatte. Auch sehr schnell mit medikamentöser Unterstützung, weil ich meine endlosen Zyklen nicht ertragen konnte. Schwanger wurde ich zuerst im Mai 2016, hatte aber eine frühe Fehlgeburt, und dann wieder im Juli, gleich im nächsten stimulierten Zyklus. Jetzt bin ich in der 28. Woche und wurde auch als Risikoschwangere eingestuft. Ich gehe wöchentlich zum Dopplerultraschall und zum CTG, monatlich zum Hämatologen und ins Krankenhaus, um dort einen ergänzenden Dopplerschall zu machen. Ich spritze Heparin, nehme ASS und sechs verschiedene empfohlene Supplemente. In der 34. Woche werde ich stationär aufgenommen, um täglich dreimal ein CTG zu schreiben und ggf. sofort eingreifen zu können. Spätestens bei 37+0 wird eingeleitet.


    Ich habe große Angst, die sich kaum in Worte fassen lässt. Ich gehe immer noch wöchentlich zur Trauerbegleitung und Therapie, mein Mann ebenfalls. Auch er war zwei Monate krank geschrieben, ich habe seitdem noch nicht gearbeitet, war erst krankgeschrieben und dann im Beschäftigungsverbot. Wir weinen beide jeden Tag um unsere erste Tochter. "Gut" ist es nicht mehr geworden, wird es auch nie mehr. Unser Kind ist tot. Das kann man nicht überwinden, nur lernen, irgendwie damit zu leben. Wir hatten dennoch Hoffnung, eines Tages ein lebendes Kind zu haben. Ohne diese Hoffnung hätte es keinen Grund gegeben, weiterzuleben. Deshalb haben wir auch gar nicht erst verhütet. Zwar ist die schnelle Folgeschwangerschaft eine große körperliche Belastung, doch mein Arzt sagte, in einem Fall wie unserem sei die seelische Belastung des Kinderwunsches und der Trauer ebenso zu berücksichtigen und es gelte abzuwägen. Für uns war es richtig, weiterzumachen, eine Zwangspause hätte ich nicht ertragen. Ich habe viele Frauen kennengelernt, die unser Schicksal teilen und die meisten wurden schnell wieder schwanger, weil es ihnen ähnlich ging. Eine gebar ihre Tochter letzte Woche, exakt 13 Monate nach dem Tod ihrer ersten Tochter. Ich habe auch eine Frau kennengelernt, die vier Wochen nach dem Kaiserschnitt wieder schwanger war und zehn Monate nach dem Tod ihres ersten Kindes das zweite ebenfalls per Sectio gebar - diesmal lebend. Die Geschichten dieser Frauen geben mir den Mut und die Hoffnung, die ich jetzt brauche.


    Die Folgeschwangerschaft ist wirklich eine Belastungsprobe. Vorbehaltloses Genießen funktioniert nicht mehr, nie mehr. Bei uns ergab die Obduktion, auf deren Ergebnisse wir übrigens etwa acht Wochen warten mussten, was dem Durchschnitt entspricht (also wundere dich nicht, es wird dauern), dass meine Plazenta nicht richtig ausgebildet war. Endzottenretardierung. Durch das hohe Schwangerschaftsalter verkalkte sie noch zusätzlich und hielt dann die Geburtswehen nicht mehr aus. Wenn unsere Tochter früher gekommen wäre, könnte sie jetzt vielleicht leben.


    Das Wiederholungsrisiko für diese Reifestörung ist groß, ich nehme deshalb die Medikamente und werde frühzeitig eingeleitet. Ich empfehle dir, dich ebenfalls untersuchen zu lassen, besonders im Hinblick auf Gerinnungsstörungen bei einem guten Hämatologen. Selbst, wenn keine Gerinnungsproblematik vorliegt, ist die gängige Empfehlung, nach einer späten Totgeburt prophylaktisch Heparin zu spritzen.


    Ich würde noch mehr schreiben, doch es fällt mir nach über einem Jahr noch immer unendlich schwer. Das erste halbe Jahr verbrachten wir in einem Nebel, ich kann mich kaum erinnern. Glücklich bin ich seitdem nicht mehr gewesen, doch ich gebe nicht auf. Ich habe immer noch Hoffnung, ich habe auch gute Momente. Sie werden immer mehr. Aber die Angst lässt sich nicht wegignorieren, die Trauer ist immer noch genauso groß. Obwohl ich finde, dass wir auf einem guten Weg sind, indem wir uns ihr stellen, ganz aussetzen, den Schmerz voll zulassen und uns viel Zeit dafür zu nehmen, einfach traurig zu sein.


