Ambulanter Pflegedienst

    Ich arbeite schon sehr lange in der ambulanten Krankenpflege,fast 15 Jahre.Es ist ein sehr schöner aber sehr anstrengender Beruf der alles von einem fordert.Man bekommt aber so viel wieder.Seit langer Zeit suchen wir Personal weil eine Kolegin in eine andere Stadt gezogen ist.Aber wir finden keine Leute.Bei den ganzen Arbeitslosen kaum zu glauben.

  • 28 Antworten

    Es kommt halt auch massiv auf die Bedingungen an... Gute Pflegedienste mit menschlichen Arbeitsbedingungen finden nach meiner Erfahrung auch jetzt recht schnell Personal. Ansonsten lassen Teildienste, grottige Bezahlung, verquere Versicherungsbedingungen für die Fahrten, nicht zählende Arbeitswege, Handschuhlimitierungen und indiskutable Bedingungen in den Haushalten (ohne Hilfsmittel z.B.) grüßen.


    Und so lange es minimal besser bezahlte Jobs gibt, in denem einem trotz Stress nicht die Minuten für eine GKW vorgerechnet werden, wird es für die Pflegedienste schwer bleiben.


    Von den wenigen AG, die tatsächlich deutlich besser bezahlen als der TvöD UND massiv mehr Zusatzleistungen bieten, ganz zu schweigen.... :=o


    So oder so: Ich bete inständig, meinen Job nie zu verlieren und in einem Pflegedienst zu landen. Ab dem Zeitpunkt wäre ich nämlich definitiv nicht mehr lange in der Pflege... Da lern ich lieber was Neues. ;-)

    Meine Freundin arbeitet auch in einem Pflegedienst in der Leitung, die suchen auch händeringend, daher leider oft Aufnahmestop. Problem 1., die die wollen haben keinen Führerschein. Eine Fahrradtour ist schon besetzt...


    2. Problem, viele die sich melden haben nicht die entsprechende Qualifikation um "alles" machen zu dürfen.


    Die meisten Probleme in nem Pflegedienst rühren aber von einer falschen Leitung, Planung und leider dem Problem, dass fast alle Einsätze nach einem festen Preisschema vergütet werden. Da kann man auch nicht einfach so den Mitarbeitern mal mehr zahlen, wenn einfach nicht mehr Geld rein kommt...

    Klar Rlmmp, das liegt vor allem an den Geldmitteln... Die lassen sich in der ambulanten Pflege leider nicht mal eben vergrößern. Außer, man hat äußerst willige Selbstzahler ;-)


    Es ist ein super schweres Geschäft... Und das, obwohl immer mehr Pflege zuhause stattfinden soll. Obwohl es PDs gibt, die sich scheinbar weniger selbst bereichern - Irgendwoher muss das höhere Gehalt für die Mitarbeiter ja herkommen.


    Es gibt auch welche mit Zusatzangeboten etc.... Aber der Großteil ist halt eher unattraktiv - spätestens für examinierte Kräfte (die ja gesucht werden).


    Wirklich lösen kann das Problem wohl niemand, bei unserem maroden Gesundheitssystem... Wobei ich es schon spannend finde, wofür Geld da ist. Was alleine in meinem Ausbildungshaus intern umgezogen wurde... Abteilung nach A, B, C - nur, um schließlich wieder auf die Ebene A zu ziehen. Solche Dinge zeigen mir als Laie dann doch, dass hier Gelder falsch verteilt und genutzt werden. Aber was weiß man schon als kleine Krankenschwester..... :=o

    Ja, zB Stichwort Verhinderungspflege. Mitarbeiter bekommt auf 400€ Basis 7,50€/h und der Pflegedienst(kein Privater) rechnet die Stunde 30€ plus Fahrtkosten. So kann man Geldverdienen, oder die Leute abschrecken, weil man kaum Personal dafür findet.


