Meine Erfahrung mit einer Reproduktionsklinik in Georgien

    Hallo,


    mein Name ist Erich und ich bin 45 Jahre alt. Ich möchte meine Erfahrung mitteilen, damit niemand mehr in solche schwierige Situation gerät.


    Meine Frau heißt Alma. Und sie hat Antiphospholipid-Syndrom. Alle Versuche, ein Kind zu gebären, waren vergebens. Es gab immer Fehlgeburten. Und die Ärzte haben gesagt, es gebe keine gesetzmäßige Möglichkeit in Deutschland, damit wir glücklich werden können.


    Und dann haben wir eine Entscheidung getroffen, die wir noch lange bereuen werden. Wir sind nach Georgien gefahren, um ein Kind durch die Leihmutterschaft zu kriegen.


    Leider, gab es viel zu wenig Information über die georgischen Reproduktionskliniken. Man konnte uns auch nichts gewährleisten. Unser Kinderwunsch war aber so stark, dass wir trotz der ausgesprochenen Befürchtungen entschieden, um jeden Preis unser eigenes Kind zu haben.


    Nach dem Vertragsabschluss (ehrlich gesagt, war dieser Vertrag sehr kompliziert, besonders ausgeklügelt war das Zahlungsverfahren) hat man uns mitgeteilt, dass wir jetzt die Leihmutter aus dem Katalog wählen sollten. Es hat sich also gezeigt, dass wir die Leihmutter selber aufgrund der Charakteristik aus dem Katalog wählen. Und des Weiteren wird diese Charakteristik persönlich von der Leihmutter abgefasst.


    Ich erinnerte mich gleich an den Film "Monsoon Baby", in dem das deutsche Paar nach der Leihmutter in Indien sucht. Der Film hat ein unglückliches Ende. Uns davor hatte ich von dann an Angst. Nicht umsonst.


    Wir haben viel Geld für verschiedene Prozeduren ausgegeben und dann eine Nachricht bekommen: der erste Versuch ist fehlgeschlagen. Wir hatten ja aber noch zwei kostenlose Versuche.


    Der Zweite, der danach folgte, war auch gescheitert. Darum haben wir uns um den letzten Versuch sehr beunruhigt. Dann war es uns aber geglückt: unsere Leihmutter wurde schwanger!


    Wie groß unser Glück war!


    Aber nach 8 SSW haben wir eine ganz andere Nachricht gehört. Fehlgeburt!


    Und niemand hat uns unser Geld wenigstens teilweise zurückgezahlt. Für die nächsten Versuche hatten wir schon kein Moos. So verließen wir das Land schweren Herzens und leichten Beutels.


    Niemandem empfehle ich Georgien als das Land für die Suche nach der Leihmutter und hoffe, dass wir noch Glück haben!

  • 16 Antworten

    Naja, wenn im Vertrag nichts dazu stand, dass man bei einer Fehlgeburt sein Geld zurück bekommt, dann ist das halt Pech... Mir tut die Frau leid, die bestimmt auch daran zu knabbern hat, ich finde du sprichst recht abfällig über euer "Vorhaben", dabei hat euch doch niemand gezwungen, einen anscheinend dubiosen Vertrag abzuschließen ":/

    Ach nein, ich spreche davon nicht "abfällig", sonder enttäuscht. Ich bin ja auch kein sehr sensibler Mensch, s’ist einmal im Leben so 8-(


    Niemand hat uns gezwungen, wir aber mussten zwischen der Vernünftigkeit und unserem Kinderwunsch wählen.


    Nun brauchen wir eine Rekreation und dann werden nach anderen Varianten suchen. Diesmal sind wir viel welterfahrener %-|

    Mir ist ehrlich gesagt nicht klar, worüber du dich beschwerst. Der medizinische Aufwand ist ja angefallen, unabhängig davon, ob am Ende ein Baby geboren wird - warum solltet ihr euer Geld also zurück bekommen? Außerdem wird das ja wohl vertraglich gereget sein, was im Falle der Erfolglosigkeit mit dem Honoraranspruch passiert. Das wusstet ihr also vorher, oder nicht?


    Abgesehen davon, wer sich auf derartige Kliniken im Ausland einlässt, die Methoden anwenden, die in Deutschland aus gutem Grund verboten sind, der muss damit rechnen, im Streitfall rechtlos zu sein. Das weiß man doch ebenfalls vorher.

    Ein Behandlungsvertrag ist ein Dienstvertrag, kein Werkvertrag, d.h. ein Erfolg wird nicht geschuldet.


    Anscheinend ist ja eine Behandlung durchgeführt worden, leider ohne Erfolg.


