Akademisierung der Krankenpflegeausbildung?

    Ich bin seit 1995 Krankenpfleger, und in letzter Zeit frage ich mich, warum Deutschland eigentlich das einzige Land in Europa ist, das die Krankenpflegeausbildung nicht akademisiert hat?


    Ich meine, überall sonst ist die Krankenpflege ein 4 bis 5 Jähriges Studium, nur in Dland ist es immer noch eine 3-Jährige Ausbildung, wie bei den Friseur, oder Bäcker, oder Metzger!!


    Was denkt Ihr darüber, ich bin eindeutug für eine Akademisierung!!!

  • 141 Antworten

    Wofür? Ein Pflegestudium gibt es doch in Deutschland schon. Aber nicht jeder kann PDL werden, irgendeiner muss auch die andere arbeit machen und dafür ist es sicherlich einfach zuviel Aufwand. Sinnlose verschwendung!

    ein Beispiel: in den USA ist eine "normlae" Schwester, die in der Pflege arbeitet auch studiert. da geht nicht jeder in die PDL. ausserdem Studieren die PDL eher Pflegeökonomie oder Medizinökonomie, das hat nichts mit der Krankenpflege "am Bett" zu tun.


    Wie brauchen Kompetentes pflegepersonal bei den Patienten, und nicht ungelernte Langzeitarbeitslose oder umgeschulte Informatiker!!!!

    Zitat

    Ich meine, überall sonst ist die Krankenpflege ein 4 bis 5 Jähriges Studium, nur in Dland ist es immer noch eine 3-Jährige Ausbildung, wie bei den Friseur, oder Bäcker, oder Metzger!!

    Deutschland hat doch schon mit der Akademisierung begonnen, es gibt immer mehr duale Ausbildungen!


    Das geht ja auch nicht von heute auf morgen ;-)


    Die Frage ist halt nur was man mit seinem Bachelor dann hinterher macht, weil ein Großteil eben in der Pflege bleibt ...


    Wer sich aber mal mit den Ausbildungen der verschiedenen Länder befasst hat, weiß aber auch das ein Pflegestudium in den USA nicht mit dem in Deutschland zu vergleichen ist.

    Zitat

    in den USA ist eine "normlae" Schwester, die in der Pflege arbeitet auch studiert. da geht nicht jeder in die PDL.

    Man darf aber auch nicht vergessen, das die die dual studieren nie an das Wissen herankommen was diejenigen haben die nach der Ausbildung noch studieren. Außerdem nimmt man mit den dualen Studiengängen auch leider denen die Chance in die Pflege zu gehen, die kein (Fach)Abitur besitzen .... was langfristig bedeutet das die Zahl der Pflegekräfte noch weiter fallen wird

    Die Ausbildung findet schon auf extrem hohem Niveau statt – und wird entlohnt. Willst Du Fachidioten produzieren, die theoretisch alles können, aber praktisch NICHTS?


    Und in den USA muss man für viele viele Job studieren... Eben auch für viele Berufe, die man bei uns in einer Lehre erlernt. Das kannst Du einfach nicht vergleichen. In anderen Ländern ist auch Physiotherapie ein FH-Studium und bei uns "nur" eine schulische Ausbildung.


    Ich stehe gerade vor dem umgekehrten Problem: Nach absolviertem Psychologie-Studium (naja, 5 Jahre her das Diplom) muss ich die Weiterbildung zum Psychotherapeuten absolvieren. Man arbeitet voll – und kriegt kein Geld. Trotz Studium, Praktika,... Ist halt wieder Praktikant. Wenn das SO laufen sollte in der Pflege, ist es nur ein noch größeres Hindernis.


    Und wenn Pflefepersonal 4-5 Jahre studieren soll: Wie lang soll das Medizinstudium in Zukunft werden? Oder wie sollen sich Ärzte und Pflegepersonal dann noch unterscheiden?

    Zitat

    In anderen Ländern ist auch Physiotherapie ein FH-Studium und bei uns "nur" eine schulische Ausbildung.

    Auch das ist mittlerweile dabei geändert zu werden, genauso wie die Logos und die Ergos. Ich weiß nur nicht ob das alles immer Sinn macht ...

    Zitat

    Wenn das SO laufen sollte in der Pflege, ist es nur ein noch größeres Hindernis.

    Das Problem hast du in der Pflege nicht, weil du beim dualen Studiengang ganz normal bezahlt wirst, wie die anderen Auszubildenden auch. Nur halt das sich die Phasen von Studium, Schule und Praxiseinsatz abwechseln.