    Es tut mir unbeschreiblich leid für euch und euren Darius. Ich habe gar keine Worte, weil ich weiß, dass es keine gibt. Ich wünsche euch, dass ihr die Beerdigung und die kommenden Monate irgendwie übersteht, dass ihr euch gegenseitig Halt gebt und die Menschen euch mit Verständnis und Wärme begegnen. Nehmt euch alle Zeit der Welt. Erstmal musst du jetzt zu Kräften kommen und das Wochenbett gut überstehen, dann steht die Rückbildung an. Dafür kannst du dir Einzelstunden bei einem Physiotherapeuten verschreiben lassen (ich hätte keinen Kurs mit glücklichen Frischlingsmüttern überstanden). Alles Gute von Herzen.

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    Vielen lieben Dank für eure Antworten!


    Sie geben mir Mut und es tut irgendwie gut, dass ich nicht alleine mit meinem Schicksal bin ...

    @ zopfmuster

    Vielen Dank für deine offenen Worte und deine Geschichte. Ich kann nachvollziehen, dass es schwer für dich ist. Man wartet monatelang auf seinen kleinen Schatz und dann ... naja wir wissen wie weh das tun kann.


    Ich werde die Tage jetzt einen Termin beim FA ausmachen, ich habe keine Blutungen mehr und möchte die Fäden etc. nachgucken lassen und mit ihm sprechen, evtl. verschreibt er ja die von dir angesprochene Physiotherapie für die Rückbildung.


    Das klingt doof, aber bevor ich nochmal schwanger werde möchte ich erst ein kleines Auto kaufen. Ich wohne in so einer Ecke, ich muss 1,5 km zur Bushaltestelle laufen. Und wenn ich auch als Risikoschwangere eingestuft werde, will ich nicht jeden Tag die Strecke latschen für Untersuchungen und falls was ist, möchte ich schnell hier weg kommen können zum Arzt.


    Habe an Weihnachten als Hochschwangere 40 Min zur Haltestelle gebraucht ... :-|


    Du schreibst, mit medikamentöser Unterstützung, was kann ich mir darunter vorstellen?


    Ich wollte bei mir erstmal abwarten, bis sich wieder ein Zyklus einpendelt und ich in etwas bestimmen kann, wann meine fruchtbaren Tage sind (so hatte es beim ersten Mal geklappt, einfach ein bisschen mehr geherzelt zu der Zeit ...). Und ich möchte direkt Folsäure nehmen.


    Ich esse viel Gemüse, vor allem Kohl etc. aber ich hatte in der letzten SSW erst ab der 12. Woche oder so zusätzlich Vitamine + Folsäure eingenommen ...


    Was mir auch gestern aufgefallen ist - ich hatte das gar nicht mehr auf dem Schirm - Freitag ist der 13.01.17 - der errechnete ET von unserem kleinen Stern ... und da wird er beerdigt ... es wird keine Trauerfeier geben. Wir holen seine Urne in der Kapelle ab, laufen gemeinsam zum Grab und dann wird er beigesetzt ... zu Ur-Oma & Ur-Opa.


    Aber wie du schon beschrieben hast, ich weiß nicht, ob ich die nächste SSW richtig genießen kann, die Angst sitzt immer im Nacken ... fühl dich :)_ gedrückt und danke nochmal für deine offenen Worte, ich weiß sowas ist nicht leicht.

    Hallo Mazikeen, ich hoffe, ihr seid irgendwie durch den Tag gekommen.


    Dass Darius' Beerdigung an seinem errechneten Geburtstermin stattfindet, ist ein seltsamer Zufall, der fast schicksalhaft wirkt. Wie geht es euch denn damit? Die Beerdigung unserer Tochter fand erst einen Monat nach ihrem Tod statt, die Obduktion dauerte eine Weile und auch die Einäscherung. Wir hatten ebenfalls keine Trauerfeier, alles fand schweigend statt. Jeder verweilte am Grab und es herrschte eine heilsame Stille. Es war der erste Schnee des Winters, alles war frisch und reinweiß, was irgendwie schön war. Danach ließ jeder eine Himmelslaterne für sie aufsteigen und wir gingen in ein Café, um uns aufzuwärmen.