    Als Alternative haben wir jetzt einen Verein gefunden der die Verhinderungspflege anbietet für 14€/h. So hat man doppelt so viele Stunden vom Budget...


    Und natürlich will auch ein privater Pflegedienst Geld verdienen, eine Rendite von mind. 10% muss schon rausspringen, schließlich arbeitet man auch dafür als Besitzer. 5% bekommt man ja schon, wenn das Geld allein arbeitet.


    Ein Wohlfahrtsunternehmen ist das auch nicht, trotzdem ist das meiste Personal unterbezahlt, das stimmt. Aber liegt ja eher am System, aber kaum einer ist bereit mehr zu zahlen, aber Ansprüche haben...


    Aber es ist auch möglich, wenn man die Sache an die Hand nimmt, die Arbeit im Gesundheitswesen einigermaßen erträglicher zu gestalten. Ich sehe es ja bei meiner Freundin, die hat in 2 Jahren das Arbeitsklima umgedreht(zwar noch nicht ganz Positiv, aber die Wende ist wohl geschaft) und die letzten Personalleichen werden gerade beseitigt....


    Das Problem ist halt, wenn man sprichwörtlich nur noch die Hühner einfängt, aber nie den Zaun repariert...

    Doch sollte man schon erlernt haben, denn gerade Qualifizierte werden wegen den vielen Auflagen gebraucht.


    Allerdings fragt man sich, warum schult denn der ein oder andere nicht um. Nen Pflegehelfer ist schnell gemacht.


    Siehe letztens Sonntags bei RTL, wo die Angela Merkel dem Arbeitslosen ohne Ausbildung eine Techn. oder Pflegerische Ausbildung nahegelegt hat und er meinte, er wolle lieber Gärtner sein....


    Allerdings, gerade in diesem Beruf, kann man nun wirklich keinen Zwingen ihn zu machen. Er muss einfach attraktiver werden. Und kaum einer, weiß was eine Krankenschwester wirklich macht! Die meisten denken doch nur, dick, rauchend und wischt den Arsch ab.:(v

    Das stimmt wohl, daher sollte der Job eigentlich auch so ansprechend(Geld, Freizeit, Arbeitszeiten etc.) sein(auch wenn man mal doch Scheiße abwischen muss), dass derjenige der sich das auch neben anderen Berufen vorstellen kann, sich diesen aussucht.

    Tja... Krankenpflegehelfer sind wieder auf dem Vormarsch (immerhin 1 Jahr Ausbildung), Pflegehelfer, Schwesternhelfer, Pflegeassistenten werden vom Amt gefördert... Wieder ein Arbeitsloser weniger, der dann 5 Euro die Stunde verdient.


    Und die haben einen besseren Erste-Hilfe-Kurs - wenn überhaupt. Und ja, so jemand wischt dann in Pflegeheimen... Im ambulanten Dienst ist es schwieriger, da kann man ja nicht der letzten examinierten Kraft 5 Helfer aufs Auge drücken, deren Arbeit sie dann mit zu verantworten hat, obwohl sie vor lauter Arbeit nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.


    Die Zugangsvoraussetzungen für Gesundheits- und Krankenpflege wollen schlaue Politiker übrigens runtersetzen. Derzeit ist es ein mittlerer Bildungsabschluss ODER Hauptschulabschluss mit mindestens 2 Jahren abgeschlossener Ausbildung.


    Tja, nun soll Hauptschule allein reichen... Während die Schulen zunehmend Abiturienten einstellen, weil die Ansprüche in der Ausbildung ins Unermessliche steigen.


    So kann mans natürlich auch machen, wenn der Beruf "attraktiver" werden soll. Hauptschule und direkt 700 Euro Ausbildungsvergütung ist doch spitze..... %-|


    Die Politik kann man in meinen Augen echt in der Pfeife rauchen..... :|N

    Hallo, ist ja alles schön was Ihr hier so schreibt, nur entsprechen viele Aussagen nicht den Gegebenheiten.


