was ich überhaupt nicht verstehe: wenn es sowieso eine Präferenz gibt Ältere zu nehmen, wieso legt die Politik als Zugangsqualifikation wieder den Hauptschulabschluss fest?


    Die sind dann doch erst 15-16 Jahre alt normalerweise.


    ich schließe daraus, dass die Politik denkt für diesen Beruf muss man eh nicht viel können.


    ist wie mit dem Handwerk. Da wird auch immer so getan, als würde jeder Lernschwache automatisch ein guter Handwerker.


    die Politik in DE wehrt sich gerade, weil von der EU-Kommission die Aufforderung kommt europaweit das Abitur als Zugangsvoraussetzung für die Pflege zu machen.


    Das liegt nunmal an den höheren Abiturientenquoten anderswo – die Schularten sind dort nicht voneinander abgeschottet, d.h. wenn ich anderswo eine Ausbildung mach, dann bekomm ich fast immer einen höheren Schulabschluss dazu, weil allgemeinbildende Fächer mit drin sind.


    ich finde eine 9jährige Hauptschulbildung nicht ausreichend für diesen Beruf – und ein gutes Alter für solche Berufe setze ich bei 21 an (ein 18 jähriger ist m.A.n. noch nicht erwachsen)

    Es gibt nur ein Problem, wer unter 18 ist, unterliegt beim Schichtdienst einem besonderen Schutz und kann nicht "frei" eingesetzt werden.


    Übrigens, ich verstehe das Problem nicht, Hauptschule hat doch füher auch gereicht dafür. Jetzt könnte man ja die Frage stellen, sind die Hauptschüler schlechter geworden oder ist die Ausbildung jetzt Anspruchsvoller(was ich nicht glaube).


    Der Vorteil ist, wenn wirklich auch Hauptschüler genommen werden, können auch andere, nicht direkt nach der Schule sondern vielleicht auf dem 2. Berufsweg sich gleich ohne Hindernisse für diese Ausbildung bewerben. Die Kräfte werden ja gebraucht.


    Anstatt hier dauernd nach Akademisierung zu schreien, sollte man doch lieber bei den schon genannten Problemen in der jetzigen Ausbildung arbeiten, wie das Mentorenproblem.

    Ähm Hauptschule reichte eigentlich nie seitdem es keine VOlksschule mehr gibt, das soll jetzt erst wieder eingeführt werden... du brauchtest immer ne Quali, 10b oder mittlere Reife (je nach Bundesland)....


    und genau es geht nur unter 18 und wegen Pausen, WE und Nachtarbeit und so.. wir hatten 2 17jährige im Kurs weil ein KH von den 5en wo wir zusammen in einer klasse saßen auch junge eingestellt hat.


    Und mal ehrlich es gibt soviel naive über 20 jährige.. du merktest da nicht wer 17 und wer über 20 ist... personenbedingt war es, aber nicht altersbedingt ;-)


    Aber von vielen 19jährigen gerade Studenten denk ich auch, dass die zu naiv fürs Leben sind. Lernen tuns wohl alle, ob früher oder später sei dahingestellt... grins


    KÖnnt ihr euch vorstellen das die Pflegeausbildung die einzige ist wo man nach der mittleren Reife und der ausbildung nicht automatisch das Fachabi hat, weil ja diese allgemeinen Fächer wie in ner normalen Berufsschule fehlen (Religion, Sport, Deutsch etc)... irgendwie lachhaft.

    Also mir ist nicht bekannt, dass man mit Realschulabschluss und Ausbildung gleich Fachabi hat. Damals wurde gesagt, hierfür müsse während der Ausbildung ein Extrakurs belegt werden und dann ist es glaube ich noch das Fachgebundene. Aber mittlerweile sind ja die Regeln zum studieren gelockert worden. So reicht Realschulabschluss + Ausbildung + Eignungsprüfung(die wirklich nicht schwer ist) aus um zB an einer renomierten Fernhochschule angenommen zu werden. Fachabi hat man dann aber trotzdem nicht.


    Aber es stimmt schon, für die Allgemeinbildung und überhaupt lern man zwischen Realschule und Abitur noch einiges, selbst zwischen Fachabi und Abitur ist in meinen Augen noch ein großer Schritt, ich will es behaupten dürfen. Ich habe alle 3 Abschlüsse auf der jeweiligen Schulform gemacht.

    Zitat

    ch finde eine 9jährige Hauptschulbildung nicht ausreichend für diesen Beruf – und ein gutes Alter für solche Berufe setze ich bei 21 an (ein 18 jähriger ist m.A.n. noch nicht erwachsen)

    Dem kann ich zum Beispiel widersprechen.


