• Möchte ein Kind, aber keine Frau (Fragen Leihmutterschaft)

    Hallo. Ich habe folgendes Problem: Seit Jahren habe ich den zunehmenden Wunsch Vater zu sein. Es hat sich so langsam in mir entwickelt dieser Wunsch bis ich anfing mir wirklich konkret Gedanken darüber zu machen. Ich denke ich könnte einem Kind enorm viel geben. Ich bin jetzt fast 30 und fühle mich so als ob ich bereit bin für etwas neues Großes, was…
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    Zitat

    Das ist genauso legitim wie eine Frau, die keinen Mann möchte, aber doch ein Kind.

    In meinen Augen ist das NICHT legitim. Jedenfalls nicht, wenn es von vornherein so geplant ist und das Kind zu seinem Vater keinen regelmäßigen Kontakt haben soll.


    Leihmuttergeschäfte in der von dir geplanten Weise sind in Deutschland illegal und es wird dir hier niemand bei der Planung einer Straftat (bzw. beim Verleiten eines Dritten zu einer Straftat) behilflich sein.

    In den USA ist Leihmutterschaft legal, allerdings musst du saemtliche medizinischen Leistungen zahlen (Hormonbehandlung, Befruchtung, Untersuchungen waehrend der Schwangeschaft, Geburt und Krankenhausaufenthalt). Das geht in die Zigtausenden.


    Nach der Geburt kann sich die Mutter allerdings entscheiden das Kind zu behalten und muss dir das Geld nicht zurueck zahlen. Ausserdem duerftest du das Kind nicht ausser Landes bringen wenn die Frau das nicht moechte.


    Geschlechterselektion wird soweit ich weiss auch bei kuenstlichen Befruchtungen aus ethischen Gruenden nicht vorgenommen.


    Ich wuerde sagen kauf dir nen Hund.

    Zitat

    Aber ich sehe es so, dass ich im Moment an einer entscheidenden Gabelung in meinem Leben stehe. Entweder gehe ich den Weg des Glücks und Sinn oder direkt in die Sackgasse ohne Sinn und Vollendung.

    Ich finde es gut, wenn Menschen ihren eigenen Weg gehen, von dem sie selbst überzeugt sind, auch wenn sie ihn allein gehen müssen.


    Als Mann wirst Du es auf diesem Wege schwer haben. Es liegt in der Natur der Sache, dass Du von der Mehrheit keinen Beifall erwarten kannst. Auch von mir nicht. Ich finde Deinen Gedankengang nicht überzeugend. Ich finde es gut, wenn Kinder Eltern haben, die sich lieben.


    Über die zitierten Sätze habe ich mich etwas gewundert, denn der Anfang des Eingangsbeitrags liest sich so als hättest Du die Entscheidung bereits gefällt und Dich für "den Weg des Glücks und Sinn" entschieden.

    @ Kletterpflanze80:

    Danke. Vielleicht war ich zu drastisch in meiner Formulierung mit der Frauensache. Da sind vielleicht ein bisschen die Nuancen verloren gegangen. Aber ich bin nunmal sehr direkt und auf den Punkt. Was bei manchen sauer aufstößt.

    @ devilindisguise:

    Meine Art das zu lesen war so, dass es allerhöchstens rechtlich eine Grauzone ist. Aber gut. Es muss ja nicht hier in DE geschehen. Ein Land zu finden mit passender gesetzlicher Lage, wie in den USA ist dann besser. Ich will keineswegs die Notlage einer Frau ausnutzen. Es sollte aus ihrem freien Willen geschehen. Und dann besteht da ja auch keinerlei ethisches Problem.

    @ SkinnyLove87:

    Geschlechterselektion (so called "socal sexing") _ist_ erlaubt in den USA. Da hab ich mich informiert.

    Zitat

    Mir geht diese Diskussion hier in eine Richtung, die mir sehr missfällt. Ich frage mich ob man eine Frau mit dem Wunsch sich in einer Samenbank künstlich befruchten lassen würde so angehen würde. Ich empfinde es als total verletzend, denn offenbar habe ich in meinem Beitrag mein Herz ausgeschüttet über etwas, das mich lange beschäftigt.

    Es ist schade, dass du dich direkt so angegangen fühlst. Anscheinend hast du dir sehr da drüber Gedanken gemacht, wie du deinen Wunsch erfüllt.


    Ich kann es verstehen, auch wenn ich noch nicht an dem Punkt in meinem Leben bin, aber sollte ich zu der Zeit, wo ich ein Kind will, keinen Partner haben, dann werde ich wohl zur Samenbank gehen. Das ist biologisch für mich als Frau natürlich einfacher als für einen Mann. Trotzdem hat natürlich ein Mann ein Recht auf eine Familie und diese muss ja nicht mehr dem veralteten Konzept: Vater + Mutter + 2-3 Kinder sein. Wo gibt's das denn wirklich noch so heil?

