Kita Platz zu teuer / Elternzeit - finanzielle Ängste

    Liebe Forums-Mitglieder,


    ich schreibe heute, da mich dieses Thema schon längere Zeit beschäftigt.

    Kurz zu mir, ich bin 27 Jahre, weiblich und habe einen sehr starken Kinderwunsch.

    Mein Freund und ich würden auch gerne an der Familienplanung arbeiten, jedoch haben wir einfach Angst das finanziell nicht zu schaffen.


    Grundsätzlich habe ich berechnet, dass wenn ich ein Jahr Elterngeld bekomme, wir noch relativ normal leben können mit dem normalen Gehalt meines Freundes.


    Ich sehe aber immer mehr Kinder in meinem Umfeld,die gerade ein Jahr alt sind und merke immer mehr, dass ich es für mich selbst zu früh finde, bereits nach einem Jahr wieder arbeiten zu gehen.


    Die Alternative wäre natürlich 2 Jahre mit dem Elterngeld plus zu Hause zu bleiben, jedoch erhalte ich dann nur noch ca. 400€, was uns dann kaum reichen würde.


    Andererseits, kann ich natürlich auch nach einem Jahr wieder halbtags arbeiten, würde aber bedeuten dass unser Sprössling in die Kita muss, die bei uns ca. 300€ pro Monat kostet! Es heißt immer, jeder hat einen Anspruch auf einen Kitaplatz, aber zu so einem Preis? Da würde sich die Halbtagsarbeit kaum lohnen, bzw. ich würde so gut wie nur für die Kita arbeiten...


    Wir sind mittlerweile schon am Überlegen, ob wir mit dem Üben noch warten bis meine Mutter in Rente geht (in 3 Jahren), damit sie den kleinen dann halbtags nehmen kann, um die Kitakosten zu sparen.":/


    Ging/Geht es auch so, dass ihr diese finanziellen Ängste hattet?

    Jeder sagt immer, "das wird schon irgendwie"... Aber wird es wirklich? Ich möchte meinem Kind etwas bieten und nicht am Minimum leben müssen...


    Verdient der Mann eigentlich durch das Kind auf der Lohnsteuerkarte dann etwas mehr?


    Vielleicht könnt ihr ja mal berichten wie das bei euch war/ist oder wie ihr die Situation gelöst habt.


    Viele Grüße

  • 89 Antworten

    Du hast einige Faktoren nicht auf dem Zettel:


    Kindergeld (beim ersten etwas 194€)

    Steuervorteil

    bei bestehenden Riester Verträgen gibt es für die Kinder auch noch was dazu

    Da wäre die Kita doch schon fast wieder drin...

    Ich würde da eher rational rangehen und mal eine Kosten-Aufstellung machen.

    Woran kann man sparen? Vielleicht ist dann auch das 2 jahre Elterngeld drin, denn ich meine herauszulesen, dass du das gerne machen würdest, es aber geldtechnisch für dich unmöglich erscheint.

    Und ich kann nur davon abraten, einen Kinderwunsch auf "später" zu verschieben. Es muss nämlich nicht sein, dass es gleich klappt oder es ist wie bei mir und klappt nie. Wir haben echt nicht viel Geld, aber ich hätte alles für eine gesunde Schwangerschaft gegeben und bin auch der Meinung, dass man es dann schon hinbekommt.

    Zitat

    Und ich kann nur davon abraten, sich zu sehr auf Verwandte zu verlassen...

    Naja, wir hatten auch wochenlang Notstand in der Kita, weil viele Erzieherinnen krankheitsbedingt ausgefallen sind. Zum Teil mussten die Eltern ihre Kinder zuhause lassen. Die Kita-Gebühren wurden natürlich trotzdem erhoben.

    Hallo zusammen,


    danke für euren schnellen Antworten.

    Bezüglich dem Steuervorteil, merkt man den bereits an den Abzügen beim Gehalt (Brutto/Netto) oder erst wenn man seine Steuererklärung macht?


    Vielleicht habe ich mich nicht genau genug ausgedrückt. Mein Freund verdient vermutlich gut durchschnittlich, daher glaube ich nicht,dass wir Ansprüche auf irgendwelche Zuschüsse haben. Außerdem ist sein Gehalt durch seinen Schichtdienst nicht exakt planbar, je nach Schicht und Monat kann dass Differenzen von 400-500€ geben. Wir zahlen allerdings eine recht hohe Miete, die Wohnung hat auch bereits ein Kinderzimmer und wir würden nur ungern ausziehen. Mit unseren zwei Gehältern klappt das wunderbar, nur mit seinem Gehalt + alle anderen Ausgaben auch von seinem Konto, wird es aber schon eng.


    Ja, ich würde definitiv gerne 2 Jahre daheim bleiben, zur Not auch nur 1 1/2, aber 1 Jahr kommt mir einfach so wenig vor, wenn ich die kleinen Knirpse so sehe.


    Ich hatte schon überlegt, ob wir nicht jetzt schon versuchen jeden Monat mehr zu sparen, sodass wir am Ende vielleicht 3.000 € haben. Diese könnte ich mit dann 6 Monate lang, zu je 500€ "auszahlen" zusätzlich zum Elterngeld plus. Was haltet ihr von der Idee?

    So viel Geld anzusparen ist natürlich auch erstmal eine Herausforderung..

    Nike Zoê schrieb:

    Und ich kann nur davon abraten, einen Kinderwunsch auf "später" zu verschieben. Es muss nämlich nicht sein, dass es gleich klappt oder es ist wie bei mir und klappt nie. Wir haben echt nicht viel Geld, aber ich hätte alles für eine gesunde Schwangerschaft gegeben und bin auch der Meinung, dass man es dann schon hinbekommt.