    Einmal weil ich ein tolles Gegenbeispiel miterlebt habe (Schwägerin: nach Haupschule direkt Ausbildung gemacht -> nach wenigen Jahren Oberschwester geowrden) und weil Reife zwar oft mit dem Alter kommt, mit 16 oder 17 Jahren die meisten Menschen aber bereit sind, um solche in solche Aufgaben eingeführt zu werden.


    Man wächst sicherlich mit der Ausbildung.


    Ich habe, weil ich eigentlich Medizin studieren wollte, dass 6 wöchige Pflegepraktikum gemacht.


    Nach einer Woche intensiver Einführung habe ich die selben Aufgaben wie die Krankenschwestern übernommen und bin klargekommen. Ich war deutlich jünger als 21. Ich durfte "sogar" Infusionen etc. ziehen.


    Den Beruf der Krankenschwester zu erlenen halte ich für nicht sehr anspruchsvoll, ihn aber dauerhaft auszuführen halte ich für schwer. Das ständige Stehen und Gehen, Schichtarbeit, relativ miese Bezahlung, keine Entscheidungsgewalt, immer von schweren Krankheiten und deren Folgen umgeben zu sein etc.pp.

    Zitat

    KÖnnt ihr euch vorstellen das die Pflegeausbildung die einzige ist wo man nach der mittleren Reife und der ausbildung nicht automatisch das Fachabi hat, weil ja diese allgemeinen Fächer wie in ner normalen Berufsschule fehlen (Religion, Sport, Deutsch etc)... irgendwie lachhaft.

    Bei fast keiner Ausbildung hat man automatisch Fachabitur! Dafür müssen die von dir genannten Kurse + Mathematik auf gymnasialem Niveau belegt werden und genau an diesem Mathekurs scheitern extrem viele Auszubildene. Die sitzen dann bei mir in der Nachhilfe und haben noch nie was von einer Asymptote gehört.


    Ich habe meiner Schwägerin zur Krankenschwester (sie ist eben leider nicht die hellste Kerze) durch die Beurfsschule geholfen und ich muss ehrlich sagen, dass was ich im Bio- und Mathematik-Leistungskurs gemacht habe, war wesentlich anspruchsvoller und schwerer.

    man bekommt nicht automatisch das Fachabitur und in vielen Ausbildungen wurden die Allgemeinbildenden Fächer aufgelöst. Stattdessen gibts jetzt keine Fächer mehr sondern Lernfelder und das Allgemeinbildende wird nur noch dazugerührt und geht unter oder wurde rausgenommen in vielen Fällen.


    von daher gibts in vielen Ausbildungen nicht mal mehr Fachsystematik und ich weiß von der Erzieherausbildung das manche es dort kritisieren, weil teilweise die Grundlagen fehlen z.B. in Entwicklungspsychologie.


    manche Schulen kritisieren es auch: http://www.blv-bw.de/65.0.html


    und man bekommt in fast keiner Ausbildung Fachabitur – hier in unserem Bildungsland fast in keiner --- meistens nur Realschulabschluss


    aber auch da steht die Politik unter Druck – im EQR musste sie den Gesellenbrief/die Ausbildung mit einem Abitur gleichstellen –


    nur leider vermittelt DE einige Kompetenzen die anderswo in eine höhere Qualifikationsstufe kommen dann immer nur auf Schulniveau --- also das ist en Nachteil für diejenigen Ausbildungsabsolventen , die nachher mal im Ausland arbeiten wollen, denn irgendwann richtet sich evtl. die Vergütung nach der Einstufung im EQR


    außerdem habe ich den Eindruck das man in DE vieles nach unten anpasst. Wenn ich will das Hauptschüler in eine Ausbildung reinkommen dann besteht die Gefahr, dass ich eben das Niveau der Ausbildung nach unten anpasse


    bei den anderen Ausbildungen wurde es mit den Lernfeldern nach unten angepasst durch die Auflösung der Fachsystematik und weil die Ausbildungen unbedingt im EQR in die Stufe 4 hineinpassen mussten.


    von daher finde ich es besser, wenn man etwas nach oben anpasst anstatt nach unten.


    und wer Hauptschule und Realschulabschluss hat könnte ja über ein FSJ oder KPH in den Beruf hineinkommen z.B. als Alternativweg. Momentan passt DE alle seine Ausbildungen nach unten an: für alle gilt Hauptschulniveau als Vorgabe der KMK – dann braucht man ja die Realschule gar nicht. Die können wir dann ja abschaffen

