• Oh nein, ich höre was, wo kommt das denn her?

    Die biologische Uhr. Sie tickt. Ganz plötzlich. Und ich höre es! Hilfe!!!! :-o :-o :-o Ich habe über die Frauen immer geschmunzelt, die, mit ihrem ausgeprägtem Kinderwunsch. Konnte das nie nachvollziehen. Fand das "Babygetue" lächerlich. Ok, eigentlich finde ich das jetzt teils auch noch immer. Es hat sich ganz heimlich, still und leise angebahnt: Ein Kind.…
  • 1 Antworten

    Huhu, ich habe ja noch keine Ahnung davon, aber meine Hebamme meinte, wenn es, nach dem Anstillen, noch so weh tut, dass man heulen muss, ist etwas falsch, also die BW nicht richtig im Mund.


    Hoffe, es wird bei dir noch besser!

    Zitat

    aber meine Hebamme meinte, wenn es, nach dem Anstillen, noch so weh tut, dass man heulen muss, ist etwas falsch, also die BW nicht richtig im Mund.

    Grundsätzlich richtig - dauerhaft sollte es natürlich nicht weh tun. Und ja, wenn nur der Nippel im Mund ist, tut es sauweh (wenn sie abrutscht könnte ich schreien). Die ganze Brustwarze muss in den Mund.


    Aber wenn die BW noch nicht dran gewöhnt ist, gereizt, empfindlich, blutig, rissig ode falsch angelegt, dann tut es beim anstillen erstmal weh und dauert paar Tage. Bei mir wird es wie gesagt besser, ist aber noch nicht weg.

    Das sagen leider viele Hebammen, dass das "normal" ist, sollte es aber nicht sein...Selbst Stilberaterinnen machen das oft.

    Zitat

    Aber wenn die BW noch nicht dran gewöhnt ist, gereizt, empfindlich, blutig, rissig ode falsch angelegt, dann tut es beim anstillen erstmal weh und dauert paar Tage. Bei mir wird es wie gesagt besser, ist aber noch nicht weg.

    Blutig, Rissig und gereizt werden die Brustwarzen eben vom falschen Anlegen.


    Den Brustentzündungen kannst du auch entgegenwirken, indem du schaust, dass alle Teile der Brust richtig entleert werden. Je nachdem wo der Unterkiefer des Babys ansetzt, wird die Brust besser entleert.


    Ich kann wirklich nur das Buch "intuitives Stillen" empfehlen. Die Autorin schreibt auch, dass leider viele Hebammen und Beraterinnen selbst nicht viel Ahnung haben oder es nicht ernst nehmen mit dem Satz "da muss man halt durch, das reguliert sich". Es gibt auch eine Homepage dazu. www. Stillkinder.de


    Da gibt es viele stillende Mamas, die wochenlang nur Probleme hatten, bis sie gezeigt bekamen, wie man (wirklich) korrekt anlegt.


    Aber ich will mich jetzt auch nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Wir sprechen uns im Februar nochmal wenns bei mir soweit ist :=o

    Ich hab das ja schon zweimal durch, also ich wusste beim Zweiten schon wie es aussehen soll und so, aber es tat trotzdem weh. Meine Hebamme war da ganz pragmatisch und hat mir einfach Ibus für die ersten Tage empfohlen, schon wegen der Nachwehen die immer einsetzten.

    Ich denke auch, das man sich dran gewöhnen muss. Ich habe erst vier Wochen Erfahrung und kein zwei Kinder. Aber bisher kenne ich keine stillende Mütter, bei der von Anfang an alles super geklappt hat ohne jegliche schmerzen.

    @ Krabbelkäferle

    Zitat

    Ich kann wirklich nur das Buch "intuitives Stillen" empfehlen. Die Autorin schreibt auch, dass leider viele Hebammen und Beraterinnen selbst nicht viel Ahnung haben oder es nicht ernst nehmen mit dem Satz "da muss man halt durch, das reguliert sich".

