• Möchte ein Kind, aber keine Frau (Fragen Leihmutterschaft)

    Hallo. Ich habe folgendes Problem: Seit Jahren habe ich den zunehmenden Wunsch Vater zu sein. Es hat sich so langsam in mir entwickelt dieser Wunsch bis ich anfing mir wirklich konkret Gedanken darüber zu machen. Ich denke ich könnte einem Kind enorm viel geben. Ich bin jetzt fast 30 und fühle mich so als ob ich bereit bin für etwas neues Großes, was…
  • 357 Antworten

    TE:


    Du hast geschrieben, dass ein Kind Liebe usw in dein Leben bringen soll, du ihm die Welt erklären möchtest usw... (finde ich auch nachvollziehbar), aber was wenn es anders kommt?


    Was, wenn das Kind nicht gesund ist oder ganz einfach null Interesse an dem hat wofür du dich interessierst?


    Es soll ja Kinder geben, die nur ihren eigenen Interessen nachgehen ;-D


    Was wenn dein Kind sich nur für dich völlig banale Sachen interessiert?


    Wenn es eben nicht das liebe Kuschelkind ist? Sondern ein lebhaftes Tobekind, was lieber auf Bäumen klettert als mit dir zu philosophieren?


    Man hat auf einiges Einfluss, aber nicht auf den Charakter und das Temperament des Kindes. Man kann sicher vorher Wünsche haben, träumen. Aber Kinder folgen für gewöhnlich ihrem eigenen Plan und man muss sich oft als Eltern dem Kind anpassen, nicht umgekehrt.


    Und im Falle, dass du an ein sehr schwieriges Kind gerätst (und das fängt schon im Säuglingsalter an, Schreikinder zB.), stehst du ganz allein da.


    Du hast keine Frau, die dir das brüllende Bündel mal abnimmt, die dir gut zuredet. Dich beruhigt, dass alles gut wird. Ich hab das mit der Großen auch durch und wäre froh gewesen, wenn auch mal jemand für mich da gewesen wäre. Es ist sicher machbar, aber leicht ist es nicht.

    Zitat

    Man hat auf einiges Einfluss, aber nicht auf den Charakter und das Temperament des Kindes. Man kann sicher vorher Wünsche haben, träumen. Aber Kinder folgen für gewöhnlich ihrem eigenen Plan und man muss sich oft als Eltern dem Kind anpassen, nicht umgekehrt.

    Haha, den Einfluss hat man ja nicht mal auf ein Haustier!


    Selbst bei meinem Hund kam alles anders als geplant. Als sie bei mir einzog, dachte ich dass sie ein zurückhaltendes, vorsichtiges Mädi ist und ich prima mit ihr die Ausbildung zum Therapiehund machen könnte. Pustekuchen!


    Sie ist ein territoriales Tier, mag keine Besucher, ist mitunter sehr eigensinnig und hat nicht immer das stabilste Nervenkostüm. Noch dazu neigt sie in Stresssituationen zum schnappschildkröten. Absolut ungeeignet als Therapiehund ]:D Also musste ich mir halt was anderes überlegen, wie ich uns glücklich machen kann.


    Wird mit einem Kind bzw eigentlich sobald man ein weiteres Lebewesen (egal ob nun Kind, Partner, Mitbewohner oder Haustier) in das eigene Leben integriert wohl nicht anders sein.


    Sobald es nicht mehr nur um einen selbst geht, muss man halt auch die Bedürfnisse derjenigen, mit denen man das Leben teilt, Rücksicht nehmen.

    Ja und man kann da böse Überraschungen haben. Zum Beispiel ein Kind, was ungewöhnlich wenig Schlaf braucht. Eins was bei jedem Pups einen riesen Aufstand macht, theatralisch ist bis zum Gehtnichtmehr. Eins, was andere Kinder terrorisiert, was extrem willensstark ist, super sensibel und weinerlich ist, eins was ständig im Mittelpunkt stehen muss und lautstark auf sich aufmerksam machen muss, eins dass ständig krank ist (von Erkältungskrankheiten bis Neurodermitis, Asthma, Diabetes, Nahrungsmittelallergien, ...), ...


    Es gibt so viele anstrengende Kinder und nicht immer hat die Erziehung damit zu tun.


    Ich liebe Kinder. Ich habe viel Erfahrungen mit Kindern. Aber es gibt tatsächlich Kinder, mit denen ich heillos überfordert wäre.

    Zitat

    Denn ich weiß so ziemlich alles...

