@ agnes:

    sie war vorher ruhig - reagierte auch auf niemand direkt, aber schrie und schlug nicht ... dann konnte sie nicht mehr schlucken (aufgrund apoplex, vorher schon dement) und deshalb die Überlegung mit einer Magensonde - die Angehörigen verneinten, weil die Dame es selbst nicht entscheiden konnte, weil dement und auf niemand reagiert ... dann bekam sie eben nichts mehr zu essen (schlucken ging ja nicht), wir befeuchteten aber die Lippen, cremten, pflegten sie natürlich ... dann nach 2 Tagen fing sie an unruhig zu werden .. und danach fing sie an zu schreien, zu schlafen, zu schreien, um sich zu schlagen, dann wieder Dämmerschlaf, dann schreien ... etc ... bis sie tot war.


    War das jetzt ausführlich genug?

    @ Schneemann64

    So wie Du schreibst, hast Du Dich doch eh schon entschieden?!

    Zitat

    Lieber ihre Qualen/ihr Dahinvegetieren verlängern, oder würdevoll sterben lassen?

    Die Formulierung der Frage sagt ja schon alles.

    Zitat

    Medikamente wurden komplett abgesetzt vom Arzt, als die Angehörigen die Magensonde ablehnten

    Das halte ich für einen Fehler- der auf Kosten von euch Pflegenden und der alten Dame ging.


    Meine Omi war auch dement, sie ist völlig friedlich eingeschlafen, als es soweit war. die letzten Tage konnte sie nichts mehr essen....


    Mein Onkel, schwer krebskrank, hat sich ab einem Punkt im Krankenhaus entschieden, nichts mehr zu essen und jede Medikation abzulehnen, auch er ist im Schlaf gestorben ohne Kampf.


    Meine Alzheimerkranke Mutter, die noch mobil ist, hat für sich seit mehreren Monaten beschlossen, nichts mehr zu essen, nur noch wenig zu trinken. sie hat 26kg abgenommen, ist im Moment per Gerichtsbeschluß in einer geschlossenen Einrichtung und wird festgebunden, um Infusionen zu bekommen- ein gruseliges Bild. Jedoch habe ich mit dem Krankenhaus die Einigung: keine PEG. Denn meine Mutter sagt: ich will sterben.


    wer bin ich, mich gegen ihren letzten artikulierten Willen zu stellen.


    aber es ist hart!!!!:°(

    Zitat

    Es ist eigendlich nur noch eine lebensverlängernde Maßnahme

    Was sind dann eigentlich all die Medikamente, die ein Mensch über die Jahre lang nehmen muss? (und ältere Menschen [auch jüngere] müssen heutzutage sehr viele Medikamente schlucken). Seien es Blutdrucksenker, Blutverdünner, Herztabletten uvm. mit all ihren Nebenwirkungen. Manche nehmen über den gesamten Tag verteilt 20 Pillen ein!!


    Das ist ist doch im Grunde auch nichts anderes, oder? Warum sagt man hierbei nicht:

    Zitat

    das ist ok, so ist der Krankheitsverlauf

    Wenn die entsprechende Medikation vorhanden ist (in dem Fall auch eine PEG Sonde), warum nutzt man sie dann nicht? Verhungern ist mindestens genauso schlimm, wie die Folgen MIT Sonde. Und es muss doch nicht immer schlimm ausgehen, oder? (siehe Liebidos Beitrag) Aber dieser wurde ja irgendwie ignoriert, weil nur wenige hier "pro Sonde" sind.


    Ich finde es nicht fair, zu sagen, dass jemand keine künstliche Ernährung bekommen darf. Vielleicht will es der Patient ja? Und wenn nicht, wird er dies schon bemerkbar machen, oder?


    Jedenfalls müssen so viele ältere Menschen ihr Leben lang Medis nehmen und mit Nebenwirkungen leben. Im Grunde wie ich schon sagte "lebensverlängernde Maßnahmen". Wieso sollte man es mit solchen nicht auch zuende bringen? (d.h. wenn eine eindeutige Qual für den Patienten ausgeschlossen ist) :-/


    Bei meinem Opa z.B. kam eine Sonde gar nicht mehr in Frage. Er ist erstickt, da nützte auch eine Sonde nix. :°(

    Das ist, wie die Entscheidung zwischen Pest und Cholera.


    Ich will nicht, daß sie leidet. Ich will auch nicht, daß sie jetzt leidet. Leider weiß ich nicht mal, ob sie jetzt leidet. Schon gar nicht will ich (und meine Familie), daß sie ewig leidet. Daher wäre uns ein Ende mit Schrecken "lieber", als ein Schrecken ohne Ende. Eine Woche leiden ist schecklich, aber 3 oder gar 10 Jahre leiden sind doch im Einiges schlimmer, oder???

    @ kleineBerta

    Du bist dann noch (zumindest meistens) in der Lage, dich für die Tabletten selbst zu entscheiden. Du kannst dich auch gegen die Tabletten entscheiden. Tabletten haben sicherlich eine lebensverlängernde Wirkung, jedoch bringen sie zum Teil auch mehr LebensQUALITÄT.