    Zitat

    Ich werde die Tage jetzt einen Termin beim FA ausmachen, ich habe keine Blutungen mehr und möchte die Fäden etc. nachgucken lassen und mit ihm sprechen, evtl. verschreibt er ja die von dir angesprochene Physiotherapie für die Rückbildung.

    Das macht er bestimmt, es steht dir auch zu. Ich hatte vier oder fünf Wochen Blutungen und dann noch einige Wochen gelben Wochenfluss. Mit der Rückbildung solltest du erst anfangen, wenn alles gut verheilt ist und die Gebärmutter sich wieder ganz zurückgebildet hat. Das dauert i.d.R. 4-6 Wochen. Ich hatte erst ein Rezept für sechs Physiostunden, holte mir aber noch zwei weitere, weil mir die Physiotherapie sehr guttat. Manchmal weinte ich nur und wurde sanft massiert. Insgesamt war ich fast zehn Wochen bei meiner Physiotherapeutin, jeweils 2-3x die Woche.


    Ich verstehe, dass du zuerst ein Auto haben willst. Ich habe auch keins und wohne fast im Wald, da habe ich ebenfalls ein gutes Stück zu laufen und das nervt wirklich, wenn man so oft zu Untersuchungen muss wie ich. Ich "freue" mich schon auf die Zeit im Krankenhaus, wenn alles vor Ort geschieht.

    Zitat

    Du schreibst, mit medikamentöser Unterstützung, was kann ich mir darunter vorstellen?

    Ich habe die Eizellreifung mit Clomifen stimuliert, weil ich ohne Unterstützung Zyklen von 45-60 Tagen habe. Es dauerte auch 14 Wochen bis zu meiner ersten Periode nach der Geburt. Das Warten auf den Eisprung hat mich sehr belastet. Ich verhüte seit vielen Jahren mit NFP und kann dir das nur empfehlen, wenn du ein Gefühl für deinen Zyklus bekommen möchtest. So wusste ich immer genau, wo im Zyklus ich mich gerade befand. Diese Kontrolle hat mir geholfen, den Verstand zu behalten. Die Medikamentengabe hat zweimal wunderbar funktioniert, ich wurde in beiden stimulierten Zyklen sofort schwanger. Wenn deine Zyklen normal lang sind, besteht bei dir wahrscheinlich kein Bedarf für derlei Interventionen. Doch ich kann nur empfehlen, all deine Ängste beim Art anzusprechen und auch deine Wünsche dort klar zu formulieren. Sie werden vom Fachpersonal meist sehr gut angenommen, es hilft auch ihnen, etwas für Trauernde tun zu können. Oft halten sich Ärzte und auch viele andere Menschen im nahen Umfeld eher zurück, wenn sie sich im Umgang mit trauernden Eltern befinden, aus Angst, etwas Falsches zu sagen. Da sind sie dankbar um Anleitung. Deshalb: Sprich, sag, was du dir wünschst, was du brauchst, es wird dir wahrscheinlich mit viel Entgegenkommen begegnet.


    Lass dich vom Frauenarzt auch zu einem Facharzt für Gerinnungsstörungen überweisen, denn darauf solltest du vor einer erneuten Schwangerschaft untersucht werden. Ich habe ab der Kinderwunschzeit begonnen, ASS100 einzunehmen und ab dem positiven Test Clexane gespritzt. Die Blutverrdünner verbessern die Versorgung des Kindes und beugen Plazentainsuffizienzen, Nabelschnurthrombosen und anderen möglichen Ursachen einer Totgeburt vor. Auch Deinen Vitamin D-Spiegel solltest du überprüfen lassen, es gibt Studien, die auf einen Zusammenhang zwischen einem D-Mängel und späten Totgeburten hinweisen. Dafür spricht auch die deutliche Häufung solcher Vorkommnisse in den Wintermonaten.


    Ich muss jetzt aufhören, aber falls dir noch irgendwelche Fragen einfallen, bin ich später wieder da. Ich denke an euch, ich weiß, wie schlimm es gerade ist und wie man zwischen Sehnsucht, Fassungslosigkeit und Hoffnung hin- und hergerissen ist.

