Wann wusstest ihr, dass ihr Kinder wollt?

    Hallo zusammen :)
    Ich würde mal gerne hören, wann ihr euch sicher wart, dass ihr eine Familie gründen wollt. Wusstet ihr schon immer, dass ihr Kinder wollt? Hat sich das langsam entwickelt oder seit ihr irgendwann aufgewacht und dachtet "jetzt ist der Wunsch da!"?

    Ich bin jetzt 27 und habe immer noch kein Verlangen danach, ein Kind zu bekommen. Trotzdem denke ich seit einiger Zeit darüber nach, wie denn meine Zukunft aussehen soll. Einerseits wäre eine Familie schön, ich mag Kinder. Andererseits fühle ich mich einfach nicht bereit dazu und der Gedanke 9 Monate ein Kind auszutragen und vor allem an die Geburt ist für mich irgendwie schrecklich :(
    Ich sage immer scherzhaft: Wäre ich ein Mann, hätte ich schon lange "ja" zu Kindern gesagt ;-D
    Als ich noch Anfang 20 war, hab ich immer gedacht: Warte mal ein paar Jahre, dann wirst du wissen ob du Kinder willst. Die Jahre fliegen seitdem nur so dahin und nichts tut sich ":/

    Wenn ich mir wenigstens irgendwann sicher wäre, dass ich keine Kinder will, das wäre schon mal eine Erleichterung :=o
    Ich will einfach mal wissen, wie es anderen so geht x:)
    Liebe Grüße!

  • 31 Antworten

    Natürlich würde ich das nicht selbst entscheiden.

    Es geht ihm wohl ähnlich, kein großer Kinderwunsch vorhanden. Er ist auch schon etwas älter als ich, hat sich bisher nicht ergeben und ich denke er hat sich schon ein bisschen von dem Gedanken verabschiedet, Vater zu werden. Es stand bisher auch nie ernsthaft zur Debatte, weil ich immer noch mitten im Studium stecke und wir beide nie gesagt haben “ich will unbedingt Kinder“.

    Oft kommt dieses absolute das Kind lieben erst nach der Geburt...irgendwie empfand ich immer so als ob sich da ein Schalter umgelegt hatte...klar die Hormone...aber es bliebt, das Gefühl und wuchs auch noch über die ganzen Jahre. Ich hätte es unwahrscheinlich schade empfunden, wenn ich auf Kinder verzichtet hätte - ich glaube sogar einer der größten Fehler , die Frauen so begehen können. Sie wissen ja aber vorher auch nicht wie toll es ist sich nicht nur sein Leben lang um sich selbst zu drehen.


    Vorher dachte ich so: ja na klar Kinder , o.k. haben ja alles , gehörte irgendwie dazu, aber nie so ein großer absoluter Kinderwunsch ...fremde Kinder fand ich eher etwas nervig langweilig....

    Ich hatte auch nie wirklich ein kinderwunsch. Irgendwie hab ich mir die Zukunft schon mit Kindern vorgestellt aber so richtig dieses Gefühl, dass ich jetzt auf biegen und brechen ein Kind möchte, stellte sich nie ein...... Bis ich 2014 mit dem Verdacht auf Eierstockentzündung ins Krankenhaus musste. Hab natürlich gegoogelt und was von Unfruchtbar werden usw gelesen. Im Endeffekt ist es ne Blinddarmentzündung gewesen. Aber ich hatte wirklich kurz Angst niemals Kinder bekommen zu können. (Ich weiß, etwas übertrieben aber es waren wirklich höllische Schmerzen)

    Und zack war da dieser drängende kaum auszuhalten Wunsch schwanger zu werden, ein kleines Baby zu haben, es aufwachsen zu sehen, es alles beizubringen usw. Im gleichem Jahr stand unsere Hochzeit an. Kurz davor musste ich mit meinem Mann über diesen wirklich dringenden Wunsch sprechen. Er wollte Zeit sich an den Gedanken zu gewöhnen. Für ihn kam der Wunsch ja etwas plötzlich. X-\Circa Ein halbes Jahr. Das war das längste meines Lebens.

    Und als ich ca ein Jahr später mein kleinen auf dem Arm hatte, war mir plötzlich sofort klar, dass ich drei Kinder haben möchte. Nummer eins ist jetzt 3 und der zweite gerade 5 Monate. Nummer drei hat noch etwas Zeit ;-)

    Überlege doch einmal was es in dir auslöst, wenn dir gesagt würde, dass du keine Kinder bekommen kannst.

    Wäre es dir egal oder wärst du sogar dankbar dass das Schicksal für dich entschieden hat. Oder fändest du es schade?

    Du bist ja auch erst 27 und noch mitten im Studium. Vielleicht stellt sich ein kinderwunsch ein, wenn du erstmal fertig und im Job angekommen bist.

    wintersonne 01 schrieb:

    [...] fremde Kinder fand ich eher etwas nervig langweilig....

    Geht mir immer noch so... Ich verstehe sie auch nicht und kann nichts mit ihnen anfangen :_D mit eigenen ist es ganz anders !