    Hat Schneemanns Mutter noch Lebensqualität? Das Thema ist mehr als schwierig und ich möchte nie in so eine Zwickmühle kommen!

    @ kleineBerta83

    Ich danke Dir für Dein Engagement zu dem Thema, aber ich persönlich empfinde es als großen Unterschied, meine Schwiegereltern zu sehen, die zwar mit allerlei Medikamenten über den Tag müssen, aber doch recht fitt im Kopf und im Leib durch's Leben wandern.


    Bei meiner Mutter ist das nicht der Fall, da schmerzt es zu sehen, wie sie nur noch ein Schatten ihrer selbst ist und ich denke nicht, daß sie das so wollte und schon gar nicht, daß sie selbst es wollte, so auf ewig am Leben erhalten zu werden, wenn sie doch im Grunde nicht mehr lebt. :|N


    Ich denke schon oft, daß bei einem Hirntoten doch auch irgendwann die Maschinen abgestellt werden. Viel unterscheidet meine Mutter heute nicht mehr von solch einem hirnlosen Körper, einem zwar lebendigem Körper, aber leider ohne Geist und auch ohne Seele.

    Ich versteh das schon und es ist tatsächlich wie du, Schneemann, schreibst:

    Zitat

    Das ist, wie die Entscheidung zwischen Pest und Cholera.

    Ich hab selbst mal ein einem Pflegeheim für Alzheimer- und Demenzkranke gearbeitet und auch da viele gesehen, die nur vor sich hinstarrten.


    Auf der anderen Seite haben sich die alten Leute viel miteinander (und der Ergotherapeutin) beschäftigt und spiele gespielt und erzählt. Denkst du nicht, dass sich deine Oma da irgendwie mit einfinden kann? Mitte 60 ist doch weiß Gott noch kein Alter. :-o


    Man weiß halt leider nicht, was in solchen Menschen vorgeht. :-/

    Zitat

    Denkst du nicht, dass sich deine Oma da irgendwie mit einfinden kann? Mitte 60 ist doch weiß Gott noch kein Alter. :-o

    meine schwer Alzheimerkranke Mutter ist auch noch keine 70 Jahre alt- und ich nenne es immer den Fluch des jungen Alters. Denn zum einen wurde ihr viel Lebenszeit, die sie bewußt wahrnehemn kann, durch die Krankheit geraubt, aber zum anderen sind zum teil Ärzte und Pflegende aufgrund ihres jungen Alters übermotiviert, ihr Leiden unnötig zu verlängern.


    Sie hat seit 6 Monaten nicht mehr gelächelt


    Sie sagt nur: ich will sterben, ich habe Angst, es ist zu dunkel7laut etc--also hat sie nur noch negative Emotionen


    sie sieht immer unendlich traurig aus


    sie erkennt niemanden mehr


    nun will sie seit Monaten nichts mehr essen


    Soll ich sie zum Leben zwingen, weil sie so jung ist??

    @ kleineBerta83

    Nein, sie beteiligt sich an nichts, an keinen Spielen und schon gar nicht an Gruppenaktivitäten. Sie zieht sich nicht einmal allein an oder steht allein auf. Auch wäscht sie sich nicht allein oder selbstständig. Sie hat nahezu komplett alles eingestellt. Sie würde sicher von allein nur noch im Bett liegen und darauf warten, für immer einzuschlafen.


    Und das soll ich verlängern???

    Zitat

    Soll ich sie zum Leben zwingen, weil sie so jung ist??

    Find ich nicht :-/ soweit sie noch selbst ihren Wunsch äußern kann.

    Zitat

    zum anderen sind zum teil Ärzte und Pflegende aufgrund ihres jungen Alters übermotiviert, ihr Leiden unnötig zu verlängern.

    Da versteh ich beide Seiten. Deine als Tochter und die der Pfleger/Ärzte. Für dich ist es schlimm sie leiden zu sehen, für die anderen wäre es psychisch vielleicht nicht tragbar, eine Person zum Sterben "zu helfen". Schwieriges Thema und leider wird das Thema "aktive Sterbehilfe" noch viel unter vorgehaltener Hand diskutiert.

    Zitat

    Und das soll ich verlängern ???

    Ja und nein. Wie gesagt, in so einem Fall würde ich es evtl. versuchen. Aber wenn der Arzt schon die Medis abgesetzt hat...:|N Ich hätte immer die Hoffnung, dass man den Menschen vielleicht wieder etwas motivieren kann. Haben damals auch solche gehabt, die sich total haben hängen lassen aber nach ein bißchen Gesellschaft unter den anderen Leuten haben sich so einige wieder etwas aufgerappelt. Aber jeder ist anders. :)*

    schneemann


    wäre ich an deiner Stelle, ich würde mir den Mut wünschen, die PEG abzulehnen.