    @ gib nicht auf

    also ich finde die Krankenpflegeausbildung genauso anspruchsvoll wie ein Studium Soziale Arbeit oder Frühpädagogik –


    ich kenne das Studium Soziale Arbeit durch einen Bekannten und die Ausbildung hab ich selber ja mal zeitweilig gemacht


    der eine gilt als hoch qualifiziert, der andere nicht – das ist willkürlich. Auch von den Tätigkeiten her macht ein studierter Sozialpädagoge nicht immer was schwereres – die sozialen Kompetenzen die benötigt werden sind identisch.


    im Studium Soziale Arbeit hier im Norden gibts auch keine schwereren Fächer – keine höhere Mathematik oder anderes.


    von daher denke ich eher, dass dieses Berufsbild hier unterbewertet ist wie einige andere auch.


    natürlich können die noch nichts von einer Asymptote oder Vektorrechnung gehört haben, weil das eben der Stoff der Oberstufe und Gymnasien ist, der nicht auf der Realschule vermittelt wird.


    vieles wird auf der Haupt/Realschule nicht vermittelt , also kennen sie das auch nicht. Oder erwartest Du auch Altgriechischkenntnisse beim Realschüler?


    jede Schule bietet nur einen Teilausschnitt ab – von oben diktiert, wer was lernen darf.


    und natürlich ist ein Leistungskurs schwerer – aber mit einem Grundkurs kommt das schon noch mit.

    warum Hauptschule nicht mehr reicht:


    in vielen Gegenden ist die Hauptschule heute eine Schule für lernschwierige Schüler oder es sammeln sich dort die Migrantenkinder mit schlechteren Deutschkenntnissen.


    und die 1960er Jahre waren eben noch anders als heute – mein Onkel hat einen Handwerksbetrieb – baut Komponenten für Windkraftanlagen – das was er da lernt ist ein Handwerk – mittlerweile aber Hightech – da braucht man Know How in Physik, technische Anlagen, Mathematik – da reicht nicht mehr das, was an der Hauptschule vermittelt wird


    seine Ausbildung war mal für Hauptschüler, aber der Beruf hat sich weiterentwickelt.


    das Durchschnittsalter bei Ausbildungsbeginn liegt in DE bei 19,4 Jahren zur Zeit – das ist ja Abituralter


    ich weiß von nem Bekannten aus der IT-Branche, dass die am liebsten Azubis nehmen die über 20 sind, weil die besser ins Team passen.


    und ich denke in der Krankenpflege hat sich auch einiges geändert – ist teilweise auch modernes technisches Gerät im Einsatz auf Intensivstationen, Orthopädie etc...es erfolgt mehr Pflegeplanung, es gibt neue Methoden in der Pflege bei Prophylaxe etc...


    oder seh ich das falsch? Ich denke schon.

    Bei uns starten die meisten ihre Lehre mit 16 Jahren. Da ist von Berufen im Gesundheitsbereich über Informatiker, Gärtner, Verkäufer, Kaufleute bis Elektriker und so weiter alles dabei. Tausende von jungen Menschen beweisen hier jedes Jahr, dass sie Verantwortung übernehmen können. Pauschal zu bestimmen, dass man erst mit 20, 21 Jahren reif genug ist, find ich daher etwas fragwürdig.

    Zitat

    Bei uns starten die meisten ihre Lehre mit 16 Jahren. Da ist von Berufen im Gesundheitsbereich über Informatiker, Gärtner, Verkäufer, Kaufleute bis Elektriker und so weiter alles dabei. Tausende von jungen Menschen beweisen hier jedes Jahr, dass sie Verantwortung übernehmen können. Pauschal zu bestimmen, dass man erst mit 20, 21 Jahren reif genug ist, find ich daher etwas fragwürdig.

    Richtig. :)z Genauso wie die Aussage "Hauptschulabschluss reicht nicht, weil dort vorwiegend lernschwierige Menschen sind".


    Die Ausbildung zur Krankenschwester ist fachlich gesehen nicht so schwer als das es nicht ein durchschnittlicher, fleißiger Hauptschüler schaffen kann. Ich hab meine Schwägerin durchgebracht und die hatte einen schlechten Hauptschulabschluss. Sie ist trotzdem richtig, richtig gut in ihrem Job.

    @ ninivee

    Zitat

    natürlich können die noch nichts von einer Asymptote oder Vektorrechnung gehört haben, weil das eben der Stoff der Oberstufe und Gymnasien ist, der nicht auf der Realschule vermittelt wird.