    Fakt ist, dass der Markt an examinierten Pflegekräften weitgehend leer gefegt ist.


    Das, was sich jetzt noch an Pflegekräften auf dem Markt tummelt, hat meist nicht die erforderliche Qualifikation, hat Probleme mit den Arbeitszeiten, kann kein Wochenende arbeiten oder nur zu bestimmten Uhrzeiten, kann oder will keinen Schichtdienst machen oder wie schon gesagt, hat keinen Führerschein, die Bewerbungen sind schon so aufgebaut, dass eine Absage erfolgen muss. Oder wenn ein Bewerber innerhalb der letzten 4 Jahre bei 6 verschiedenen Arbeitgebern beschäftigt war, gibt das einem schon zu denken.


    Ein Pflegedienst ist kein Wohlfahrtsverein, der vom Verlustgeschäft lebt. Ob privater oder diakonischer oder städt. PD, das bleibt sich gleich. Jeder PD ist ein Wirtschaftsunternehmen, das in einem gewissen Rahmen auch Gewinne erwirtschaften muss. Sonst geht es bleite.


    Ich weis ja nicht ob Ihr euch vorstellen könnt was so eine Betriebsstunde eines PD's kostet. Der Betriebsstundensatz liegt so zwischen 25 -30/35 €, je nach Region und Größe des PD's. Die Betriebskosten sind nicht nur das Brutto Gehalt einer Pflegekraft. Hier kommt jetzt die BWL mit ins Spiel.


    Die Kassen zahlen für die Tätigkeiten einen gedeckelten Betrag, egal wie viel Zeit für die Ausführung der Tätigkeit benötigt wird. So erhält ein PD in Hessen für die Großepflege


    ( Grundkomplex) ca. 14.75€ zuzügl. einer Hausbesuchspauschale von 4,83€. Wenn Ihr jetzt den Betriebsstundensatz eueres PD's kennt wisst Ihr wie lange Ihr für die Pflege brauchen dürft um plus/minus 0 aus dem Geschäft rauszukommen.


    Ein Pflegedienst ist ein Dienstleister, der sich den Erfordernissen des Marktes und den Kundenwünschen entsprechend anpassen muss sonst ist er weg vom Fenster.


    Ihr sprecht von humanen Arbeitszeiten. Was versteht Ihr darunter?


    Wünscht ein Kunde schon morgens um 6.30 versorgt zu werden, muss ich Ihm dann absagen: Tut mir Leid so früh fangen wir nicht an. Wir haben humane Arbeitszeiten unser Personal beginnt erst um 8.00 Uhr. Genauso wenn Kunden wünschen erst nach 21.00 Uhr zu Bettgebracht zu werden. Ne machen wir nicht wir haben um 20.00Uhr Feierabend.


    Den Kunden biste dann los. So liesen sich unendliche Beispiele aufzeigen.


    Epine schreibt Pflegehelfer sind auf dem Vormarsch. Ja, was die Schönung der Arbeitslosen- zahlen betrifft. Pflegedienste suchen ex. Kräfte mit 3 jähriger Ausbildung, da Pflegehelfer bestimmte Behandlungspflegen ( medizinische Versorgung) nicht erbringen dürfen.


    Betriebswirtschaftlich macht es keinen Sinn 2 Pflegekräfte zu einem Kunden zu schicken, der Pflegehelfer wäscht, ne halbe Stunde später kommt die ex Kraft und gibt die Injektion.


    Dann ist der PD bald pleite.


    Die Förderung des AA zur APH oder KPH Ausbildung ist raus geworfenes Geld. Sie sollten besser die 3 jährige Ausbildung finanzieren. In der ambulanten Pflege werden weitaus weniger Helfer benötig als examinierte Kräfte.


    Ihr greift die Arbeitgegber an, fasst euch auch einmal selbst an die Nase.