    Sei mir nicht böse, aber da liest du, was irgendeine Frau schreibt und propagierst, das stillen nicht weh tut, obwohl du keine eigene Erfahrung hast. Das ist etwas was mich extrem stört. Es ist "normal" weil das viele Hebammen und Mütter erfahren. Mit so einer Aussage erzeugt man lediglich Druck bei frischen Müttern, weil sie nur hören: Du machst es falsch! Und ich finde das ist das schlimmste, was man einer Mutter mit Neugeborenen sagen kann. Das verunsichert extrem. Ja, eine falsche Technik tut weh, aber selbst wenn man alles richtig macht, kann es immer noch weh tun. Babys, Mütter, Brustwarzen und Hintergründe sind sehr unterschiedlich und es ist logisch, dass nicht alle sofort eine harmonische schmerzlose Stillbeziehung haben. Da kannst du noch so oft dein Sprüchlein wiederholen, dass du in einem Buch aufgeschnappt hast.


    Wie gesagt, ich meine das nicht persönlich gegen dich, aber genau das trägt dazu bei, dass Mütter verunsichert sind und lieber abstillen. Die erste Zeit ist schwierig genug, da braucht es Beruhigung und Ermutigung und kein: Du machst was falsch. Und nichts anderes ist es, wenn du sagt: Stillen darf nicht wehtun.

    Ich sehe das anders, ich finde es heißt eher "man kann etwas dagegen tun, dass es so sehr weh tut". Man muss eben nur rausfinden, was und dafür braucht man jemanden, der einen gut anleitet.


    Wie gesagt, ich habe selbst erst 3 Tage Erfahrung und selbst wenn, könnte ich ja nicht von mir auf alle anderen schließen. Meine Hebamme, die genau das gesagt, was Krabbelkäferle zitiert hat, hat 25 Jahre Berufserfahrung und wenn sie sagt, dass die Allermeisten Frauen schmerzfrei stillen können, wenn sie wissen, wie, glaube ich ihr das. Davon ab gibt es wohl kaum Frauen, die intuitiv alles richtig machen (ich schon mal nicht).


    Mehr sage ich dazu nicht, da der Thread wohl nicht zu einem Prinzipienstreitfaden werden soll.

    Ich wünsche euch eine schöne erste Weihnachtszeit zu dritt und lass euch mal eine Kerze für die besinnliche Zeit hier. :)-

    Danae,


    vielen lieben Dank!! :-) Ehrlich gesagt muss ich mich immer wieder daran erinnern, dass bald Weihnachten ist. Das geht dieses Jahr sehr an mir vorbei. Ich habe nicht dekoriert und keine Geschenke - nur für meinen Freund. Eigentlich wollte ich noch backen, aber das habe ich vor der Geburt nicht mehr geschafft und jetzt ist es irgendwie nicht wichtig. Mal sehen, wie Weihnachten wird.


    Eigentlich könnte ich jetzt sooo viel tun. Der Kleine schläft und hier wartet so viel auf mich - aber ich habe gerade beschlossen, dass das warten kann. Ich bin geduscht, habe Zähne geputzt und gegessen. Der Rest ist jetzt mal unwichtig.


    Ich überlege gerade, wo fange ich denn nur an?


