• Kann man in einen Kinderwunsch bzw. eine Vaterrolle "hineinwachsen"?

    Meine Frau und ich haben vor ca. einem Jahr geheiratet. Wir sind beide 32 Jahre alt und seit 8 Jahren ein Paar. Für uns war von Anfang an klar, dass wir keine Kinder möchten. Zu Beginn war ich eher der Meinung "eher nein, aber mal schauen, wie ich darüber in einigen Jahren denke" und sie auf "nein, das will ich niemals!". Diese völlig ablehnende…
  • 143 Antworten

    Sowie wir das Mutter Glück nicht gefunden haben, wirst du auch nicht das Vater Glück auf einmal entdecken. Mir zum Beispiel ist Sexualität sehr wichtig.. Mit Kind extrem eingeschränkt. Darüber redet kaum einer klar und offen. Weil die Menschen nur ungern zugeben, dass das Lebensmodell für das sie sich einst entschieden haben, eben nicht das wahre ist.

    Ich kann dir auch nur sagen , trotz erfülltem Leben , beruflich und privat , sage ich voll Überzeugung, dass beste was ich im Leben gemacht habe sind meine Kinder.


    Zuerst hatte ich auch keine großen Kinderwunsch , aber dann wuchs er . So wird es bei den Frau auch sein , dass geht nicht weg , wird meisens größer und das wird eure Beziehung belasten.


    Ja und man kann in die Aufgabe Vater zu sein hineinwachsen und die meisten Väter lieben ihre Kinder dann doch sehr. Aber auch das wächst langsam und ist nicht schwuppst gleich da.

    Zitat

    Man kann denke ich, nicht in die Rolle wirklich reinwachsen.

    Natürlich kann man in eine Rolle reinwachsen und sich weiterentwickeln. Der Mensch ist anpassungsfähig und Gefühle kann man nicht planen. Aber ob man es gut findet oder nicht, weiss man einfach nicht solange man es nicht erlebt. Bei Kindern gibt es aber kein Zurück.


    Zitat

    Kinder sind eine Lebensaufgabe

    Nö. Irgendwann enden auch die letzten gesetzlichen Pflichten. Ich begleite meine Kinder ein Stück ihres Lebens, das ist aber für mich keine Lebensaufgabe.

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    Ich sehe Kinder als Abenteuer und so sollte man sich auch darauf einlassen. Man weiss einfach was auf einen zukommt und wie man sich selbst oder die Partnerschaft ändert. Kann okay sein, besser als gedacht oder die Hölle auf Erden. Weiss man nicht.


    Mir fehlt der Dialog mit deiner Frau. Welche Erwartungen hat sie? Warum hat sich ihre Einstellung geändert? Wie wollt ihr auf einen Nenner kommen? Das muss man vorher klären bevor man während des Sex ruft: Lass das Kondom weg, es kann nichts passieren.

    Wir erwarten jetzt das zweite Kind und natürlich schränkt ein Kind einen die ersten Jahre ein, wie groß diese Einschränkung ausfällt, hat man aber selbst in der Hand und es hängt auch bisschen vom Lebensstil vor dem Kind ab. Ein Paar welches nur von Party zu Party springt, jedes WE einen anderen Städte/Shoppingtrip macht und/oder wenig Paar-Zeit pflegt, da jeder vorrangig seinen eigenen Hobbys und Interessen nachgeht, wird die Umstellung deutlich krasser empfinden, als ein Paar, welches schon vorher sehr familiär/häuslich gelebt hat.


    Wir konnten in den ersten Babymonaten noch eine große Hochzeit planen, da wir die Großeltern in unmittelbarer Nähe haben und ihre angebotenen Babysitterdienste gerne in Anspruch genommen haben. Wir haben beide jeder für sich weiterhin regelmäßig unsere Freunde getroffen und auch als Paar sind wir auch noch ausgegangen (Dank Großeltern). Auch unsere Urlaube haben wir nicht großartig umgestellt (wir stehen auf Fernreisen und Roadtrips). Natürlich ist es nicht mehr 1:1 so wie kinderlos, einiges erfordert bisschen mehr Planung und muss ggf. umgestaltet werden, damit es mit Kind machbar ist. Aber die letzten beiden Urlaube waren deshalb nicht weniger schön. Nur hier und da ein wenig anders. Wir sind auch mit Baby in der Trage Berggipfel bestiegen und haben wild gecampt.