    Genau solche Aussagen lassen mich vermuten, dass das Selbstbild des TE arg unrealistisch ist. Ich kann mir aus dem, was ich hier von Dir bisher gelesen habe, lieber TE, nicht vorstellen, dass Du mit Deiner Rolle als alleinerziehender Vater gut zurechtkommen würdest.


    Das Gelesene erinnert mich extrem an einen ehemaligen Kollegen im Referendariat, fachlich total fit, der einen gutbezahlten Job aufgegeben hat, weil er meinte, als Lehrer etwas Sinnvolles tun zu können. Junge Menschen auf dem Weg in die Selbstständigkeit begleiten zu können ist tatsächlich einer der tollen Aspekte des Lehrerdaseins, aber nicht jeder, der das gerne tun will, ist auch dafür gemacht.


    Nun, der Kollege hatte das Glück, den Job nach dem im zweiten Anlauf geschafften Examen nicht machen zu müssen. Die vaterrolle wirst Du aber nicht los, wenn Du merkst, dass es doch nicht passt.


    Überlege doch mal, lieber TE, ob nicht vielleicht der Eindruck, den Du hier auf ganz viele SchreiberInnen machst, doch ein Fünkchen Wahrheit enthält.

    Naja. Ich kenne mich selbst wohl besser, weil ich täglich mit mir selbst persönlich zu tun habe. ;-) Und ich weiß, dass ich an neuen Aufgaben auch wachse. Ich hatte öfter neue Situationen im Leben in denen ich erstmal keine Ahnung hatte und erstmal nicht alles richtig gemacht hab. Aber ich bin hier sehr gut mich darauf einzustellen. Auf jedenfall werde ich die einschlägige Literatur, die ich finden kann zur Erziehung von Nachwuchs vorher durcharbeiten.

    Zitat

    Ich kann nicht alles auf Anhieb perfekt. Das ist meine Schwäche.

    ;-D ;-D ;-D


    Selbstkritik oder Selbstreflektion geht dir aber schon völlig ab ;-)

    Ohmann, irgendwie habe ich das Gefühl, dass Nichts richtig zu Dir durchdringt.


    "Literatur durcharbeiten" ist nicht das, was Deine Qualifikation zur Kindererziehung irgendwie steigert. Das macht man wenn, dann zu dem Moment, wo es ein konkretes Problem gibt. Und stell Dir vor, es kann durchaus sein, dass Dein Kind einfach ganz und gar gegenteilig zu der von Dir favorisierten Theorie reagiert.


    Ich hab drei Kinder, und alle sind verschieden. Von Grund auf. Die Kunst ist es, rauszufinden, welches wie genommen werden muss. Und ich muss das auchnoch vollkommen Literaturlos, denn bei drei Kids bleibt für die theoretische Beleuchtung weder Zeit noch Energie. Klappt malbesser, mal schlechter. Auch damit muss man sich als Elternteil arrangieren, dass man schwNkende Qualität liefert. Perfektionsanspruch ist nicht hilfreich.

    Ich denke auch nicht, dass ich jemals ein perfekter Vater sein möchte. Aber mein Anspruch ist es zumindest einer der besten Väter zu werden, die es so gibt. Ich will einfach positiv denken und ich habe auch einfach ein gutes Gefühl, dass ich darin völlig aufgehen werde... kann es nicht erklären, ist aber so.

    Also meinst du, deine einzige Schwäche ist es, dass du alles nicht sofort perfekt kannst?


    Und sonst bist du absolut perfekt?

    @ Allestoll usw

    Ich hab die ganzen anderen Threads des TE verfolgt, und schon sein Startbeitrag hier einschl. der Art wie er sein Anliegen beschreibt, passt da wunderbar rein, ist geradezu eine schlüssige Fortführung. Seine von ihm abgöttisch geliebte Freundin konnte er sich nicht zurechtbiegen, jetzt will er es halt mit einem Kind versuchen. Lasst ihn doch – stoppen könnt ihr ihn eh nicht, bekehren oder seine Einstellung verändern auch nicht ;-)

    @ Allestoll:

    Wenn ich meine Freunde befrage können sie viele charakterliche Schwächen nennen. Aber sie würden auch sagen, dass ich die gute Fähigkeit habe meine Schwächen in der Hinsicht auch auszugleichen und mich ständig verändere. Ich bin nicht perfekt. Ich sehe zwar keine geistigen Limits für mich selbst, aber doch körperliche. So würde ich bei fast allen Sportarten, außer Schach, total scheitern.