    Ja natürlich heißt es nicht, dass es gleich klappt oder je klappt mit einer Schwangerschaft.

    Aber solange ich noch die Spirale trage, kann ich den Zeitpunkt eventuell noch steuern, wann wir loslegen mit dem Üben.

    Genau das ist aber der Punk, du bist auch der Meinung" dass man es schon hinbekommt". Mich würde von den Forumsmitgliedern hier interessieren, ob das wirklich so ist? Bekommt man es wirklich irgendwie hin und ich bin nur zu ängstlich?

    Sollte ich mehr aus dem Bauch entscheiden als zu rational zu denken?

    Dimple schrieb:

    Und ich kann nur davon abraten, sich zu sehr auf Verwandte zu verlassen...

    Natürlich. Ich finde auch eine Kita wichtig, der Kontakt mit anderen Kindern.

    Aber das geht auch noch im Alter von 3 Jahren.

    Aber ab 1 Jahr, für 300€? Da habe ich bei meiner Mutter irgendwie ein besseres Gefühl...

    Ich selbst war als ich 1 1/2 Jahre war, immer halbtags bei meinen Großeltern.

    Wollt ihr heiraten?

    Je nachdem wie eure Gehälter sind, könntet ihr da noch einiges an Steuern sparen. Bzw. du mit Steuerklasse drei das Elterngeld erhöhen.


    Bist du dir sicher mit den 400 EUR Kitagebühren?

    In vielen Bereichen richten sie ich nach dem Einkommen, 400 EUR wären bei uns schon fast Höchstsatz, wenn man keinen >40-Platz benötigt.

    An rationalem Denken ist nichts verkehrt. Es ist aber schwierig wenn man rational mit Gefühl vermischt und dann eine Wischi-Waschi-Entscheidung trifft...also mit dem Kopf denkt und dem Herzen entscheidet, oder andersrum.

    Rationales Denken und Bauchentscheidung, schließt sich ja nicht aus.

    Wenn dein Bauch sagt "Ich möchte jetzt bald anfangen", ist es aber besser rational daran zu gehen und zu sagen "Ok ich mach ein Haushaltsbuch und leg schonmal jeden Monat etwas Geld zur Seite".

    Du versuchst gerade rational ungeplant voran zu kommen und das hilft halt nicht weiter.

    Das ist natürlich nur meine Meinung.

    Wenn dein bauchgefühl grad sagt "JETZT!"; dann würde ich an deiner Stelle als wirklich sehr rationaler Mensch eben Haushaltsbuch führen und Geld zurück legen. Kann ja noch ne Weile dauern, bis es dann "soweit" ist. Im kleinstmöglichen Fall immerhin 10 Monate und da kann man schon ordentlich Geld ansparen, wenn man wirklich wirklich will und seine Kosten eben mal durchschaut.


    Du meinst ja "in 3 Jahren ist deine Ma in Rente", schau, es ist eh noch 2 Jahre hin, ehe das Kind in Betreuung wär, wenn du JETZT SOFORT schwanger werden würdest.
    Üblicherweise geht das aber jetzt auch nicht sofort. Du musst erstmal Termin zum Ziehen der Spirale machen, vielleicht sagt dein FA dann, dass ihr lieber noch warten solltet (wegen Hormonspirale, wenns eine mit ist.) bis sich dein Zyklus normalisiert hat...

    Du denkst gerade 3 Jahre voraus, dir fehlt die Leichtigkeit einer Bauchentscheidung und du hast die negativen Seiten einer rationalen Entscheidung...
    Das dich das verunsichert ist dann auch irgendwie klar...

    Zu sagen, das wird irgendwie schon, halte ich schlicht für fahrlässig. Jede Entscheidung braucht auch die passenden Ressourcen und nicht so ein Wischiwaschi. In meinem Bekanntenkreis gibt es einiges an sogenannten spontanen Entscheidungen, wo dann eine ordentliche Bauchlandung hingelegt worden ist und man hinterher geholfen hat so gut es geht. Aber es wäre schlicht nicht nötig gewesen und noch viel schlimmer ist es, wenn man nicht mehr helfen kann, was durchaus auch möglich ist.


    Ich halte viel davon, Geld anzusparen und dementsprechend das Baby zu planen. Und genauso viel würde ich davon halten, mich nicht nur auf die Mutter zu verlassen, sondern auf Kita und Mutter, denn es kann in beiden Fällen auch mal zu Ausfällen kommen. Bei einer bedürftigen Person, egal ob Kind oder spätere ältere Person, ist es wichtig, dass mehrere hier aushelfen können und nicht nur ein einziger.

    Also, ich habe tatsächlich keinen einzigen Fall in meinem Bekanntenkreis hinbekommen, wo es nicht geklappt hätte. Aber vielleicht sind das auch alles Großverdiener, keine Ahnung. Vielleicht sollte man hier als ungewollt kinderlose Frau auch gar nichts schreiben, weil man ja ohnehin nicht mitreden kann.

    Ich kann nur sagen, ich hatte alles ziemlich genau durchgerechnet, etwas angespart (und ich verdiene wirklich wenig) und es hätte auf jeden Fall geklappt, zumindest für zwei Jahre.

    Das Problem ist manchmal auch, dass viele meinen, dem Kind wahnsinnig viel bieten zu müssen, sprich wenn kein Haus, kein Supergehalt etc. da ist, verschiebt man es besser. Das zumindest halte ich für falsch.