Zweites Kind - Ja? Nein? Wann?

    Ich habe erst überlegt, unter Alias zu schreiben, weil mich manche aufgrund meines Jammerns und meiner Vorgeschichte für verrückt halten werden, aber was solls;-D


    Also, ich hätte es ja nicht für möglich gehalten, aber so langsam kriecht in mir das Gefühl hoch, gerne noch ein zweites Kind zu bekommeno:):=o Ich weiß, niemand wird mir da das einzig wahre raten können, daher sehe ich den Thread hier eher als persönliches Brainstorming...


    Unser Kleiner ist jetzt 9 Monate alt. Das erste halbe Jahr war für mich ehrlich gesagt die Hölle. Ich hatte eine Postpartale Depression, konnte den Kleinen lange nicht richtig lieben, wir gingen nervlich auf dem Zahnfleisch und waren teilweise auch echt genervt von dem kleinen, ständig heulenden Paket Baby. Aber langsam wird es besser, er kann langsam stehen, sich ein bisschen bemerkbar machen, was er will und ist ein wahnsinns Sonnenscheinx:) (Bitte kein "Hahaha, wartet mal ab was alles noch kommt", mir ist klar dass das jetzt grad eine gute Phase ist).


    Eigentlich wollten wir immer ca. 3 Jahre Altersunterschied, einfach damit man dem Großen ein bisschen was erklären kann, er in den Kindergarten geht tagsüber, richtig laufen und essen kann etc. Aber wie entscheidet man sowas? Man weiß doch nie, ob die beiden sich lieben oder bekriegen, egal ob man großen oder kleinen Altersunterschied hat... Einerseits bin ich froh, dass wir die allererste Babyzeit hinter uns gelassen haben, der Schlafmangel setzt mir immer noch extrem zu, was mit Schwangerschaft/zwei Kindern bestimmt auch nicht besser wird:-p Aber die Vorstellung, in 2-3 Jahren noch mal von vorne anzufangen, puh, ich weiß nicht, dann vielleicht eher schnell durchziehen und fertig?;-D Ich habe so viele Pläne, was ich beim zweiten Kind anders machen würde, aber es sind halt nur Pläne...


    - Auf den MuSchu vor der Geburt verzichten, solange es mir gut geht (ich liebe meine Arbeit, seit ich im MuSchu war, ging es mit meiner Psyche bergab)


    - Nach 8 (oder 12) Wochen wieder arbeiten. Wir würden dann, wie jetzt auch, beide Teilzeit arbeiten, also keine Fremdbetreuung.


    - Nicht stillen. Bitte, brecht keine Diskussion los, mich hat das Stillen aus mehreren Gründen psychisch extrem fertig gemacht - mit Pre kennen wir uns aus und mein Mann kann auch wieder zu gleichen Teilen mithelfen.


    - Geplanter Kaiserschnitt. Die Sekundärsectio und 36 Stunden unproduktive Wehen waren die Hölle. Ich will keine natürliche Geburt versuchen, habe Angst, dass die Narbe reißt (ich weiß, dass eine natürliche Geburt möglich wäre).


    - Nicht mehr hochschwanger im Hochsommer!


    - Vorsorge so weit wie möglich nur noch bei der Hebamme. Wenn überhaupt 3x Ultraschall beim Arzt, fertig aus.


    - Ich WEIß jetzt, dass die ersten Monate wirklich vorbeigehen;-D Man hört zwar davon aus Erzählungen, glaubt es aber nicht:-p


    Und trotzdem habe ich total Angst vor der Entscheidung, noch ein Kind zu bekommen. Die Schwangerschaft war ok, die extreme Gewichtszunahme und die Wassereinlagerungen haben mich aber auch ziemlich fertig gemacht. Will ich das wirklich noch mal? Vielleicht auch noch viel schlimmer mit Übelkeit, Rückenproblemen etc.? Sollte ich nicht vielleicht einfach froh sein, dass der Kleine langsam größer wird und fertig?


    Gedanklicher Input ist gerne willkommen, konkrete Fragen habe ich grad nicht;-D Oder doch: Wie war es bei euch? Wieviel Altersunterschied? War das gut oder nicht? Habt ihr es bereut? In unserem Freundeskreis ist alles vertreten in positiv und negativ:=o

  • 49 Antworten

    Liebe TE


    sei nicht böse aber was willst du hören ohne das man wertend wird?

    Du scheinst außerdem schon super klare Vorstellungen zu haben wie deine nächste Schwangerschaft ablaufen soll (nicht über den Sommer schwanger sein, geplanter Kaiserschnitt, nicht Stillen, gleich wieder arbeiten ect.).

    Respekt dafür und viel Glück bei der Umsetzung...denn eins ist mal klar ...es kommt immer anders als man denkt.


    Auch bei der zeitlichen Fragen können wir dir schlecht Ratschläge geben.

    Die einen bekommen ihre Kinder hintereinander weg damit der Abstand nicht zu groß ist und kommen im Alltag auch mit 2 kleinen Kindern super zurecht.

