• Kann man in einen Kinderwunsch bzw. eine Vaterrolle "hineinwachsen"?

    Meine Frau und ich haben vor ca. einem Jahr geheiratet. Wir sind beide 32 Jahre alt und seit 8 Jahren ein Paar. Für uns war von Anfang an klar, dass wir keine Kinder möchten. Zu Beginn war ich eher der Meinung "eher nein, aber mal schauen, wie ich darüber in einigen Jahren denke" und sie auf "nein, das will ich niemals!". Diese völlig ablehnende…
  • 144 Antworten
    Kalinkana schrieb:

    Allein, was einem Kind alles beigebracht werden muß...das ist weitaus mehr als Stöckchen holen. Die Probleme, die man allein mit einem Kind bekommen kann...es könnte schwer krank werden, "auf die schiefe Bahn geraten und drogensüchtig werden"...das sind nur 2 Beispiele...mit dem Kind den Tag gestalten, Geburtstagsfeiern organisieren, es ins soziale Leben einbinden (oki da hilft die Kita), ein Kind fragt und fragt...man muß einem Kind pausenlos etwas erklären usw. usw....nicht zu fassen, sowas mit des Aufzucht eines Hundes zu vergleichen.

    Ich antworte gern auf Kinderfragen. Und allein, dass ein Kind fragen kann, sehe ich als großes Privileg. Wie auch Geburtstagsfeiern zu organisieren. Und je älter das Kind wird, um so mehr wird es sich daran beteiligen. Wie bei der Einbindung ins soziale Leben auch.


    Übernimm du und andere gern die Rolle des Warners, Mahners und Skeptikers, vielleicht auch aus einer Überforderung mit Kindern heraus oder generalisierter Angst vor "hätte, wäre, könnte". Ich behalte meine positive Einstellung. Und den Blick auf die Chancen. Und die Einschätzung als naiv sei dir und RainandSun unbenommen. Ich nenne es einfach unbelastet. Aber nicht unerfahren mit Kindern.

    DarkerShark schrieb:
    Kalinkana schrieb:

    Allein, was einem Kind alles beigebracht werden muß...das ist weitaus mehr als Stöckchen holen. Die Probleme, die man allein mit einem Kind bekommen kann...es könnte schwer krank werden, "auf die schiefe Bahn geraten und drogensüchtig werden"...das sind nur 2 Beispiele...mit dem Kind den Tag gestalten, Geburtstagsfeiern organisieren, es ins soziale Leben einbinden (oki da hilft die Kita), ein Kind fragt und fragt...man muß einem Kind pausenlos etwas erklären usw. usw....nicht zu fassen, sowas mit des Aufzucht eines Hundes zu vergleichen.

    Ich antworte gern auf Kinderfragen. Und allein, dass ein Kind fragen kann, sehe ich als großes Privileg. Wie auch Geburtstagsfeiern zu organisieren. Und je älter das Kind wird, um so mehr wird es sich daran beteiligen. Wie bei der Einbindung ins soziale Leben auch.


    Übernimm du und andere gern die Rolle des Warners, Mahners und Skeptikers, vielleicht auch aus einer Überforderung mit Kindern heraus oder generalisierter Angst vor "hätte, wäre, könnte". Ich behalte meine positive Einstellung. Und den Blick auf die Chancen. Und die Einschätzung als naiv sei dir und RainandSun unbenommen. Ich nenne es einfach unbelastet. Aber nicht unerfahren mit Kindern.

    Hm, ich finde es ehrlich gesagt auch eher als Realismus, nicht als Überforderung.


    Es ist schon so, das eben nicht alles "Zuckerschlecken" ist mit Kind (aber was ist das schon)


    Ein Verwandter von mir nannte es mal eine "belastende Bereicherung". Das trifft es ganz gut.


    Ich sehe es gerne einfach als mein persönliches Abenteuer, meine Möglichkeit selbst noch mal zu wachsen und auch über mich hinaus.


    Aber "einfach" ist es nicht und ich finde schon, dass das ohne eigene Kinder oft naiv gesehen wird (etwa "nur furchtbar" oder "nur inferessant/toll"

    Jeder der keine eigenen Kinder hat ist unerfahren. Mag sein, dass wenn man beruflich mit Kindern arbeitet, besser vorbereitet auf eigene Kinder ist, als jemand der Kinder nur in recht kurzen Situationen bei Freunden und Bekannten miterlebt. Eigene Kinder zu haben ist einfach was anderes.