    Das bezig sich bei mir alles auf beetlejuices Beitrag, dass es "lächerlich wäre, dass man während der Krankenpflegerausbildung sein Fachabitur nicht dazu bekommt".


    Ich finde das nämlich nicht lächerlich, sondern nachvollziehbar, da dafür einfach nicht die Grundlagen (mir fällt es insbesondere in Mathematik, Englisch und Physik immer wieder auf) vorhanden sind.

    Ich überlege grad, die mathematische Herausforderung in diesem Beruf, auch in der Ausbildung war nie höher als Infusionszusammensetzungen berechnen zu können oder mal zwischen Einheiten umherrechnen zu können. Das sollte einem Hauptschüler gelingen und wenn nicht, dafür macht er es in der Ausbildung nocheinmal. Ich kenne sogar Abiturienten die können die Prozentrechnung nicht... heißt also alles garnix!

    @ Rlmmp

    Das ist ja gut zu wissen – dann sollten wir den Sozialarbeiter wieder von den Fachhochschulen wegholen, den die müssen gar nichts berechnen können , den Beruf können wir dann ja auch für Hauptschüler freigeben. Wenns nur darum geht.


    Mr. Glanz,


    aus welchem Bundesland oder Land bist du denn? Das Durchschnittsalter ist Stand 2010 für Deutschland und das heißt letztlich nur, dass sehr viele nicht sofort in Ausbildung kommen, sondern erstmal Warteschleifen machen oder im Übergangssystem sind in berufsvorbereitenden Maßnahmen in denen es oft keinen Abschluss gibt. Oder es machen halt Abiturienten eine Ausbildung, was in DE schon auf jeden 5. Azubi zutrifft in allen Berufen – das blöde daran ist nur, dass die zweimal die Sekundarstufe 2 besuchen ohne ihren Bildungsstand zu verbessern – denn die Ausbildung zählt ja mittlerweile wie ein Abitur, das diese schon haben.

    Dann sag mir, in welchem Bereich der Ausbildung die höhere Schulbildung von nütze ist, von dem was in der Schule gelehrt wird.


    Ich vermute, garnix. Das fehlende wird ja in der Krankenpflegeausbildung gelehrt, deswegen ist es ja eine Ausbildung und man kann den Beruf nicht direkt nach der Schule ausüben ;-)

    @ Rlmmp

    man könnte die Ausbildung dann etwas mehr fachlich erweitern, so wie in vielen anderen Ländern und da viele in dieser Ausbildung sind die sonst gern Medizin studiert hätten könnte man die Ausbildung interessanter gestalten. In ländlichen Regionen fehlen nachher Ärzte und das Medizinstudium ist teuer – wenn man Gemeindeschwestern einsetzen will wie in Schweden oder Polykliniken dann passt es vielleicht besser ins System, insbesondere weil der Medizinberuf zunehmend weiblicher wird und diese auch Teilzeit arbeiten wollen – das wäre evtl. eine fachliche Erweiterung die den Beruf aufwerten könnte und sinnvoll wäre, um den ländlichen Raum ausreichend zu versorgen.


    wie einer hier auch schon richtig bemerkte: es ist leichter jemanden in der Pflege auszubilden, wenn er die Körperfunktionen vorher kennt oder Wissen über Bakterien, Viren etc. mitbringt. Diese Kenntnisse kann man aus dem Bio-Unterricht mitbringen, leider wird das Fach an Hauptschulen weniger intensiv vermittelt , wer die Lehrpläne kennt der weiß das – auch weniger Stunden.


    Mr. Glanz,


    erst letzte Woche las ich nen interessanten Artikel in der Zeitung über Deutsche in der Schweiz – diese schicken ihre Kinder zum Gymnasium nach Deutschland, weil der Alternativweg berufliches Matura von denen anscheinend nicht akzeptiert wird – da fahren die lieber über die Grenze – anscheinend kommen nicht so viele aufs Gymnasium – Deutsche fahren ihre Kinder dann über die Grenze.


    und ich denke, die Schweiz ist nicht so abgeschottet wie das deutsche System eben weil es immer diese berufliche Matura gibt als Studienberechtigung was auch viele in Anspruch nehmen als gleichwertig – in DE ist das eher die Ausnahme, nicht die Regel – das System ist abgeschottet


    dennoch weiß ich das auch in der Schweiz viele Kinder lieber ihr Matura machen und dann noch studieren wollen