    Das alles ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Jede Seite muss Zugeständnisse und Abstriche hinnehmen. Aus eigener Erfahrung weis ich, dass sehr viele Pflegekräfte nur noch Ihren Job machen, reißen Ihre Stunden herunter und das wars. Es fehlt oft an Eigenverantwortung, am Mitdenken und das wir Gefühl. Ich spreche hier nicht vom Ausbeuten der Mitarbeiter, sondern von dem fehlenden WIR - Gefühl- das ist unser Betrieb. Viele denken, ich mache meinen Job, was geht mich der Laden nach meiner Arbeit an.


    Es muss immer alles von 2 Seiten gesehen werden.


    Ich spreche hier aus eigener Erfahrung als Betreiber eines ambulanten Pflegedienstes.


    Auch ich habe vor 30 Jahren von ganz unten als AZUBI an gefangen. Habe meinen Beruf aber als Berufung gesehen und nicht nur als JOB. Aber genau da liegt das Problem bei den meisten Pflegekräften.


    Griesuh, PDL

    Hie Rlmmp2707,


    die 30,-€ Std. für Verhinderungspflege waren dir zu teuer, du freust dich, dass du einen Verein gefunden hast, der die Verhinderungspflege für 14.00€ die Stunde anbietet.


    Schreibst aber ein paar Zeilen weiter: trotzdem ist das meiste Personal unterbezahlt, ...


    Was glaubst du denn wieviel Stundenlohn diese Kraft erhält, die hier die VHP erbringt??


    Ja woher soll denn das Geld für eine bessere Bezahlung kommen, wenn du nur 14.00€ die Stunde Zahlen willst??


    Überleg mal, du wieder sprichst dir doch selbst.


    Wenn ich für eine Leistung nur 14€ die Stunde vom Kunden verlange, kann ic h dem Personal keine 16€ oder 17€ die Stunde zahlen. Merkste was??


    Der Kunde ist eben, genau wie du, nicht bereit für eine bessere Bezahlung der Pflegekräfte


    höhere Preise für eine Leistung zu bezahlen.


    So einfach ist das


    Griesuh, PDL

    ich kenne das jetzt von der Kommunal Kombi?herrje da werden langzeitarbeitslose in Pflegeheimen auf die Menschen "losgelassen".


    ich kann gar nicht sagen was da so schon alles ankam.


    Von Tag "ich komme vom Arbeitsamt,ich soll hier arbeiten" bis ..naja ich hatte da nen brief bekommen ich stell mich mal vor,was ich hier machen soll weiss ich nicht und lust dazu habe ich auch keine.Schon schlimm!!Wobei ich sehr gerne wieder in die direkte Pfleg einsteigen will.Und mobile pflege hatte ich nach meiner Ausbildung als berufseinstieg gewählt:-)War für mich ganz schön muss ich sagen.

    Finde ich einen wirklich tollen Beitrag. Und stimmt ja. Die pflegebedürftigen Leute können sich nicht nach Zeiten richten, wann sie auf die Pfanne müssen, oder ins Bett wollen.


    Ich denke, dass diesen Job (besser Berufung) wirklich nur jemand machen kann, der das auch wirklich möchte.


    Dann fallen aber schon mal Mütter mit kleinen Kindern raus (Betreueung z. B. wenn der Partener im Schicht arbeitet?)


    Leute mit Bandscheibenvorfällen und bestimmt gibts noch mehr.


    Aber wenn ich das so lese, habe ich schon die Vermutung, dass die Pflegepersonen häufig unterbezahlt sind.


    Ich bewundere die Pfelgekräfte, die diesen Beruf ausüben.

    @ Griesuh

    Zitat

    Epine schreibt Pflegehelfer sind auf dem Vormarsch. Ja, was die Schönung der Arbeitslosen- zahlen betrifft. Pflegedienste suchen ex. Kräfte mit 3 jähriger Ausbildung, da Pflegehelfer bestimmte Behandlungspflegen ( medizinische Versorgung) nicht erbringen dürfen.