    Ein Kind verändert das Leben. Wie sehr und wie man diese Veränderung empfindet, hängt sehr vom Individuum ab. Beim TE habe ich allerdings den Eindruck, dass er ziemlich realistisch an die Sache rangeht, vielleicht an der einen oder anderen Stelle zu pessimistisch ist, da er einen recht pragmatischen aber verantwortungsvollen Eindruck macht und ja offensichtlich gerne mit Kindern und Jugendlichen in seiner Freizeit arbeitet.


    In Bezug auf den Kinderwunsch der Frau sollte aber wirklich erstmal das Problem mit den unterschiedlichen Vorstellungen von Ich- und Paarzeit angegangen werden, denn das Problem wird sich mit Kind eher verschärfen als von selbst lösen.

    Platypus schrieb:

    Jeder der keine eigenen Kinder hat ist unerfahren. Mag sein, dass wenn man beruflich mit Kindern arbeitet, besser vorbereitet auf eigene Kinder ist, als jemand der Kinder nur in recht kurzen Situationen bei Freunden und Bekannten miterlebt. Eigene Kinder zu haben ist einfach was anderes.

    Ein Kind verändert das Leben. Wie sehr und wie man diese Veränderung empfindet, hängt sehr vom Individuum ab. Beim TE habe ich allerdings den Eindruck, dass er ziemlich realistisch an die Sache rangeht, vielleicht an der einen oder anderen Stelle zu pessimistisch ist, da er einen recht pragmatischen aber verantwortungsvollen Eindruck macht und ja offensichtlich gerne mit Kindern und Jugendlichen in seiner Freizeit arbeitet.


    In Bezug auf den Kinderwunsch der Frau sollte aber wirklich erstmal das Problem mit den unterschiedlichen Vorstellungen von Ich- und Paarzeit angegangen werden, denn das Problem wird sich mit Kind eher verschärfen als von selbst lösen.

    Hundertprozentige Zustimmung.


    Ich glaube sogar, dass der TE vielleicht die ein oder andere unvorhergesehene Situation mit Kind besser handeln wird als jemand der eher eine rosarote Brille aufhat.


    Ich war früher eher die mit der rosaroten Brille - und das obwohl ich aus einer Großfamilie stamme und so viel Erfahrung mit Kindern hatte wie man eben ohne eigene haben kann

    Platypus schrieb:

    Jeder der keine eigenen Kinder hat ist unerfahren.

    Nein. Mit Partner/Partnerin zusammenziehen, die oder der 1, 2, 3 eigene Kinder mitbringt: schon sind es 1, 2, 3 Kinder im Haushalt, ohne dass auch nur eines davon ein eigenes Kind ist. Geht so eine Beziehung dann auseinander, sind auch die Kinder gängig wieder weg. Aber die Erfahrung ist noch da. Eine 24/7 Erfahrung über Monate bis Jahre, keine "Freunde+Bekannte" oder "Beruflich mit Kindern"-Erfahrung.


    Zitat

    In Bezug auf den Kinderwunsch der Frau sollte aber wirklich erstmal das Problem mit den unterschiedlichen Vorstellungen von Ich- und Paarzeit angegangen werden, denn das Problem wird sich mit Kind eher verschärfen als von selbst lösen.

    Alle Probleme mit Ich-und Paarzeiten: hatten bei Martin_20 und seiner Frau schon 8 Jahre offenbar irgendwie gut geklappt und immer wieder Lösungen gefunden, sonst wären es keine 8 Jahre geworden. Und sie wurden sogar so gestaltet, dass sogar zweimal mehr Verbindlichkeit freiwillig eingegangen wurden: 1) die Hochzeit und 2) der Hund zusammen.


    8 Jahre "Probezeit" würden mir ja dicke reichen, um auf der Paar-Ebene zu sagen: "Wir haben unseren Weg der Aufteilung in Ich- und Paarzeit gefunden." :=o

    Zitat

    es gibt tatsächlich einen Freund von mir, der erzieht seine Kids hervorragend, bzw so, wie es mir total imponiert. Ich finde es aber schwierig das zu übertragen ... anderes Kind, andere Eltern. Aber ein paar gute Dinge kann man sich ja hoffentlich abgucken. Wahrscheinlich habe ich auch versteckte Ängste, es falsch zu machen.

    Menschen lernen doch auch durch Imitation. Das betrifft nicht nur Kinder. Und wenn andere Eltern anderen Kindern etwas Anderes vorleben und vormachen, dann kommt am Ende was Anderes bei raus. Und wenn man es wieder anders macht, hat man eventuell wieder ein anderes Ergebnis. Wenn ich mir in den Finger schneide, dann blutet es. Das funktioniert in sozialen Interaktionen nicht immer so schlüssig.