    Und dass man mit Baby keinen Sex mehr haben kann, kann ich auch nicht bestätigen. Wenn es vorher gut harmonierte, kann es auch hinterher harmonieren. Es erfordert nur ein wenig mehr Spontanität ;-)


    Bei uns ging der Kinderwunsch eher von meinem Partner aus. Ich wollte zwar auch irgendwie Kinder haben, es war aber mehr ein „abstrakter“ Wunsch. Ich hab keine Uhr ticken gehört, ich hatte nur das Gefühl, dass ich es später mit 50 wahrscheinlich bereuen würde, keine Kinder bekommen zu haben.


    Ich möchte meinen Kleinen jedenfalls nicht mehr missen, auch wenn es phasenweise anstrengend ist.


    Ich denke also schon, dass man in die Elternrolle reinwachsen kann.

    Ich glaube man wird weder als Vater noch als Mutter geboren. Diese Rollen im Leben entwickeln sich mit der Aufgabe.

    Warum nicht einfach mutig sein und es probieren. Ich kenne keinen Vater, der nicht in seine Rolle reingewachsen ist, selbst der größte Partygänger hat es geschafft und nichts bereut.

    Es ist ja schließlich nicht das Ende aller Vergnügungen sondern nur eine kleine Unterbrechung.

    Andrejka schrieb:

    Ich glaube man wird weder als Vater noch als Mutter geboren. Diese Rollen im Leben entwickeln sich mit der Aufgabe.

    Warum nicht einfach mutig sein und es probieren. Ich kenne keinen Vater, der nicht in seine Rolle reingewachsen ist, selbst der größte Partygänger hat es geschafft und nichts bereut.

    Es ist ja schließlich nicht das Ende aller Vergnügungen sondern nur eine kleine Unterbrechung.

    Ich kenne leider furchtbare Väter (meinen zum Beispiel). Er bereut mich zwar nicht, aber er hat sich meine komplette Kindheit nicht um mich gekümmert (da bequem, faul und zudem Alkoholiker). Objektiv betrachtet wäre es besser gewesen, er hätte keine Kinder bekommen 8-( Meine Mutter hat alles alleine gewuppt und sich letztendlich auch deshalb scheiden lassen, da sie ohne ihn nur besser dran war.


    Solche Fälle gibt es leider auch.

    Das "Problem" ist: man kann was Kinder geht nie komplett planen wie alles werden wird.


    Meiner Beobachtung nach holt ein Kind das Beste aber auch das Schlechteste aus einem heraus... Klingt zwar krass, aber so empfinde ich es.


    "Abenteuer" trifft es genau.


    Und wie gesagt - planen kann man da sehr wenig. Zumal es da um einen oder mehrere kleine und immer größer werdende Menschen geht und die haben auch ihre Persönlichkeit.


    Kinder verändern schon alles und darauf muss man sich einlassen...


    Und: es gibt einfach die, die damit klarkommen, und die, die das nicht tun. Oft ganz unabhängig von Kinderwunsch und "Planung".


    So mancher wünscht sich ein Baby, ist aber mit dem resultierenden Teenager dann ziemlich überfordert - oder findet es mit Baby furchtbar, aber kommt besser mit dem älteren Kind klar.

    Andrejka schrieb:

    Ich glaube man wird weder als Vater noch als Mutter geboren. Diese Rollen im Leben entwickeln sich mit der Aufgabe.

    Warum nicht einfach mutig sein und es probieren. Ich kenne keinen Vater, der nicht in seine Rolle reingewachsen ist, selbst der größte Partygänger hat es geschafft und nichts bereut.

    Es ist ja schließlich nicht das Ende aller Vergnügungen sondern nur eine kleine Unterbrechung.

    Der Vater meiner Tochter wollte eigentlich nie Vater werden. Wenn er sie bei sich hat, ist er durchaus ein guter Vater. Aber hat er sie mal ein paar Tage, wird es ihm schnell zu anstrengend und er ist froh, sie wieder zu uns nach Hause bringen zu können. Er ist einfach ein Einsiedler, der das Leben eben nicht gerne mit anderen plant, sondern "frei" sein will. Das hat sich in den 10 Jahren leider nicht geändert, daher sind wir auch keine Familie geworden. Ich bin nur froh, dass wir mit meinem jetzigen Mann eine ganz tolle Familie sind x:)

    Meine Mutter wurde mit mir schwanger, als sie noch nicht einmal 16 war und noch zur Schule ging. Sie hat mich zwar von Anfang an brav genährt, also sich mit meinem Vorhandensein abgefunden. Aber als Mutter fühlte sie sich noch nicht. Ich war offenbar eher der kleine Bruder. Die Elternrolle hatten noch mindestens 2 Jahre lang meine Grosseltern.