    Ja, das meinte ich ja :-)


    All die tollen "Pflegeassistenten" sind raus aus der bösen Statistik. Das ist absoluter Blödsinn... Ebenso, wenn man Unwillige aller Art zu gerade diesem Job "zwingt", indem man mit Leistungseinbußen droht. In solchen Fällen ist m.E. Straße kehren sinnvoller, aber doch bitte nicht auf die Menschheit loslassen!


    Zu der Unterscheidung zwischen Job und Berufung wollte ich nur sagen: Ich habe erlebt, dass sicherlich 2 Drittel meines Kurses den Job als Berufung gesehen hat. Die Bedingungen schon in der Ausbildung führten allerdings dazu, dass ein großer Teil schwor, diesen Job - Berufung hin oder her - nicht mehr lange zu machen. Ich gehörte dazu, habe aber zum Glück meine Nische gefunden.

    Zitat

    Ihr sprecht von humanen Arbeitszeiten. Was versteht Ihr darunter?


    Wünscht ein Kunde schon morgens um 6.30 versorgt zu werden, muss ich Ihm dann absagen: Tut mir Leid so früh fangen wir nicht an. Wir haben humane Arbeitszeiten unser Personal beginnt erst um 8.00 Uhr. Genauso wenn Kunden wünschen erst nach 21.00 Uhr zu Bettgebracht zu werden. Ne machen wir nicht wir haben um 20.00Uhr Feierabend.

    Ich bin ja nun Krankenschwester und wollte nie 9 to 5 arbeiten. Was in meinen Augen aber indiskutabel ist, sind die von einigen PDs praktizierten Teildienste - nicht nur in Ausnahmefällen.


    Mir ist klar, dass die Stoßzeiten eben morgens, nur selten mittags und abends wieder sind. Gerade kleine PDs werden das Problem haben, eben nicht so schichten zu können, dass Teildienste vermieden werden. Ich hatte selbst ein Angebot in einem PD, wo ich bei einer 35-Stunden-Woche an den Dienstwochenenden Teildienste hätte machen müssen, sonst aber nur in größten Ausnahmefällen. Wenn examinierte Kräfte aber 13 Tage Dienst haben, einen Sonntag frei und von 6-11 Uhr und von 17-22 Uhr unterwegs sind, Fahrtzeiten nicht gerechnet werden und man so mit Ach und Krach nicht in die Minusstunden rutscht, dann ist das in meinen Augen für Vollzeitkräfte nahezu unmöglich zu leisten.


    Und ja, da möchte ich humanere Arbeitszeiten ;-) Ich rede nicht von Arbeitsbeginn um 6 oder etwas eher, von späten Spätdiensten, Nachtdiensten oder gelegentlichen Rufbereitschaften...


    Mir ist klar, dass es eben oft, gerade bei kleinen PDs, nicht anders geht und dass es Pflegedienste gibt, die so etwas vermeiden. Aber eben nicht alle...


    Ich willl keinen Pflegedienst oder gar eine Leitung schlecht machen, aber erklären, warum es eben für Viele unattraktiv erscheint. "Schuld" hat in meinen Augen eben die Politik... Und die Tatsache, dass in der Pflege durch die Leistungskomplexe kein großer Raum bleibt, Geld herzuzaubern.


    Alles in Allem - ich persönlich möchte keine Arbeitsstelle mit Teildiensten, Wind und Wetter, oftmals üblen Zuständen in den Wohnungen, Schadensbegrenzung, weil für Pflege nach bestem Wissen und Gewissen keiner zahlen kann und den oftmals seltsamen Versicherungsbedingungen haben.


    Es muss Einem eben auch liegen...


    Wie die Ausbildung, Umschulungen und andere ABM-Angelegenheiten gefördert werden, geht mir auch zunehmend auf den Keks. Bei solchen Dingen fragt man sich ja schon, warum die Politiker nicht begreifen, was jeder Azubi versteht...