    Ich sehe als Krankenschwester wie lange Menschen damit leben, körperlich gut ernährt werden, Diabetes ist im Griff (so vorhanden), Wundliegen durch Mangelernährung scheidet aus......


    kurz, die Menschen sind fit damit. Der Körper wird mit allem versorgt was er braucht. Und weniger Zeit seitens des Pflegepersonals braucht es auch, mal eben zack die Tüte anhängen, kein aufwändiges Essen anreichen, keine Ansprache dabei......


    nein, ich würde so ein Leben für meine Eltern nicht wollen und so schwer die Entscheidung fiele, ich würde mir den Mut dazu wünschen und sie ablehnen.

    @ Pflegetussi,

    die plötzliche Unruhe der Patientin kann schon sehr gut durch den Apo entstanden sein, nicht wahr?

    Hallo Schneemann,


    ich habe einen Buchtip für Dich


    "Ich hab Alzheimer" von Stella Brahm.


    Meine Schwiegermutter und mein Schwiegervater sind daran gestorben. Sie hatten eine Patientenverfügung. Keine Sonde.


    Meine Schwiegermutter hat das Essen eingestellt. Trotzdem haben wir kleinste Mengen Fruchtbrei u.Ä. gefüttert. Einfach für den Geschmack. Schlucken konnte sie nicht mehr. Sie ist friedlich gestorben. Einfach verlöscht.


    Ich habe in meiner Patientenverfügung: Keine Magensonde. Früher hat ein Sterbender das Essen eingestellt und ist gestorben. Wichtig ist so lange es geht die Versorgung mit Flüssigkeit durch die Vene. Und durch die häufige Benetzung des Mundes. Der Durst ist noch lange da. Da kann man helfen.


    Und gegen Schmerzen ebenfalls. Demenzkranke haben Schmerzen. Sie können sich nur nicht mehr äussern.


    Lies das Buch!


    Was würdest Du Dir wünschen in so einer Lage?


    Alles Gute!

    Danke für den Buchtipp und auch an alle Anderen: Danke für's Äußern. :)*


    Was ich mir wünschen würde? Wäre ich in der Situation und könnte (von außerhalb) entscheiden, würde ich nicht mehr leben wollen und endlich meinen Freiden machen (dürfen). Denke ich. :-/

    Bei uns im Pflegeheim wird es so gehandhabt,dass wenn eine PEG abgelehnt wurde,die Bewohner noch so lange wie "möglich" oral ernährt werden.Ist keine Nahrungs-/Flüssigkeitsaufnahme mehr möglich,bekommen sie subcutan Infusionen (also unter die Haut).Das ist keine Lebensverlängerung,der Körper erhält nur kleine Mengen Flüssigkeit.ICH habe damals gelernt (wenn ein Mensch im sterben liegt und dies mental noch aktiv mitbekommt) ihm zu sagen,das Trinken (auch nur in kleinen Mengen) sein Leben nicht verlängert,sondern "das Sterben einfacher macht",da kein starkes (sehr unangenehmes) Durstgefühl aufkommt.


    Bewohner die im Sterben liegen erhalten meist(je nach Hausarzt) Morphinpflaster.Sterben darf jeder,leiden muß niemand.


    Wie schon jemand sagte "wie sind früher die Menschen gestorben"?Kein Essen mehr,kein Trinken mehr,sterben.In Frieden,Selbstbestimmt und in WÜRDE.


    Wir haben als Beispiel eine Bewohnerin die seit SECHS Jahren unbeweglich im Bett liegt.Sie kann sich nicht mehr bewegen,nicht mehr artikulieren.Und der Körper wird am Leben erhalten....durch eine PEG.


    Weder meine Großeltern noch meine Eltern möchten später (falls es so kommen sollte) eine PEG.Und dieser Wunsch ist quasi der Letzte,den ich ihnen noch erfüllen kann.

    Zitat

    ch sehe als Krankenschwester wie lange Menschen damit leben, körperlich gut ernährt werden, Diabetes ist im Griff (so vorhanden), Wundliegen durch Mangelernährung scheidet aus......


    kurz, die Menschen sind fit damit. Der Körper wird mit allem versorgt was er braucht. Und weniger Zeit seitens des Pflegepersonals braucht es auch, mal eben zack die Tüte anhängen, kein aufwändiges Essen anreichen, keine Ansprache dabei......

    Das ist ein wichtiger Punkt! Ich arbeite in einem Großklinikumm und ich WEISS, dass PEG-Sonden viel zu schnell gelegt werden, nur damit das zeitaufwändige Nahrung-Anreichen incl. ständige Ermunterung zum Essen entfällt. Gleiches findet man in vielen Heimen. Das kann man auch kaum zum Vorwurf machen, da die Personaldecke einfach so dünn ist, dass die Zeit fehlt, dass sich eine Schwester mit einer Patientin 1 Std. hinsetzt, um ihr Nahrung anzureichen. Bei meiner Mutter hatten wir für einige Zeit (solange sie wenigstens mit Ermunterung etwas gegessen hat) einen Ring aus Freunden und Familie organisiert, zu den Mahlzeiten kamen immer Leute vorbei, die Mutti zum Essen ermuntert haben.