    Und Menschen verhalten sich in Gegenwart anderer Personen auch unterschiedlich. Mal abgesehen von ein paar festen Charakterzügen, die entweder schon immer da waren oder sich im Laufe der Jahre verfestigt haben.

    Zitat

    Und wenn es noch was rationales braucht: ich fand es als Kind immer schön, recht junge Eltern zu haben (meine Eltern waren 24 und 23, als sie mich bekommen haben, was in der DDR schon echt alt war). Heute bin in 41, immer noch kinderlos und schaue schon etwas traurig zurück auf die Jahre, die sich in dieser Hinsicht verloren anfühlen. Und falls ich nochmal mit einer Frau ein Kind bekommen sollte, werde ich für dieses Kind ein vergleichsweise "alter" Vater sein, ganz egal ob Adoptiv- oder eigenes Kind. Irgendwie ist das für mich eine eher belastende Vorstellung. Mein Stiefvater war 35, als ich geboren wurde, und er kommt mir schon als richtig alter "Ersatzvater" vor.


    Im Nachhinein betrachtet: Irgendwas um 20 herum finde ich ein gutes Alter zum Kinderkriegen. Mit 40 könnte man eigentlich schon Oma und Opa sein.


    Ist das schon Midlife Crisis bei mir? Ich hoffe mal nicht, sonst müsste ich demnächst einen Porsche und ne Harley kaufen. Also von dem Geld, dass ich nicht für die Kinder ausgegeben habe.

    Nein, ich glaube, das ist keine Midlife Crisis. Ich sehe das genauso.

    Obwohl ich mit 20 ein Studium angefangen habe und da kein Kind gewollt hätte. Und auch wenn der unerfüllte Kinderwunsch an mir nagt, würde ich es heute auch nicht mehr unbedingt drauf anlegen.


    Und das man als Kinderloser unerfahren ist, stimmt schon. Das sind hundelose Menschen auch. Deswegen finde ich den Gedanken, dass man den wieder abgeben kann, wenn es nicht funktioniert total grausam. Ist ja wohl logisch, dass die Sorge für ein anderes Lebewesen in gewisser Weise belastend ist. Und dann denke ich an die Bauern hier auf dem Dorf, die beides haben. Das geht dann über einen einzelnen Hund und ein einzelnes Kind hinaus.

    gato schrieb:

    Ich hatte am Anfang auch kurz überlegt, ob ich einen Hundevergleich bringen soll (ich überlege nämlich seit einigen Monaten, ob wir uns einen Hund anschaffen sollen). Aber ich wusste, das einige das in den falschen Hals kriegen. ]:D:p>

    Same here ;-D

    Kalinkana schrieb:

    .nicht zu fassen, sowas mit des Aufzucht eines Hundes zu vergleichen.

    %-| - es geht bei dem "Vergleich" nicht um die Aufzucht, bzw. Erziehung.

    Es geht um die Verantwortung als Solches und zwar ausschließlich darum.

    Ein Hund ist genauso auf Dich angewiesen, komplett von Dir abhängig, wie ein Kind. Man trägt also die volle Verantwortung für ein hilfloses Wesen.

    Zitat

    Ein Hund ist genauso auf Dich angewiesen, komplett von Dir abhängig, wie ein Kind. Man trägt also die volle Verantwortung für ein hilfloses Wesen.

    Das durchaus seinen eigenen Kopf hat.

    Ich habe zwar noch keine Kinder, aber diese sind durchaus in der Planung. Mein Partner und ich haben beide keinerlei Erfahrung im Umgang mit Kindern oder gar Säuglingen - wir fangen beide komplett bei Null an. Trotzdem haben wir uns dafür entschieden, dass Kinder in unserer Zukunft eine Rolle spielen und wir welche möchten.


    Dass Kinder großziehen mit viel Anstrengung, persönlichen Einschränkungen und auch schwierigen Phasen verbunden ist, ist uns beiden klar. Aber gleichzeitig sind wir auch überzeugt, dass Kinder eine Bereicherung für uns persönlich darstellen. Eine Bereicherung die man nicht an irgendwelchen Fakten oder so festmachen kann, deshalb sollte man nicht ausschließlich so pragmatisch an das Thema ranzugehen sondern sich auf die emotionale Ebene begeben. Wenn man dann sagt "ich möchte keine eigenen Kinder" - okay, dann ist das so. Wenn die Frau des TE aber gerne welche möchte, dann kann das durchaus zu einem großen Problem werden, denn den Wunsch nach einem Kind kann man nicht einfach abstellen. Vielleicht würde sie den TE niemals wegen dem unerfüllten Kinderwusnch verlassen, aber vollkommen glücklich würde sie niemals mit ihm werden.