    Hallo Mazikeen,


    es tut mit mir sehr leid, dass du das auch durchmachen musstest. Ich habe meine Tochter in der 32./33. SWS still zur Welt bringen müssen und habe auch sehr früh den Wunsch nach einem Folgekind gespürt und mit meiner Gynäkologin gesprochen. Ich hatte große Angst durch eine zu schnell folgende Schwangerschaft eine weitere Fehlgeburt zu provozieren. Sie riet mir zu 3 Zyklen Pause, damit die Gebärmutter entsprechend regenerieren kann. Daran hab ich mich gehalten. Allerdings hatte ich auch immer einen sehr regelmäßige Zyklus, der auch 6 Wochen nach der Geburt wieder los ging. Ich musste also nicht lange warten.


    Ich hab die Zwischenzeit genutzt möglichts wieder "heil" zu werden. Die Zeit hat natürlich nicht gereicht und so ganz richtig heile bin ich jetzt auch noch nicht. Trotzdem war es sehr wichtig für mich, für mich Gutes zu tun und das Gefühl, dass für mein Folgekind zu tun, hatte mir soetwas wie eine Perspektive.


    Ich war viel in der Natur (im Wald und am Meer), war viel walken und hab viel geschlafen. Mir haben Bücher von Betroffenen geholfen, weil ich mich damals so sehr isoliert gefühlt hab. Zudem habe ich noch eine Therapie gemacht und später eine Gruppe von trauernden Müttern besucht. Ich hab die Handabdrücke auf ein Kissen nähen lassen- so hab ich wenigstens etwas "berührbares" zu Haus.


    Hebammen machen auch Trauerbegleitung. Ich hatte eine gefunden und die hat dann auch mir die Rückbildung zu Hause gemacht und meine Folgeschwangerschaft betreut.


    Ich bin direkt im ersten Übungsyklus wieder schwanger geworden und- auch wenn mein Körper wahrscheinlich Gegenteiliges behaupten würde- für mich war es gut so. Mein Sohn kam kurz vorm Geburtstag seiner älteren Schwester auf die Welt. Körperlich war es wirklich eine Hausnummer- psychisch hat es mir gut getan. Hätte ich deutlich länger gewartet, hätte ich nicht mehr die Kraft gehabt aufzustehen und mich nicht mehr getraut. Ich glaube aber, dass das von Frau zu Frau sehr unterschiedlich ist und dass man da sehr gut in sich reinhören muss.


    Ansonsten würd ich mich zopfmuster unbedingt anschließen, was die Untersuchungen angeht- besonders die Gerinnungsdiagnostik. Ich hab meine in einer Uniklinik machen lassen. Ich habe in der Folgeschwangerschaft ebenfalls Heparin gespritzt.


    Die Welt ist für mich nicht mehr so düster wie vor 5 Jahren, aber ich habe wirklich sehr viel Unbeschwertheit eingebüßt. Und ich denk auch nicht, dass die zurückkommt. Trotzdem hat mich mein Folgekind mit vielem versöhnt- ohne wäre das für mich sehr viel schwieriger geworden.


    Ich drück dir ganz, ganz fest die Daumen, dass es sich für euch so gut es geht entwickelt @:)


    Liebe Grüße,


    Milaila

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    PS Eine Folgeschwangerschaft genießen (zu müssen?) ist wirklich ein sehr schwer zu erreichender Vorsatz, der -glaube ich- nicht wirklich sein muss. Ich hab versucht die kleinen positiven Momente (z.B. strampeln im Ultraschall, wachsender Bauch) bewusst gegen die großen Ängste zu setzen und die kleinen Momente stetig wachsen zu lassen. Mein Vorsatz für die folgenden Schwangerschaften war also da irgendwie - möglichst gut - durchzukommen.

    @ zopfmuster

    Zitat

    Dass Darius' Beerdigung an seinem errechneten Geburtstermin stattfindet, ist ein seltsamer Zufall, der fast schicksalhaft wirkt. Wie geht es euch denn damit?

    Keine Ahnung. Irgendwie hat es schon was Schicksalhaftes - aber dass es "Freitag der 13." ist oder Darius' ET ... das stört irgendwie nicht so sehr ... Ich habe eher die Befürchtung, dass ich "abgehärtet" bin. Ich hoffe, es ist nur eine Phase aber ich weine kaum noch und bin eher positiv gestimmt - obwohl ich meinen kleinen Stern sehr vermisse und mit Sicherheit einige Tränen auf seiner Beisetzung vergießen werde. Aber in meinem Kopf läuft irgendwie "Es ist passiert und du kannst es nicht ändern" ab ...