    Zitat

    Vor allem ist es für ein Kind nie leicht, ohne das gleichgeschlechtliche Elternpaar aufzuwachsen. Ich hätte mir lieber in den Kopf geschossen, als mit meinem Vater über Periode, Vaginalpilz und Pille zu sprechen.

    Ich würde dir raten, dich in deinem Umfeld umzuhören. Vielleicht hast du eine sehr gute Freundin, der du auch mit Kindern einiges zutraut. Die kann dann die Patentante sein, die oft zu besuch kommt und bei der sich deine Tochter anvertrauen kann. Denn klar braucht das Kind auch eine Bezugsperson des gleichen Geschlechts, aber wie machen denn Homosexuelle Paare das?

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    Und wenn du wirklich aus vollem Herzen, und ich meine Herzen, ein Kind haben wollen würdest, würdest Du eines aus dem Heim nehmen.

    Da es ja soooo viele Kinder im Heim gibt, die im Kleinkindalter sind. Und die werden ja am liebsten an alleinstehende Männer oder Frauen vermittelt. %-|

    Zitat

    (hast du wirklich Lust, nachts 7mal aufzustehen? Hast du wirklich Lust auf ein quengelndes Krabbelkind, das sich an deinem Schienbein festklammert und seinen Rotz an deiner guten Hose abwischt? Hast du bedacht, daß dein Kind ganz anders sein könnte als gedacht – sei es, daß seine Persönlichkeit eher schlecht zu deiner paßt, daß es zumindest phasenweise weitgehend erziehungsresistent ist oder sei es, daß sich nach ein paar Monaten eine Krankheit oder Behinderung herausstellt?).

    Na, das Risiko geht man aber immer ein. Deswegen würde man aber doch niemandem per se davon abraten Kinder zu bekommen. Finde ich an dieser Stelle kein gut angebrachtes Argument.

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    Na, das Risiko geht man aber immer ein. Deswegen würde man aber doch niemandem per se davon abraten Kinder zu bekommen. Finde ich an dieser Stelle kein gut angebrachtes Argument.

    Er schreibt ja, dass er die volle Kontrolle über sein Leben haben will. Die hat man mit Kind aber nicht mehr.


    Und auch abgesehen von der Kleinkindzeit, auch und gerade mit größeren Kindern gibts viel auszuhandeln, Konflikte, Streit usw. Und wenn er ein Kind will, weil er sich alleine fühlt, das ist schon gruselig, denn das Kind wird (oder sollte) einmal sein eigenes Leben führe (dürfen).

    Zitat

    natürlich ein Mann ein Recht auf eine Familie

    Ein Recht? Er kann es machen, natürlich. Wie sich jeder andere auch fortpflanzen kann. Aber ein Recht? Wo festgeschrieben? Von wem erlassen?


    Ein Kind ist ein Geschenk, kein Eigentum, auf das man Anspruch hat.


    Ich finde die ganze Herangehensweise etwas befremdlich. Ich kann dieses Unbehagen nicht wirklich in Worte fassen, vielleicht ein Punkt, der mich am meisten irritiert: Ein Kind sollte mit keinem Job geboren werden, d.h. mit der Aufgabe, Einsamkeit oder Defizite der Eltern aufzufüllen. Und: Ein Kind ist ein eigenständiger Mensch, eine Wundertüte, die es zu nehmen gilt, wie sie kommt. Kurzum - ich bin mir einfach nicht sicher, ob der TE vollumfänglich versteht, was für ein Abenteuer, aber auch was für eine Verantwortung ein Kind ist. Wie sehr es vom ersten Tag an eigenständiger Mensch ist.

    Zitat

    Er kann es machen, natürlich. Wie sich jeder andere auch fortpflanzen kann

    So war das auch gemeint. Aber unsere Gesellschaft geht eben auch dazu über, dass wir allen ihren Kinderwunsch erfüllen wollen, auch die es biologisch nicht können --- die unfruchtbaren, die Homosexuellen und jetzt eben auch Single Leute.

    Zitat

    Ein Kind sollte mit keinem Job geboren werden

    Aha und warum bekommen andere Leute ein Kind? Weil sie zu blöd zum verhüten sind? Wohl eher nicht die Mehrheit! Sondern weil sie sich eine Familie wünschen, weil sie vielleicht einen Teil von sich haben möchten, dem sie ihre Weisheit weitergeben möchten, oder auch einfach jemand der da ist, wenn man alt und tattrig ist. Das gleiche lese ich beim TE heraus. Empfinde ich nicht als einen Job.

