Kinderwunsch: Ab wie viel Bruttoeinkommen sollte man es riskieren?

    Ihr habt richtig gelesen. Die Frage ist überspitzt gestellt. Sollte man ein Kind am Bruttoeinkommen festmachen und wo wäre bei euch die Grenze? Gerade als Frau muss man ja damit rechnen, dass einen der Partner sitzen lässt.

    Würdet ihr das machen? Würdet ihr euch böse gesagt ein Limit setzen?

  • 173 Antworten

    Ich würde einen Kinderwunsch nie vom Bruttogehalt abhängig machen. Jobs kommen und gehen. Viel wichtiger finde ich die persönliche Lebensphase und Situation.

    Und ich rechne auch nicht damit dass mein Mann mich sitzen lässt, nur weil ich eine Frau bin. ;-)


    Das schöne eigene Bruttoeinkommen ist doch nichts mehr wert ab dem Moment wo du das Kind hast- danach heißt es für die allermeisten Frauen Elterngeld und jahrelange Teilzeitfalle.


    Und auch auf die Gefahr hin jetzt von einer Horde wütender Feministinnen überrannt zu werden: In Zeiten von Ehegattensplitting und Kitas ohne echte Möglichkeit, nach dem ersten Jahr wieder echte Vollzeit zu arbeiten, wenn man denn überhaupt einen Platz bekommt, heißt das sicherste Rezept für ein finanziell sorgloses Leben nach dem ersten Kind in diesem Land immer noch: Reich heiraten. ;-)


    Nein im Ernst: Eine stabile Partnerschaft in der der Mann im den ersten Jahren mit dem Kind mehr an laufenden Kosten stemmen kann als du, hilft dir in diesem Fall mehr als dein eigenes Bruttogehalt vor dem ersten Kind.

    Denn das kann noch so hoch sein: Das Elterngeld ist auf 1800 Euro gedeckelt, wenn du vorher gut verdient hast wirst du die 67 Prozent deines Nettogehalts nicht bekommen.

    Also es kommt ja auch drauf an, wie und wo du wohnst. Mietwohnung oder kleines Haus in der Pampa von Deutschland wo man ne all incl. Kita (also Vollzeit betreut mitsamt Essen) ab 100 Euro bekommt (ja, soll's geben) plus nen relativ guten Job (Relation in so einer Gegend) und man kann auch mit Teilzeit im Notfall alles alleine finanzieren.

    Viel wichtiger für das Kind finde ich ein großes/stabiles Umfeld und dass man Familie und Freunde hat, die sich auch um das Kind kümmern könnten.


    Viele Menschen aus anderen Kulturen bzw. Flüchtlinge machen es schon richtig. Die warten mit dem Kinderkriegen nicht erst, bis sie eine top Arbeit haben, sondern gründen auch schon vorher Familien. Dafür haben sie oft aber auch ein großes Umfeld, das sich mit um die Kinder kümmert. Das finde ich viel wichtiger.


    Heutzutage lebt man als Deutscher ja eher isoliert, kaum noch Kontakt zu den eigenen Eltern, jeder hat sein eigenes Leben, keine Zeit oder Lust, sich mal zu besuchen. Und immer nur auf Job/Geld achten.

    ich würde es weniger von der Summe als mehr von den Unständen abhängig machen: uns ist wichtig, dass wir beide einen festen Job haben.


    Und ganz unabhängig von Nachwuchs versuche ich ja ein für mich bestmögliches Gehalt rauszuschlagen. Das ist bei mir nicht irre hoch, reicht aber vollkommen aus.

    Ich finde die Frage ein wenig seltsam ":/ Zumindest habe ich sie mir in der Form nie gestellt. Meine Kriterien waren andere:


    1. Ich wollte mein Studium abgeschlossen haben.

    2. Und ich wollte einen einigermaßen sicheren Job haben und ein paar Jahre Berufserfahrung vorweisen können (da man mit Kind leider immer noch schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat). Diesen Punkt habe ich aber nie am Bruttogehalt ausgemacht.