    Andere setzten eher auf den Nachzügler.


    Ich bin die Nachzüglerfraktion.

    Mein Sohn ist aus dem gröbsten raus. Er kümmert sich, ist nach der Schule gleich draußen, will nich mehr so viel mit Mama zu tuen haben und ich habe meine Ruhe.

    Und wenn kann ich ihm erklären wenn es gerade schlecht ist und er ist alt genug es zu verstehen.


    Aber wie gesagt ich finde es schade das du so extrem durchgeplant bist. Mich würde mal interessieren wie das dein Partner sieht...der hätte da ja auch noch ein Wörtchen mitzureden.

    Die zentrale Frage wäre für mich, welches Gefühl du hast, wenn an einer Schraube gedreht wird? Hast du immer noch das Gefühl, es geht auch mit spontanen Änderungen?


    Zum Beispiel doch Ausfall auf Arbeit, Kind lässt arbeiten nach acht Wochen nicht zu, körperlich zu sehr eingeschränkt etc

    Naja, das sind doch aber Faktoren, die man halbwegs planen kann, was spricht also dagegen? Ich möchte alles tun was ich kann, um nicht wieder in die Depression zu rutschen... Klar muss das Schwanger werden nicht sofort klappen, aber ich würde eher die entsprechenden Monate auslassen, als noch mal im Hochsommer kurz vor der Geburt zu stehen. Das ist doch eine Entscheidung, die ich treffen kann?


    Die wenigsten versuchen eine natürliche Geburt nach vorherigem Kaiserschnitt, also was ist falsch daran, das planen zu wollen? Ich möchte nicht mein Leben und das meines Kindes gefährden, falls die Narbe aufgeht o.ä.


    Und nicht stillen, klar, sollte es die Flasche verweigern, werde ich es nicht verhungern lassen, aber wieso sollte ich stillen müssen, wenn ich nicht will?


    Mir ist durchaus bewusst, dass ich nicht alles planen kann, aber das sind die Hauptfaktoren, die mich depressiv gemacht haben. Jetzt, wo ich wieder arbeite, kann ich auch das Leben mit meinem Baby endlich genießen, was ich so gerne schon früher gemacht hätte! Und mir ist auch bewusst, dass das oben geschriebene sehr rational klingt, aber so bin ich halt und das heißt nicht, dass ich ein zweites Kind will, weil man das halt so macht oder so... Ich habe mich schwanger unglaublich unwohl gefühlt, fand den dicken Bauch nicht toll, die Abhängigkeit von anderen... Trotzdem ist unser Baby das tollste, was uns passieren konnte!

    Aber das war jetzt nicht die Antwort auf meine Frage :-)


    Kämst du mit dem Gedanken klar, doch nicht so viel arbeiten zu können? Sprich, wenn das Kind dann doch dich „steuert“ und nicht du die Kontrolle hast?


    Denn danach klingt es für mich, der bewusste Versuch, die Kontrolle auf jeden Fall zu behalten. Ich verstehe ihn absolut, aber andere Szenarios sind mindestens genauso realistisch

    Hatschepsut_ schrieb:

    Die zentrale Frage wäre für mich, welches Gefühl du hast, wenn an einer Schraube gedreht wird? Hast du immer noch das Gefühl, es geht auch mit spontanen Änderungen?


    Zum Beispiel doch Ausfall auf Arbeit, Kind lässt arbeiten nach acht Wochen nicht zu, körperlich zu sehr eingeschränkt etc

    Natürlich! Das sind Vorhaben/Pläne, ich weiß durch unseren Kleinen sehr gut, dass man herzlich wenig planen kann mit Kind;-D Aber ich möchte gewappnet sein und wenigstens versuchen, vieles anders zu machen.


    Ach so, zur Frage bzgl. meines Mannes: Er ist derjenige, der sich von Anfang an ein zweites Kind vorstellen konnte, trotz der besch** Anfangszeit. Er unterstützt mich da total, weil er z.B. gesehen hat, wie mich das Stillen fertig gemacht hat. Er findet es schön, nicht der Feierabend-Papa zu sein, sondern dass der Kleine beide Eltern zu gleichen Teilen hat. Ob und wie Teilzeit dann möglich ist bei ihm, müsste man natürlich sehen. Und nach der (für uns) Horrorgeburt möchte er auch lieber einen Kaiserschnitt beim nächsten.

    Meine sind 2 Jahre und knapp 10 Monate auseinander. Bisher find ich den Abstand gut, denn es zeichnet sich schon ab, dass die beiden gut zusammen spielen werden. Eifersucht ist natürlich schon ein Thema, aber hat sich inzwischen ganz gut gelegt. Die Kleine ist jetzt knapp 5 Monate alt. Bei einem ganz kleinen Abstand kann die Eifersucht quasi wegfallen, dafür ist dann die Belastung durch zwei noch sehr unselbstständige Kinder eben größer. Unsere Große geht schon in die Kita, seit sie 1 ist, sie geht sehr gerne hin und uns entlastet das natürlich in gewisser Weise. Mein Mann ist auch sehr engagiert, er macht mindestens so viel wie ich, das sieht bei den meisten Paaren, die ich kenne, leider anders aus. Ich würde das nicht akzeptieren und hätte unter solchen Umständen auch kein weiteres Kind bekommen.