    Zuallererst: Es geht mir gut, auch wenn vieles anders ist. Ich muss mich an manches noch gewöhnen, das wird dauern, aber insgesamt ist es nicht so furchtbar, wie ich dachte. Der Kleine ist im Moment recht lieb. Ja, er weint. Aber er ist ein Säugling und ich sage mir immer, dass er das darf. Nachts schläft er etwa 5-7 Stunden durch. Tagsüber kommt er dafür öfter. Er hat nun auch hin und wieder abends seine Schreiphase. Deswegen habe ich dann gestern doch mal zum Schnuller gegriffen. Keiner konnte mir sagen, ab wann man eigentlich einen Schnuller gibt - also habe ich es jetzt einfach probiert und finde ihn dadurch schon ruhiger. Es war auch so offensichtlich, dass einfach alles angenuckelt wurde, dass da jetzt so langsam doch ein höherer Nuckelbedarf besteht. Tja und die Schreierei am Abend... Das ist etwas deprimierend, weil es immer dann anfängt, wenn mein Freund nach Hause kommt. Er ist unglaublich geduldig mit dem Kleinen und nimmt ihn mir dann oft ab und kümmert sich. Aber ist natürlich nicht toll, wenn ich tagsüber ein weitgehend friedliches Baby habe, während er abends angeplärrt wird. Zum Glück nimmt er es nicht persönlich ;-) Vielmehr entpuppt er sich als richtig toller Vater. Ich freue mich immer, wenn ich heimlich zum Wickeltisch schiele und die beiden beim Windeln wechseln beobachte. Da wird gesungen und geölt und massiert. Ich weiß nicht, wem es mehr Freude bereitet.


    Die Stillere ist etwas besser geworden, aber ich muss gestehen: Ich hasse es. Ich mache es nicht gerne, es gibt mir nichts. Klar ist es schön, dass der Kleine mir nah ist und ich streichle ihn dabei und freue mich, wenn er zufrieden saugt. Aber naja, es ist auch unangenehm und viel viel Zeit am Tag, die man so verbringt. Es tut mittlerweile nicht mehr so sehr weh, ich habe mich mit einer Stillberaterin getroffen, die mir noch helfen konnte. Aber ganz gut ist es nicht und die ersten paar Züge tun immer weh bzw. ich mag auch einfach dieses saugende Gefühl nicht. Bin ständig dann am Brustwarzen eincremen, laufe viel oben ohne rum, aber richtig gut wird es nicht. Ich finde die Brustwarzen mega empfindlich - und das nach bald 4 Wochen stillen. Ich hoffe noch, dass es besser wird. Milch habe ich mehr als genug - so viel, dass ich nun schon 2x eine schmerzende und rote Brust hatte. Dann bin ich noch am Abpumpen und kühlen... irgendwie dreht sich viel in meinem Alltag um meine Brüste ;-D Das ist seltsam. Aber ich halte durch. Der Kleine geht gerne an die Brust, es ist ist das Beste für ihn, da muss ich jetzt durch.


    Was im Moment ganz arg schwierig ist: Ich bin daheim. Und allein. Bei dem Wetter habe ich oft keine Lust rauszugehen bzw. fühle mich dafür auch irgendwie nicht fit genug. Ich bin müde (Schilddrüsenwerte schlecht und Eisenmangel) und oft schlecht organisiert. Dann ist vielleicht der Kleine fertig, aber ich war nicht mal im Bad. Aber ich versuche mir da jetzt keinen Druck zu machen. Er wird noch oft genug draußen sein. Und es ist ok, wenn wir einfach auch mal auf der Couch sitzen. Hoffe ich. Ich fühle mich auch ziemlich einsam. Ich kenne noch in paar andere Schwangere, aber die haben noch nicht entbunden und sind gerade mit anderen Dingen beschäftigt. Ich habe uns für einen Babykurs angemeldet - aber der beginnt erst Ende Januar. Andere Mamis kenne ich eigentlich nicht und die, die ich kenne, haben auch erst kürzlich entbunden und ihre Männer sind noch daheim. Ich bin nun die zweite Woche tagsüber allein, bei mir läuft das schon etwas anders...


    Eigentlich wollte ich endlich noch was zur Geburt schreiben, aber neben mir motzt und fuchtelt es schon, ich glaube, hier wird jemand wach.

    Es hat nun doch länger gedauert, aber ich möchte euch noch berichten, wie es mit der Geburt gelaufen ist...