    Nie so richtig, und ich hätte darauf hören sollen. Ich liebe mein Kind, aber anders als meine Vorrednerin empfinde ich es eher als Fehler, eins bekommen zu haben und will auch kein zweites. Insofern - bekomm keines wenn es dir nicht so richtig ein Bedürfnis ist. Ein gutes Buch zum Thema ist Motherhood von Sheila Heti.

    Bei mir fing das erst mit Ende 20 an, wie bei Dir. Ganz ganz langsam.

    Und ich konnte und kann fremde Kinder auch nicht leiden, bzw kann einfach nichts mit ihnen anfangen. Seit dem ich über 30 bin, wurde das mit der Sehnsucht immer stärker.

    Zweifel habe ich trotzdem immer noch, bis jetzt - die werden aber immer kleiner.

    Man hört alles - Frauen, die nie richtig wollten, sich dann getraut haben und glücklich sind, Frauen, die nie richtig wollten und dann unglücklich sind, Frauen, die unbedingt wollten und glücklich oder unglücklich sind - es ist ein Glücksspiel.

    Wahrscheinlich muss man sich fragen, was man mehr bereuen würde - es zu wagen und dann ggf unglücklich sein, oder es nie zu wagen und dann zu hadern...

    Ich konnte lange gar nichts mit Kindern anfangen und erst mit Anfang 30 und meinem jetzigen Partner machte sich der Gedanke etwas breit. Aber: Ich hätte auch ein Leben ohne Kinder leben können, vielleicht wäre es so mit einem anderen Partner gewesen.

    Ich wusste schon immer dass ich mal Kinder - eine Familie will. Und auch mein Mann hatte diese Vorstellung. Gerade weil das sehr früh geklärt war (Verhütungspanne nach 4 Monaten Beziehung, und wir entschieden uns gegen eine Pille danach) hatten wir nie großen Druck darüber zu reden und was festzulegen. Erst nach 10 Jahren haben wir geheiratet und dann losgelegt. Und auch da war der Drang nicht so groß - sondern eher so - "Jo jetzt sollt ma mal anfangen" (wir beide Anfang 30) Erst mit den ersten Monaten ohne Erfolg wurde die Sehnsucht größer.

    Die Babyzeit hätte ich eigentlich gerne ausgelassen, weil ich mit Babys nicht wirklich was anfangen kann und sie auch nie süß fand ... naja mit meiner Tochter gehts mir jetzt natürlich anders. Man lernt so schnell ihre eigene Ausdrucksweise, lernt sie zu verstehen, dass mir diese "Baby-kann-noch-nix-weiss-nicht-was-es-will" Zeit extrem kurz vorkam - vielleicht die ersten 4 Wochen oder so. Dann war sie für mich ein vollwertiger Mensch der mich anlächelt, und sich (wenn natürlich sehr eigen) verständlich machen kann.


    Ihr habt noch Zeit. Und manchmal kommts dann eh flott. Dass ich heiraten will wusste ich auch erst 1 Monat bevor ich den Antrag gemacht habe - es überkam mich einfach.

    wintersonne 01 schrieb:

    ich glaube sogar einer der größten Fehler , die Frauen so begehen können. Sie wissen ja aber vorher auch nicht wie toll es ist sich nicht nur sein Leben lang um sich selbst zu drehen.

    War das bei dir so?
    Frauen können sich durchaus aufopfernd um andere kümmern, in welcher Form auch immer und das, obwohl sie nie Kinder geboren haben.

    Ich finde dieses Zitat auch ganz entsetzlich. Erstens in seiner Allgemeingültigkeit („alle Frauen“) und zweitens in seiner Einseitigkeit („es ist ein Fehler“) und drittens in seiner Herablassung („die armen Haserl wissen es ja nicht besser, aber ich habe die Erleuchtung gefunden“). - umgekehrt wissen viele nicht, wie es ist, sich jahrelang vorwiegend um andere zu drehen. Hab ich zB vollkommen unterschätzt. Und es sind Kleinigkeiten - eben hätte ich wahnsinnig gern mit meinem Mann geschlafen, aber der sechsjährige liegt nach Nachtwandeln daneben, also dann halt nicht. Jetzt habe ich etwas Zeit für mich, aber in etwa 15 Minuten quäkt es „Früüüühstück!“ durchs Haus - und dann ist die Ruhe für heute vorbei. Die Fremdbestimmung durch ein Kind ist massiv, von Tagesablauf zu geistigen Ressourcen zu körperlichen Problemen. Nix mit „läuft einfach mit“ - jedenfalls nicht, wenn man arbeitet.

    Zitat

    Ich finde dieses Zitat auch ganz entsetzlich. Erstens in seiner Allgemeingültigkeit („alle Frauen“) und zweitens in seiner Einseitigkeit („es ist ein Fehler“) und drittens in seiner Herablassung („die armen Haserl wissen es ja nicht besser, aber ich habe die Erleuchtung gefunden“)


    Man sollte halt einfach nicht von sich auf andere schließen. Und das meine ich nicht böse. Wenn man vor allem aufgrund der Mutterschaft den Zustand des “um sich drehens” beenden konnte, dann ist es ja eine schöne Nebenwirkung. Man sollte aber nicht allen Frauen unterstellen, dass sie dies genauso benötigen.