    Bei mir war es übrigens auch so, dass ich anfangs nicht sicher war, ob ich ein zweites will. Aber irgendwann setzte sich der Wunsch dann durch. Beim zweiten sind viele Dinge einfacher, finde ich. Man hat sich schon mit der verlorenen Unabhängigkeit arrangiert, man weiß, wie du auch schon sagtest, dass die Babymonate vorbeigehen (Wochenbett fand ich beim ersten nicht so prickelnd, heftiger Babyblues, dieses Mal war ich fast wehmütig, dass es wohl das letzte Baby sein wird).

    Dass du gewisse Dinge planst, finde ich total in Ordnung. Lass dir da kein schlechtes Gewissen einreden. Wenn du die Dinge aus Überzeugung machst, weil es dir damit besser geht, wird es auch deinem Kind gut damit gehen!

    Alles Gute!

    Nachtrag: Elternzeit haben wir 50:50 mit teilweisen Überschneidungen aufgeteilt und wir arbeiten beide dauerhaft nur noch Teilzeit. Also irgendwie ein bisschen ähnlich wie bei euch. Und es ist funktioniert gut.

    Ich arbeite Teilzeit, mein Freund Vollzeit - das klappt bei uns nur, weil ich auch mal abends oder am Wochenende arbeite.


    Im Übrigen haben unsere Anmerkungen auch relativ wenig mit „schlechtes Gewissen machen“ zu tun, sondern mit dem Hinweis, dass gewisse Faktoren eben sich ändern können. Und an diese durchaus auch gedacht werden könnten. Ob jemand stillt, einen Kaiserschnitt oder eine Walsgeburt hat - das muss derjenige ganz alleine entscheiden :-)

    Hatschepsut_ schrieb:

    Ich arbeite Teilzeit, mein Freund Vollzeit - das klappt bei uns nur, weil ich auch mal abends oder am Wochenende arbeite.


    Im Übrigen haben unsere Anmerkungen auch relativ wenig mit „schlechtes Gewissen machen“ zu tun, sondern mit dem Hinweis, dass gewisse Faktoren eben sich ändern können. Und an diese durchaus auch gedacht werden könnten. Ob jemand stillt, einen Kaiserschnitt oder eine Walsgeburt hat - das muss derjenige ganz alleine entscheiden :-)

    Alles gut, ich habe das auch nicht als schlechtes Gewissen machen aufgefasst! Ich freue mich ja über Input. Fand nur sunnis Beitrag etwas...wertend, im Gegensatz zu deinem:)^

    Sorry wenns so rüberkam. Sollte nicht so sein.@:)

    Ist wohl eher das manche einfach nur froh sind wenn es mit dem 2. Kind überhaupt klappt.

    Und klar finde ich dann deine Gedankengänge krass.

    Letztlich muss das aber jeder für sich selbst entscheiden...keine Frage.


    Und da wünsche ich euch nur das Beste

    Schon ok, ich weiß dass nicht jeder das Glück hat, schnell oder überhaupt schwanger zu werden@:) Aber andersherum ist halt auch nicht jeder, der schwanger ist, automatisch total glücklich damit und genießt es... Glaub mir, ich hasse mich so dafür, mein Baby lange Zeit einfach nur nervig gefunden zu haben, obwohl er ein absolutes Wunschkind ist:°( Aber mittlerweile weiß ich, dass das die Depression war und ich da nichts für konnte. Aber das möchte ich gerne vermeiden beim zweiten Mal, wenn es irgendwie geht, für alle Beteiligten.

    Freunde von uns haben zwischen ihren zwei Kindern einen Altersabstand von 1,5 Jahren. Die Mutter hat ein halbes Jahr nach der Geburt des zweiten Kindes wieder angefangen Teilzeit zu arbeiten. Der Vater kümmert sich auch viel um die Kinder. Und es gibt zudem sehr bemühte Großeltern.


    In meiner Verwandtschaft gibt es ein Paar, das 4 Kinder hat. Zwischen der Geburt vom ersten Kind und der Geburt vom vierten liegen knappe 40 Monate. Die Mutter ist allerdings einige Jahre mit der ganzen Kinderschar zuhause geblieben ;-D

    Lebensentwürfe können ganz unterschiedlich sein, wenn ihr noch nicht wisst, was genau ihr wollt, müsst ihr ja nicht jetzt sofort eine Entscheidung treffen. Ihr könnt ja auch so lange warten, bis euer Bauchgefühl eindeutig in die eine oder andere Richtung tendiert.