    Mein ersten Gedanken, wenn ich an die Geburt denke: gewaltig, der Moment in meinem Leben, in dem ich so klar wie niemals zuvor war. Aber auch: ätzend und brauche ich nicht noch mal.


    Ich vermute, dass ich die Geburt deshalb als so zermürbend empfunden habe, weil ich total übermüdet in die Geburt gegangen bin. Ich habe 3 Nächte vor der Geburt nicht mehr geschlafen und war total durch. Ich habe nicht mehr verstanden, welcher Tag ist, wann ich wo war und war generell sehr verwirrt. Wir waren 2x vor der Entbindung in der Klinik. Beim ersten Mal (Mittwoch) dachte ich, dass ich Fruchtwasser verliere. Hat sich nicht bestätigt und wir sind wieder nach Hause gefahren. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hatte ich schlimme Senkwehen und habe die Nacht wach auf der Couch verbracht.


    Beim zweiten Mal (Donnerstag) hatte ich Senkwehen des Grauens, im 3-5 Minuten Abstand und war der felsenfesten Überzeugung, dass das nun echte Wehen sind. Als wir mitten in der Nacht in der Klinik saßen und das CTG keine einzige Wehe aufzeichnete, die Ärztin mir eröffnete, dass es keine Wehen sind, war ich verzweifelt. Eigentlich sollte ich wieder nach Hause. Als ich aber bei der Untersuchung saß, hatte ich wieder eine dieser Senkwehen und habe sie laut verarmte (ruhig und leise ging schon lange nicht mehr). Die Ärztin war mehr als überrascht und hat erkannt, dass die Schmerzen wohl schlimmer sind, als sie dachte. Also so von wegen Pillepallesenkwehe. Nö. Die schlimmsten Schmerzen. Sie wollte mir dann eine Infusion geben (ich weiß gar nicht mehr, warum, ich war so durch). Vom Zuganglegen ist mir dann der Kreislauf entgleist (das war echt so ein ekliges Gefühl), mir wurde schlecht und plötzlich lag ich auf dem Boden. Da wurde dann beschlossen, dass ich über Nacht bleiben soll. Ich bekam ein Einzelzimmer und Schmerzmittel, die nichts brachten. So saß ich die halbe Nacht im Bett, habe vor mich hingestöhnt und alles verflucht. Ich hatte so schlimme Schmerzen, dass ich schon längst nicht mehr wusste, wohin mit mir. Weder sitzen noch liegen noch stehen war möglich. Ich war komplett verzweifelt. Morgens waren die Schmerzen auf einmal weg, ich wurde nochmals untersucht und wieder keine Wehe auf dem CTG, am Muttermund keine Veränderung. Ich habe - wenn ich schon mal in der Klinik bin - die Unterlagen für die pda ausgefüllt (man weiß ja nie und ich war mittlerweile so übermüdet, dass ich dachte, wenn es jetzt losgeht, habe ich für eine Geburt keine Kraft) und bin anschließend nach Hause gefahren.


    Die Nacht von Freitag auf Samstag war dann die dritte schlaflose Nacht - die wohl grauenhafteste Zeit, die ich jemals hatte. Ich konnte gar nichts mehr. Ich hatte ganz schlimme Schmerzen im unteren Rücken, bei jeder Wehe musste ich aufspringen und in die Hocke gehen. Ich wusste ja aber, dass ich nicht in die Klinik fahren muss, die mich wieder mit ihrem Senkwehengelaber abspeisen und ich eh keine wirksamen Schmerzmittel bekomme. Mit dem Wissen bin ich zusammengebrochen. Ich saß im Wohnzimmer, mitten in der Nacht, habe geschrieen und geheult und war verzweifelt. Nichts brachte Linderung. Auch die Badewanne brachte nichts. Wie ich da so saß, in meiner vollen Verzweiflung, kam mein Freund und holte mich ins Bett. Er war mittlerweile auch schon mit den Nerven am Ende, da er dem ganzen ja schon einige Zeit lang zuschaute und nichts tun konnte. Er massierte mir dann den Rücken, sprach mir ruhig zu und irgendwann hatte ich mich etwas beruhigt. Während er weiterhin massierte, versuchte ich etwas zu schlafen. Mein Freund erzählte mir später, dass er so froh war, als er realisierte, dass ich endlich eingeschlafen war - nach diesem Schlafentzug - als ich nur wenige Minuten später wieder wach wurde. Geweckt wurde ich von einem sonderbaren Geräusch. Es machte knack und plötzlich spürte ich, wie Wasser aus mir lief. Und dann überkam mich die Panik.