    Dann aber wurde sie zur liebsten und besten Mutter überhaupt. Auch für meine Stiefgeschwister. Sie ist zugegeben eine "originelle" Mutter, nicht ganz wie andere.

    Jetzt ist sie übrigens mit 34 Jahren noch einmal schwanger, dieses Mal gewollt.;-D

    Sie hat dich genährt? Haeh?

    Meinst du einfach, dass sie dich gestillt hat und das siehst du als Zeichen von....?

    Ich glaube schon, dass man in die Rolle reinwächst. Bei meinem Partner war es ein „raus aus der Comfort Zone“. Als das Kind da war, meinte er, dass es uns allen gut tut und er ist nun total verliebt. Ich wurde vom Mutterdasein auch überrascht und hab es mir teilweise so furchtbar ausgemalt. Das hat sich überhaupt nicht bestätigt und ich finde es doch leichter als ursprünglich angenommen. Ich hab für mich aber auch beschlossen, dass ich jede Phase des Kindes einfach annehme und versuche, das Beste daraus zu machen. Damit bin ich ziemlich gut gefahren. Und unsere Freiheiten hatten wir auch ganz schnell wieder. Bei mir ist es nun aber so: ich brauche sie eigentlich gar nicht mehr so dringend. Hätte ich ja vorher nie für möglich gehalten.

    Möpi16, Respekt vor deiner Mutter, dass sie es mit Hilfe so gut hinbekommen hat! Ich kenne so viele Fälle mit schwangeren Jugendlichen, wo das Jugendamt einschreiten muss und hab Hochachtung, wenn es jemand schafft.

    Ich bin bald zweifache Mutter und „bewundere“ diejenigen, die sagen, mit Kindern habe sich ihr Leben kaum verändert und sie könnten fast alles immernoch so machen wie früher. Manchmal kann ich das kaum glauben.

    Seit ich Mutter bin (und das bin ich aus tiefstem Herzen), kann ich Menschen, die sich gegen Kinder entscheiden, vollends verstehen. Ich sehe Elternschaft als die absolut größte Veränderung im Leben. Ob man will oder nicht, es dreht sich alles ums Kind. Wie und ob man schläft, wann man isst und duscht... Zumal man manchmal dazu auch noch mit Problemen wie Schreikindern etc. konfrontiert wird. Die eigenen Grundbedürfnisse müssen immer mit denen des Kindes in Einklang gebracht werden und ich empfinde das oft als Kraftakt. Daher würde ich mich nur für Kinder entscheiden, wenn beide Elternteile für sich 100% hinter dieser Entscheidung stehen und bereit sind, sich auf jedwede Veränderung einzulassen. Sonst werden alle Beteiligten nur unglücklich.

    Bei uns war es umgekehrt. Ich hatte nie einen Kindeerwunsch, eher im Gegenteil, und mein Mann wusste das von Anfang an. Im zehnten Jahr unserer Beziehung hatte er mich dann doch soweit, das Experiment mit ihm zu wagen. Und was soll ich sagen: Nun sind unsere Mädels erwachsen und sie sind das beste, was mir im Leben passieren konnte.

    Ich bin mir ganz sicher, dass ich es sehr bereuen würde, wenn es sie nicht gäbe.

    Noch mal etwas zu dem Gedanken, wenn man Kinder hat, kann man dieses und jenes nicht mehr wie gewohnt unternehmen. Das ist ja auch so ein in den Vordergrund geschobener Gedanke des TE. All das, was du heute machst und unternimmst, wirst du früher oder später, aus welchen Gründen auch immer, sowieso nicht mehr so machen (können). Im einfachsten Falle deshalb, weil es dir keinen Spaß mehr macht. Fazit: Kein Argument.

    Noch eine Entscheidungshilfe gefällig? Betrachte es mal rein statistisch. Wie oft wirst du dich in fünf, zehn, fünfzehn Jahren noch mit den Freunden von heute treffen, in die Kneipe gehen, etc. etc.? Da kannst du dir jetzt Zahlen malen wie du möchtest, es wird weniger, sehr viel und sehr schnell viel weniger, vor allem, wenn deine Freunde dann selbst Kinder haben.

    That`s life. Irgend wann plagen dich dann Kniebeschwerden oder sonst was, die du dir bei übermäßigen Freizeitaktivitäten geholt hast und dann sitzt du allein zuhaus. Naja, wenigstens musst du keine Kinder bei deinen Entscheidungen berücksichtigen, was man als nicht mehr so beweglicher Mensch noch alles so unternehmen kann, wenn das Geld reicht.