    3. Ich wollte in einer glücklichen Partnerschaft sein. Zudem sollte mein Partner auch „Vaterqualitäten“ mitbringen.


    Wenn es mit Punkt 3 nicht geklappt hätte, bliebe ich wohl kinderlos, da ich mir meine Zukunft nicht von vornherein als alleinerziehende Mutter vorstellen könnte. Aber ich hatte Glück und bin schon früh auf den Richtigen gestoßen, sodass wir viele Jahre Zweisamkeit genießen konnten, bevor wir nun bald zu dritt sind.


    Ich verdiene nicht schlecht, jedoch wäre es in Teilzeit als Alleinerziehende (ohne Unterhalt) schon nicht ganz so komfortabel. Ich halte es aber für falsch, vorher schon den Teufel an die Wand zu malen und das Thema Kinder nur unter materiellen Gesichtspunkten zu betrachten. Kinder brauchen meiner Meinung nach keinen materiellen Wohlstand zum Glücklich sein, sondern Liebe und Aufmerksamkeit der Eltern und die kostet nicht viel ;-) Für das Materielle lässt sich meiner Meinung nach immer eine Lösung finden.

    kinderlose schrieb:

    Ihr habt richtig gelesen. Die Frage ist überspitzt gestellt. Sollte man ein Kind am Bruttoeinkommen festmachen und wo wäre bei euch die Grenze?

    Wenn man solche Fragen stellt, sollte man es meiner Meinung nach ganz sein lassen. D.h. meine Grenze wäre alles Geld dieser Welt.

    kinderlose schrieb:

    Gerade als Frau muss man ja damit rechnen, dass einen der Partner sitzen lässt.

    Interessanter Punkt, wenn es gar keinen gibt.

    Nein, ich würde mir kein Limit setzen. Ich verdiene sehr schlecht, ein wenig mehr über Mindestlohn, aber niemals würde ich auf ein Kind verzichten. Man kann ein Kind auch ohne viel Geld großziehen. Und wenn mein Partner mich sitzen lässt, dann steht mir ja Unterstützung zu. Und wenn ich notfalls in eine Einzimmer Wohnung ziehen würde und aufm Sofa schlafen würde, aber ein eigenes Kind ist ein Lebenswunsch und den würde ich mir nicht selbst verwehren, nur weil mein Arbeitgeber mich kacke bezahlt.

    Verhueter schrieb:
    kinderlose schrieb:

    Gerade als Frau muss man ja damit rechnen, dass einen der Partner sitzen lässt.

    Interessanter Punkt, wenn es gar keinen gibt.

    Die Aussage lässt aber auch tief blicken.


    Ich hatte nie so eine Meinung über die Männerwelt. Ich hielt es immer genauso wahrscheinlich, dass mein Partner mich verlässt, wie ich auch ihn verlassen könnte (wenn es nicht mehr passt). Ich hatte jedoch nie großartige Angst, dass ich verlassen werden könnte und habe es auch jetzt - mit Baby im Bauch - nicht.


    Warum sollte man als Frau also damit rechnen müssen, dass man sitzen gelassen wird? ???

    Die Frage nach dem Bruttoeinkommen ist unsinnig. Sich zu fragen, was netto abzüglich Fixkosten zum Leben mit Kind bleibt, macht mehr Sinn.

    Für mich war - unabhängig von Kind oder nicht - eine bestimmte Summe mein Zielgehalt. Dies hatte ich erreicht und war von da an gefühlt "abgesichert". Wichtig war mir auch ein unbefristeter Vertrag.


    Und als Discaimer: Ja, natürlich kann man auch Kinder mit anderen Rahmenbedingungen bekommen. Und ich habe nur auf den finanziellen Aspekt geantwortet, natürlich waren andere Faktoren genauso wichtig bzw. wichtiger.

    Wenn es nach dem Finanziellen gehen würde, hätte ich kein Kind bekommen dürfen. Hand alle Ersparnisse (19000) in die Kinderwunschbehandlung gesteckt. Nun habe ich ein Kind , kein Geld und will zudem zwei Jahre Zuhause bleiben. Eigentlich kann ich es mir nicht leisten. Aber ich bin der Meinung, irgendwie wird es alles gehen und wenn ich zwei jahre nur Nudeln und trocken Brot esse....

    Zitat

    Ich finde die Frage ein wenig seltsam

    Was ist an der Frage seltsam? Sie ist ja bewusst überspitzt angesetzt. Es ist ja eine ganz persönliche Frage