    Als ich realisiert habe, dass soeben die Fruchtblase geplatzt war, habe ich aufgeheult und meinem Freund mitgeteilt, dass das jetzt nicht wahr sein darf. Ich habe die ganze Zeit "nein, nicht jetzt, nicht jetzt" gestammelt. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie man so übermüdet eine Geburt überleben sollte. Außerdem war es ein klarer Startschuss. Keine Wehenraterei mehr, sondern eindeutig: Fruchtblase geplatzt und daher Start der Geburt.


    Die Geburt an sich. Ach ja... Durchwachsen. Ich würde sagen: der Anfang dank gewisser Unterstützung ok, der Schluss katastrophal. Im Krankenhaus angekommen hatte ich auf dem CTG eindeutige Wehen, durfte direkt in den Kreißsaal. Ich bekam eine Buscopan, um den Muttermund weich zu machen. Und dann vergingen die Stunden mit Wehen veratmen, Badewanne, Infusion mit Schmerzmittel (herrlich!), 2x übergeben, anschließend pda (ein Segen!!!). Ich habe verschiedene Positionen durchprobiert, mein Freund hat bei jeder Wehe den Rücken massiert. Dank der Schmerzmittel fand ich das alles erträglich. Bis zur Austreibungsphase. Die pda wurde gedrosselt und wir probierten mit der Hebamme verschiedene Positionen durch. Das war ok, weniger schmerzhaft als gedacht. Und anstrengend fand ich es auch nicht. Ich habe mich während der Geburt immer noch nett mit den Hebammen unterhalten und war generell so klar im Kopf, wie noch nie zuvor. Ich habe ganz viel gedacht, auch viel an den diesen Faden, eure Tipps. Habe viel umgesetzt und alles ganz genau wahrgenommen. Irgendwann war sich die Hebamme dann sicher, wie das Kind am Besten auf die Welt kommt und ich begann in der Position zu pressen. Irgendwie fand ich das schwierig, weil ich mich ständig gefragt habe, ob ich richtig presse. Plötzlich war auch eine Assistenzärztin da und ein Oberarzt kam hinzu. Da habe ich mich gefreut, weil ich dachte, aha, jetzt kommen die Ärzte, das heißt, die Geburt geht dem Ende zu und ich habe es gleich geschafft.