    Pflege ist kein besonders attraktiver Beruf, ist mit Ekel, Anstrengung und psychischer Belastung verbunden, die Ausbildung ist sehr anspruchsvoll und alle Schnellkurse sind eigentlich eine Gefährdung der zu Pflegenden. Er ist im Verhältnis auch zu anderen Ausbildungen schlecht bezahlt, die Arbeitszeiten sind spätestens nach dem 40. Lebensjahr echt anstrengend. Der Berufsstand hat keine Lobby, viele Kollegen leiden unter einem Helfersyndrom und Einspringen ist Voraussetzung, Widerworte eine Frechheit. Azubis werden ausgenutzt, bis sie untergehen und kaum eine Pflegekraft erleidet in den Berufsjahren nicht irgendwann einen Zusammenbruch.


    Wenn ich hier nicht ansetze, sondern allerlei Unwillige in die Materie schicke, dann löse ich doch nichts! :|N


    Ich hatte einige Kollegen, die "nur" Hauptschule hatten und einen supertollen Job gemacht haben. Die fanden aber auch alle, dass die vorherige Ausbildung die Zeit wert war...

    Hallo Griesuh1,


    ich schrieb doch schon, 7,50€ bekommt die ungelernte oder Fremdfachgelernte Kraft. Aber ich zahle doch lieber für diese Leistung 14€ als 30€ während die Arbeitskraft das gleiche bekommt. Lustigerweise kann die 14€ Kraft aus dem Rollstuhl gut umsetzen, die 30€ Kraft hat sogar Fallenlassen und mit der Zeit über Rückenweh geklagt. PDL sagt, für Kinestätischen Arbeiten sei keine Zeit ....


    und warum wir nur 14€ Zahlen... weil man ja selber nicht über unendliche Geldmittel verfügt und die Pflegestufe 2 eine Rundumbetreuung noch lange nicht abdeckt und wenn niemand aus der Familie aus Beruflichen Gründen Zeit hat....


    vorallem das Problem, wer nen Beruf hat, kann selten sagen, nee, grad kann ich nicht weil zuhause,


    aber wenn ich für die Zeit jmd. holen muss, der die Stunde teurer ist als ich netto verdiene..... AUA


    und das ist auch bei 14€/h bei vielen der Fall..... und hier ist meiner Meinung nach das Gesundheitssystem wieder gefragt


    da bei uns das Verhinderungspflegebudget nach 4 Monaten schon alle ist!

    Hallo Rlmmp2707, genau das ist ja der Punkt.


    Ein Unternehmen hat ja nicht nur den Stundenlohn der Mitarbeiter zu zahlen, sondern es sind über die Einnahmen alle Betriebskosten abzudecken.


    Stelle dir vor, die Pflegekraft bekommt 16€ Stundenlohn, dazu muss der Arbeitgeber nochmals 30% zulegen für die Sozialabgaben, was dann schon 20,80€ sind. Somit ist es schon vorbei mit 14,-€ die Stunde an Honorar. Ansonsten ist die Firma Pleite.


    Jetzt kommen noch alle fix - und variabelen Betriebskosten dazu, rechne mit 50 % von den 20,80€, das sind nochmals 10,40€. Womit wir schon bei 31,20€ Betriebskosten/Std. sind. Das muss der Betrieb an den Kunden weitergeben sonst ist nicht lange mit Lustig und der Laden macht dicht und ihr seit Arbeitslos!.


    Ihr sagt alle bessere Bezahlung, bedenkt jedoch nicht, dass der Schuss nach hinten los geht und alle Lebenshaltungskosten sich dadurch verteuern.


    Eure denkweise ist leider nicht richtig.


    Wenn du für 5.-€ die Stunde bei mir als Fachkraft arbeiten würdest, könnte ich dir die Verhinderungspflegeleistung für 10,-€ die Stunde anbieten.


    Merkste wieder was?? Auch hier kostet die Stunde das doppelte als du Stundenlohn erhälst. Jetzt ist wieder einmal BWL gefragt um das zu verstehen.