    Wenn Du eine OP in Deutschland machst (sagen wir mal "Blinddarm") und danach stirbst, muss Du (in den meisten Fällen ist es ja die Kasse) dennoch zahlen, auch wenn der Erfolg (Leben retten) ausgeblieben ist.

    Zitat

    Was hat es gekostet?

    Es hat also ca. 22 000 Euro für uns gekostet. Wenn wir aber das Kind bekommen hätten, hätten wir zusammenfassend ca. 35 000 Euro bezahlen müssen.

    Zitat

    Wie seid ihr auf Georgien gekommen?

    Meine Frau ist bei einem Forum auf eine georgische Klinik gekommen, so haben wir für ihre Dienstleistungen entschieden.

    Klingt irgendwie unterschwellig so als hättest du den Verdacht, die Behandlungen haben nie stattgefunden, es gab keine Schwangerschaft und man hat nur euer Geld genommen?


    Wäre im Zweifel Adoption eine Alternative für euch? Auch, wenn ihr es nicht selbst gezeugt habt?

    Zitat

    Außerdem haben wir uns mit der Leihmutter bekanntgemacht, und dies hat meine Frau sehr beeinflusst

    Ich hab’ ja auch gehört, dass es Kliniken gibt, wo man die Leihmutter nur nach 12.SSW kennenlernt. Mir scheint es viel sinnvoller zu sein.

    Zitat

    Klingt irgendwie unterschwellig so als hättest du den Verdacht, die Behandlungen haben nie stattgefunden, es gab keine Schwangerschaft und man hat nur euer Geld genommen?

    Nein, das hab’ ich nicht gesagt. Wir haben doch 8 500 gleich nach dem Vertragsabschluss und danach noch ca. 12 000 für drei Versuche bezahlt. Die Behandlungen haben also doch stattgefunden.

    Zitat

    Wäre im Zweifel Adoption eine Alternative für euch?

    Eine Adoption haben wir zuerst als eine Alternative betrachtet. Dennoch wollten wir ein eigenes Kind haben, und dieser Wunsch hat endlich den Sieg davongetragen. Beiläufig gesagt, habe ich einen interessanten Artikel gelesen, und dort stand es, dass sich gewisse Gene, die zur dissozialen Persönlichkeitsstörung führen können, weitervererben. D. h., dass wir ein Kind eines Kranken oder Verbrechers adoptieren konnten, und dann wird es auch - ohne Rücksicht auf die Erziehung usw. - zum Verbrecher oder zur antisozialen Persönlichkeit.


    Es funktioniert auch sehr schwierig mit dem Jugendamt: es gibt zu viele Bewerber usw.

    Zitat

    Nein, das hab’ ich nicht gesagt. Wir haben doch 8 500 gleich nach dem Vertragsabschluss und danach noch ca. 12 000 für drei Versuche bezahlt. Die Behandlungen haben also doch stattgefunden.

    Das wäre jedenfalls ein Gedanke gewesen, den ich hätte nachvollziehen können...

    Zitat

    Beiläufig gesagt, habe ich einen interessanten Artikel gelesen, und dort stand es, dass sich gewisse Gene, die zur dissozialen Persönlichkeitsstörung führen können, weitervererben. D. h., dass wir ein Kind eines Kranken oder Verbrechers adoptieren konnten, und dann wird es auch - ohne Rücksicht auf die Erziehung usw. - zum Verbrecher oder zur antisozialen Persönlichkeit.

    Selbst wenn ihr ein eigenes Kind bekommt, habt ihr keine Garantie, das alles glatt läuft und das Kleine gesund zur Welt kommt... Also das wäre für mich jetzt kein Argument gegen eine Adoption. Aber.. jeder Jeck ist anders und sieht das anders...

    Naja, euch war ja wohl bewusst, daß ihr einen Vertrag über nur drei Versuche abschließt. Bei einer relativ großen, bekannten Leihmutter-Klinik in der Ukraine gäbe es zb auch Premium-Pakete, da werden was ich gesehen habe 3 Versuche mit den eigenen Eizellen gemacht und dann unbegrenzt viele mit gespendeten Eizellen. Wäre das eventuell was für euch ? Das klappt in aller Regel auch schnell, weil die Eizellspenderinnen ja jung und gesund sind, meistens Studentinnen. Da können sie auch leicht unbegrenzte Versuche anbieten, weil sie genau wissen, daß sie max 2-3 brauchen, wenn überhaupt.

    Keine schöne Erfahrung.


    Tatsächlich meine ich auch schon Artikel gelesen zu haben, dass die Leihmutterschaft ein sehr korruptes Geschäft sein kann. D.h., dass gar nie Befruchtungen stattfinden, sondern nur so getan wird und dann den Eltern erzählt wird, es habe nicht geklappt.


    Ukraine?