    Alle im Raum haben getuschelt und wohl gedacht, ich verstehe nicht bzw bin so abgelenkt, dass ich es nicht mitkriege. Aber da haben sie sich getäuscht und ich hatte sofort verstanden, worum es ging. Die Herztöne von unserem Sohn waren schlecht und man war sich nun einig, dass er umgehend geboren werden muss. Und dann begann der Horror. Es wurde mir eröffnet, dass der Kleine das letzte Stück nicht schafft, am Beckenboden nicht rum kommt. Und man deshalb nachhelfen müsste. Mir war durch den Geburtsvorbereitungskurs sofort klar: Ok, für Kaiserschnitt ist es zu spät, jetzt wird es richtig Kacke. Und das wurde es dann auch. Die Assistenzärztin zückte die Schere und schnitt am Damm (was ich übrigens spürte, von wegen unter der Wehe ist das schnuppe). Der Wehentropf kam an den Start. Anschießend griff die Ärztin zur Saugglocke. Man wollte nun bei der nächsten Wehe mit Hilfe der Saugglocke unterstützen. Ich bekam Angst. Noch gruseliger wurde es, als der Oberarzt kam und blieb. Da wusste ich, der kommt nicht grundlos. Er sagte mir nochmals, wie dringend unser Sohn nun geboren werden müsse und dass er deswegen unterstützen möchte. Und als er mir eröffnete, dass er bei der nächsten Wehe von außen am Bauch schieben wird, bekam ich richtig Panik. Ich wollte den Kristeller-Griff nicht. Andererseits wusste ich ja aber auch, dass mein Kind in Gefahr ist. Also dachte ich mir, ok, wir tun alles, was nötig ist, damit das Kind endlich zur Welt kommt. Es rollte dann also die nächste Wehe an, ich sagte den Ärzten Bescheid und alle machten sich ans Werk. Ich presste, die Ärztin zog an der Glocke, die Hebamme tat auch irgendwas da unten, das habe ich nicht gesehen und der Arzt schmiss sich auf meinen Bauch. Und dann flippte ich aus. Ich schrie wie am Spieß, ich dachte, ich müsse auf der Stelle sterben. Ich hatte vermutet, dass es schmerzhaft werden würde. Dass es aber so barbarisch werden würde, damit hätte ich niemals gerechnet. Ich flehte innerlich quasi darum in Ohnmacht fallen zu dürfen - aber den Gefallen tut einem ja der Körper unter der Geburt nicht. Ich schrie also wie ich noch niemals in meinem Leben geschrieen habe. Nachdem die Wehe abgeklungen war, der Arzt sich von meinem Bauch erhoben hatte und die Ärztin nicht mehr zog, wurde mir mitgeteilt, dass ich bei der Prozedur nicht schreien sollte, sondern mit aller Wucht pressen und keine Energie verschwenden darf. Da habe ich wirklich gedacht, ich spinne. Es schmeißt sich jemand auf dich drauf, dass du denkst, es zerreißt dich und dann soll man dabei aber auch noch still sein. Ich habe es dann zumindest versucht... Das ganze lief so etwa 4-5x ab. Ich habe nicht mitgezählt. Vor der letzten Wehe hatte ich innerlich aufgegeben. Ich habe angefangen, mich selbst zu schlagen, um von den Schmerzen abzulenken. Mein Freund, der während der Prozedur mit den Händen am Kopf vor lauter Entsetzen in etwas Abstand neben mir stand, kam ans Bett geeilt. Der Oberarzt nahm meine Hand, schaute mich an und sagte mir, dass es nach der nächsten Wehe geschafft sei. Ich bezeichnete ihn als Lügner. Aber er hatte letztlich recht. Als der Kopf geboren wurde, dachte ich, es zerreißt mich. Leider waren auch die Wehenpausen etwas länger, weshalb dieses Gefühl sehr lange bestand. Schließlich war der Kopf da und für den Rest wartete man gar keine Wehe mehr ab. Ich presst nach der Wehe noch etwas und es war nach 12 langen Stunden endlich geschafft. Ich bekam ihn auf die Brust und war verliebt. Kein Geheule oder großer Emotionsausbruch. Aber ich schaute ihn an, er mich und es war um mich geschehen. In meinen Augen das perfekte Baby, auch kaum zerdrückt, nicht rot, nicht schrumpelig. Dem Kleinen ging es gut. Mein Freund durchtrennte schließlich die Nabelschnur und zusammen mit der Hebamme schauten sie nach dem Kleinen, während ich auf die Plazenta wartete. Leider kam sie nicht, weshalb nun in meinem Abschlussbericht neben "Geburtsstillstand" auch noch "Plazentaablösungsstörung" steht. Eins ist sicher: Ich bin wohl nicht fürs Kinderkriegen gemacht und sollte wohl auch keines mehr bekommen... Mir wurde auf jeden Fall noch der Bauch massiert, ich bekam Akupunkturnadeln. Aber nichts geschah. Die Ärzte wurden wieder unruhig, ich auch. Ich wollte nach dieser Geburt auf keinen Fall noch in den OP geschoben werden. Schließlich, und so ziemlich in letzter Minute, kam die Hebamme auf die Idee, mich in die Hocke gehen zu lassen. Dann musste ich mit vollem Druck in eine leere Flasche blasen. Und wie ich das so mache, spüre ich ein plopp und die Plazenta war da.