    Ich möchte keine herzlose Mutter sein, die den Tod ihres Kindes nicht betrauern kann! Ich habe die erste Woche zu Hause und im Krankenhaus so viel geweint und konnte abends nicht schlafen ... Mittlerweile kann ich mir Bilder ansehen, ohne direkt in Tränen auszubrechen. Nur drüber reden, da zittert die Stimme noch ...


    Ich habe mir jetzt einige Sachen notiert, denn am Dienstag habe ich einen Termin beim FA. Unter anderem die Physiotherapie, die Überweisung zum Facharzt wegen der evtl. Gerinnungsstörung und Vitamin D Kontrolle.


    Ich bin gespannt, wann das Ergebnis der Obduktion (wieso dauert das eigtl so lange, was wird da alles gemacht) feststeht und ob etwas gefunden wurde ...

    Zitat

    Manchmal weinte ich nur und wurde sanft massiert.

    Das finde ich toll, dass der Therapeut dafür Verständnis hatte ... sowas wünsche ich mir auch für meine Behandlung!

    Zitat

    Ich habe die Eizellreifung mit Clomifen stimuliert, weil ich ohne Unterstützung Zyklen von 45-60 Tagen habe. Es dauerte auch 14 Wochen bis zu meiner ersten Periode nach der Geburt. Das Warten auf den Eisprung hat mich sehr belastet. Ich verhüte seit vielen Jahren mit NFP und kann dir das nur empfehlen, wenn du ein Gefühl für deinen Zyklus bekommen möchtest.

    Ich denke, da muss ich erstmal abwarten, wie sich mein Zyklus einpendelt, bevor ich medikamentös nachhelfe, oder?


    NFP - also Temperatur messen? Das habe ich noch nie gemacht, aber ich denke, schaden kann es nicht. Damit muss ich mich nur etwas genauer auseinandersetzen, sprich mal einen Monat lang jeden Morgen messen und eintragen, damit ich da ein Gespür für bekomme.

    Zitat

    Ich habe ab der Kinderwunschzeit begonnen, ASS100 einzunehmen und ab dem positiven Test Clexane gespritzt

    Das kann ich aber nicht einfach so nehmen oder? Denke mal mein Arzt wird da das entsprechende verschreiben ..

    @ Milaila

    Ich denke, ich warte alle Untersuchungen ab und bis meine Fäden sich gelöst haben ... vom Kopf her bin ich bereit, es wieder zu versuchen ... nur der Körper muss mitspielen und mein Partner muss es auch wollen - dann wird es auch hoffentlich (schnell) wieder klappen. In der letzten SSW hatte ich keine Hebamme, alles unterversorgt hier, ich hoffe, beim nächsten Mal finde ich eine ...

    Zitat

    Ich habe eher die Befürchtung, dass ich "abgehärtet" bin. Ich hoffe, es ist nur eine Phase aber ich weine kaum noch und bin eher positiv gestimmt - obwohl ich meinen kleinen Stern sehr vermisse und mit Sicherheit einige Tränen auf seiner Beisetzung vergießen werde. Aber in meinem Kopf läuft irgendwie "Es ist passiert und du kannst es nicht ändern" ab ...

    So ist es ja auch.
    Trauer verläuft tatsächlich in Phasen, und jeder geht ein bisschen anders damit um. Manchmal setzt die Trauer bei jemandem für eine Weile aus (weil er eine Erholungspause braucht?), dann kommt sie wieder. Mit der Zeit verändert sie sich. Das ist oft schwer auszuhalten, weil die Heilung einen - zeitlich auf jeden Fall - von demjenigen fortträgt, den man verloren hat. Ist es noch ganz frisch, dann tut es furchtbar weh, aber in diesem Schmerz ist alles intensiv und sehr nah, und der Gedanke an den anderen füllt einen ganz aus. Und dann schafft sich das Leben wieder Raum und Zeit in den Gedanken und Gefühlen, und die Trauer beherrscht nicht mehr alles, wird vielleicht irgendwann von einem Begleiter zu einem Besucher. Das ist für viele Menschen sehr, sehr schwer, und ich habe es oft erlebt, dass Menschen dabei ein sehr schlechtes Gewissen haben, auch bei mir selbst. Inzwischen habe ich mir das schlechte Gewissen ziemlich weitgehend abgewöhnt und nehme es, wie es eben kommt, aber bei mir waren es mein Vater, geliebte Hunde, Großeltern ... ich glaube nicht, dass es einen größeren Abgrund im Leben gibt als den Tod des eigenen Kindes, ich mag es kaum schreiben, weil mir beim bloßen Gedanken schon so schlecht wird.