    Zitat

    Er schreibt ja, dass er die volle Kontrolle über sein Leben haben will. Die hat man mit Kind aber nicht mehr.

    Das interpretierst du hinein, er hat lediglich geschrieben Weiterhin will ich die alleinige Kontrolle über mein Leben haben und auch die Erziehung. Er möchte keine Partnerin haben, weil er nicht das Gefühl hat das er sich mit jemandem so auf Augenhöhe treffen kann um ein Kind gemeinsam groß zu ziehen.

    Vor einiger Zeit gab es dazu mal einige gute Artikel im Internet und auch eine TV-Doku. Ich finde das alles leider nicht mehr.


    Fazit war aber, dass es unglaublich schwierig für die Väter war (in dem einen Fall ein schwules Paar), das Kind überhaupt nach Deutschland zu bringen und an entsprechende Papiere zu kommen.


    Denn unabhängig von der Einstellung zu Leihmutterschaft und Deinem Vorhaben: Es ist in Deutschland illegal.


    Schau auch mal hier: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/FAQ/GeburtAusland/06-Leihmutterschaft.html?nn=383016

    Habe den Artikel wieder gefunden:


    http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/39839/Und-siehe-es-war-sehr-gut

    @ Chlalalala

    Zitat

    Da es ja soooo viele Kinder im Heim gibt, die im Kleinkindalter sind. Und die werden ja am liebsten an alleinstehende Männer oder Frauen vermittelt. %-|

    Schade, dass du so kein bisschen verstehst, was ich gesagt habe. Wenn man unbedingt ein Kind will und ihm Liebe geben will, muß es nicht nur kein eigenes, sondern auch kein Kleinkind sein.

    Ansonsten:


    Ich kann es nachvollziehen. Als Single-Frau, die irgendwann mal über Samenspender aus dem Ausland nachgedacht hat. Ja, ist kontrovers und mag egoistisch klingen. Aber woanders geht es ja auch.


    Nichtsdestotrotz finde ich das hier beschriebene Vorgehen etwas befremdlich. ZU durchgeplant, wenn man sich mal konkret mit den Anforderungen und Schwierigkeiten beschäftigt.

    Als Single hat man auch praktisch keine Chance auf Pflege- oder Adoptivkind.


    Dazu ganz interessant:


    http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/inhalt/film-und-serie/vater-vater-kind-dokumentarfilm-100.html


    Ist halt schade, dass man in einigen anderen Ländern einfach weiter ist.

    Ein echter Vater hätte kein Wunschkind. Bedingungslose Liebe, das heißt, dass er sich nicht sein Wunschkind basteln will.


    Du hörst dich an, als wolltest du einen Menschen züchten.


    Bei Frauen ist es übrigens alles so viel einfacher, weil es von der Natur her vorgesehen ist, dass sie gerade in den ersten Lebensmonaten der wichtigere Elternteil sind. Wo wächst das Kind? Im Mutterleib. Wer stillt das Kind? Die Mutter.


    Es gibt sogar Studien, dass Mütter es eher bemerken, wenn ihr Kind krank ist.


    Für dich hätte eine Schwangerschaft keinerlei Risiken, du müsstest nicht der Gefahr von Diabetes, Geweberissen oder sogar dem Tod bei der Geburt rechnen.

    Zitat

    Du hörst dich an, als wolltest du einen Menschen züchten.

    Ich wollte es so krass nicht formulieren, hatte den Gedanken aber auch. Forschungsprojekt.

    Zitat

    Bei Frauen ist es übrigens alles so viel einfacher, weil es von der Natur her vorgesehen ist, dass sie gerade in den ersten Lebensmonaten der wichtigere Elternteil sind. Wo wächst das Kind? Im Mutterleib. Wer stillt das Kind? Die Mutter.

    Väter können die Rolle prima übernehmen. Gut, die Schwangerschaft nicht, aber danach ist ein Vater NULL schlechter als eine Mutter. Nur kommen viele Väter auch nicht so recht dazu.


    Habe dazu zwei Fälle im Kopf:


    1. Eine Freundin, die nach dem Mutterschutz (also wenige Wochen nach Geburt) wieder gearbeitet hat und wo der Vater ein ganzes Jahr zu Hause blieb. Der Vater hat das bessere Gespür für's Kind.


    2. Der Fall, wo eine Frau ganz tragisch 10 Tage nach Entbindung verstarb und der Vater mit dem Kind zurückblieb. Auch alles super (bis auf die Trauer...).