    Wer danach studiert muss halt zusätzlich arbeiten gehen, aber da sind die FHs drauf eingestellt und arbeiten meist nur mit einer 3 oder 4 Tage Woche ...

    Zitat

    Und wenn Pflefepersonal 4-5 Jahre studieren soll

    Im dualen Studiengang 4, allerdings eben 3 Jahre für die Ausbildung und das Extra Jahr für den Bachelor

    Ich habe halt das gefühl, das die krankenpflege in deutschlannd kein gutes ansehen geniest, das hat historische gründe.


    Früher war es eine "berufung" und kein beruf, gottvertrauen und demütige untergebenhiet unter die ärzte waren die einzigen voraussetzungen.


    das ist oft immer noch so, merke ich. als krankenpfleger ist man meiner ansicht nach, der "übersetzter" zwischen Arzt und Patient.


    was in deutschland tatsächlich ein großes problem ist, das man als krankenschwester und pfleger zu 60 bis 70 % pflegefremde arbeiten verrichten muß, weil dafür kein anderes personal vorhanden ist.


    und wenn mich ein pat beim schrubben der nachttöpfe sieht, dann hat der meiner meinung nach das gefühl, ich hätte keine andere kompetenz ...

    Nun ja aber waschen und Bettpfannen bringen ist nun einmal ein zentrales Element der Krankenpflege und die Aufgaben bleiben auch mit akademischen Titel. Und es kann nicht sein das die "akademisierte Pflegekraft" sich nur noch hinter ihren Kurven verschanzt und das Fußvolk, nämlich die KPHs und die Schüler und die ohne Studium gehen waschen!


    Es läuft mit Sicherheit einiges falsch und man kann mit Sicherheit auch viel Kompetenz erweitern. Aber in einemStudium lernt man wissenschaftlich zu arbeiten, was willst du damit also amPatientenbett?

    Sternenhimmel, doch, ich glaube genau dahin wird Pflege gehen.


    Es wird eine (wenige) gut ausgebildete Kraft geben und die muss die Mitarbeiter organisieren. Ich glaube (leider) genau das wird die Zukunft sein.


    Ich kann den Wunsch nach mehr Ansehen schon verstehen, aber noch mehr theoretische Ausbildung? Wo jeder Schüler fast als erstes lernt "so wie du es in der Theorie lernst kannst du es in der Praxis nie umsetzen" ?

    Zitat

    Es wird eine (wenige) gut ausgebildete Kraft geben und die muss die Mitarbeiter organisieren. Ich glaube (leider) genau das wird die Zukunft sein.

    Ist doch heute schon so, von PDL Weiterbildung, Pflegestudium bis zum Pflegemanagement/Health Care Studium. Oder auch die QM Qualfikationen heben sich ab. Diesel Leute zu finden ist eigentlich kein Problem(bis auf öfters mangelnde Berufserahrung), das Problem ist doch heute schon, qualifizierte Kräfte zu finden. Weil viele nach der Krankenpflegeausbildung ja nicht in dem Beruf bleiben, sondern sich schon so Wartezeit für das Medizinstudium geholt haben etc.


    Aber ist auch kein Wunder, als meine Frau um das Jahr 2000 die Ausbildung angefangen hat, war Realschulabschluss schon fast zu wenig, Fachabitur sollte es sein...

    Zitat

    Ist doch heute schon so, von PDL Weiterbildung, Pflegestudium bis zum Pflegemanagement/Health Care Studium

    Das sind aber Menschen die zumeist nicht mehr in der Pflege arbeiten ....also aktiv am Patienten.

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    Weil viele nach der Krankenpflegeausbildung ja nicht in dem Beruf bleiben, sondern sich schon so Wartezeit für das Medizinstudium geholt haben etc

    Was aber wirklich nur ein Bruchteil ist, viele bleiben auch in der Pflege oder sie gehen ganz aus dem Beruf.


    Mit der Akademisierung wird man aber die grundlegenden Probleme nicht lösen ....

    Zitat

    Ich habe halt das gefühl, das die krankenpflege in deutschlannd kein gutes ansehen geniest, das hat historische gründe.




    und wenn mich ein pat beim schrubben der nachttöpfe sieht, dann hat der meiner meinung nach das gefühl, ich hätte keine andere kompetenz ...

    Und denkst du das die dir zugeschriebene Kompetenz ansteigen würde wenn du einen akademischen Hintergrund hättest und dann die Nachttöpfe wienerst?