    Aber. Du fühlst, wie Du fühlst. Du trauerst, wie Du trauerst. Das ist viel mehr eine Persönlichkeitsfrage als eine Frage der Liebe, glaube ich. Und auch eine Frage dessen, wie man mit einem traumatischen Erlebnis umgeht. Du musst niemandem beweisen, dass Du euer Kind geliebt hast, und Du musst Dich auch nicht schlecht fühlen. Ich trauere betäubend intensiv und kehre relativ schnell wieder zum Alltag zurück, aber ich vergesse nie, bei mir steht nur meist die liebevolle Erinnerung im Vordergrund und nicht der Schmerz. Andere werden vom Schmerz regelrecht gejagt, und sie wollen ihn oft auch nicht loslassen, weil er denjenigen, den sie verloren haben, für den Augenblick wieder ganz nah zu ihnen zurückbringt. Da findet jeder seinen Weg und seinen Umgang, und nichts davon ist universell richtig oder falsch. Auch "verwaiste Eltern" dürfen sich wieder pudelwohl in ihrem Leben fühlen. Für mich klingst Du nicht abgehärtet, wenn Dir das irgendeine Hilfe ist, sondern ruhig und gefasst und wie jemand, der mit einem gesunden Pragmatismus


    gesegnet ist, der vieles handhabbarer macht.


    Ich drück die Daumen, dass es bei Dir mit einer erneuten Schwangerschaft rasch klappt und sie gut verläuft und Du ein gesundes Kind zur Welt bringst. Milailas Ansatz finde ich sehr klug - möglichst gut durchkommen, ohne den Vorsatz, es zwingend zu "genießen". Wenn Du es von ängstlichen Momenten abgesehen genießen kannst - wunderbar. Falls nicht, auch kein Beinbruch, es ist, wie es ist. Da würde ich mich echt nicht unter Druck setzen, sondern abwarten und es nehmen, wie es kommt.

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    Ich glaube, dass sich nicht alle Gynäkologen gut mit soetwas wie Gerinnungswerten auskennen und würde deshalb zum einen selbst im Auge behalten, was genau untersucht wird und da auch eher in eine Gerinnerungsambulanz oder zum Hämatologen gehen. Clexane ist verschreibungspflichtig, ASS nicht. Ich würde es aber trotzdem in der Schwangerschaft nicht ohne Rücksprache nehmen. Und ohne den Besuch in der Gerinnungsambulanz hätte ich es auch nicht einfach verschrieben gekriegt.


    Und meine Hebamme habe ich tatsächlich erst nach der Geburt, zur Trauerbegleitung und zur Rückbildung gehabt. Du hast da jetzt einen Anspruch drauf und hättest dir die nicht vorher suchen müssen. Mir hat das sehr gut getan.


    Vielleicht findest du ja noch jemanden?


    Liebe Grüße,


    Milaila

    Liebe Mazikeen,


    es tut mir unendlich leid, was dir passiert ist und ich kann nicht mal den Hauch nachempfinden wie es dir geht.


    Trotzdem kann ich dir von meiner Schwester erzählen die leider Ähnliches erlebt hat.


    Sie wurde mittels IVF schwanger. Alles verlief nach Wunsch, es war eine problemlose Schwangerschaft. Sie fühlte sich gut, hat auch bis zum Schluss gearbeitet. In der 39. Woche setzten gegen Mittag die Wehen ein. Sie hat das Baby an diesem Tag auch gespürt. Die beiden sind dann ab ins Krankenhaus.


    Dort wurde kein Herzschlag gefunden - der Oberarzt geholt - es sollte leider nicht sein, sie hat das Kind still auf die Welt gebracht. Ein völlig reifes schönes Mädchen. Auf eine Obduktion haben die Eltern verzichtet.


    Sie wurde eine gute Woche später beigesetzt. Es wäre die Hölle - nicht nur für meine Schwester, auch meine Mutter wäre fast daran zerbrochen.


    Meine Schwester hatte ebenfalls eine Hebamme die Trauerbegleitung macht, sie hat ihr über die erste Zeit geholfen. Danach hat sie sich rasch eine Therapeutin gesucht. Zuerst wöchentliche Sitzungen, und dann wurden die Termin immer weiter ausgedehnt. Auch ihr Mann hat einen Therapeuten aufgesucht. Paarsitzungen wollten sie beide nicht.