    Aber sicherlich wird keine Fachkraft, egal aus welchem Beruf auch immer, für 5,-€ arbeiten gegen wollen. Deshalb müssen wir um denken und auch die gute Bezahlung ( Entlohnung) durch höhere Honorare bei den Leistungen anerkennen. ( Aber das will ja auch keiner. Die Katze dreht sich im Kreis.


    Es kann nicht angehen für eine Leistung kaum was bezahlen zu wollen und zu sagen du bist zu Teuer und gleichzeitig sagen, das Personal ist bei dir unterbezahlt, du ausbeuter Betrieb.


    Aber genau durch dieses Konsumenten Verhalten entstehen eben diese Niedriglöhne, damit der Betrieb überhaupt noch Kunden bekommen kann.


    Die Pflegeversicherung wird immer als eine Vollkasko verstanden. Das ist sie aber nicht. Die Pflegeversicherung ist eine Teilkasko mit hoher Selbstbeteiligung.


    Würden die Vergütungen für Pflegeeinrichtungen so erhöht, dass das Personal 30% mehr Gehalt bekommen könnte, müssten die Kassenbeiträge zur Pflegeversicherung deutlich erhöht werden und es wäre wieder weniger Netto im Geldbeutel. Das wollt ihr aber auch nicht. ( Nur zur Info: Die Vergütungen, sprich wie teuer ist eine Leistung, für Pflegeeinrichtungen werden zwischen den Leistungserbringern (Pflegedienst) und den Kostenträgern (Kranken- und Pflegekassen) verhandelt und vereinbart. Ein Pflegedienst kann bis auf wenige Ausnahmen nicht die Preise frei kalkulieren und der Kasse in Rechnung stellen, wie es in der freien Wirtschaft üblich ist.) Den Pflegeeinrichtungen sind durch die niedrigen und gedeckelten Vergütungsvereinbarungen die Hände gebunden.


    Wir Pflegeinrichtungen können leider nicht so wie wir gerne wollten. Wir müssen sehen, wie wir mit den niedrigen vergütungen durch die Kassen den Betrieb nicht in die Pleite fahren.


    LG

    Hm, jetzt sind wir aber weit vom Ursprungsthema abgekommen.


    Pflegekraftsuche, glaube ich war es?.


    Aber eure und meine Ausführungen gehören auch dazu, um das System ein wenig zu verstehen.


    Was die humanen Arbeitszeiten und die geteilten Dienste in der ambulanten Pflege anbelangt, ist es eben so, dass es Stoßzeiten gibt.


    Die Hauptarbeitszeit ist zwischen 6.00 bis ca. 11.00/12.00 Uhr. Dann wieder von 12.00 bis 14.00/15.00Uhr. Dann ist erst mal nix mehr los.


    Personal wird dann wieder so ab 16.00 Uhr / 16.30 benötigt für die Abendrunden.


    Wer in der Pflege arbeiten will und sich diesen Beruf ausgesucht hat, gezwungen da zu wurde keiner, der weis, dass zu ungünstigen Zeiten gearbeitet werden muss. Ert weis auch, dass geteilter Dienst zu erbringen ist. Ebenso ist bekannt dass an Feiertagen, Samstagen und an Sonntagen Pflegebedürftige zu versorgen sind.


    Dementsprechend muss sich die Pflegekraft damit auseinder setzen und sich darüber im Klaren sein, was auf sie zu kommt. Wr damit nicht klar kommt und Probleme hat sollte sich überlegen ob er sich nicht besser einen anderen Beruf aussucht.


    Hi, jetzt kommt Ironie:


    Wer damit nicht klar kommt der soll Bänker werden oder Finazbeamter. Die Arbeitszeiten dort sind geregelt, du hast jeden Feiertag und jedes Wochenende frei. Ganz wichtig der Lohn ist auch höher.]:D


    Lg