    Die Zeit auf der Wöchnerinnenstation war dann durchwachsen.


    In der ersten Nacht habe ich wieder kaum geschlafen, aber immerhin 2 Stunden. Der Kleine wollte sich nicht aus dem Arm legen lassen, ich hatte beim Schlafen Angst, ihn fallen zu lassen, daher bin ich wach geblieben. Am Tag nach der Geburt konnte ich dann kaum laufen. Ich habe es erst nicht geblickt, was mir da weh tut. Der Dammschnitt schmerzte gar nicht, dafür das Steißbein. Und das leider heute noch immer. Ich muss mir das geprellt haben (bzw. hat es beim zweiten Wurf des Arztes auch verdächtig in mir geknackt), konnte kaum laufen. Nun sind fast 4 Wochen her, in verschiedenen Positionen tut es noch immer sehr weh. Ich werde wohl nach Weihnachten noch zum Arzt gehen müssen.


    Milch kam erst, als ich daheim war. Der Kleine wurde dann auch noch leicht gelb und nahm grenzwertig ab - da habe ich geheult und mich anschließend selbst entlassen. Mittlerweile hat er gut zugenommen und die Hebamme ist zufrieden. Und daheim kam dann auch gleich die Milch.


    Generell habe ich das Gefühl, dass ich jetzt nach der Geburt mehr Beschwerden habe, als in der gesamten Schwangerschaft. Die Verdauung spinnt, Eisen und Schilddrüse sind aus dem Gleichgewicht geraten. Steiß schmerzt und ich bekam dicke Füße, zudem einen allergischen Ausschlag. Das alles in Verbindung mit der ganzen Umstellung - man hat plötzlich ein Baby, nachdem man immer schauen muss, der Bauch ist weg

    und die Emotionen, die aufkochen
    - hat mich enorm geschlaucht.


    Ich bin sehr froh, dass er nun da ist und finde ihn großartig. Aber es wird einige Zeit dauern, bis ich die Tage vor, während und nach der Geburt verarbeitet habe. Zum Glück wollte ich nie mehrere Kinder, das würde es nach den Erfahrungen eh nicht mehr geben. Und ich weiß auch gar nicht, ob es aus medizinischer Sicht so klug wäre. Eins habe ich mir auf jeden Fall direkt im Anschluss an die Geburt gedacht: wir haben beide die Geburt überstanden und ich war überwältigt von dem Moment, als er mir auf die Brust gelegt wurde. Aber vergessen sind die Schmerzen nicht.

    Erstmal: Du warst echt SAU Tapfer. Grandios hast du das gemacht, ehrlich. Mir hats damals ja schon gereicht das sie die Plazenta noch rausdrücken mussten.


    Und wegen des Steißes (meine zweite hat meinen ja angebrochen) sitzt du schön auf einem Dounat? Sonst kann das nicht gut heilen. Und es gibt Physios für den BEckenboden. Meine hat mir wortwörtlich den Hintern gerettet, weil sie da alles wieder gerade gestellt hat. Ich war durch den Bruch so schief, dass ich inkontinent war. :-X

    Und was die einsamkeit angeht: habt ihr ein Mehrgenerationenhaus oder so in der Nähe? Da kann man ganz gut einfach so rumhängen, im Cafe und ist gleich schon weniger alleine. :)_