    Nach dem Mutterschutz hat sie gleich angefangen zu arbeiten - zu Hause wäre ihr wohl die Decke auf den Kopf gefallen.


    Ich ließ meine Familie, Familie sein und bin auch eine Woche zu ihr gefahren - einfach reden, aber auch über völlige unverfängliche Dinge - versuchen Normalität einkehren zu lassen.


    Der unbändige Wunsch nach einem Kind war nach wie vor da. Das Problem war, dass auf natürliche Weise kaum ein Kind entstehen würde und das Alter meiner Schwester. Sie war zu diesem Zeitpunkt 41 - hatte also nicht mehr eeewig Zeit.


    Drei Monate nach der Geburt der erste Versuch - Eizellen entnommen usw... - es funktionierte leider nicht. Das zweite Mal auch nicht - aber dann endlich, war sie schwanger! Gut ein Jahr später.


    Und es hat alles funktioniert, aber es war schwierig, sehr schwierig! Je weiter die Schwangerschaft fortschritt, desto ängstlicher wurde sie - dazu kamen Bluthochdruck und Schwangerschaftsfdiabetes.


    Von Anfang an war ein Kaiserschnitt in der 38 Woche geplant, aufgrund der schlechten psychischen Verfassung meiner Schwester wurde dieser doch eine Woche vorverlegt.


    Valerie ist nun 1,5 Jahre alt - ein sehr schlaues, lebhaftes Mädchen. Sowie die Kleine auf der Welt war, lief alles wunderbar. Keine Angst mehr - einfach nur Dankbarkeit.


    Ich kann euch nichts raten - ich bewundere meine Schwester wie sie all das hat ertragen können. Sie hat mir einmal gesagt "Ich lebe einfach zu gerne"! - Diesen Satz fand ich unglaublich schön.


    Ich wünsche euch allen die ihr hier schreibt, unglaublich viel Kraft und den Glauben daran, dass alles gut wird.

    Liebe Mazikeen

    erstmal mein allerherzlichstes Beileid :°_ :)-


    ich hatte es schon bei den Januar-Mamis gelesen und bin tief erschüttert...


    Deinen Wunsch nach Folgeschwangerschaft kann ich überaus gut verstehen.


    Ich hatte zwar keine stille Geburt, aber im vorletzten bzw. letzten Jahr 2 Fehlgeburten in Folge (10.+ 11.ssw).


    Nach der 2.FG musste ich mir erstmal ca. ne Woche drüber klar werden, ob ich es überhaupt nochmal versuchen wollte.


    Aber auch ich war eher der Typ, der schnell wieder nach vorn blickte und zu mir sagte, dass ich mich jetzt von meinen Ängsten nicht übermannen lassen würde.


    Ich habe dann auch erstmal alle Diagnostiken (Gerinnung ect.) machen lassen, das dauerte eh ein paar Wochen.... vorher wollte ich in keine neue Schwangerschaft starten. Ich gab mir dafür 2 Monate .


    Meine Hebamme empfahl mir direkt nach der Ausschabung Bryophyllum zu nehmen, das würde die Gebärmutter stärken. Zusätzlich hatte ich gleich wieder angefangen Zyklusttees zu trinken, um auch die Hormone wieder auf Trab zu bringen.


    Obwohl ich schon einen Sohn habe, wurde mein Kiwu wieder so unermesslich gross, wie beim 1. mal.


    Die 2 Monate Zwangspause waren so ätzend.


    Dann starteten wir wieder und es hat nochmal 5 ÜZ gedauert, bis es wieder klappte.


    Ich habe sofort in Absprache mit meinem Gyn und der Hebamme bei pos. Test mit ASS100 begonnen, da ich zwar keinen genet. Gerinnungsdefekt habe, aber trotzdem schlechte allgem. Gerinnungswerte wegen fehlender Milz habe.


    Natürlich denke ich auch heute noch manchmal an diese Zeit, aber mein Herz krampft sich dabei nicht mehr.


    Ich hatte in dieser Zeit in einem anderen Forum spez. über FG gelesen und geschrieben, dass hatte mir sehr geholfen.


    Ich schicke dir und deiner Familie die allerbesten Wünsche und umarme dich ganz fest :)* :)* :)* :)*

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