    Zitat

    Das sind aber Menschen die zumeist nicht mehr in der Pflege arbeiten ....also aktiv am Patienten.

    Also gerade PDL in der ambulanten Pflege sehr oft. Deswegen macht meine Frau den Job nicht mehr, Schichtdienst und danach noch die PDL Arbeit, nein Danke. Natürlich muss so nicht sein, ist aber leider oft Alltag. Ist aber auch ein Missmanagement, welches wieder verschiedene Gründe hat.

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    Was aber wirklich nur ein Bruchteil ist, viele bleiben auch in der Pflege oder sie gehen ganz aus dem Beruf.


    Mit der Akademisierung wird man aber die grundlegenden Probleme nicht lösen ....

    Bruchteil? Von der ganzen Klasse damals arbeitet wohl nach nur weniger als 10 Jahren nichtmal die hälfte in dem Beruf aktiv in der Pflege am Patienten.


    Aber natürlich, die Akademisierung wird das Problem nicht lösen. Da muss man anders ansetzen, aber selbst meine Frau sagt ja, es gibt so manche Krankenschwester, da brauchen die sich nicht wundern wo der Ruf herkommt...

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    Also gerade PDL in der ambulanten Pflege sehr oft

    Also die PDLs die ich in der ambulanten Pflege kenne, gehen selber nicht waschen, die machen ggf Kleinigkeiten.

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    Von der ganzen Klasse damals arbeitet wohl nach nur weniger als 10 Jahren nichtmal die hälfte in dem Beruf aktiv in der Pflege am Patienten.

    Das ist dann aber schon sehr viel. Aus meinem Kurs sind auf ein paar alle noch in der Pflege und auch die Schüler bei uns im Haus bleiben zu 80% in der Pflege

    Zitat

    es gibt so manche Krankenschwester, da brauchen die sich nicht wundern wo der Ruf herkommt...

    Das ändern aber auch duale Studiengänge nicht ....

    Natürlich geht die Pflege immer mehr in die Richtung, das KPH und pflegeassistenten, die grundpflege verrichten, die eine (akademische) krankenschwester anhand der pflegeplanung erarbeitet hat.....


    Das ist schon z.b. in den USA oder zum teil auch in UK so der Fall. Dort gibt es mehrere Graduirungen der Krankenschwester.


    Zb haben in Italien die Studierten Krankenschwester eine andere Unform, als die nicht studierten, oder die nur angelernte,.


    Ein Beispiel, das ich nie vergessen werde. am vor ca 12 Jahren hattten wir eine russische krankenschwester bei uns auf station, die machte Ihr annerkennungspraktikum. Eines tagees bat sie eine bettlägerige Pat um eine Bettpfanne, diese russische schwester kam dann zu mir und fragte nach der "pfegeassistentin"... als ich ihr dann erklärte, das in deutschalnd die krankenschwestern ALLES am Pat machen, ist die aus alles wolken gefallen....


    Sie hat mir erklärt, das in russland und der ehemaligen Sowjetunion eine krankenschwester ganz andere aufgaben und pflichten hat, zb. Blut abnehmen, diurese kontollieren, EK angängen, Zugänge legen usw usw...

    Ein anderes Beispeil, das die unterschiedliche annerkennung und Kompetenz des pflegepersonals verdeutlich:


    In Finnland ist in der Ambulanz der Krankenhäuser eine Krankenschwester die erste ansprechperson, nachdem der Pat seine beschwerden geschildert hat, entscheidet diese Pflegeperson, ob und zu welchem Arzt der Pat weitergeleitet wird!!


    Diese Kompetenz kann man meiner Meinung nach, fast nur durch ein PflegeStudium erreichen.

    Selbst dafür müsste eine Krankenschwesterausbildung nicht akademisiert werden, bis zB auf das Finnlandbeispiel vielleicht.


    Was du eigentlich willst, ist ja schon ein heißes Thema, ist mir nicht unbekannt. Aber zB in der ambulanten Pflege auch nicht umsetzbar, da ist es wohl am besten wenn eine Person möglichst alles kann, ist ja heute schon ein Problem, weil PHK und Altenpfleger die der Arbeitsmarkt mehr hergeben, nicht alles dürfen. Das Krankenschwestern anstatt Ärzte Blutabnehmen können, ist ja schon lange ein Streitpunkt, Arzthelfer in Praxen machen das ja auch, aber wenn ich richtig weiß, ist das in den Krankenhäusern alles eine Frage der Delegation, möglich ist es ja, wenn der Arzt sagt ok.